Schmatzlaute bei Sprachaufnahmen

Erstellt 12 Antworten13 Beiträge
Startbeitrag#1
Hat jemand Erfahrungen darin, wie man wirkungsvoll die häufig entstehenden Schmatzlaute bei Sprachaufnahmen minimieren kann? Vor allem, wenn die hohen Frequenzen der Sprache auch noch betont und das ganze Material gut komprimiert/limitiert werden soll.
Über Tips wäre ich sehr dankbar.
ZitierenPost melden
Antwort#2
Wie kann man die häufig entstehenden Schmatzlaute bei Sprachaufnahmen minimieren?
Durch bessere Mikrofonausrichtung und nicht zu nahe Aufstellung. Diesen "Strumpf"-Filter benutzen. Siehe Link. Das gilt auch für Gesangsaufnahmen. Keine zu hohe Compressor-Einstellung. Nur in Notfall weiter mit De-Esser oder anderen Höhen-Cut-Filtern rangehen. Man braucht bei dieser "Information" eh keine Frequenzen über 10 kHz.


Aufnahme von Sprache und Gesang
ZitierenPost melden
Antwort#3
Schmatzlauten ist im Gegensatz zu "Zischlauten" :-) kaum mit De-Essern beizukommen. Bei der Aufnahme mit der Mikroposition experimentieren, nicht allzu nahe, Sprecher evtl. leicht off axis setzen.
Sollte doch was drauf ein, ist die einzig wirklich befriedigende Methode, Störgeräusche wenn möglich rauszueditieren oder mit Faderautomation eine kurze Absenkung anzusetzen.
Ach ja:
Besser ist es, das Budget für grosse Nachbearbeitungen gleich in wirklich professionelle Sprecher zu investieren, denn diese schmatzen gar nicht erst.
Gruss
Don
ZitierenPost melden
Antwort#4
Mein simpler Tip, gerade für nichtprofessionelle Sprecher:
Wasser! Oder irgendetwas anderes, was Mund und Hals nicht trocken werden läßt. Ich mußte mir mal den Wolf nachbearbeiten, weil die Sprecherin einen staubtrockenen Mund hatte. Das ergab dann deutlich mehr und lautere Schmatzlaute.
Gruß,
Jochen
ZitierenPost melden
Antwort#5
Ich mußte mir mal den Wolf nachbearbeiten, weil die Sprecherin einen
staubtrockenen Mund hatte. Das ergab dann deutlich mehr und lautere
Schmatzlaute.
Das eklige Nacharbeiten:
Der Vortei hierbei ist, dass so etwas doch lehrreich ist, und dass man so ein Schmatzen bei der nächsten Aufnahme nicht einfach durchgehen lässt und man sofort an der Quelle nach Lösungen sucht und sie hoffentlich auch findet.
ZitierenPost melden
Antwort#6
genau wasser,
kein kaffe, keine fruchtsäfte, keine süßigkeiten, obst, und sonstige zuckerhaltige sachen.
"ich liebe deutsches wasser"
(oder so ähnlich, harald muss wieder her)
grüße
ZitierenPost melden
Antwort#7
Erstmal danke für die Antworten. Aber wenn ihr den konkreten Fall habt, mit einer "schmatzenden" Person arbeiten zu müssen (Profi ja oder nein). Wie instruiert ihr den/die Sprecher/in? Gibts noch was außer viel Wasser trinken?
ZitierenPost melden
Antwort#8
Spiel der Sprecherin / dem Sprecher notfalls die Aufnahme vor :-). Ansonsten natürlich ein guter Kopfhörer zur Selbstkontrolle. Hilft nach meiner Erfahrung ungemein.
Gruß Jörg
ZitierenPost melden
Antwort#9
Kein Bier!!!
das ist das schlimmste!...ihr seid auf jeden Fall nicht die einzigen mit dem problem...
Hört euch mal das aktuelle Joss Stone Album an(Trk 1)...ist mit das schlechteste was ich seit langem in dieser hinsicht gehört habe!
das ist schon so was von ekelhaft...
ZitierenPost melden
Antwort#10
Warum kein Bier? Besser als Mineralwasser IMHO.
ZitierenPost melden
Antwort#11
hi,
unsere sprecher trinken erst harzer grauhof gerührt, nicht geschüttelt und nach der produktion 2 liter kaffee und gummibärchen. ;)
sind trotzdem schmatzer vorhanden, was immer vorkommt, wie das schnalzen mit der zunge am gaumen an wortenden oder platzende spuckebläschen, dann wird das destructiv raus geschnitten. dafür muss man aber sample genau schneiden, da sich solche "knackser" auch gerne innerhalb einer halbwelle befinden.
gruß
ZitierenPost melden
Antwort#12
diese selbstdiziplin haben leider 99% aller sprecher nicht. und wenn können sie es nicht umsetzen ohne daß die prosodie darunter leidet.
ich empfehle syncron- oder werbesprecher. da ist am meisten disziplin.
gruß
ZitierenPost melden
Antwort#13
Hallo BF,
wie genau, ja eine oft gestellte Frage.
So könnte es funktionieren:
- Druckempfänger verwenden, bitte keine Doppelmembran sondern einen "echten"
- Relativ viel Abstand zum Sprecher, ca. 0,5 .. 1m, wenn dein Raum zu hallig ist, Matrazen, schwere Vorhänge, etc. verwenden.
- Plopschutz ("Feinstrumpfhose") und Spinne verwenden
Der Sound den du jetzt aufnimmst, hat eher mit dem zu tun was wir im täglichen Leben hören, eine auf Distanz gesprochene Stimme, schon sind fast alle Nebengeräusche verschwunden.
Im Gegensatz zum Nahbesprechen, wo genau diese Nebengeräusche als künstlerischer Effekt verwendet werden.
Zur Abrundung kannst du jetzt noch einen Multibandkompressor benutzen, für mehr "Klarheit" noch einen Hauch Transienten-Designer und schon bist du fertig.
Wichtig ist eigentlich nur, sich vorher zu überlegen was mit der Aufnahme erreicht werden soll.
Intimität=Nahbesprechung
Normale Stimme=Abstand zum Mikro
Gruß
M. Hein
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.