Pegeltöne auf Digibeta /Beta SP

Erstellt 10 Antworten11 Beiträge
Startbeitrag#1
Liebe Kollegen!
Ich hätte von Leuten, die damit Erfahrung haben, mal gern eine Info.
Auf Digibeta muss bekanntlich ein Testton 1k/-18dB fs. Den spiele ich digital drauf, soweit kein Problem.
Wie schaut es bei analogen Beta SP aus? Ich hatte neulich die Anforderung, zusätzlich noch einen -9dB (dB was auch immer) Pegelton aufzuspielen. Die Skala an der Maschine zeigt aber nur VU an. Meine Suche in Büchern hat mich nur so weit gebracht, dass hier -18dBfs in etwa -4 VU entsprechen. Kann man das so überhaupt sagen? VU ist doch Signalabhängig...
Besten Dank für alle Infos!
Klaus
ZitierenPost melden
Antwort#2
Vergiss es, irgend eine Beziehung zwischen dem digitalen Messwert des Pegels von -18dBfs und dem Messwert des analogen Telefonpegels von -4 VU herzustellen.
Da gibt es wirklich keine Beziehung. Jede pauschale Faustregel hierzu ist falsch.
Mit einem VU-Meter kannst du noch nicht einmal den digitalen Pegel "abschätzen".
Du bist mit einem lahmen 300 ms Attack- und Release-Time VU-Messer quasi "blind". :-)
Gruß
Didi
ZitierenPost melden
Antwort#3
Ist doch wohl ein Dauerton, da macht die Trägheit vom Messgerät doch nüscht. Der Ton wird ja wohl länger als 300ms dauern!
ZitierenPost melden
Antwort#4
Hallo Carsten,
richtig, was du sagst. Nur hilft das absolut nichts. Der Dauerton soll ja etwas über die Aussteuerung der Musik aussagen. Es gibt beim Übergang von analog zu digital keine "Brücke" mit identischem Pegel für eine dBfs- und eine VU-Anzeige. Das wichtige Musik-Impulsverhalten gibt konträre Anzeigen. Selbst das in der Analogtechnik übliche Einstellen des VU-Meters mit einem gewissen "Vorlauf" (um ihm noch eine Chance zu geben) geht nicht mehr bei Messungen von Spitzenimpulsen in der Digitaltechnik. Ein Sinus hat wenig mit der statistischen Musik gemeinsam.
Micha
ZitierenPost melden
Antwort#5
Genau, bei Sinuns Tönen mit festem Pegel sind die Anzeigen der Messgeräte direkt Vergleichbar. Was wirklich aufs Band geht, oder was aus dem Ausgang an dBu dann wirklich rauskommt, kann etwas anderes sein und wird intern im Gerät eingestellt (das ist das berühmte Einmessen von analogen Bandmaschinen). Daher kann ein Sender schon vorgeben, wieviel dBu er von -18dB fs er erwartet. Die Fernsehfritzen haben unterschiedliche Vorgaben, was sie an Pegeltönen erwarten, da gibts keine technischen Gesetze. Das ist von einer Produktionsfirma zur nächsten verschieden.
Das ist schlicht Herstellerabhängig, wieviel sie von ihrer Dynamikbandbreite in einem Gerät als Headroom definieren. in deinem Beispiel hat die Mühle also 14 dB Headroom bevor es digital clipt.
Das macht man, um mit analogtechnik kompatibel zu sein, dort sind 15 dB Headroom Standard. Bei digitaltechnik ist das understatement-mäßig nicht immer eine glückliche Wahl, weil ich eben auch mit 14 dB in die Maschine muss, um die DAWs optimal auszusteuern. Wie das gemacht wird, hängt also von der dynamik des Systems ab. 14 dB Headroom für "explosive " Momente im digitalen Signalweg auf Vorrat zu halten, kann man sich eigentlich nur erlauben, wenn man mit 24Bit-Auflösung arbeitet. Deswegen ist bei 16Bit-Systemen weniger Headroom günstiger, weil man diese knapper an der Übersteuerungsgrenze Aussteuern muss, um digitales Geraschel zu vermeiden. Da möchte man nicht immer mit +9dBu in die Karte gehen müssen. Analogtechnik liefert auch gerne bei höheren Pegeln mehr THD ab. Auch ein Grund, nicht immer alles auf plus 10 zu fahren.
Für den NDR habe ich lange Zeit -3dB Pegeltöne auf BetaSP abgeliefert. Wie man diese Bänder pegelt, ist eine philosophische Frage. Die Sonys können einen ordentlichen Stiefel am Eingang ab, bevor es hörbar zerrt, zumindest die Kameras haben vermutlich einen undokumentierten Limiter am Eingang, der verhindert, das bei unachtsamer Aussteuerung gleich alles unbrauchbar wird. Diese Teile sind für O-Töne das gutmütigste, was ich kenn.
schöne Grüße
Opi
ZitierenPost melden
Antwort#6
Es kann keinen Headroom Standard geben, weil der Analogtechnikbegriff "Headroom" nicht in die Digitaltechnik passt. Wer digital mit 10 dB Headroom arbeitet und den Unsinn macht und bis höchstens - 10 dBfs aussteuert oder seinen Begrenzer so einstellt, damit das so ist, der hat die Digitaltechnik nicht verstanden. Denn das ist untersteuert.
Ich sage nicht, dass das "hier" jemand sagt, aber ich habe genügend Tonleute gefundem, die das ehrlich so meinen. Diese verschenken doch die "schönsten" bits bis zur Clippinggrenze.
Es ist Unsinn in der Digitaltechnik überhaupt von "Headroom" zu sprechern.
Man schaut bei einer Digitalaufnahme nicht auf ein VU-Meter. Man schaut nur auf das digitale Peakmeter und steuert "richtig" bis an die Kante aus, ohne zu übersteuern.
Es gibt keinen Standard für den analogen Spannungspegel-Effektivwert, gemessen mit einem VU-Pegel-Meter und dem gleichzusetzenden digitalen Spitzenaussteuerungs-Wert 0 dBfs. Es gibt manchmal Hausfestlegungen mit geringer Aussagekraft.
Jens
ZitierenPost melden
Antwort#7
Hallo Sound-Grandfather :-)

Es muß doch bei der analogen Maschine eine Pegeldefinition geben, was für ein Magnetisierungspegel auf dem Band der Bezug ist. Wie z.B. bei der analogen Studiomaschine bei 38 cm/s und 19 cm/s ein Magnetisierungspegel von 320 nWb/m üblich ist, bzw. bei Stereo 514 nWb/m ( 3 dB mehr wegen des Inkohärenzfaktors und 1 dB wegen der Trennspur). Vielleicht hat das unser Kollege hier gemeint.
Bei diesem Magnetisierungspegel wäre dann der Aussteuerungsmesser auf 0 dBr zu stellen, bzw. ein VU-Meter auf 0 dB+Vorlauf.

MfG
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#8
Mein Tipp für dieses Problem:
+4 dBu = 0 dB VU (analog) = -6 dB Peak (analog) = -12 dBFS
Mit dieser Annäherung bin ich immer gut gefahren.
Gruss
Thomas B


http://www.proton-davos.ch
ZitierenPost melden
Antwort#9
Mein Tipp für dieses Problem:
+4 dBu = 0 dB VU (analog) = -6 dB Peak (analog) = -12 dBFS
Mit dieser Annäherung bin ich immer gut gefahren.
Gruss
Thomas B


http://www.proton-davos.ch
ZitierenPost melden
Antwort#10
hallo!
Und vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!
Du schreibst folgendes:
Für den NDR habe ich lange Zeit -3dB Pegeltöne auf BetaSP abgeliefert. Wie man diese Bänder pegelt, ist eine philosophische Frage.
Meinst Du hiermit -3dB am VU-Meter der Maschine? Dann wäre ich mit den vermuteten -4dB gar nicht so falsch gefahren.
Wie hast Du das Programm ausgesteuert?
Ich hatte bisher nie mit analogen Maschinen (Beta) zu arbeiten. Die Anforderung für Digibeta war immer: Pegelton -18 dBfs, Programmpegel max. -6dB fs
Beste Grüsse
Klaus
ZitierenPost melden
Antwort#11
Hallo!
Die Integrationszeit eines VU-Meters ist mir schon klar. Nur handelt es sich hier wie unten schon gesagt um ein quasi statisches Signal.
Es geht mir auch nur darum, wie ich eine Beta SP rein praktisch am VU Meter aussteuern muss. Ich verlasse mich ungern auf das Peakmeter am Pult, da ich nicht weiss, ob und wie die Geräte in dem Studio eingemessen sind.
Beste Grüsse
Klaus
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.