... ich habe im Forum recherchiert wegen der Aufnahme eines Kontrabasses im Jazz, bin auch fündig geworden, aber leider nur zum Teil. Ich kenne aus diversen Aufnahmen bei Bauer die Methode, ein GM (vermtl. Niere, keine Ahnung) mit Schaumstoff unter den Steg zu klemmen, meines Wissens wurde aber auch immer noch der Tonabnehmer dazugemischt. Hat hier jemand Erfahrung (ich bin sicher, sonst wäre ich ja im falschen Forum)? Mir ist klar, dass es stark vom Instrument und auch von der Spielweise des Bassisten abhängt, sicher tut auch der Raum und das verwendete Mikro seinen Teil dazu - trotzdem: Tonabnehmer dazu oder lieber nicht? Gibt es beim zusammenmischen auf eine Spur was zu beachten?
Hi ! Ich hab das schon öfters gemacht. Funktioniert super da der Piezo immer sehr nach E-Bass klingt und ein Mic sehr viel Bühnensound (z.B. Schlagzeug) einfängt. Auch Feedbacks sind Schwierikeiten bei einer reinen Mic verstärkung. Wichtig ist natürlich beim zusammenmischen von Mic/Piezo die Phasenlage (prüfen!!!). Noch ein Tipp: lege die beiden Signale auf eine Gruppe dann kannst du bequem nachregeln ohne das Verhältnis Mic/Piezo zu verändern. Außerdem verwende ich fürs monitoring nur den Piezo (sofern die Musiker mit dem Sound leben können). Mit ein bisserl Fingerspitzengefühl und guten Ohren bekommt man eigentlich immer einen sehr guten, akustisch klingenden Kontrabasssound. P.S. Als Mic ist jedes Großmembran mit stehender Kapsel geeignet. Nach dem mir mein Neumann U87 zu schade für den Livebetieb wurde, benutze ich ein Billigmic der 100 Euro Klasse. Funkt genauso gut. Gruß Zifko
Hallo Zifko, du erklärst: Für eine Kontrabassaufnahme ist jedes Großmembranmikrofon mit stehender Kapsel geeignet. Wieso Großmembranmikrofon? Weil das zum Bass passt, der ja recht groß ist? Weil (wie bei großen Lautsprechern) die tiefen Frequenzen besser kommen? Das könnte ein Quiz werden mit vielen recht falschen Antworten. Slavko
... der Grund wird wohl sein, dass bei den üblichen Kondensator-GM-Mikros die Einsprechrichtung seitlich ist. Wenn man das Mikro mit der Einsprechrichtung (Niere angenommen) zu den Saiten drehen will, ist das sicher mit einem GM einfacher als mit einem KM mit Einsprechung von vorne. Nimmt man einen Druckempfänger, so ist das wohl egal, dann kommt wahrscheinlich auch ein KM in Frage. Mir ist klar, dass GM mehr färben als KM, diese Diskussion müssen wir nicht führen, die Schoeps-Dokumentation und viele viele Postings kenne ich, das ist schon in Ordnung.
Hallo Uwe, mit der allgemein üblichen seitlichen Einsprechrichtung bei großen Doppelmembran-Mikrofonen kann das bei der Aufstellung des Mikrofones schon recht praktisch sein. Schoeps baut auch Nieren extra mit 'seitlicher' Einsprechrichtung. Hast du bei der Kontrabassmikrofonierung immer die Mikrofone auf Richtcharakteristik Niere geschaltet oder hast du auch mal andere Charakteristiken ausprobiert? Gibt es einen Bass-Klangvergleich zwischen Niere und geschalteter Kugel (aus zwei Nieren)? Urs
Wenn Du Dir mal die Frequenzkurven des U87 ansiehst, wirst Du feststellen, daß bei Stellung "Kugel" der Baßabfall etwas schwächer ist als bei Niere, wenngleich es auch kein echter Druckempfänger ist. Es ist aber trotzdem auch mit einem KM 84 möglich, gute Aufnahmen eines KB zu machen. Daß die seitliche Einsprechrichtung beim Ausrichten bequemer ist, möchte ich aus meiner praktischen Erfahrung heraus dementieren: Eher ein Stabmikrofon kann man "gezielter" ausrichten als eines mit seitlicher Einsprache. Die seitliche Einsprache ergibt sich bei den umschaltbaren Mikrofonen eher aus der technischen Notwendigkeit heraus, daß man die Membrane auch von beiden Seiten aus dem Schallfeld aussetzen kann und hat keine Abschattung durch den Mikrofonschaft. MfG Rainer
... das verstehe ich nicht ganz. Bei einem Nieren-KM-Stabmikro kann ich (immer vorrausgesetzt, das Mikro wird unter dem Steg eingespannt) das Mikro doch nur nach oben zum Hals oder nach unten zeigen lassen ... oder habe ich ein grundsätzliches Verständnisproblem?
... ich habe es bisher nur mit Niere (Shure KSM44) probiert. Laut früherer Postings anderer Forumsteilnehmer bringen zwei zusammengeschaltete Nieren (z. B. mit dem KSM44) NICHT die damit u. a. gewünschte bessere Abbildung im tiefen Bassbereich (es sind halt nur zwei Nieren, keine echte Kugel).
... oh, hier scheint tatsächlich ein Mißverständnis zu bestehen. Das Mikro wird unter dem Steg mit Schaumstoff eingeklemmt, da bleibt nicht viel Möglichkeit, das Mikro auszurichten.
Guck Dir mal das Bild an, ich finde, daß diese Variante auch auch einen KB anwendbar ist. Und das kleine Mikrofon geht auch unter das Griffbrett. MfG Rainer