Hallo Urs,
ich habe gerade mal in Deinen Link gesehen. Du kommst also aus dem Bereich den man schlechthin als "Unterhaltungsmusik" (U-Musik) bezeichnet. Wer als "U-Musiker" auf Klassik auf/umsteigt, läuft immer Gefahr, daß er die Klangbilder so gestaltet wie es im U-Musikbereich allgemein üblich ist: Nämlich sehr direkte Aufnahmen, also mit Nah-Mikrofonierung. Ich habe da schon Beispiele gehört wo mir die Haare zu Berge standen... Es ist also ein gewissen Umdenken notwendig (umgekehrt natürlich auch, also Klassik-> U-Muisk).
Immer wieder wird im Klassikbereich von "Natürlichkeit" geredet. Lasse Dich da nicht auf irgendwelche Diskussionen mit Musikern ein, solche Diskussionen um Natürlichkeit sind schlichtweg Unfug. Ein "natürliches Klangbild" gibt es nicht und hat es auch noch nie gegeben, auch nicht im Konzertsaal. Wo ist der Klang denn "natürlich" ? Am Instrument?, am Dirigentenplatz?, im Zuhörerraum in der 1. - in der 5. - in der 10. - oder in der 20.Reihe oder auf einer Empore?
Die Forderung bei Klassik ist vielmehr ein "plausibles" Klangbild zu erzeugen. Was man im Saal nicht hört an Details, hört man auch auf einer 2-Mikrofone-Aufnahme nicht. Gerde deshalb stützt man diese Teile der Schallquelle. Der Anfänger macht aber dabei häufig den Fehler, daß er die Stützmikrofone zu starkt einmischt. Dann werden die Teilschallquellen zu isoliert abgebildet. Gerade diesen Punkt muß man üben.
Fange am besten mal an mit kleineren Ensembles wie kleine Chöre, dann vielleicht ein kleines Streichorchester oder auch mal Orgelaufnahmen, nicht gleich Oratorienaufnahmen.
Benutze dazu grundsätzlich kleinmembranige Kondensatormikrofone. Das müssen nicht gleich die teuersten sein, sondern die ME-Serie von Sennheiser bringt da schon ganz gute Ergebnisse. Als Mischpult könnte ich das Yamaha O1V96 empfehlen.
Mikrofonständer: Sieh mal bei "audiorecording Dingler" Dich um. Die haben gute und sehr preiswerte Mikrofonständer die bis knapp 4 m ausziehbar sind.
MfG
Rainer
http://www.stageaid.de/stageaid/stages6.htm