Wo kann man neg. log. Potentiometer kaufen?

Erstellt 20 Antworten21 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich suche negativ logarithmische Drehpotentiometer. Weiss jemand, wo man solche bekommen kann?
Ne kleine Frage nebenbei: Was bringt eine 11er oder 41er Rasterung bei solchen Drehpotentiometern? Etwa dass man zwei Kanäle exakt gleich einstellen kann?
Grüße,
Carsten
ZitierenPost melden
Antwort#2
Falls die üblichen verdächtigen (Reichelt, Farnell, Bürklin, Segor, ELV, ALBS etc.) nix haben und du mit stufenweiser Einstellung zurechtkommts kannst du sowas aus einen Stufenschalter und mehreren Rs selber bauen. Halt eben nur in 10 Schritten oder so.
ZitierenPost melden
Antwort#3
Hier sieht man die verschiedenen Regelweg-Möglichkeiten, die es theoretisch für Potentiometer gibt.
Guter Gleichlauf war bei Tandem-Potentiometern immer unmöglich oder zu teuer.
Einen Lautstärkeregler als Poti für 6 Kanäle Surround-Sound zu bauen ist unmöglich.
Der einzig gangbare Weg ist, Regelverstärker zu nehmen und diese gemeinsam anzusteuern.
Auch Schrittschalter, wie schon TomasT vorschlug, sind eine Möglichkeit.
Juri
ZitierenPost melden
Antwort#4
Falls Du mit dem Wert 5 kOhm zurecht kommst, könnte ich Dir ein paar neg.-log. Potis geben, allerdings ohne Rasterscheibe. I.A. sind solche "Exoten" kundenspezifische Anfertigungen, die aber nur bei größerer Abnahmemenge gefertigt werden.
Was die Steuerung mehrerer Kanäle betrifft: Es ist unmöglich, Mehrfachpotentiometer herzustellen mit absolutem Gleichlauf . Hierfür eignen sich entweder mechanisch gekuppelte Stufenschalter oder eine VCA-Steuerung. Bei Stufenschaltern hat man den Vorteil, daß a) jede Stellung exakt reproduzierbar eingestellt werden kann, b) ein beliebig genauer elektrischer Gleichlauf zu erreichen und c) man beliebigen Kennlinienverlauf realisieren kann.
Wenn man sich für VCA-Steuerung entscheidet, dann empfehle ich den Lawo-Verstärker DW 990 V2 zu verwenden. Dieser ist mit einem linearen 10-kOhm-Potentiometer über einen Bereich von 110 dB steuerbar und enthält 2 Verstärkerzüge mit trafosymmetrischen Ein- und Ausgängen. Für 5.1-Surround-Systeme werden also 3 Stück benötigt. Die Ausführung ist eine Europa-Steckkarte mit 31-poliger Steckleiste.

MfG
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#5
Hallo,
habe eine kleine Verständnisfrage: Muss man überhaupt negativ logarithmische Poti´s haben? Wieso kann man nicht die "normalen" (positiv) logarithmischen Poti´s nehmen und einfach umdrehen? Die Diagrammkurven für pos. und neg. Logarithmus geben das meiner Meinung nach her.
Beste Grüße
Wolfgang
ZitierenPost melden
Antwort#6
... wenn man damit leben kann, dass die hohe Verstärkung dann "links" ist, schon. Ich habe das auch schon mal gemacht, als ich ein spez. Poti nicht bekommen konnte (unter 1000 Stück baut einem kaum eine Firma), und den Regler "Attenuation" anstelle von "Gain" beschriftet.
ZitierenPost melden
Antwort#7
Hallo Wolfgang K,
dein Verständnis ist voll in Ordnung. Man kann die "normalen" (positiv) logarithmischen Potentiometer nehmen und die Lauffläche umdrehen.
Aber: das lässt sich meistens mechanisch bei diesem Bauteil nicht machen.
Theoretisch geht das ganz sicher, wie man an den Widerstandskurven der Potentiometer sehen kann.
http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/27621.htm
Urs


Widerstandskurven der Potentiometer
ZitierenPost melden
Antwort#8
Plus ist nach rechts drehen. Minus ist nach links drehen. Wie beim Wasserhahn. Alles andere ist ärgerlich.
Es ist wirklich nur ein Notbehelf an einen "Verstärker"-knopf Attenuation dranzuschreiben, anstatt Gain, wenn die Regelkurve des Potentiometers umgekehrt ist.
Der Ärger bleibt.
Gus
ZitierenPost melden
Antwort#9
... bei manchen Stereo- log- Potis kann man die Bahnen tauschen. Dann geht das problemlos... Aber der Gleichlauf wird dadurch nicht besser. Früher gab es mal nach Gleichlauf selektierte Poti- Serien (1,5 dB, 3 dB und 6 dB Toleranz), jedoch wie ich meine nicht als log oder Rlog Ausführungen.
ZitierenPost melden
Antwort#11
Wer ein guter Mechaniker ist, der baut das Poti unter die Frontplatte (Platz vorausgesetzt) und betätigt es mit einem einfachen Zahnradantrieb. Der Zahnradtrieb kehrt ja bekanntlich die Drehrichtung um.

MfG
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#12
Hallo an Alle,
ich hatte im Kopf ein Bild das in vielen Postings auch schon dargestellt wurde. Es gab früher mal Trim-Poti´s, die mit einem "Plastik-Steck-Drehknopf" zu einem "normalen" Poti umfunktioniert werden konnten. Ob es die heute noch gibt und die Qualität dieser Trimmer reicht, weiß ich leider nicht.
Aber nehmen wir mal an, es gäbe sie noch, dann müsste man die Trimmer nur auf den Kopf drehen, die Beinchen einmal vorsichtig umbiegen, den "Plastik-Steck-Drehknopf" von hinten festmachen und fertig wäre das neg. logarithmische Poti.
Beste Grüße
Wolfgang
ZitierenPost melden
Antwort#13
Hallo,
danke Carsten, für den Thread, danke Juri für die Kennlinien. Ich brauche auch ein negatives logaritmisches Poti, und ihr habt mich echt auf eine witzige Idee gebracht. Ich brauche eines mit 22kΩ Maximalwiderstand. Da ich keinen großen Wert darauf lege, dass die Kennlinie sehr genau logarithmisch verläuft, kann ich mit einem einfachen Trick, eine sehr ähnliche Kennlinie modellieren.

Und der geht so: Ich nehme ein lineares Poti mit 100 kΩ Maximalwiderstand, hänge parallel dazu einen Widerstand von 27kΩ und schließe das Teil falsch herum an. Fertig ist das negativ logarithmische Poti mit 22 kΩ (genau genommen mit 21,3 kΩ). Nun werdet ihr nicht auf Anhieb verstehen, warum das tun soll. Zum Verständnis kann ich euch nur raten, die Kennlinie des so entstandenen Gebildes durchzurechnen. Ich habe das mit Excel gemacht. Zunächst erzeuge ich lineare (also äquidistante) Widerstandswerte von 0 bis 22 kΩ mit ausreichender Dichte. Nach der bekannten Formel für die Parallelschaltung von Widerständen berechne ich den Gesamtwiderstand. Beide so erhaltenen Reihen normiere ich nun durch Division durch ihren Maximalwert auf den Bereich 0..1 und trage sie gegeneinander auf. Und sieheda: Es entsteht eine Kennlinie, die ungefähr einer an der Winkelhalbierenden gespiegelten logarithmischen Kennlinie entspricht. Schließe ich nun das Poti verdreht an, so habe ich genau das, was ich will: ein negativ logarithmisches Poti mit 22 kΩ Maximalwiderstand.
Also: Ich danke euch nochmals allen, und hoffe, dass ihr mit meinem Tipp was anfangen koennt.
ZitierenPost melden
Antwort#14
Danke Tom as,
der Tip ist notiert.
Juri
ZitierenPost melden
Antwort#15
Hallo Thomas,
wenn ich richtig verstanden habe, wird das Poti als veränderlicher "Widerstand" und nicht als "Potentiometer" verwendet, also nur zwischen Schleifer und einem Ende benutzt, das andere Ende bleibt frei ?

MfG
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#16
Wer noch mehr über Potentiometer wissen möchte, kann ich
"The Secret Life of Pots" von R.G. Keen
http://www.geofex.com/Article_Folders/potsecrets/potscret.htm
empfehlen.
Dort steht z.B., dass viele billige log. Potis die logarithmische Kurve mit nur drei linearen Streckenabschnitten nachbauen. Die Näherung mit einem linearen Poti und einem parallel geschalteten Widerstand ist dann vielleicht sogar genauer.
Viele Grüße,
Carsten
ZitierenPost melden
Antwort#17
Hallo Rainer,
ehrlich gesagt: ich habe da einfach mal ins Blaue hineingerechnet. Aber du scheinst recht zu haben. Die Parallelschaltung darf ich nur so einfach rechnen, wenn ich den zusätzlichen Widerstand zwischen Mittelabgriff und einem Ende schalte. Der Gesamtwiderstand des Potis (also der zwischen beiden Enden) ist dann falsch. Auf Anhieb scheint mir aber folgendes zu funktionieren: Schalte ich den besagten Widerstand (in meinem Zahlenbeispiel 27 kΩ) zwischen Mittelabgriff und eines der beiden Enden, und hänge zusätzlich einen doppelt so großen Widerstand (also in meinem Beispiel 54 kΩ) zwischen beide Enden, dann muesste sich die resultierende Schaltung wie ein "echtes" Poti verhalten. Oder was meinst du, Rainer?
ZitierenPost melden
Antwort#18
Sorry,
hab 'nen Denkfehler gemacht. So müsste es aber nun wirklich stimmen: Ich hänge je einen 27 kΩ Widerstand zwischen ein Ende und den Mittelabgriff sowie zwischen beide Enden. Ich probier's nächste Woche aus. Rainer, du kannst mich ja vielleicht vor einer Enttäuschung bewahren, falls es wieder nicht stimmt, aber ich glaube, diesmal ist's wirklich richtig.
ZitierenPost melden
Antwort#19
Hallo allerseits,
danke nochmals an Carsten für den Thread, an Juri für die Kurven, an Carsten für den coolen Link 'The Secret Life of Pots' und an Rainer, der sofort meinen Denkfehler erkannt hat.
Ich bin nun nochmals in mich gegangen, und habe die Sache ordentlich durchgerechnet. Alles was ich bisher behauptet habe ist entweder nur teilweise richtig oder aber hyperkompliziert. Dabei steht meine Idee (fast) auf der von Carsten gefundenen Seite. Das Diagramm mit dem Titel 'Voltage Divider Ratio - Audio/Log Taper' ist fast des Rätsels Lösung - nur dass man hier noch die End-Anschlüsse der Potis vertauschen muss, damit sich die Kennlinie umkehrt.
Ich habe das ganze wie gesagt sauber durchgerechnet (für mein Zahlenbeispiel) und habe es für euch nochmals in einem Excel-Sheet (siehe Link) zusammengefasst. Hier ist auch eine genaue Zeichnung enthalten. Ihr könnt das Sheet verwenden, um eure eigenen Beispiele zu rechnen. Hierfür müsst ihr einfach die grün hinterlegten Felder ändern.
Nochmals: Vielen Dank an alle! Ich habe viel gelernt und gespart (ja, ich bin Schwabe ...).
Gruessle
Thomas


Excel-Sheet
ZitierenPost melden
Antwort#20
Genauso meinte ich es: Ein 27k zwischen Abgriff und einem Ende und dann als richtiges Potentiometer betrieben. Ich habe zwar nicht nachgerechnet, aber rein vom Gefühl her könnte das in etwa ein -logPoti simulieren.

Grüße
Rainer
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.