Hi Leute, kann mir mal jemand in verständlicher Weise erklären, wie das mit dem Oversampling funktioniert. Wenn ich nicht irre ist es so, daß ab der halben Abtastrate (also bei einer Auflösung 96 kHz wäre die Trennfrequenz bei 48 kHz) ein Wandler das Signal nicht mehr sauber verarbeiten kann. Quasi Frequenzen oberhalb dieser Barriere um den selben Betrag nach unten verschoben werden. So, nun aber mal zur Frage. Was macht das Oversampling genau, und warum (zum Teufel) haben das manche Geräte, und manche nicht. [Ich weiß nur, daß da irgendwie die Abtastrate erhöht wird, um noch höhere Frequenzen abbilden zu können] Dangeschön erstmal Daniel
Ein bisschen Signaltheorie: Das digitale Signal representiert, obwohl in fast jeden Waveeditor falsch(!) als Stufen dargetellt, keine Stufen sondern eine Folge von Einzelimpulsen. D.h. bei 44.1kHz fs gibt es bei 1/88200s _kein_ Signal. Diese Einzelimpulse müssten jetzt analog ausgegeben werden und dann bei fs/2 gefilte werden. Also genau umgekehrt wie beim Antialiasfilter mit ähnlichen Problematiken. Um das zu entgehen wird ein Oversampling gemacht, nicht um höhere Frequenzen darstellen zu können (die sind nämlich gar nicht da), sondern um das analoge Rekonstruktionsfilter besser bauen zu können. Jetzt kommt noch ein Effekt ins Spiel: der Störabstand verbessert sich. D.h. bei vierfach höherer Abtastfrequenz haben ich 6dB mehr Störabstand. Ich kann also ein bit weglassen. (z.B. 24bit/44.1kHz bietet gleichen Rauschabstand wie 23bit/176.4kHz.) 1bit Wandler haben dann tatsächlich nur noch ein bit Auflösung, aber eine entsprechend hohe Abtastfrequenz im Mhz-Bereich. Und dieses Prinzip ist wieder das Gegenteil zum Sigma-Delta-Wandler. Man könnte dieses 1bit-Digitalsignal auch direkt auf einen 1bit DA-Wandler geben. Das nennt sich dann DDS (digital direct stream).
Ich fürchte, daß diese Darstellung niemand versteht, der nicht die nötige technische Vorbildung besizt. Ich erkläre es Laien meist so: Beim AD-Wandeln wird das Signal zu einem bestimmten Zeitpunkt angeschaut. Damit man alle Änderungen richtig mitbekommt, muss das entsprechend schnell passieren. Technisch arbeitet man aber nur mit begrenter Auflösung die indirket gerade reicht, um die höchste hörbare Frequenz noch richtig mitzubekommen. Schnellee Signaländerungen (= noch höhere Frequenzanteile) werden in ihrem Wert nicht nicht mehr richtig aufgezeichnet, sind aber dennoch enthalten. Um diese möglichst zu elimnieren, wird nicht nur ein Signalpunkt aufgenommen, sondern derselbe gleich mehrfach und gemittelt. Damit kürzen sich rasche Änderungen innerhalb dieser Abtastzeiträume (weitgehend weg) und übrig bleibt eine stables Signal. Täte man das nicht, so würde eine kleine Hochfrequenzbedingte Änderung zum Zeitpunkt des Abtastens besagte Fehländerung beim späteren DA-Wandeln am Ausgang permanet für den gesamten Abtastzeitraum (1/44kHz) anstehen, so, als sei dies auch beim Abstaten der Fall gewesen (was ja nicht stimmt). Hätte man das Signal nicht gewandelt, sondern durchgeschaltet, so würde dies hochfrequenze Änderung kein Problem machen.