Gesang nach unten

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Manchmal erscheint mir und vorallem anderen der Gesang irgendwie über der Musik zu liegen nicht in der Musik. Damit ist weniger irgendwelche Lautstärke oder Frequenzmässigen Mixdefizite gemeint sondern der tatsächliche Eindruck, dass der Gesang "oben" ist. Vorallem beim Abhören mit Kopfhörer.
Wie bekommt man ihn nach unten? D.h. auf "Augenhöhe".
Einfach die 8kHz absenken?
P.S. eigl. ist es ja peinlich als Musiker und Tontechniker Samstag Zeit zu haben im Forum zu schreiben...(ein "week off" muss aber auch mal sein)
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Antwort#2
Hallo Thomas,
die vertikale Abbildung (Höhenfeststellung) ist im Dickreiter Band 1 gut dargestellt, dort stehen auch die relevanten Frequenzen drin. Auswendig weiß ich die leider nicht.
Ggf. meinst Du mit "über der Musik" aber auch, dass der Gesang in einem völlig anderen Raum zu "liegen" scheint, als die Musik. Hier hilft ggf. die Angleichung der eingesetzten Reverbs auf den gleichen Raumeindruck (Pre-Delay, Early-Reflections, Anhall, Nachhall, ...). Evtl. dem Gesang etwas mehr Hall geben, damit er weiter nach hinten gedrückt wird?
Falls ich mit meinen Ideen völlig falsch liege, bitte nochmal eine genauere Beschreibung, wo genau das Problem liegt. Vielleicht habe ich es ja völlig falsch verstanden.
Viele Grüße
Wolfgang
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Antwort#3
Hallo!
Im Dickreiter steht bei Höreindruck "oben" nur ein Bereich bei 8kHz.
Also folgender Effekt:
Snare kommt aus der Mitte. Seitlich und auch höhenmässig (lokale Höhe, nicht Frequenz-Höhe...wieso gibts da eigl. keine Eindeutigen Bezeichnungen?).
HiHat leicht rechts aber auf gleicher Höhe. usw.
Bass und Bassdrum scheinen tiefer zu liegen, kann aber Einbildung sein.
Gitarren sind rechts - links auch auf gleicher Höhe mit Snare.
Nur der Gesang liegt irgendwie darüber.
Also nicht davor im falschen Raum, auch nicht dahinter, sondern über dem ganzen. Jetzt kann natürlich sein, dass gerade die 8kHz gebootest wurden wegens der Klarheit. Weiss ich nicht mehr.
Der Gesang hat einen anderen Hall als die Snare. (der Rest war sowieso trocken)
Komischerweise fällt es auf den Studiomonitoren aber gar nicht so auf. Aber extrem bei Kopfhören. Aber auch auf der HIFI-Anlage.
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Antwort#4
Hallo Thomas,
ich habe mir das ganze mal auf ein Blatt aufgemalt und gewinne den Eindruck, dass es sich um eine psychoakustische Erscheinung handelt. Denn bei 2 Lautsprechern raum- oder kopfbezogen ist eine Darstellung auf der Vertikalen ja nur möglich, wenn die Wiedergabesysteme selbst hoch hängen. z.B. also die Hifiboxen zufällig auf dem Schrank stehen/liegen und man im Sofa sitzt/liegt.
Dass es auf dem Studiomonitor i.O. ist, glaube ich sofort, denn dort hast Du die Aufnahme ja abgemischt. Bezüglich Kopfhörer weiß ich nicht, welche Faktoren bei der "In-Kopf-Lokalisation" genau mitspielen. Das Thema habe ich bislang für mich immer ein wenig ausgeklammert. Aber das es bei der raumbezogenen Wiedergabe mit Hifi-Lautsprechern auch auftritt ...
Was hast Du nach dem Mischen zuerst gehört, Kopfhörer oder Hifi? Ich meine, kann es sein, dass durch eine (wodurch auch immer ausgelöste) "zu hohe" In-Kopf-Lokalisation bei dem Kopfhörer genau diese Musik bei Dir auch bei erneuter Wiedergabe über Lautsprecher eine ebenfalls "zu hohe" In-Kopf-Lokalisation auslöst? Dieser Theorie steht allerdings entgegen, dass auf den Monitoren der Gesang in gleicher Höhe wie der Rest abgebildet wird.
Ansonsten kann ich Dir nur empfehlen, den Gesang per EQ zu verändern, um zu sehen, ob sich dann der Eindruck der geometrischen Höhe verändert. Wenn die Spuren nicht mehr einzeln zur Verfügung stehen, wird es aber schwierig. Denn wenn Du bei den geometrisch unten drunter liegenden Sachen auch die Frequenzen wegnimmst, senkst Du sie ja auch ab. Absolut würden also alle gleichmäßig nach geometrisch-unten gezogen, der relative geometrische Höhenabstand zwischen Gesang und Rest würde erhalten bleiben.
... Aber jetzt glaube ich, schwelge ich in Phänomenen, die lieber ein (Ton-/Gehör-) Psychologe erörtern sollte. Gibt´s hier jemanden?
Viele Grüße
trotz der vermutlich misslungen Hilfe
Wolfgang
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Antwort#5
Also am besten von vorn:
Wir haben eine Vorproduktion gemacht. Quick and dirty.
Einigermassen abgemischt.
Der eine Gitarrist sagte mir dass der Gesang nicht so werden dürfte wie darauf, da er irgendwie über der Musik liegt. Es _kann_ ein psychologischer Effekt sein weil es sich nicht 100% frequenzmässig einfügt aber er ist tatsächlich räumlich über der Gitarre-Snare-Ebene zu lokalisieren.
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Antwort#6
Hallo Thomas,
wenn niemand auf Anhieb eine Erklärung hat, bleibt wohl nur das Ausprobieren,um dem Effekt auf die Schliche zu kommen. Hast Du noch die Originalspuren der Vorproduktion, am besten mit den Einstellungen der EQ´s, Fx, Fader, ...? (z.B. in Cubase/Samplitude/ProTools/Logic/... als Automation oder sonstwie abgespeichert?)

Wenn nein, bleibt wohl nur der Versuch der nachträglichen Theorieerklärung.
Wenn ja:
+ Mit welchen Reglern ist es Dir möglich, den vertikalen Abstand von Gesang zu Snare am meisten zu beeinflussen? EQ´s (8kHz? oder höher oder tiefer?), Aux (Fx-Menge, -Programm), PAN (Richtung), Fader (Lautstärke), ...
+ Hast Du zufällig einen Psychoakustikprozessor im Signalweg gehabt, z.B. SPL Vitalizer, irgendwelche Exciter, o.ä.? Ggf. auch Gesang über verzerrte (Pre-) Amps? Vielleicht führen ja irgendwelche, im Originalsignal eigentlich gar nicht vorhandene Spektralanteile, zu der vertikal höheren Ortung.
+ Wie waren die Mikrofone positioniert? Kam der Gesang noch über andere Mikrofone/Spuren zu Gitarren, Schlachwerk, ... hinzu? Oder umgekehrt, also Gitarren, Schlagzeug, ... zum Gesang hinzu gekommen? Ich denke dabei an Boden-/Decken-/Wandreflektionen, die ggf. im kritischen Frequenzbereich eine Kammfiltersenke hervorgerufen haben könnten. Oder durch den Eindruck der Senken andere Frequenzen relativ angehoben haben könnten.
... ich kann leider nur Fragen stellen. Eine Erklärung habe ich dafür nicht.
Helfen Dir die Fragen trotzdem weiter?
Wolfgang
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Antwort#7
Hast Du noch die Originalspuren der Vorproduktion,
Leider nicht.
Ich muss da glaub ich mal experimentieren.
+ Hast Du zufällig einen Psychoakustikprozessor im Signalweg gehabt, z.B. SPL Vitalizer, irgendwelche Exciter, o.ä.? Vielleicht führen ja irgendwelche, im Originalsignal eigentlich gar nicht vorhandene Spektralanteile, zu der vertikal höheren Ortung.
Mindprint EnVoice.
+ Wie waren die Mikrofone positioniert?
20cm vor dem Mund. Sound maximal aus KH.
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Antwort#8
Hallo Thomas,
kannst Du in den Chat vom Forum gehen?
Wolfgang
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Antwort#9
Habs eben erst gehen. Bin dort.
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