Aufnahme des Gemeindegesangs in Kirchen

Erstellt 9 Antworten10 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo Kollegen,

wer von Euch hat denn schon mal in einer Kirche während eines Gottesdienstes den Gemeindegesang aufgenommen?
Würde mich mal interessieren wie Ihr das macht, damit etwas vernüftiges heraus kommt.
Meine bisherigen Methoden waren:
entweder
eine A/B vor die ersten Bänke nach dem Altar gestellt (hat den Nachteil, daß man nur die vorderen Reihen einigermaßen verständlich hat, die hinteren sind diffus).
oder oder M/S oder Blumlein (gekreuzte Achten) mitten ins Kirchenschiff gestellt. Hat den Vorteil, daß man mehr vom Gesamtklang mitbekommt, aber den Nachteil daß die hinter dem Mikrofon sitzenden auf das Mikrofon zu singen, aber die vor dem Mikrofon sitzen vom Mikrofon abgewandt sind und nur deren diffuser Schall aufgenommen wird.
Hat jemand noch andere Erfahrungen/Methoden parat?

MfG
Rainer
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Antwort#2
Erfahrung zum Gemeindegesang:
Gegenüber Chorsängern, die vom Dirigenten aufgerufen werden, schön den Mund aufzumachen und bei guter Sprachverständlichkeit extrovertiert laut und fröhlich zu singen, säuselt eine undirigierte Gemeinde introvertiert sehr leise, bei schlechter Wortverständlichkeit traurig vor sich hin. Niemand singt dabei anständig und richtig.
Es könnte helfen, der Gemeinde anzusagen, dass eine Tonaufnahme stattfindet und der Gesang jedes Einzelnen zu einer guten Produktion beitragen kann, wenn man sich mal nicht so maßlos zurückhält.
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Antwort#3
Zu der zum anständigen Singen aufgeforderten Gemeinde kann man vor die vordere Reihe drei Kugelmikrofone L, C, R stellen und alle 4 Bankreihen dahinter ein Nieren-Mikrofon links und ein Nieren-Mikrofon rechts als Stütze stellen. Das wird zusammengemischt, wobei auch mal ein Stützenpaar nicht voll L und R gepannt wird, sondern auch mal auf halb L und halb R eingeengt werden kann.
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Antwort#4
Geht es um die Aufnahme eines Gottesdienstes?
Im Grunde eine ähnliche Situation wie bei einem Konzert, wo man zusätzlich
Publikums-Athmo einfangen möchte.
Schwierig stelle ich mir nur vor, die Predigt so aufzunehmen, daß man nicht
den Eindruck zweierlei akustischer Räume hat, wenn der Prediger mit einem
Sprechermikrofon aufgenommen wird.
Blumlein oder MS - wie beschrieben - als Hauptmikrofon.
Dazu würde ich im Abstand von mehreren Reihen Stützmikrofone (Niere) aus
"gemäßigter" Höhe auf die folgenden Bänke ausrichten (Hochstativ oder
abhängen?), um die Einzelsignale dem Hauptmikrofon hinzu zu mischen.
Gemacht habe ich das auch noch nicht ...
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Antwort#5
Ich hatte das erst einmal: Es war ein Reisechor/Gesangverein, der nicht vorne hinpasste, und so im den Bänken stand. Ich habe 3 Grüppchen gemacht mit jeweils 4-5 Reihen Distanz und dafür 3x ORTF gestellt in den Gang. War aber nicht so berauschend ... Verzögern der Spuren hatte auch keinen wirklichen Effekt.
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Antwort#6
3 Grüppchen gemacht mit jeweils 4-5 Reihen Distanz
und dafür 3x ORTF gestellt in den Gang.
ORTF hat doch einen viel zu kleinen Öffnungswinkel,
um diese Anordnung in den Gang zu stellen?
Oder man muß so weit von den Einzelgruppen weg gehen,
daß man primär den Diffusschall aufnimmt?
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Antwort#7
Ein Problem ist oft die singende Gemeinde selber, die meistens eher wenig musikalisches zustandebringt und dazu in der Regel auch noch verzögert der Orgelbegleitung hintersingt. Aber es gibt ja auch halbwegs ansprechend singene Kirchengemeinden, die von ihrem Kantor/Kantorin über die Jahre hinweg musikalisch erzogen wurden :)
Es kommt immer auf den Kirchenraum an. Bei einer Aufnahme sollte man ja niemanden einzeln heraushören dürfen und muss akustisch ein gefülltes Kirchenschiff zeichnen. So war es vermutlich der Fall, als ich einmal vor einiger Zeit bei der kirchenmusikalischen Gestaltung eines Gottesdienstes mitgewirkt habe, der im Rundfunk gesendet wurde (das ist ja gundsätzlich immer live) und derartige Liveübertragungen scheinen mir immer etwas kompromissbehaftet.
Was die Musik anging, waren das Wesentliche die Wechselgesänge zwischen Chor und Gemeinde+Orgel und die Mikrofonierung dafür war schlicht und zweckmässig:

Die Orgel (auf der Empore hinten) bekam ein MSTC 64 (=ORTF), ebenso der 15Köpfge Chor vorne im Altarraum rechts. Für Sprache/Wort hatte Altar und Ambo jeweils ein KMS105 zusätzlich zur standard Raumbeschallung und für die Gemeinde/Kirchenraum gab es ziemlich weit vorne 1.-2. Bankreihe in der Mitte des Kirchenschiffs relativ hoch eine Kugel-M/S Anordnung aus KM13x/KM120 mit dem Rücken zum Altar (also Richtung Gemeinde+Orgel). Ein derart platziertes Mikrofon erweist sich in der Praxis dann gerne als Stolperfalle für Gemeinde/Publikum, wenn es nicht abgehängt werden kann.
Der Raum war eine jüngere Kirche, mit Holzdecke/verputzten Steinwänden/Steinboden, akustisch daher nicht allzu trocken, aber auch nicht grad vergleichbar mit der Akustik einer grossen Kathdrale. Sender war RSR in Lausanne und die Crew macht vermutlich sowas jeden Sonntag. Da wird wohl nicht lange über einen Klanganspruch geredet, so kam es mir vor. Nach dem Briefing (wer ist wo, wann & was) wurden die Mikros platziert und nach der gut 20minütigen Generalprobe, kurz vor der Sendung, gab es so gut wie keine Korrekturen mehr...
Also, ich habe keine eigene Erfahrung mit so einer Aufnahmesituation und hab damals niemanden gefragt, warum und wieso. Aber Abgucken und sich kurz notieren, wie es andere machen, ist ja immer recht interessant. :-)
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Antwort#8
Hi Rainer,
ich habe bei einer Rundfunkübertragung für den Gemeindegesang auch ein Groß - AB gesehen. Die Stative waren sehr hoch gefahren und mit kurzen Richtrohren bestückt.
Wie hoch die Stative genau waren, möchte ich nicht sagen, da es schon etwas her ist.
Ich selber habe es auch mit AB - Anordnungen, bestückt mit zwei Kleinmenbrannieren gemacht. Ich hatte den Vorteil, dass ich diese Anordnung fliegen konnte.
Viele Grüße
Holger


mobile Tonaufnahmen
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Antwort#9
"ich habe bei einer Rundfunkübertragung für den Gemeindegesang auch ein Groß - AB gesehen. Die Stative waren sehr hoch gefahren und mit !!!!kurzen Richtrohren!!!! bestückt. "
so eine Idi otie kann auch nur Rundfunklern einfallen....
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Antwort#10
Hallo Rainer,
ich habe das bisher 2 mal praktiziert. Ein A/B auf hohem Stativ, damit der Gemeindegesang eher diffus abgebildet wird. Bin so hoch gegangen, das die Sitzreihen vor der A/B nicht auffällig direkt waren. Das ganze wirkt in einer großen Kirche für meinen Ohren passabel. Zu viele Stützen bringen meiner Meinung nach nichts, weil meistens, ohne jetzt den Kirchgängern zu nahe treten zu wollen, eh nichts vernünftiges zu stützen da ist. Man beachte mal beim Einsatz einer Strophe, wie die Gemeinde sehr schön ungleichmäßig einsetzt. Aber nicht nur weil das Orgelvorspiel in den entferntesten Reihen erst zeitversetzt eintrifft, nein, es geht kunterbunt durcheinander. Daher halte ich zusätzliche Stützen nicht von Vorteil.
Nun, das ist meine Ansicht, die ich in großen Kirchen gewonnen habe. In kleinen Kirchen siehts vielleicht anders aus.
Mit Gruß
Jörg
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