Ausetzer bei Kondensatormic durch verschmutzte Membran?

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Sevus!
Folgende Beobachtung bei zwei U87!
Wenn man auf die Kapsel haucht (a la Brillenputzen) setzten die Microfone komplett aus und kommen dann langsam (schöner langer fade in) wieder zurück auf Normalpegel.
Die Fragen:
Warum setzen sie aus (3,4 Sekunden)?
Liegt es an der Verschmutzung (physikalische Hintergründe)?
Wie entsteht der lange Fade-in (einige Sekunden).
Grüße
Andi
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Antwort#2
Auf die Kapsel hauchen ?!?!?!
wer sowas macht, der macht auch kleine Kinder tot!! Und die Firma Neumann freut sich irgendwann über erhöhten Umsatz für K87-Kapseln!
Also wirklich im Ernst: DAS tut keinem Kondensatormikrofon gut. Denke dran, daß das ein Mikrofon ist und kein Blasinstrument!
Ich werde fuchsteufelswild wenn einer in ein Mikrofon bläst oder haucht. Die Eingangsschaltung hinter der Kapsel enthält Widerstände von 1 Gigaohm. Wenn Du dann da dran hauchst, wird die Kapsel feucht und ensteht ein hochohmiger Nebenschluß, der dann dazu führt, daß die Polarisationsspannung zusammenkracht und das Mikrofon setzt aus. Wundere Dich nicht, wenn das Mikrofon mit der Zeit anfängt dauerhaft zu krachen!. Wenn nämlich die Kapsel staubig ist und dieser Staub feucht wird, entstehen Kriechströme die Du nicht mehr beseitigen kannst. Das Mikrofon muß dann zum Hersteller eingeschickt und die Kapsel gereinigt werden. Zwar weiß ich wie man das macht (könnte das also auch selbst machen) aber das verrate ich hier nicht, denn für den Anwender ist dies nicht zur Nachahmung empfohlen.
Unterlasse also bitte künftig tunlichst jegliches Hereinblasen oder Hereinhauchen in das Mikrofon, und dies nicht nur bei den Kondensatormikrofonen sondern bei allen Mikrofonen! Ich habe vor einiger Zeit auch 2 Studenten unserer Hochschule ganz gewaltig die Leviten lesen müssen weil sie in das Mikrofon geblasen haben. Es ist eine verdammte Unsitte. Als Techniker sollte man das als Erster wissen.

MfG
Rainer
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Antwort#3
Rainer Rainer, nur mit der Ruhe.
Schau doch mal in's Neumann Forum, dort dort wird der "Breath test" zum Überprüfen des Verschmutzungsgrades der Kapsel angeraten - und ich denke genau das hat Andymel gemeint. Und für diese Überprüfung, ob die Kapsel bereits so hinüber ist dass sie Service braucht oder nich, ist das ein, zweimaliges Anhauchen legitim.....
Dass man das nicht im normalen betrieb machen soll, ist denke ich allen klar.
Georg



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Antwort#4
Lieber Georg,
Wie dem auch sei: Ich mache sowas nicht. Ich habe einmal ein Kapseltausch gehabt bei einem SM 69 und einmal bei einem QM 69. Das war teuer genug. Und ich habe weder reingeblasen noch reingehaut. Sondern das kam urplötzlich. Gerade die K87 (beim U 87) und die K67 beim SM/QM 69 sind da empfindlich.

Grüße
Rainer
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Antwort#5
wieso eigentlich das?
Ich kenne das mit den verschmutzten kapseln eigentlich nur von GM's und da auch im Speziellen nur von Neumann - von AKG kenn ich nur dass sie mit der Zeit die Spannung verlieren....
Liegt dass u.U. an einer unterschiedlichen Polarität der Membran...?
Grüße
Georg



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Antwort#6
Oje, oje, da hab ich ja voll ins Schwarze getroffen. Da ich sehr wohl über Deine berechtigte Abneigung was das "Anblasen" von Mikrofonen angeht bescheid weiß, hätte ich vielleicht betonen sollen, dass das auch bei mir kein übliches Vorgehen ist. Ich habe selbst schon so manchen darauf Aufmerksam gemacht, dass es wohl die schlechteste Möglichkeit ist auf diese Art den Betriebszustand eines Mikrofones zu testen.
Trotz allem, und tatsächlich auf Grund des Neumann-Pinboards, haben es die U87 jetzt aber einmal aushalten müssen und der Effekt war, wie beschrieben, der, den Neumann auch als Symptom verdreckter Kapseln angibt.
Trotz Deiner "Aufregung" wäre ein Erklärungsversuch der physikalischen Hintergründe sehr freundlich.
Entsteht der "fade-in" vielleicht weil die Feuchtigkeit wieder entweicht und so der Strom auf der Suche nach dem geringsten Widerstand wieder den geplanten Weg geht wärend die Kriechströme langsam weniger werden?

Verzeih mir den, Deine Nerven aufreibenden, Anfangstext.
mfg
Andi
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Antwort#7
Hallo Andi,
Was passiert denn genau nachdem Du das M. angeblasen hast?:
Es bildet sich ein hochohmiger Nebenschluß zur Kapsel, der die Polarisationsspannung zusammenbrechen läßt. Dadurch kann auch keine NF-Spannung an der Kapsel influenziert werden. Da der Hauch langsam verschwindet, verschwindet auch der Nebenschluß langsam und die Polarisationsspannung baut sich wieder auf. Außerdem ist die Zeitkonstante für den Aufbau der Polarisationsspannung verhältnismäßig groß. Liegt im Sekundenbereich.

MfG
Rainer
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Antwort#8
Hallo Georg,
die GM-Kapseln vom U87 und SM/QM69 sind diesbezüglich empfindlich. Die U89-er Kapsel und die Kleinmembranigen haben dieses Problem nicht, weil ihr Aufbau ganz anders ist. Ich kenne das Phänomen aber auch von Kleinmembranigen Miks anderer Hersteller.
Abhilfe dagegen - die ungefährlich ist - kann man schaffen, indem man das Mikrofon mal 1 Tag lang in eine Kuchenhaube (Tupperware) legt in die man Silika-Gel schüttet und bei einer Temperatur von 20...30° austrocknen läßt. Die andere Methode will ich nicht nennen, weil sie weitaus brutaler ist. Ich befürchte, daß der eine oder andere sich sonst die Kapsel kaputt macht.

MfG
Rainer
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Antwort#9
HI!
Danke Rainer, also lag ich da wohl richtig.
Sehr interessant.
Tja, man will halt auch das verstehen, was eigentlich nicht passieren darf.
mfg
Andi
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