Was ist von dieser Idee eines Mikrofon Vorverstärkers zu halten? @ Rainer

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Antwort#21
In den techn. Daten steht eindeutig Re = 600 Ohm (bei Mic)
Man sollte sich das ruhig mal anschauen und anhören, wenn man Gelegenheit hat.
Das sollte man sich nicht anhören, denn dieser "asbach-uralte" Eingangswiderstand von 600 Ohm gehört zu den amerikanischen Telefon- und Rundfunkgesellschaften vor 1960 und hat hier in der Tontechnik nichts zu suchen. Immer noch kommen einige Fossielen nicht von der Telefon-Leistungsanpassung mit 600 Ohm runter.
Jedenfalls sind sich alle Mikrofonhersteller einig: der kleinste gerade noch so zulässige Wert für die Eingangsimpedanz eines Mikrofonvorverstärkers ist 1000 Ohm. Was Ted Fletcher schreibt ist falsch und ist mit seiner unsauberen Werbeaktion sogar recht ärgerlich. Unsere Mikrofone brauchen "Spannungsanpassung", keine Frage!
Jonas
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Antwort#22
Wer sich nur ein bisschen in der Audioszene auskennt und umschaut, könnte wissen, dass Ted Fletcher in den letzten Jahrzehnten diverse Mic-Verstärker entwickelt hat, die höhere Eingangswiderstände hatten als 600 Ohm.
Zu unterstellen, dass hier jemand ahnungslos die alte 600 Ohm Leistungsanpassung hervorkramen würde, ist doch lächerlich.
Zu den Mic-Herstellern :
J. Wuttke schreibt in seinen Mikrophonaufsätzen, dass 600 Ohm die Mindestabschlussimpedanz für typische Mikrophone sei.
Gergin
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Antwort#23
Hallo Gergin B-Audio,
Jörg Wutte sagt bestimmt nicht, dass 600 Ohm die "Mindestabschlussimpedanz" für Mikrofone sei. 600 Ohm gehören nicht als Last an 200 Ohm-Mikrofone.
Im Posting http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/28824.htm steht gut übersetzt der Text von Ted Fletcher. Zusammengefasst:
Der "CurrentSense" CS (Strom-Fühler) Mikrofonvorverstärker arbeitet nach einem völlig andersartigen Konzept. Er nimmt das eingehende Signal wahr und nutzt dieses um daraus das verstärkte Signal zu erzeugen. Man nutzt ein physikalisches Gesetz, bei dem die Summe der "Ströme" in einem Teil einer Schaltung der Summe der "Ströme" in jedem anderen Teil der Schaltung nach den Kirchhoffschen Regeln gleich ist. Daraus folgt, dass jede "Energie", die das Mikrofon erzeugt, ganz genau der "Energie" im Vorverstärker angepasst ist.
Wir verwenden einen Mikrofonvorverstärker mit "niedriger" (wie niedrig denn?)Eingangsimpedanz, um die wahrgenommene Spannung niedrig zu halten (weil dieses von unserem Vorverstärker nicht beachtet wird). Der durch das Mikrofon erzeugte "Strom" wird dem "Strom" gleichen, der vom Mikrofonvorverstärker wahrgenommen wird. Es ist ganz egal, welche Impedanz nun das Mikrofon hat, das du anschließt. Der Frequenzgang wird nicht beeinflusst, weil eben Mikrofonanpassung kein Thema mehr ist. Der Vorverstärker schaut auf den "Stromfluss", der nach der Definition genau mit dem innerhalb des Mikrofons übereinstimmt.
Erweiterter Frequenzgang, nach oben und nach unten. Ein ebenerer Frequenzgang kann von allen Mikrofonarten erwartet werden. Also jedes Mikrofon kann verwendet werden, ohne Impendanzkorrekturen vorzunehmen und jede Verkablung kann verwendet werden - der Kabelwiderstand und die Kabelqualität spielen keine Rolle mehr.
Hier irrt der berühmte Ted Fletcher.
Wenn er in den letzten Jahrzehnten diverse Mic-Verstärker entwickelt hat, die höhere Eingangswiderstände als 600 Ohm hatten, dann haben diese mit seiner Werbeaussage zu "CurrentSense" CS (Strom-Fühler) nichts zu tun.
Hier geht es um den Quatsch seiner "Energiefühlung".
Ein Mikrofon ist und bleibt ein Schallsensor, welcher den Schallwellen entsprechende Modulationsspannung liefert. Darum sollte der Mikrofonausgang auch nicht stärker als mit einer Eingangsimpedanz des Mikrofonverstärkers von 1000 Ohm belastet werden.
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Antwort#24
Jörg Wuttke spricht allein von *seinen* 35 Ohm Mikrofonen und dazu sagt er (nicht gerade gern), dass der kleinste Lastwiderstand: 600 Ohm sein darf. Bei einem kleineren Wert reduziert sich insbesondere die maximale Aussteuerbarkeit.
Diese 600 Ohm-Angabe trifft für Mikrofone mit größeren Innewiderstand, wie z.B. 200 Ohm ganz bestimmt nicht zu.
Jens-Uwe
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Antwort#25
Hallo,
das mag alles sein, allerdigs hört sich der Text neben nicht nachvollziehbaren Dingen (die durchaus auch von der Übersetzung kommen können) eher nach Null-Ohm-Verstärker oder Leistungsanpassung an.
MfG
DB
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Antwort#26
Hallo Gergin,
aber warum baut T.F. dann Mikrofonvertärker mit Eingangsimpedanzen von 600 Ohm? Es macht doch keinen Sinn. Was J.Wuttke schreibt über die 600 Ohm Last - siehe Posting von Jens Uwe. Genau das hätte ich nämlich jetzt auch geschrieben wenn Jens mir nicht zuvor gekommen wäre.
Ich finde es letztenlich immer wieder lächerlich, wenn so manche Konstrukteure versuchen, das Rad neu zu erfinden und dann "ihre" Entwicklung als das neueste der Welt anpreisen. Solchen Unfug kann man in der Hifi-Szene oft beobachten. Da gibt es Leute, die preisen Schaltungen an, die man in den 30-Jahren des 20.Jhd. gebaut hat - weil man es damals entweder noch nicht besser wußte, oder es standen solch hochwertige Bauteile noch nicht zur Verfügung wie man sie heute billig herstellen kann, die eine bessere Schaltungsvariante ermöglichten.
Genauso wenig halte ich von dieser ganzen Vintage-Technik, die da mit div. Röhrenschaltungen aufwartet. Es ist im Grunde genommen ein technischer Rückschritt. Denn die Qualtiät die man mit Röhren erreicht, kann man auch mit Halbleitertechnik erreichen.

Grüße
Rainer
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Antwort#27
Hallo Rainer,
dass J. Wuttke nur ungern die 600 Ohm nennt, kann man beim besten Willen nicht aus dem Artikel herauslesen - ich weiss nicht, wie der Zitierer darauf kommt.
Aber egal, ich finde 600 Ohm auch etwas knapp.
(Wenn man es genau nimmt, ist natürlich weder 600 noch 1000 Ohm eine wirkliche Spannungsanpassung - dazu müsste mindestens der Faktor 10 dazwischen sein.
Bei Leitungsausgängen verlangt IRT 3/5 sogar Faktor 125 !)
TFs Argument der stabilen Eingangsimpedanz ist aber nicht so abwegig :
Es ist ja schon lange Realität, dass nicht alle Mikrophone 200 Ohm haben und die Interaktion zwischen Mic-Impedanz und Eingangsimpedanz des Verstärkers wäre ja mal eine nähere Betrachtung wert. Da sind bei manchen Designs Frequenzgangabweichungen zu erwarten.
Ein anderer Faktor kommt noch besonders bei sehr tiefen Frequenzen unterhalb von 40 oder 20 Hertz in's Spiel, wo die Trittschallstörungen oder Popp-Laute sehr stark sein können :
Es ist zu erwarten, dass ein nach alter Tradition gebauter Mic-Verstärker gegen 0 Hertz eine abnehmende Impedanz hat. Dann würde der Mic-Ausgang aber gerade bei diesen Störsignalen eher in die Knie gehen, Verzerrungen produzieren und das nachgeschaltete Trittschallfilter hülfe dann auch nicht mehr viel.
Gergin
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