Bitte kritisiert meine Orgelaufnahme

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
im Rahmen eines Neujahrskonzertes, das ich aufgenommen habe, wurden einige Orgelstücke gegeben. Eines davon (Toccata in e-moll, J. Pachelbel) habe ich für Euch zum konstruktiven Kritisieren hierhin gestellt: www.beardhead-records.com/orgel/toccata_e-moll.mp3.
Von den Umgebungsbedingungen etc. möchte ich im Vorfeld nichts erzählen.
Vielen Dank schonmal für Eure Hilfe.
Gruß
Claus


Toccata in e-moll
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Antwort#2
Hallo Claus,
die Orgel selbst klingt zwar im Ton sehr rund und voll, die Aufnahme in sich aber wirkt wie im Nachhinein künstlich "verbreitert" (fast wie aus mono stereo gemacht, linker und rechter Kanal haben kaum etwas gemeinsames, evtl. wurden sie sogar etwas zueinander verstimmt), es gibt keinerlei natürlichen Raumeindruck, keine Ortbarkeit, das Instrument scheint sehr direkt aufgenommen, der Nachhall (Schlussakkord) flattert und hat nichts lebendiges oder luftiges, der Applaus klingt dünn und matschig (evtl. auch wegen der Datenreduktion) und kommt auch etwas zu plötzlich.
Wie lautet die Auflösung des Rätsels?

Gruß
Max
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Antwort#3
Dankesehr für die Kritik.
War meine erste Orgelaufnahme. Sehr kleine Dorfkirche mit nicht besonders viel Nachhall und sehr kleine Orgel, zwei KSM137 in ORTF etwa 3m Entfernung vor der Orgel positioniert. Ganz leicht im Nachhinein verhallt.
Gruß
Claus
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Antwort#4
tja, da habe ich wohl etwas zu viel hinein interpretiert.
Dennoch: Gerade in kleinen Räumen sollte man nicht zu dicht mikrofonieren, um das bisschen Raum nicht noch mehr auszublenden (es sei denn, man will ihn vermeiden). Mikrofone mit Kugelcharakteristik und in AB-Stereofonie hätten hier wohl besser geklungen.
Max
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Antwort#5
Hmnja, das hab ich mir hinterher auch gedacht. Dann muss ich halt mitunter artistisch tätig werden (Mikropositionen).
Danke und Gruß
Claus
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Antwort#6
Hallo Claus,
Leider hatte ich noch keine Gelegenheit, Deine Aufnahme über meine Abhöre abzuhören, sondern nur per Kopfhörer über die Soundkarte meines Rechners im Labor. Aber trotzdem mal ein paar Anmerkungen die ich weitestgehend mit Max teile.
Allgemein: Trennt Euch mal alle etwas von dieser schon fast "Schnellfeuer"-Methode ORTF. Sie ist gar nicht so gut wie man häufig meint. Gehe nicht zu nahe ran an die Orgel. Es muß nicht jeder einzelne Ton exakt lokalisierbar sein, denn man merkt nämlich hier sehr das sog. "Pfeifenspringen". Dies ist typisch für Orgeln die nicht chromatisch aufgebaut sind, sondern symmetrisch nach C- und Cis-Seite. Es kommt bei Orgelaufnahmen nicht so sehr darauf an, daß man die Töne alle genau lokalisieren kann, sondern viel mehr auf den Raum. Der aber wird in Deiner Aufnahme nicht abgebildet. Es muß schon eine räumliche Tiefe wahrnehmbar sein.

MfG
Rainer


Tipps für Orgelaufnahmen
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Antwort#7
Vielen Dank, ich werde beim nächsten Mal sorgfältiger vorgehen.
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Antwort#8
Ja, das Pfeifenspringen ist tatsächlich zu deutlich und hat mir einiges an Genuss verdorben. Könnte mir vorstellen, dass für einen angehenden Orgelbauer da ein gewisses Interesse besteht, aber für den Normalhörer ...?
Der Applaus klingt absolut unnatürlich, spitz, fast wie Badezimmer ohne Hall. Lass ihn weg, denn durch die Kürze (10 s) und nicht gerade dolle Intensität macht das eher den Eindruck von "Naja, immerhin hat er sich getraut, hier zu spielen". Als Hörer der Aufnahme weiss man ja nicht, wie viel Publikum tatsächlich da war, und es sind wirklich nicht viele Applaudierende zu hören.
Viele Grüße
Michael
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Antwort#9
Dankesehr. Ja, waren auch nicht viele da, Kirche war zwar voll aber eben ziemlich winzig.
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