Vergleich U89 - TLM 193

Erstellt 6 Antworten7 Beiträge
Startbeitrag#1
Liebes Forum,
ich erwäge den Kauf eines U89 für (klassische) Gitarrenaufnahmen, da mir einige Aufnahmen, die mit diesem Mikro gemacht wurden, sehr gut gefallen. Nun bin ich bei Neumann auf das TLM 193 gestoßen. Laut Frequenzgang von Neumann, der im Nierenbereich identisch ist, müsste das TLM 193 die gleiche Kapsel wie das U89 haben, halt nur nicht umschaltbar.
Hat jemand Erfahrungen mit den beiden Mikrofonen Neumann U89 und TLM 193? Gibt es hörbare Unterschiede (abgesehen vom Rauschen)?
Kann ich also das TLM 193 als "billigeren" ;-) Ersatz für ein U89 benutzen, wenn ich nur die Nierencharakteristik benutze.
Danke im Voraus, Grüße aus Freiburg
Sebastian
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Antwort#2
Das Forum antwortet auf die Anrede: Liebes Forum
Das U 89 ist ein Doppelmembranmikrofon.
Das TLM 193 ist kein Doppelmembranmikrofon.
Ein anderes Mikrofon muss auch immer ein ganz klein wenig anders klingen, sonst braucht mein keine andere Type.
Ich denke aber, dass für deine Anwendung das TLM 193 ein wahnsinnig gutes Mikrofon ist.
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Antwort#3
Das is so nich wahr!
TLM 193 hat gleiche Kapsel wie U89 aber mit nur Niere und anderer Ausgangsstufe. Ein gutes Mikro wenn man nur Niere braucht und die Kapsel ist auch deutlich kleiner als die anderen Großmembraner daher gleichmäßigere Richtcharakteristik. Ausserdem ist das Mikro nich so penetrant "präsent".
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Antwort#4
Ich kann mich nur anschließen - das TLM 193 hat Doppelmembrankapsel (hab' gerade bei meinem nachgeschaut) und die ist auch kleiner als bei z.B. TLM 103. Das mit dem "nicht so präsenten Klang" kann ich auch nachvollziehen. Als ich mein erstes TLM 193 gekauft hatte, dachte ich fast "auweiha, das klingt ja muffig". Aber mit der Zeit habe ich mit dem Mikro einige sehr schöne Solistenaufnahmen gemacht, welche sich ohne Probleme in den "Rest" einfügen ließen. Es passt ganz sicher nicht überall, aber ist eine schöne Ergänzung in einem größeren Mikrofonsatz.
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Antwort#5
Hallo Sebastian,
ich selbst habe ein U89, aber kein 193er.
Folgendes möchte ich anmerken:
Das U89 ist ein sehr universelles Mikrofon mit fünf Richcharakteristiken. Es hat nicht diese Präsenzbetonung wie das (überbewertete?) U87 und die meisten anderen Großmembran-Mikros (außer dem 193er - unter Vorbehalt). Daher klingt es sehr gut - weil neutral. Aber überhaupt nicht muffig. Eher "warm".
Es ist definitiv nicht nur ein Mikro zur "Ergänzung" sondern alles was man braucht. Dasselbe gilt aber auch für viele gute Kleinmembran-Mikrofone sowie im Besonderen für das AKG C414ULS, welches weitaus günstiger ist.
Mit einem neutralen Mikro bekommst Du mit Hilfe eines EQs eigentlich jeden Klang hin - ein wirklich gutes Instrument braucht aber keine Färbung, weder am Mikro noch am EQ!
Da ich auch ein C414 besitze überlege ich sogar mein U89 wieder zu verkaufen...
Grüße,
Christopher
PS. Welche Gitarrenaufnahmen mit U89 kennst Du denn?


http://www.hafibeat.de
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Antwort#6
....ein weiterer wichtiger Unterschied ist, daß das U89 trafosymmetriert ist, während das TLM 193 trafolos, also elektronisch symmetriert ist. Eie Trafosymmetrierung ist meiner Meinung nach die besser klingende Lösung. Trotzdem ist das TLM 193 klanglich dem U89 verwandt und klingt -imho- bedeutend besser als das 103er. Für deine Zwecke sicher keine schlechte Wahl, wenn auch das U89 universeller -und besser- ist. Aber halt auch teurer.
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Antwort#7
Lieber Christopher,
erstmal Danke! für die Antwort (natürlich auch an alle anderen).
Du fragtest, welche Gitarrenaufnahmen ich mit dem U89 kenne. Ich weiß, dass zwei auf klassische Gitarre spezialisierte Labels nur mit diesen Dingern arbeiten, und zwar das Label "Daminus-Records" (www.daminus.de) sowie "Aurea Vox". Ich besitze auch einige dieser Aufnahmen, sie klingen alle ein bißchen "weichgezeichnet", was allerdings beim Einspielen eher angenehm ist. Ich kenne auch Aufnahmen mit Schoepsen, die sehr lebendig uns klar sind, allerdings auch gerade bei Gitarre leicht etwas hart.
Beste Grüße
Sebastian
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