Mikrofonvergleich M300 - MC930 - NT5

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Startbeitrag#1
Hallo liebe Kollegen,
ich habe die drei Mikrofone von Beyerdynamic, Gefell und Rode bei einem gemischten (Gesangs-) Chor, einem (Posaunen-) Chor und einem Spielmannszug verglichen. Grundsätzlich handelt es sich ja bei allen drei Mikrofonen um Kleinmembran-Kondensatormikrofone mit gleichem Aufbau und ähnlichen Features allerdings in unterschiedlichen Preisklassen. Die Mikrofone liegen preislich inkl. Spinne, Koffer, ... bei rund 400 Euro (UVP NT5, allerdings nur mit Klammer ohne Spinne), 800 Euro (UVP MC930) und 1.500 Euro (UVP M300). Es handelt sich also näherungsweise immer und den nicht unerheblichen Preisfaktor 2.
Für den Vergleich habe ich die Mikrofone auf einer variablen Stereoschiene möglichst nah zusammen montiert und je nach vorhandenem Probenraum in 2-3m Höhe und entsprechendem Abstand zu den Klangkörpern aufgestellt. Mikrofonpreamp und Wander war ein Fireface800, abgehört habe ich die Aufnahmen auf einer KRK V8-Abhöre. Die Ergebnisse darf ich aufgrund der Vereinbarungen mit den Künstlern nicht veröffentlichen.
Meine (subjektiven!) Empfindungen:
1) Die NT5 sind besser, als ich bei dem Preisunterschied erwartet hätte
2) MC930 und M300 können sich im AB-Vergleich gegenüber NT5 aber durch ihre Offenheit und Transparenz gegen die NT5 durchsetzen
3) Zwischen MC930 und M300 konnte ich auch im direkten AB-Vergleich nicht mehr eindeutig festlegen, welches Mikrofon mir besser gefällt. Mal war es das eine, mal das andere.
Nach diesem Mikrofonvergleich war ich übrigens ziemlich enttäuscht. Aufgrund der großen Preisunterschiede hatte ich mit deutlich größeren Klangunterschieden gerechnet. Zeitweise hatte ich den Eindruck, dass sich der ganze Aufwand (Leihkosten, Fahrtkosten, Zeit für Aufnahme und Abhören) gar nicht gelohnt hat. Außerdem bin ich ziemlich verunsichert, welches nun für mich das besser Mikrofon ist. Möglicherweise sind alle 3 Mikrofone bereits in einer Liga, in der man nicht mehr einfach nach gut / schlecht bzw. schwarz / weiß entscheiden kann. Marketingtechnisch hat das Gefell natürlich einen ganz anderen Namen als Beyerdynamic oder Rode und mal über diesen kleinen Mikrofonvergleich hinaus, gibt es ja durchaus auch Kunden, die einem die bessere Mikrofonqualität bezahlen und dann natürlich auch Neumann, Schoeps und ähnliche erwarten.
Viele Grüße
Wolfgang
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Antwort#2
Moin,
gerade gestern abend habe ich mir nochmal einige der Statements im Studio Magazin zu verschiedenen Mikrofonen (Hörvergleich) angesehen. In Heft 11/03 wird da MG M300 und das Rode NT5 beurteilt, Das M930 wurde in Heft 01/00 besprochen. Dein Eindruck wird dort im Wesentlichen bestätigt und auch gesagt, dass es in der Preisklasse des NT 5 schwer sein wird, etwas Besseres zu finden. Das MG M300 wird als 'wunderbares Werkzeug für unterschiedlichste Aufgaben' klassifiziert wohingegen das M930 als 'typisches Instrumental Mikrofon, das im Abstand auch einen Chor sauber herüberbringt' oder als Mikrofon für den Fernbereich eingestuft wird.
Viele Grüsse
Gerhard
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Antwort#3
Hallo Wolfgang,

Man darf hier nicht nur nach den Klangeigenschaften fragen, sondern die Preise resultieren auch letztlich aus vielen anderen Faktoren: Fertigungstoleranzen, Langzeitkonstanz der Parameter, Langzeitservice, Verfügbarkeit von Ersatzteilen über viele Jahre hinweg.
Bei Firmen wie Gefell, Neumann, Schoeps, Sennheiser etc. kann man sich sicher sein, daß man ein Mikrofon auch dann noch servitiert bekommt, wenn die Serie schon längst ausgelaufen ist und daß dann auch nach Jahren das Mikrofon innerhalb der Toleranzen liegt die es als neuwertig hatte. Ob das bei den Billiganbietern auch der Fall ist/sein wird, bleibt abzuwarten.

MfG
Rainer
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Antwort#4
Hallo Rainer,
das klingt ja so, als ob du Rode in die Reihe der Billiganbieter (z.B. aus Bayern) stellst.
Wenn ich mich richtig erinnere, gibt Rode auf einige seiner Mikros 10 Jahre Garantie.
Kann mich aber nicht erinnern bei Neumann oder Schoeps so etwas gelesen zu haben.
Gruss
Gerhard
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Antwort#5
Das Thema wurde schon vielfach besprochen, ich möchte trotzdem noch etwas dazu sagen.
Zweifellos sind die Mikrofone von Neumann, Schoeps, Haun etc. (meist) ihr Geld wert und man tut etwas für die Binnenkonjunktur. Ich fürchte aber doch, das z. B. die chin. Hersteller fälschlicherweise unterschätzt werden. Ich verfolge aufmerksam seit längerer Zeit Berichte, Tests und andere Informationen speziell zu "China".
Ich bitte , diese Gedanken jetzt nicht wieder zu zerpflücken und zu zerreden, ich möchte nur ein paar kritische Denkanstöße geben.
1. Bei einem Besuch kürzlich auf Schloss Neuschwanstein/Füssen bekam ich von der Führerin zu hören, dass seit etwa 1 bis 2 Jahren deutlich weniger Japaner als Chinesen sich für deutsche Kulturgüter interessieren. Das sollte aufmerksam machen. Man hatte in den 1960er-Jahren die Japaner auch nicht ernst genommen, woraufhin z. B. die exquisiten Selmer Mark VI-Kopien entstanden, weil Selmer ganze jap. Besuchergruppen naiv durch das Werk lotste. Diese Kopien sind vielfach hervorragend (Yanagsiawa, Yamaha), haben sich mittlerweile auch selbst weiterentwickelt und können teilweise in einem Atemzug mit z. B. Selmer genannt werden.
2. In einem Bericht in einem der letzten Productions Partner fand sich ein Bericht über SE Electronics, der feststellte, dass teilweise noch nicht "deutsche" Maßstäbe angelegt werden dürfen, aber der Hersteller durchaus sehr gut mit Material, Herstellungsprozessen und Ingenieuren ausgestattet ist und ziemlich guter Output erzeugt wird (für einen Bruchteil des Preises von "deutschen Qualitätsmikrofonen").
3. Es wurde schon öfter darüber debattiert, dass die Marktsituation für Tonschaffende nicht gut ist. Tonzauber hat in meinen Augen einen vernünftigen Schritt getan, indem er sein Unternehmen verschlankt und sich von selten benutztem, ev. zu teurem Equipment trennt. Es gibt zu vielen Highend-Produkten Alternativen, die jeder Unternehmer nach Abwägung unterschiedlicher Parameter für sich bewerten muss. Wer meint, nur mit 20 auf Kredit finanzierten Schoeps Mikrofonen ein Tonstudio eröffnen zu können, wird vermtl. ein betriebswirtschaftliches Problem bekommen. Wie schon oft gesagt: Ein 3000-Euro Mikrofon in der Hand eines Dilettanten (Nichtfachmann) wird mit hoher Wahrscheinlichkeit schlechter funktionieren als ein sog. "Low Budget"-Mikrofon in der Hand eines Könners.
4. Mittlerweile hat E. Sengpiel seine Vorlesungen auch in China gehalten ...

Gruß
Uwe



Jazz Recording
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Antwort#6
Hallo GerhardS,
das M300 ist tatsächlich etwas "linearer" wohingegen das MC930 einen ausgeprägten Peak um oder knapp oberhalb 10kHz hat. Dadurch erscheint es zunächst etwas brillanter als das M300. Wenn gewünscht, kann ich aber mittels parametrischen EQ auch dem M300 diesen Frequenzverlauf geben und dem MC930 auch nehmen. Das habe ich bei meinen Abhörversuchen gemacht und bin so auf eine nahezu identische Klarheit (natürlich rein subjektiv) gekommen. MC930 und M300 haben sowohl beim Gesangschor als auch bei Bläserensemble, an Flöten, Trommeln und Becken hervorragende Ergebnisse abgeliefert. Die beiden von mir getesteten NT 5 waren da nicht ganz so offen und frei. Die Aufnahmen klingen schon etwas flacher. Aber wie gesagt, alles im direkten AB-Vergleich und alles nur mit geringen Unterschieden.
Viele Grüße
Wolfgang
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Antwort#7
Röde ist ein Billiganbieter, der alle Einzelteile der Mikrofone in China herstellen lässt und die Mikrofone angeblich in Australien zusammenbaut, um sie dann wieder nach China zu importieren, damit sie auch dort verkauft werden, Wer's glaubt...
Mit der Toleranzeinhaltung ist das so eine Sache und mit der Konstanz der Daten auch. Man muss eben mal Glück haben oder drauf hoffen.
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Antwort#8
Ich habe deinen Kommentar mal einfach per 'Cut'n Paste' weitergereicht und um Stellungnahme gebeten. Ich schrieb:
Guten Tag,
ist folgendes Statement korrekt:
.... Röde ist ein Billiganbieter, der alle Einzelteile der Mikrofone in China herstellen lässt und die Mikrofone angeblich in Australien zusammenbaut, um sie dann wieder nach China zu importieren, damit sie auch dort verkauft werden, Wer's glaubt... Mit der Toleranzeinhaltung ist das so eine Sache und mit der Konstanz der Daten auch. Man muss eben mal Glück haben oder drauf hoffen. .....
Bitte um Ihre Stellungnahme.
mfg
Die Antwort:
Hallo Gerhard,
ich habe keine Ahnung wer so was sagt, oder wo solche Gerüchte auf- und herkommen. Fakt ist, daß Peter Freedman vor vielen, vielen Jahren (relativ) billige Mikrofone aus China importierte und in Australien verkauft hat. Bei genauerer Betrachtung stellte er fest, dass sowohl Kapsel als auch Gehäuse gut verarbeitet waren, aber die Elektronik den eigentlich guten Eindruck zunichte machte. Er entwickelte also eine eigene Elektronik und verwendete die Kapseln und Gehäuse aus China. Mit diesen Mikrofonen setzte er fortan Maßstäbe bzgl. des Preis / Leistungsverhältnisses über viele Jahre. Gleichzeitig begannen aber eigene Entwicklungen was Kapseln angeht, da ihm schnell klar wurde, dass im Hinblick auf die Exemplarstreuung nur eine eigene, qualitätsüberwachte Produktion hier Abhilfe schaffen kann. Durch die Einführung von SMD Technik wurden auf der einen Seite die Werte (Eigenrauschen) so hervorragend (6 dB beim NT 1A), dass die Fertigung eigener Kapseln auf der anderen Seite nur die logische Folge war.
Fakt ist, dass heute in dem wohl weltweit modernsten Werk für Mikrofone in Australien bei gleichbleibender Qualität sämtliche Komponenten aller Mikrofone (angefangen bei der Kapsel, über die Elektronik bis hin zum Gehäuse) in der Fertigungsstätte von Rode selbst hergestellt werden.
Einzige Ausnahme bilden die Stecker (die kommen von Neutrik) und die Röhren (aus Russland bzw. Amerika).
Nachzulesen ist dies alles in einem ausführlichen Artikel (The Wizard Of Oz) der SOS (Sound of Sound) vom August 2005. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch auf der Webpage von Rode unter: www.rode.com.au.
Bleibt nur abschliessend die Frage wer so was und vor allen Dingen warum verbreitet.
Für Ihre Antwort bedanke ich mich bereits an dieser Stelle ganz herzlich.
Wilfried Eckl
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Antwort#9
... vielen Dank, GerhardS, mit so einer Information kann man etwas anfangen (nicht ironisch gemeint).
Gruß
UweL


Jazz Recording
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Antwort#10
ich kann den Gegenbeweis antreten dass die Mikrofone wo Rode draufsteht aus China kommen. Dem geneigten Besitzer sei der Vergleich der Platinennummerierung mit anderen, in der Form ähnlichen Mikrofonen angeraten. Auch die Qualität der Lötarbeit weist starke Ähnlichkeiten mit diesen Produkten auf.
Zu gute Letzt sei auch noch ein Vergleich der Kapselverschraubung, Befestigung, und Kennzeichnung angeraten.
Allerdings können natürlich all diese Tatsachen rein zufällig passieren. Schließlich kann man ja ein Mikrofon nicht auf so viel verschiedene Arten bauen.
Aber da ich schon einmal von einem Audiotechnik-Hersteller Drohbriefe erhalten habe weil ich mich kritisch zu einem Produkt in einem Artikel äußerte (damals wurde ich sogar vor den Cheftonmeister zitiert und gerügt) unterlasse ich dies lieber auch heute noch und ziehe aus den oben angeführten Tatsachen keine Schlußfolgerungen.
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Antwort#11
"ich habe keine Ahnung wer so was sagt, oder wo solche Gerüchte auf- und herkommen."
Die Aussagen, dass die Bauteile der Röde-Mikrofone aus China kommen, stammen von stolzen Beijinger Chinesen, die an ihrem Verkaufsstand Behringer und Röde-Mikrofone verkaufen. Der geringe Preisunterschied wurde erklärt, dass Behringer-Mikrofone voll aus eigener Fabrikation stammen und die Röde-Mikrofone angeblich in Ausstralien zusammengebaut werden und re-importiert werden.
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Antwort#12
...stammen von stolzen Beijinger Chinesen, die an ihrem Verkaufsstand Behringer und Röde-Mikrofone verkaufen...
Das waren Nachbauten von Behringer und Rode aus China !!!!
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Antwort#13
Die korrekte Schreibweise von Røde ist doch die mit dem durchgestrichenen o. Will nur mal testen ob das in diesem Forum richtig angezeigt wird.
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