Samson C01 RAUSCHT!!

Erstellt 16 Antworten17 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo!
Entschuldigung dass ich hier mal so ganz unangemeldet reinposte, aber ich habe ein Problem und weiß nicht mehr weiter!
Ich habe vor ca. 4 Monaten (auf Anraten eines Bekannten) das Samson C01 Mikrofon über eBay erstanden (mit Spinne ?89,-) und seitdem war es immer
im Koffer.
Nun, unser kleines Homestudio ist jetzt fertig und am Samstag wollten wir
mal zur Probe etwas Gesang aufnehmen. Was soll ich sagen? Das Mikrofon rauscht
wie S**! Haben dann ein SM57 von Shure drangehängt und es war absolut ruhig!?!
Bitte sagt mir, dass wir nur beim anschließen etwas versemmelt haben *jammer*
DANKE im Vorhinein für die Antworten!!

Greetz,
Jazzz


NOISE VICTIM crossMetal
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Antwort#2
Hallo Jazzz,
leider ist deine Fehlerbeschreibung etwas müde, aber ich versuche es trotzdem:
- Kommt nichts außer Rauschen? ... Vielleicht hätte dir einmal jemand sagen müssen das du die 48V Phantomspeisung einschalten mußt?
- Leuchtet die grüne (?) Krontroll LED?
- Kommt überhaupt etwas vom Nutzsignal durch? Ist der Fehler also Nutzsignal plus Rauschen?
Gruß
M. Hein
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Antwort#3
Hallo!
Also:
Es ist wie gesagt ein Grundrauschen, damit meinte ich dass sehrwohl ein gutes Signal durchkommt, aber wenn absolute Stille sein sollte, ist da das Grundrauschen. Deswegen kann man damit keine leisen Passagen einsingen und in den Gesangspause ist dieses Rauschen dann auch zu hören.
Die 48V Phantomspeisung ist angeschaltet und die blaue LED leuchtet.
Ich hoffe meine Angaben sind jetzt nicht mehr so dürftig wie vorher - sorry.

Danke für deine/eure Bemühungen!
greetz,
Jazzz


NOISE VICTIM crosSMetal
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Antwort#4
Du sagst es ja schon selbst - sicherlich mit großer Wahrscheinlichkeit das eigene Grundrauschen der Mikrofonelektroik. Ich hatte mir auch mal ein "billiges" Mikro gekauft und war ganz und gar nicht mehr damit zufrieden als ich mal leihweise ein Profi- Teil hatte. Das einzig wahre um dies zu verifizieren ist mal ein anderes Mikro aus dieser Serie zu testen - wenn es genauso rauscht - Pech, rauscht es weniger ist halt Dein Mikro defekt oder ein "Montagsprodukt". Allerdings: Schau mal was das Ding gekostet hat und dann schau mal was andere (professionelle[re]) Kondensatormikrofone kosten. Da gibt es einen kleinen Unterschied, nicht? Und der muß ja irgendwo herkommen...
Bernd
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Antwort#5
moin!
entschuldige die etwas dumme frage aber:
du nimmst in deinem homestudio nicht zufällig den lüfter von deinem PC auf, oder?
der rauscht nämlich auch.
so ein sm57 ist in den höhe doch deutlich unempfindlicher als es das samson sein wird. daher würde das lüfter rauschen nicht so auffallen.
grüße
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Antwort#6
Hallo!
Naja, dass mit dem Preisunterschied ist mir schon klar, aber ich
hab halt gehofft, dass es schon nicht so schlimm sein wird - die
Thomann-Dinger rauschen doch auch nicht!?
Übrigens steht das ganze in einem eigenen Raum - da ist nur das Licht
und 3 Anschlüsse für Mikrofone drinnen. Der PC steht in einem anderen
Raum.
Danke für die Antworten,
Jazzz
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Antwort#7
Moment mal:
Kein (!!) noch so billiges Kondensator-Mikro rauscht so sehr wie es hier beschrieben wird!
Es gibt doch nur eine Erklärung: Das Mikro ist defekt.
Ein 57er oder was auch immer rauscht immer mehr - nein tut es nicht,
kein dynamisches Mikro bzw. passives Glied rauscht, sondern die (aktive) Vorstufe.
Letzter Versuch: Schließ es an einen anderen Mixer bzw. Preamp an,
evt. ist die Phantom-Power nicht ganz OK - zu wenig Spannung, dadurch mehr Rauschen, LED am Mikro leuchtet trotzdem.
Wahrscheinlich bist Du aber auf die Nase gefallen mit dem Kauf.
Hättest das Ding sofort testen sollen und umtauschen.
Sorry,
Christopher
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Antwort#8
Zitat: ""kein dynamisches Mikro bzw. passives Glied rauscht, sondern die (aktive) Vorstufe.""
Widerspruch!: Auch passive Glieder rauschen (siehe Widerstandsrauschen) und auch dynamische Mikrofone rauschen, sei es das Widerstandsrauschen der Wicklung der Schwingspule oder sei es das Rauschen durch die Braun'sche Molekularbewegung. Ein völlig rauschfreies Gerät/Bauteil gibt es nicht.
Beim Mikrofonverstärker überwiegt bei hoher Verstärkung immer das Quellrauschen - also das Rauschen des Mikrofons selbst. Bei niedriger (!) Verstärkung dominiert das Verstärkerrauschen. Ist auf den ersten Blick nicht einsehbar, aber physikalisch stimmt das. Deswegen bekommst Du keinen Mikrofonverstärker der einen Störabstand schafft der bei V=70 dB größer ist als 48 dB. Siehe auch mein Aufsatz im Stage-aid-Magazin über Mikrofonverstärker.

Grüße
Rainer
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Antwort#9
Hi -
tippe auch, daß das Samson defekt ist. Wenn am gleichen Mixer/Preamp angeschlossen, sollten die SM57 auf jeden Fall mehr rauschen bzw. das Samson auf jeden Fall empfindlicher sein als die SM57, so daß man weniger Gain aufdrehen muß, und es weniger rauscht.
*
Hab mir mal das Manual von samsontech.com runtergeladen:
"Sensitivity: -33 dB/Pa" steht da - das sollte doch schon kräftiger Output und Voraussetzung für wenig Rauschen sein, oder?
Michael
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Antwort#10
Hallo Jazzz,
ich habe auch ein C01, das Mikro ist etwa 10..12 dB lauter als ein SM 58 bei gleicher Eingangsverstäkung. Das C01 rauscht weniger als das dynamische Mikro, jedenfalls bei mir.
Das C01 klingt schon erstaunlich passabel.
Wie hoch ist denn dein Gain aufgedreht? Hast du eventuell noch ein 20dB Pad gedrückt, das verschlechtert Signal to Noise deutlich.
Ich benutze eine DDA-D-Serie Konsole, vielleicht solltest du einmal einen anderen Preamp probieren.
Wenn das alles nichts hilft, ist das Mikro wohl nicht in Ordnung.
Gruß
M. Hein
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Antwort#11
DANKE FÜR ALLE ANTWORTEN!!!!
Wie ich mit Freude feststelle ist dies hier ein
Forum von sehr kompetenten Leuten! Ich habe es
gleich nach dem ersten Besuch in meine Favoriten
gelegt!!
Nur weiter so, und DANKE nochmal an ALLE!!

greetz,
Jazzz
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Antwort#12
Hallo Rainer,
danke für Deine wie immer sehr fundierten Kommentare.
Meine Erklärung hat es sich da ein bißchen zu leicht gemacht...
Aber: Welche Erkenntniss bringt mir das nun in der Paxis?
Wenn ich also nun ein dynamisches Mikro benutzen muß, was bleibt mir denn
als eine gute Vorstufe zu benutzen, da sie ja i.d.R. mehr Verstärkung leisten muß als bei einem "aktiven" Mikrofon. Also kommt dieser Stufe doch eine
essentielle Bedeutung zu. So wie auch bei Tonabnehmern(PUs)aller Art.
Wenn ich das nun richtig Interpretiere kommt das Eigenrauschen doch eher dann zum Tragen, wenn die Empfindlichkeit des Mikros nicht ausreicht.
Oder anders gefragt, in welchem Verhältniss steht das Eigenrauschen überhaupt mit den Störgeräuschen, die ich mir in der Praxis ab der ersten aktiven Stufe einfange?
Und ferner: Welche Mikros haben theoretisch das höhere Eigenrauschen, solche mit großer Schwingspule (wie z.B. 421, 441, RE20) oder solche mit eher kleinen?
Doch dann wohl eher erstere? Aber diese produzieren doch mehr Pegel, also kommt
die Vorstufe nicht so sehr ins Spiel?
Ich habe da jetzt wirklich praxisorientierten Erklärungsbedarf ;-)
Gruß,
Christopher



http://www.hafibeat.de
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Antwort#13
Es steht die Frage:
Welche Mikros haben theoretisch das höhere Eigenrauschen, solche mit großer Schwingspule (wie z.B. 421, 441, RE20) oder solche mit eher kleinen?
Doch dann wohl eher erstere? Aber diese produzieren doch mehr Pegel, also kommt
die Vorstufe nicht so sehr ins Spiel?
Es ist ganz und gar egal, welchen Durchmesser die Schwingspule eines Schallwandlers (in diesem Fall Mikrofon) hat, da sich allein daraus keine elektroakustischen Parameter ableiten lassen. Da komme viele, viele konstruktive und physikalische Faktoren dazu (u.a. Magnetfeldstärke, Anordnung bzw. Ausführung der Wicklung[en] und natürlich die Konstruktion und das Material der Membran mit allen ihren Eigenschaften ...), bevor man da einen Zusammenhang suchen kann. Somit läßt sich auch (meiner Meinung nach) kein direkter Zusammenhang von Spulendurchmesser zu Grundrauschen festlegen. Natürlich kann man auch aufgrund des Spulendurchmessers keine Rückschlüsse auf die Wicklungen und damit den (Gleichstrom-) Widerstand ziehen. Die Annahme großer Durchmesser=viele Wicklungen=hohe Ausgangsspannung=höherer Widerstand trifft nicht zu. Ich habe es jetzt nicht nachgerechnet, aber ich vermute mal, der Unterschied des "Grundrauschens" verschiedener Schwingspulenmikrofone untereinander (vergleichbares elektrisches Konzept vorausgesetzt) ist in der Praxis zu vernachlässigen.
Korrigiert mich bitte, wenn ich damit falsch liege!

Swen
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Antwort#14
Hallo Christopher,
es ist zwar richtig, daß sich mit zunehmender Verstärkung des Mikrofonverstärkers dessen Rauschen auch erhöht, aber es dominiert bei hoher Vetrstärkung immer das Quellrauschen. Mache mal die Probe und schließe den Eingang des Mikrofonverstärkers kurz und stelle Maximalverstärkung ein und schließe dann mal den Vertärkereingang mit einen normalen 200-Ohm-Widerstand ab. Bei hoher Verstärkung - so ca. 70 dB und mehr - liegen da alle Mikrofonverstärker nahezu gleich im Rauschen, nicht aber bei niedriger V.
Was Du an externen Störgeräuschen in der Eingangsstufe einfängst, ist nicht mehr raus zu bekommen. Du mußt also auch dafür sorgen, daß keine Störungen (Brummeinstreuung, Knacker etc.) über das angeschlossene Kabel herein kommen. Also gut abgeschirmte Kabel verwenden und möglichst symmetrische Eingänge der Mikrofonverstärker anstreben.
Eingenrauschen der Mikrofone hat nichts mit deren Membrangröße zu tun, sondern ist eine Frage des ohmschen Widerstandes der Wicklung sowie der mechanischen Reibungswiderstände des Schallwandlers.
Die Mikrofonentwickler arbeiten bei der Entwicklung eines Mikrofons mit den mechano-elektrischen Analogien. D.h.: Reibungswiderstände werden als ohmsche Widerstände dargestellt, Federn als Kondensatoren und Massen durch Induktivitäten. Somit wird auch klar, daß nicht nur elektrische Widerstände rauschen, sondern auch die mechanischen Wirkwiderstände - sprich: Reibungshemmungen etc. Das wird von vielen Anwendern meist nicht zur Kenntnis genommen, weil es auf den ersten Blick nicht einleuchtet, daß Rauschen nicht nur aus elektrischen Bauteilen stammt.
MfG
Rainer
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Antwort#15
Hallo zusammen,
es gilt immer noch das Grundgesetz eines dynaischen Wandlers: Bewegt sich ein Leiter in einem Magnetfeld, wird eine Spannung induziert.
Die induzierte Spannung hängt ab von der Leiterlänge (Windungszahl) der Spule und dem Magnetfeld.
Große Spule bedeutet meist auch hohe Induktivität und damit schlechtere Höhenwiedergabe.
Zum Glück wurden Magnete mit hoher Remanenz erfunden Samarium-Kobalt und Neodym, damit lassen sich ca. 3mal höhere Ausgangspannungen erzielen als mit Ferritmaterial.
In der Praxis bedeutet dies, das das unvermeidbare Grundrauschen im Noisefloor sich um etwa 10dB (=Faktor 3) verbessert hat, seit es hochremanente Magnetsysteme gibt. In der Praxis dürfte aus meiner Sicht das Eigenrauschen eines dynamischen Mikrofons daher eigentlich keine Rolle spielen.
Rainer bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liege!
Gruß
M. Hein
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Antwort#16
Läuft das nicht auf die Frage hinaus ob das thermische Rauschen des ohmschen Widerstands der Spule oder die themische Bewegung der Luft die auf die Membran drückt mehr rauscht?
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Antwort#17
Hallo Kollege Hein,
Eine höhere Induktivität hat nicht zwangsläufig eine schlechtere Höhenwiedergabe zur Folge. Es kommt immer auf den Lastwiderstand an, mit dem das Mikrofon abgeschlossen ist. Dieser soll ja mindestens den 5-fachen Wert betragen als seine Nennimpedanz. Eine höhere Ausgangsspannung aufgrund besserer Magnete bedeutet besserer Störabstand. Denn das Rauschen rührt ja von den Verlustwiderständen (mechanisch und elektrisch) her.
Das Eigenrauschen eines dynamischen Mikrofons spielt schon eine Rolle. Siehe meine vorigen Postings. Ein 200-Ohm-Widerstand rauscht nun mal mit -118 dBqp und wenn diese 70 dB verstärkt werden, dann sind es immerhin noch -48 dBu was an Rauschspannung am Mikrofonverstärkerausgang ansteht.
Grüße
Rainer
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