Mackie Mischer rauscht

Erstellt 71 Antworten72 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich habe ein Mackie 1202 VZL Pro Mischer ersteigert mit dem hinweis das ein Kanal rauscht. Nun ist es so, dass Kanal 2 rauscht und es wir lauter je weiter man den Fader nach oben schiebt bzw. den Gain-Regler aufdreht. Kann mir jemand sagen woran das liegt (es ist kein Micro angeschlossen) und wie man es beheben kann.
Hoffe es kann jemand helfen
Maurice
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Antwort#2
Hoffe es kann jemand helfen
Der Techniker in einer kompetenten Werkstatt wird das sicherlich können.
Erwartest Du hier im Ernst eine Ferndiagnose und Anleitung "Wie repariere ich ..."?
Wenn Du bei ebay - mit oder trotz einer Fehlerbeschreibung - kaufst, solltest Du
die Reparaturkosten von vornherein einplanen oder es selber machen können.
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Antwort#3
Lieber Juppy,
das 'Können' muss man aber auch erst lernen. Veweigern wir das unserem Kollegen, verweigern wir ihm Erkenntnis, so dass wir des Rechtes verlustig gehen, über ihm den Stab zu brechen.
Du hast weder die Hf-Vormagnetisierung (deren 'nomineller' Geburtstag sich morgen zum 65. Male jährt) selbst erfunden, noch die Theoreme nach Nyquist und Shannon ohne Kenntnis der Vorarbeiten abgeleitet. Warum verlangst du Vergleichbares von jemandem, der in korrektem Ton um Hilfe nachsucht?
Zum Mackie:
Wenn die Diagnose in der beschriebenen Form (nicht tolerierbares Rauschen nur in einem Kanal, Veränderbarkeit des Rauschpegels über den "Gain"-Steller) exakt richtig ist, muss das Problem in der Eingangsstufe liegen, die vermutlich (ich kenne die Mackie-Schaltung nicht) aus einem OpAmp besteht, der ggflls. durch zwei diskrete Transistoren erweitert ist. Hier heißt es, nach dem defekten Bauteil zu suchen, das in den Halbleitern ebenso auszumachen sein kann wie in einer fehlerhaften Gleichstromeinstellung des OpAmps (z.B durch einen durchgeschlagenen Elko).
Hans-Joachim
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Antwort#4
Eine Schaltung der Eingangsstufe habe ich nicht im Internet gefunden.
Aber das User-Manual vom Macky 1202-VLZ pro.


Das User-Manual vom Macky 1202-VLZ pro
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Antwort#5
Hallo Hans-Joachim!
das 'Können' muss man aber auch erst lernen.
Es geht nicht darum, Wissen zu verweigern, es geht darum, daß man das Wissen
"wie repariere ich mein Mackie-Pult selbst" nicht in einem Internetforum vermitteln
kann.
Oder kannst Du hier vermitteln "wie löte ich richtig?" Das erfordert langes Üben.

Die Mikrofonstufen des Mackies sind mit Transistoren vor dem OpAmp aufgebaut.
Mit Sicherheit ist davon auszugehen, daß Maurice nicht die Möglichkeit hat, diese
auf gleiche Pärchen zu selektieren. Wird nur ein Transistor gegen Typen ausgetauscht,
von dem der freundlicher Herr an der Halbletertheke von Conrad sagt, der passe,
werden die technischen Daten nach der Reparatur gharantiert nicht mehr eingehalten.
Sollte ein OpAmp defekt sein (möglicherweise ein SMD) und ausgelötet werden
müssen, stehen die Chancen, die Platine bzw. Leiterbahnen zu verbraten, gut, wenn
jemand an solchen Geräten erste Löterfahrungen mit ungeeignetem Lötkolben sammelt.
Also werde ich den Teufel tun, eine Reparaturanleitung zu geben.
Apropos Schaltplan:
Ich habe in meiner Sammlung tatsächlich die Schaltpläne für den Mackie CR1604 VLZ.
Die Schaltung des VV ist etwas komplexer als nur zwei Transistoren und ein OpAmp:
Zu komplex, um sie hier als Hilfe zur Fehlersuche in allen Details zu erklären.
Auf Bekanntgabe der @mail-Adresse könnte ich die Schaltungsunterlagen versenden.
Viel Spaß beim Basteln an SMDs ...
Nichts für ungut ...
Juppy
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Antwort#7
Es ist zwar nicht der Schaltplan
vom Mackie 1202 VZL
sondern vom Mackie CR 1604.
Ja, eine schöne Mikrofon-Eingangsstufe.



Schaltplan Mackie CR 1604
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Antwort#8
Wende dich doch mal an den Mackie Kundendienst:
PA Service Team
Enschederstrasse 14
48529 Nordhorn
Tel: 05921 -304888
Ich habe die Fa. PA Service Team als sehr kompetent und hilfsbereit kennengelernt.
mfg
GerhardS
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Antwort#9
Hallo Juppy,
es wäre nett, wenn Du mir den Schaltplan schicken könntest, da ich ebenfalls im Besitz eines solchen Pultes bin.
[E-Mail-Adresse entfernt]
Danke
Martin
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Antwort#11
Entschuuuuldigung, habe den Link etwas später entdeckt.
Trotzdem würde Dir etwas mehr Freundlichkeit und weniger Arroganz gut stehen, wir sind hier nicht in der "Oberschule"
Schöne Grüße
Martin
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Antwort#12
Trotzdem würde Dir etwas mehr Freundlichkeit und weniger Arroganz gut stehen,
UUPS ...
Das war weder unfreundlich noch arrogant gemeint.
Hätte ich den "Oberlehrer" herauskehren wollen, dann hätte ich nicht den Link
nochmals gepostet, sondern Dich aufgefordert, den Diskussionsbaum durchzuforsten.
Gruß
Juppy
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Antwort#14
Da ich nicht davon ausgehe, daß das Rad ständig neu erfunden wird,
und Preise in der Herstellung auch über Mengeneinkauf gemacht werden,
vermute ich, daß die Eingangsstufen beider Pulte sehr ähnlich sind.
Deshalb sollte der angegebene Schaltplan durchaus eine Hilfe sein ...
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Antwort#15
Ich habe mir spaßeshalber die Mackie-Seite un die "Informationen" zu den
Vorstufen angeschaut. Was für platte Werbesprüche da gedroschen werden:
2 Jahre methodischen Forschens
Schutz gegen "hot plug" bei Kondensatormikrofonen
Höchste RFI-Festigkeit
...
Der Schaltplan zeigt eine solide Mikrofonvorstufe - nicht mehr, nicht weniger.
Aber was aus zwei Jahren Forschung darein geflossen ist, ist mitunter schon aus dem V7x-
Röhrenzeitalter bekannt.
Der "hot plug"-Schutz mit Dioden ist Standard, der in jedem Kochbuch aufgeführt wird und
in _jedem_ billigen PreAmp zu finden.
Bleibt zu hoffen, daß wirklich alle kritischen Bauteile des Vorverstärkers - wie auf
der Mackie-Seite versprochen - selektiert bzw. gepaart sind. Die Transistoren alleine zu
paaren reicht bei weitem nicht aus, um die beworbene RFI-Festigkeit zu erreichen ...
Ach ja: Dauerkurzschlußfestigkeit der Phantomspeisung:
Die 6k8-Widerstände sind laut Schaltplan mit 0,25 W dimensioniert. Rechnen wir mal nach:
U = I * R
I = U / R = 48 / 6800 = 0,0071 A
P = U * I = 48 * 0,0071 = 0,3388 W
Das sind im Kurzschlußfall (z.B. defektes Kabel) fast 50 % mehr Verlustleistung als die 0,25 W,
für die der Widerstand spezifiziert wurde. Wenn am Abend für den nächsten Tag aufgebaut wurde
und über Nacht penetrant 1/3 Watt verbraten wurde, hat dieser Widerstand garantiert nicht mehr
seine ursprünglichen Eigenschaften.
Wollte man diese Stufe mit selektierten Bauteilen so aufbauen, daß damit die theoretischen Werte
auch in der Praxis erreicht werden, sind wir in der (Preis-)Klasse von z.B. SCHOEPS, die solche
Qualität durch Schaltungsdesign _und_ Aussuchen der Bauteile erreichen - sprich 1.000 $.


XDR... esoteriec microphone preamplifier sound quality is now affordable.
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Antwort#16
Ich staune immer wieder, was sich die Leute alles für exotische Kunstschaltungen ausdenken, nur um die Kopplung zweier Spulen (sprich Vermeidung von Übertragern) zu vermeiden! Den ganzen Aufwand an Transistoren könnte man sich sparen, wenn man statt deren einen entsprechenen Übertrager einsetzen würde, der dann eine nahezu rauschfreie Spannungsverstärkung bewirkt.
Außerdem ist in der Eingangsschaltung noch ein banaler Lapsus!:
Die HF-Doppel wird vom Phantomspeistrom in beiden Wicklungen im gleichen Wickelsinn durchflossen (siehe Lage der Flußpunkte der magnetischen Kopplung !). Dadurch wird die Drossel aufmagnetisiert und die Permeabilität reduziert sich, was folglich auch die Induktivität vermindert.
Die Bezeichnung "esoteric" paßt zu solchem Lapsus!
MfG
Rainer
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Antwort#17
exotische Kunstschaltungen ausdenken, ... um Übertrager zu vermeiden
Außerdem ist in der Eingangsschaltung noch ein banaler Lapsus!:
Die HF-Doppel wird vom Phantomspeisestrom in beiden Wicklungen im gleichen
Wickelsinn durchflossen, was folglich auch die Induktivität vermindert.
1. Gute Übertrager sind weitaus teuer als ein paar Transistoren vom Gurt
2. Ein Übertrager ist in seiner Übersetzung nicht einstellbar. Jene Schaltung mittels Poti schon.
Im übrigen eine Standardschaltung, die seit Jahr(zehnt)en bekannt ist.
Noch eine schöne esoterische Phrase (sinngemäß zitiert):
"unsere Eingänge sind unabhängig von den Eigenarten des Mikrofonkabels neutral."
Die Probleme mit Kabeln dürften wohl eher die Ausgangsstufen der Mikrofone haben.
Habe ich glatt übersehen - aber dagegen hilft der "Gabor Link"
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Antwort#18
Hallo Juppy,
Übertrager kann man mit Anzapfungen bauen. Kennst Du die Schaltung von Dr. Corinth? Sie ist übertragersymmetriert und ist einstellbar von 0...70 dB !
In den professionellen Mikrofonverstärkern der V x76-Reihe wird die Verstärkung in Stufen eingestellt, was teilweise an Übertrageranzapfungen erfolgt, als auch mit Änderung der Gegenkopplungswiderstände und Feineistellung über Poti.
Eines steht jedenfalls fest: Ein Mikrofonverstärker ohne Eingangsübertrager bekommt man nicht in die Spezifikationen des IRT-Pflichtenheft 3/5 (betreffend die Betriebskennlinie).
Übrigens ist mir noch ein 2. Lapsus in der Schaltung aufgefallen:
Das HF-Filter am Eingang unterdrückt nur unsymmetrische Störungen. Symmetrische Störungen werden durchgelassen weil für sie die Wicklungen der HF-Drossel in Gegenreihe liegen und die Induktivitäten sich gegenseitig aufheben !
Mir geht es oftmals so, daß mir mein Gefühl für Schaltungen einen Fehler meldet, obwohl ich den Fehler noch nicht bewußt entdeckt habe. Aber irgendwie merke ich dann: "da ist ein Wurm drin". Und so ging es mir beim Betrachten der Macki-Schaltung auch wieder.

MfG
Rainer
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Antwort#19
Hallo Rainer, leider habe ich nicht so ein schnelles Auge für solche Designfehler oder -unzulänglichkeiten. Kannst du mal näher sagen, was das in der Praxis für Auswirkungen hat bzw. haben kann?
Bislang hatte ich -allerdings nur aus 2.Hand- nichts schlechtes gehört über die Mackie-Teile, bin zwar generell immer sehr kritisch, aber man wird wirklich sehr oft geblendet vom Marketing-Glanz...
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Antwort#20
Das bedeutet, daß Störungen zwischen Schirm und AderN(!) (unsymmetrische Störungen) zwar unterdrückt werden, aber Störungen ZWISCHEN den Adern des Mi-Kabels hindurchgelassen werden.
Bei einem übertragersymmetrierten Mi-Verstärker werden die unsymmetrischen Störungen dadurch unterdrückt, daß sie a) gleichtaktig auftreten und b) daß zwischen der Primär- und der Sekundärwicklung des Übertragers nochmals eine Schutzfolie liegt, die als HF-Abschirmung wirkt.

Grüße
Rainer
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