Hallo Christopher. In dem Sinne wie hier geschildert kann ich das auch bestätigen. Dass (insbesondere mehrere gleichzeitig) anwesende Musiker das Arbeitstempo sehr verlangsamen können, ist mir klar. Nur muss IMHO "der Musiker" schon das letzte Wort haben. WER das ist, ist eine andere Frage. Beim Orchester würde sich z.B. der Dirigent anbieten oder sonst eine "neutrale" Person, bei der Rock-Band müssen die halt unter sich ausmachen, wer am Ende dem Werk seinen Segen erteilt. Das kann auch ein Mitglied einer anderen Band sein. Mich stört halt die herablassende Art von Rainer (in seiner Antwort auf meinen Beitrag ja schon wieder), Musikern jegliche Ahnung abzusprechen und sie tendenziell als esoterisch angehauchte Käuze zu betrachten. Lieber Rainer: ich hoffe, dass dir noch ein paar Musiker wohlgesonnen bleiben, damit du nicht in 10 Jahren ausschließlich Vogelgezwitscher (das allerdings in höchster technischer Perfektion) aufnehmen und mischen musst... Jens
Hallo Detlev. Ich stimme dir voll und ganz zu. Es wäre in der Tat töricht(...) und die Sichtweise(...) ist voll daneben. Nur scheint das manch einer hier etwas anders zu sehen. Bzw. formuliert seine hoffentlich andere Meinung so missverständlich, dass es in meinen Ohren so ankommt... Jens
Hallo Rainer. "Wenn 2 Audiodateien absolut übereinstimmen und im Subtraktionsvergleich "null" herauskommt, dann klingen sie gleich und jede Diskussion über irgendwelche Unterschiede ist daher absurd." Richtig. Aber wir erinnern uns: Im konkreten Fall hat der Musiker nicht gesponnen, sondern richtig gehört. Wenngleich es nicht an der Datei lag, sondern an einer anderen (schlechten) Abspielsoftware. "Und wenn in der Hifi-Esoterik über Klangunterschiede von Kabeln, Netzfilter etc. geredet wird, dann ist dies schlichtweg dummes Zeug. Und auf dieses Niveau brauchen wir uns nicht herabzulassen, anderenfalls laufen wir Gefahr ebenso wie die Hifi-Szene uns dem Gespött auszusetzen." 100% ACK. "Wenn man "Unterschiede" hören will, dann hört man diese auch, obwohl sie physikalisch nicht vorhanden sind. Gerade der "analoge Wärme"-Thread beweist doch eindeutig, wie falsch diese Annahmen von Musikern sind." Da ist es schon wieder. Mann, mann... Welche Annahmen meinst du konkret? Wir waren in besagtem Thread irgendwann bei verzerrten Gitarren gelandet, die durch technisch absolut mangelhafte (in Bezugauf Linearität) Röhrenverstärker zum Klingen gebracht werden. Solltest du immer noch dieses Beispiel meinen, so muss ich dir sagen: Hier bist DU auf dem Holzweg. Zeige mir den Digital- oder MOSFET-Amp, der wirklich so klingt wie ein AC30 oder ein anderer beliebiger Amp. Belege das mit Blind-AB. Es hat bisher noch niemand geschafft. "Würden wird nach diesen Meinungen unsere technischen Enwicklungen vornehmen, käme das größte Chaos heraus, weil es keine genormten Ohren gibt." Niemand erwartet von dir oder einem Entwicklungsingenieur, dass auf der Grundlage von 30 Jahre alten Gitarrenverstärkern hochpräzise Abhörverstärker gebaut werden sollen. Auch Musiker (und sogar Gitarristen) legen an vielen Stellen (Effektgeräte, Monitoring, PA) Wert auf Linearität und Detailtreue - und greifen selbstverständlich dort _nicht_ zu Röhrentechnik. Lediglich dort, wo Verzerrungen und "Schmutz" ausdrücklich _erwünscht_ sind, halten sie solange an der alten Technik fest, bis es gangbare Alternativen gibt. Jens
Was ich eigl. meinte ist was anderes. Manchmal hört ein Musiker Unterschiede von denen wir glauben dass es sie nicht geben dürfte. Vieles davon ist auch eingebildet, da hast du recht, aber nicht alles. Und deswegen sollte man den unbeteiligten erstmal glauben und die anderen möglchen Fehlerquellen - die man übersieht - mit einbeziehen. Man darf nämlich auch nicht genau das Gegenteil machen wie die HIFI-Leute die Unteschiede sich einbilden, und keine Unteschiede hören wo welche sind. Nur weil etwas nicht sein kann, was nciht sein darf. Und nur allzuoft gibt es einige bis dahin unbeachtete Fehlerquellen.
Lieber .Jens, wo bitte _genau_ schreibt Rainer "in seiner Antwort auf" deinen "Beitrag ja schon wieder", daß er "Musikern jegliche Ahnung [abspricht] und sie tendenziell als esoterisch angehauchte Käuze betrachtet"? redi ps Genau hören ist wichtig, genau lesen (und schreiben, gell tthorsten,) auch!
Hallo redi... Du fragst, wo _genau_ Rainer Musikern in seinem Beitrag Kenntnisse abspricht. Bitte schön: "Ich habe solche Täuschungen bei Musikern definitiv schon erlebt wo einer einen Unterschied zu hören glaubte obwohl physikalisch unmöglich einer sein konnte, weil überhaupt nichts verändert wurde." Das mag richtig sein. Solchen Täuschungen unterliegen aber auch alle anderen Menschen, inklusive Tontechniker. Das sagt Rainer auch etwas weiter unten selbst, warum also hier die Musiker so negativ hervorheben? "Wenn man "Unterschiede" hören will, dann hört man diese auch, obwohl sie physikalisch nicht vorhanden sind. Gerade der "analoge Wärme"-Thread beweist doch eindeutig, wie falsch diese Annahmen von Musikern sind." In diesem Thread behauptete Rainer, dass alles, was die Röhrentechnik könne, von Transistoren heute besser geleistet würde. Dabei hat er beharrlich die Hifi-Esoteriker (Röhren-Hifi-Verstärker) mit Gitarristen, die massive Röhrenverzerrung als Stilmittel einsetzen, in einen Topf geworfen. Ansonsten lies dir den Beitrag im Ganzen noch einmal durch - es bleibt bei mir durch die ständige Vermischung von Hifi-Voodoo und dem eigentlichen Thema ("hören Musiker Gespenster?") durchaus der Eindruck haften, dass Rainer zwischen diesen beiden Welten nicht differenziert. Um es klar zu stellen: Ich bin bezogen auf die Hifi-Esoteriker mit Rainer völlig einer Meinung. Auch ich halte Diskussionen um "Kabelklang", vergoldete Netzzuleitungen und ähnliches ebenfalls für absoluten Unfug. Wenn aber z.B. ein Gitarrist gerne ein spezielles Kabel benutzen möchte zwischen seiner Gitarre und dem Verstärker (und nicht ein x-beliebiges Klinke-Klinke-Kabel, was gerade zur Hand ist), so ist das nicht zwangsläufig Unsinn. Denn Gitarrenkabel haben durchaus andere Widerstände und Kapazitäten als "normale" Line-Kabel, was im Zusammenspiel mit der passiven Elektronik in der Gitarre und der Impedanz der Tonabnehmer durchaus Einfluss auf den Klang hat (ja, auch messbar). Da verschiebt sich gerne mal ein Resonanzmaximum um eine halbe Oktave. Jens
Hallo Jens, Um es Dir noch mal zu verdeutlichen: Ich habe niemals den Musikern irgendwelche Fähigkeiten abgesprochen, sondern ich möchte nur verdeutlichen, daß Musiker genauso Täuschungen unterliegen wie jeder andere auch. Die oft gehörte Behauptung daß Musiker besser hören als andere Menschen stimmt definitiv nicht. Zum anderen aber kenne ich Musiker die sich auf ihre Hörfähigkeiten was besonderes einbilden und meinen, sie seien die Tester aus Gottes Gnaden. Sie sind nur mehr auf trainiert was das Hören von musikalischen Details betrifft, nicht aber auf das Hören von Artefakten physikalisch-technischen Ursprungs. Und ich habe auch niemals behauptet, Musiker seien ein notwendiges Übel. Ich sage nur ganz klar und deutlich: MUSIKER SIND NICHT DIE GEBORENEN TESTER aus Gottes Gnaden! Ich habe nur zu gut erlebt wenn Musiker Regielautsprecher beurteilen: Es kommt Unsinn heraus. Und es kommt deshalb Unsinn heraus, weil dem Musiker nicht klar ist, daß ein Regielautsprecher ein Gerät ist zur Beurteilung der tontechnischen Arbeit und nicht ein Gerät was bloß "musikalisch klingen" soll. Der Musiker beurteil auf emotionaler Basis, aber nicht nach physikalischen Fakten. Daher gefällt ihm "Röhrenklang" subjektiv besser als eine physikalisch korrekte Reproduktion. Weiterhin habe ich auch nicht Hifi-Esoteriker mit Gitarristen in einen Topf geworfen. Von diesen hifi-Freaks distanzieren wir uns mit Recht, weil ihre Argumentation jeder physikalischen Grundlage entbehrt. Ich habe weiterhin nur geschrieben, daß man durchaus mal darüber nachdenken sollte, ob nicht Gewohnheiten der Vergangenheit abgelegt werden sollen. Das gilt auch für jegliche Art Verzerrung als Stilmittel. Und im Übrigen kann man das ohne weiteres auch mit Halbleiterschaltungen realisieren. Ein "weiches" Netzteil und entsprechende nichtlineare Schaltungen vorgesetzt und schon kann man damit noch viel mehr anstellen, als mit reinen Röhrenschaltungen, weil man mit solchen nichtlinearen Schaltungen den Grad der Verzerrung sogar noch kontinuierlich verstellen kann. Und nochmals zum Hifi-Voodoo: Diese Leute hören definitiv Gespenster! Dazu sind schon oft genug Versuche gelaufen die dies beweisen. Aber wenn mir ein Musiker sagt (auch wenn ich diesen sonst noch so sehr schätze) daß er einen Unterschied hört, wo definitiv keiner sein kann, dann ist das ganz lapidar ausgedrückt "Einbildung". Der konkrete Fall war nämlich, daß der Kopfhörer zum Abhören auf eine anderen Buchse steckte, die einfach mit nur 5 cm Draht parallel geschaltet war zur anderen KH-Buchse. Das hatte der Musikerkollege gesehen und schon glaubte er einen Unterschied zu hören. Suggestionswirkung also. Das bedeutet für mich, daß das Ohr eines Musikers genauso suggestiv beeinflußbar ist, wie das eines jeden anderen Menschen auch. Das ganze Thema "Gitarrenkabel" habe ich auch nicht bestritten. Das Thema hatten wir in einem früheren Thread übrigens schon einmal. Keiner der etwas von Vierpoltheorie versteht, wird bestreiten daß Quellwiderstand und Kabelkapazität eine Wechselwirkung zueinander haben. Aber selbst dieser Sachverhalt wird von Hifi-Freaks bestritten. Somit kann ich solche Leute nicht ernst nehmen und muß ihre Theorie als Unsinn abtun. Um es nochmals zusammen zu fassen: Für die Qualtiätsbeurteilung tontechnischer Geräte sind Musiker nicht die geeigneten Tester! Sie beurteilen nicht nach physikalischen Fakten sondern rein emotional. Und ein solcher Weg führt zwangsläufig in die Sackgasse. Bitte lies nochmal den Aufsatz "Das Mikrofon zwischen Physik und Emotionen" von Jörg Wuttke (Fa. Schoeps). Er beschreibt genau das was ich auch schon beobachtet habe. Und im Übrigen lege ich Wert darauf, daß wenn man mich zitiert, mich auch korrekt zitiert und daß man nicht Dinge in meine Postings hineininterpretiert die nicht im Entferntesten drin stehen, wie z.B. "Der Musiker - ein notwendiges Übel...". Diesen Satz hast Du geschrieben - nicht ich.
Hallo Jens, Also eigentlich könnte ich hier jetzt fuchsteufelswild werden wegen Deinem Satz: "Mich stört halt die herablassende Art von Rainer (in seiner Antwort auf meinen Beitrag ja schon wieder), Musikern jegliche Ahnung abzusprechen und sie tendenziell als esoterisch angehauchte Käuze zu betrachten. " Das habe ich nie gesagt und ich will meine Aussagen auch nicht in dieser Weise verstanden wissen! Ich kenne Musiker, die auch technisch soliden Sachverstand haben und auch physikalische Fakten bei ihren Aussagen ganz klar in Betracht ziehen und ich kenne andere, die einfach nur hirnrissigen Unsinn erzählen und sich wer weiß was auf ihre Hörfähigkeiten einbilden (und z.T. es auch in ihrer musikalischen Laufbahn nicht weit gebracht haben). Das ändert nichts an der Tatsache, daß Musiker nicht automatisch kompetent sind zur Beurteilung von physikalisch-technischen Qualitätsparametern. MfG Rainer
Jens, Zitat: "Richtig. Aber wir erinnern uns: Im konkreten Fall hat der Musiker nicht gesponnen, sondern richtig gehört. Wenngleich es nicht an der Datei lag, sondern an einer anderen (schlechten) Abspielsoftware." Das mag ja alles richtig sein, aber bitte: Dann soll einer nicht solch einen Quatsch verbreiten, daß zwei identische Dateien unterschiedlich klingen, wie dies vielerseits schon zu vernehmen war. Es ist hier genauso wie bei einer Messung: Ein Meßergebnis ist wertlos, wenn nicht klar ist, wie es ermittelt wurde. Es sollte sich jeder angewöhnen, in solchen Fällen immer die Bedingungen zu nennen, anstatt nur irgendein Ergebnis. Dann enstehen auch solche Streitigkeiten nicht. MfG Rainer
Hallo Rainer... "Das mag ja alles richtig sein, aber bitte: Dann soll einer nicht solch einen Quatsch verbreiten, daß zwei identische Dateien unterschiedlich klingen, wie dies vielerseits schon zu vernehmen war." Das hat HIER auch kein Mensch getan. Hier war allen beteiligten klar, dass es eigentlich nicht sein kann, und schließlich wurde der Fehler gefunden. Und: wären von Anfang an (dem Threadersteller) alle Bedingungen klar gewesen, dann wäre der Fehler schon vor dem allerersten Beitrag hier gefunden gewesen. Da dreht man sich im Kreis. Jens
Hallo Rainer. Du könntest fuchsteufelswild werden ob meiner Aussage, und schreibst: "Das habe ich nie gesagt und ich will meine Aussagen auch nicht in dieser Weise verstanden wissen!" Gut. Dann solltest du evtl. in Zukunft so formulieren, dass das auch unmissverständlich klar wird. Und nicht z.B. in einem Beitrag Musiker und Hifi-Spinner in einem Atemnzug nennen, sondern etwas klarer differenzieren. Etwas weiter oben schrieb ich ja schon, dass ich hoffe, mich zu täuschen. "Ich kenne Musiker, die auch technisch soliden Sachverstand haben und auch physikalische Fakten bei ihren Aussagen ganz klar in Betracht ziehen und ich kenne andere, die einfach nur hirnrissigen Unsinn erzählen und sich wer weiß was auf ihre Hörfähigkeiten einbilden." Da stimme ich dir zu. "Das ändert nichts an der Tatsache, daß Musiker nicht automatisch kompetent sind zur Beurteilung von physikalisch-technischen Qualitätsparametern." Ebenfalls volle Zustimmung. Umgekehrt gilt aber auch: Sie sind nicht automatisch inkompetent. Wenn das zweite Paar Ohren vielleicht etwas hört, was dem Ohrenpaar des Technikers verborgen geblieben ist, so ist das etwas, dem man nachgehen sollte. Jens
Hallo Rainer. nachdem wir unsere Standpunkte zur Genüge ausgetauscht haben, können wir das Kriegsbeil gerne wieder begraben. Ich habe dich offensichtlich missverstanden. In einem Punkt muss ich aber hart bleiben: Du sagst "Der Musiker beurteil auf emotionaler Basis, aber nicht nach physikalischen Fakten. Daher gefällt ihm "Röhrenklang" subjektiv besser als eine physikalisch korrekte Reproduktion." Das, was einem Musiker am "Röhrenklang" besser gefällt, ist gaaanz weit entfernt von korrekter (=linearer) Reproduktion, und das ist gewollt. Da muss man wieder unterscheiden zwischen der Aufnahmeebene (z.B. einem Röhren-Channelstrip, wie er bei Gesangsaufnahmen zum Einsatz kommt), und der dem Instrument zugeordneten (einem Gitarrenverstärker). Ersterer fügt zum Signal lediglich eine Prise Obertöne hinzu, was manch einem subjektiv besser gefällt als eine hochlineare Abbildung. Das fällt für mich im weitesten Sinne unter Psychoakustik und ist in der Tat mit Halbleitern vom Effekt her genausogut und was Artefakte angeht besser zu bewerkstelligen. An dem Punkt kann man in der Tat versuchen, Überzeugungsarbeit zu leisten, indem physikalische Argumente eingebracht werden. Letzterer jedoch arbeitet im massiv nichtlinearen Bereich, und zwar weit über die Effekte einer gekrümmten Kennlinie hinaus. Die lineare Abbildung des Signals einer E-Gitarre klingt schauderhaft, auch dann, wenn per Channelstrip ein paar Prozent Harmonische beigemischt werden. Erst eine deutlich übersteuerte Vorstufe und das Resonanzverhalten der Kombination Endstufe/Box macht eine E-Klampfe zu dem, was sie ist. "Und im Übrigen kann man das ohne weiteres auch mit Halbleiterschaltungen realisieren. Ein "weiches" Netzteil und entsprechende nichtlineare Schaltungen vorgesetzt und schon kann man damit noch viel mehr anstellen, als mit reinen Röhrenschaltungen, weil man mit solchen nichtlinearen Schaltungen den Grad der Verzerrung sogar noch kontinuierlich verstellen kann." Wie gesagt: Für diffizile Beimischung von Harmonischen mag das sein. Für den Gitarrensound ist das zu einfach gedacht. Das, was du beschreibst, ist in etwa das, was Ibanez mit dem TubeScreamer macht. Das ist ein brauchbarer Effekt, aber kein Ersatz für einen Vollröhren-Amp. Es klingt komplett anders (die Unterschiede würde auch der größte Skeptiker nicht leugnen können). Was glaubst du, warum die einzigen Röhrenlosen Amps, die unter Gitarristen langsam Akzeptanz finden, eben nicht auf analogen Halbleiterschaltungen beruhen, sondern auf digitaler Simulation des Röhrenverhaltens per "Physical modeling"? Wenn das so einfach geht, wie du sagst, dann nur zu. Du wirst steinreich werden, wenn du überzeugende Ergebnisse lieferst. Musiker sind nämlich neuen Ideen gar nicht so abgeneigt, wie du denkst. Es muss am Ende nur das herauskommen, was sie sich vorstellen. Rasant steigende Verkaufszahlen von Modeling-Amps und Ampsimulatoren belegen das. Man darf nur nicht versuchen, den Musikern ihre liebgewonnenen Klangvorstellungen zu nehmen - das ist ein Eingriff in die künstlerische Freiheit. Dazu noch eine Anmerkung zum Thema "Abkehr von Gewohnheiten". Du scheinst in der (im weitesten Sinne) Klassik eher bewandert zu sein. Es ist heute möglich, per Computersimulation und CNC-Fräse weitaus "perfektere" Violinen, Flügel etc. zu designen und mit gleichbleibender Qualität zu fertigen, als Stradivari, Blüthner, Bösendorfer etc. je konnten. Fazioli verfolgt ja bei Flügeln genau diesen Ansatz, ob es ähnliches bei Streichern gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber die Akzeptanz der Musiker, Produzenten und Hörer bleibt bis auf wenige Ausnahmen aus. Die begehrtesten Instrumente sind nach wie vor die, die traditionell gefertigt werden. Mit all ihren Unzulänglichkeiten nicht streng nach physikalischen Gesichtspunkten, sondern allein auf jahrzehntelanger Erfahrung des Instrumentenbauers beruhend. Diesen Bereich solltest du also getrost den Musikern überlassen. Dann kommen wir uns auch nicht ins Gehege ;-) MfG Jens
Für den Gitarrensound ist das zu einfach gedacht. Was glaubst du, warum die einzigen Röhrenlosen Amps, die unter Gitarristen langsam Akzeptanz finden, eben nicht auf analogen Halbleiterschaltungen beruhen, sondern auf digitaler Simulation des Röhrenverhaltens per "Physical modeling"?
Das, was du beschreibst, ist in etwa das, was Ibanez mit dem TubeScreamer macht. Das ist ein brauchbarer Effekt, aber kein Ersatz für einen Vollröhren-Amp. Es klingt komplett anders (die Unterschiede würde auch der größte Skeptiker nicht leugnen können). Mich hat für Metal-Sound bislang kein einziger Vollröhrenamp überzeugen können. Immer (!) komme ich auf den Valvestate zurück. Zwar auch Röhre, aber nur als Verzerrer, nicht als Verstärker als solcher. Und der Sansamp der ebenfalls oft benutzt wird, ist volltransistoriert! Die Behauptung Gitaristen wollen nur Röhrenamps kann ich nicht bestätigen. Im Gegenteil gerade die Fraktion wo Gitarre fast alles ist ist erstaunlich wenig Röhrenfetischist! Im Gegenteil Matsch ist da gar nicht gefragt, oft sogar gerade kalte Klarheit. (der Terminus "kalt" fiel wirklich!) Das ist eh die Zukunft, da billiger und universeller.
Moin... "Und der Sansamp der ebenfalls oft benutzt wird, ist volltransistoriert!" ...und ein Modeling-Amp. Digitale Simulation != analoge Halbleiterzerre. "Die Behauptung Gitaristen wollen nur Röhrenamps kann ich nicht bestätigen. Im Gegenteil gerade die Fraktion wo Gitarre fast alles ist ist erstaunlich wenig Röhrenfetischist! Im Gegenteil Matsch ist da gar nicht gefragt, oft sogar gerade kalte Klarheit. (der Terminus "kalt" fiel wirklich!)" Die Behauptung habe ich so auch nicht aufgestellt. Ich sagte nur: Dort, wo Röhrensound gewünscht ist, gibt es auf Transistorbasis (noch fast) keine Alternative. Sicher gibt es je nach Stilrichtung und Musiker-Individuum auch andere Vorlieben (der Fuzz-Sound ist ja das krasseste Beispiel). Die aktuellen Metal-Brettsounds sind ja denn auch (du sagst es) eher kalt, harsch als voll und warm (um mal bei so unwissenschaftlichen Ausdrücken zu bleiben). Aber frag mal einen Blueser oder einen aus der "klassischen" Rockfraktion. Und man muss auch immer bedenken, ob der letztlich gewünschte Sound schon in einer einzelnen Spur erzielt werden soll, oder durch massives Doppeln. 3-4*Valvestate macht "untenrum" sicher ordentlich "wumms" - alleine klingt es eher harsch. Fazit: jeder so, wie er mag. Nur - wenn einer Röhre mag, dann möge man ihn allenfalls durch überzeugenden Sound vom Gegenteil überzeugen ("nimm mal den Amp hier und spiel mal was ein, und dann hör mal selbst"), nicht durch die Aussage, Transistoren könnten das grundsätzlich besser. Das wird meist nicht funktionieren. Und ich finde, auch mit Recht... Jens
"Und der Sansamp der ebenfalls oft benutzt wird, ist volltransistoriert!" ...und ein Modeling-Amp. Digitale Simulation != analoge Halbleiterzerre. Falsch! Ich zitiere von harmony-central: "The controls are very precise and fast acting, if you are used to dialling in with a lot of movement you may overcompensate! The manual states which controls emulate poweramp distortion etc. Along with the standard EQ which is in the form of treble & bass, you have parametric distortion/tone EQ in which each knob affects a specific frequency of a dialled in tone The rest of the preamp is pure FET based analogue circuitry. I will not go into the authenticity of the tones in this review as I feel that aspect has been covered by earlier reviews and forums instead I?d focus on a few other aspects. Do not confuse this Preamp with the Physical modelling toys that masquerade as preamps. The Sansamp is a REAL preamp. I do not have anything against digital (in fact I love digital technology) but most of the Physical modelling amplifiers barring a select few just don?t cut it like a real amplifier. " http://www.harmony-central.com/Guitar/Data/Tech_21/SansAmp_PSA_1_Preamp-01.html
Die Behauptung habe ich so auch nicht aufgestellt. Ich sagte nur: Dort, wo Röhrensound gewünscht ist, gibt es auf Transistorbasis (noch fast) keine Alternative. Aber frag mal einen Blueser oder einen aus der "klassischen" Rockfraktion. Und man muss auch immer bedenken, ob der letztlich gewünschte Sound schon in einer einzelnen Spur erzielt werden soll, oder durch massives Doppeln. 3-4*Valvestate macht "untenrum" sicher ordentlich "wumms" - alleine klingt es eher harsch. Transistoren könnten das grundsätzlich besser. Das wird meist nicht funktionieren. Und ich finde, auch mit Recht...
Sehe ich nicht so. Ich sehe eher dass da kein wirklicher Markt dafür da ist. Wer Röhrensound will, will oft auch Röhren glimmen sehen. Ich weiss. Ich wollte auch nur erwähnen es gibt nicht nur die Gitaristen, die nur Vollröhre spielen wollen und nur Vintage-Klampfen spielen. Es gibt auch die, die eine Telecaster verachten... Nö. Ich recorde gerade mal wieder mit Valvestate, Engl-Box, LesPaul-verschnitt (Heritage) und HEAD-Stimmung (wer stimmt denn noch auf E...?). Bislang nix besseres. Und im Gegensatz zu 90% aller Röhrenamp passiert auch (ein bisschen) was wenn man am EQ dreht... Nicht immer.
also hier muss ich ausnahmsweise mal mein meinungsstatement abgeben, denn ich habe auch solche erfahrungen gemacht, bei mir selbst und anderen musikern. also ich bin multiinstrumentalist, und hatte vor ca. 4 jahren(als ich mit der tontechnik angefangen habe) voll das Problem beim abmischen. und zwar aus genau den gründen die Rainer da oben stehn hat. Schlimmer noch, ich hab zurückgespult und nochmal gehört, und nochmal etc. und immer war es etwas anderes an dem ich was auszusetzen hatte. daher hatte ich immer einen total verknaupten mix... bis ich in grösseren studios mal den tonis auf die finger bzw. bei der arbeit zugeschaut habe. seit ein paar jahren nun kann ich das mit dem mixen recht gut, da ich den musiker in mir vom tontechniker (gerade beim mix) mehr trennen gelernt habe. Dadurch habe ich erkannt: kalkül, eine ordentliche Portion Fachwissen, und ein gutes Gehör machen schon die hälfte eines guten mixes aus. je schneller er gemacht wird, desto besser wird er. zu einem anderen eben erwähnten beispiel möchte ich auch noch was sagen: Musiker täuschen sich über die im mix enthaltenen verhältnisse relativ oft. da es heute ohne weiteres möglich ist, ohne ein studio mit fachleuten aufzusuchen, mehrspuraufnahmen zu erstellen kommen auch immer mehr bands zu mir gelaufen und halten in ihrer hand das tape, das sie gerne remixen möchten. manchmal kommt auch nur einer, etwa der drummer, der bei der platte absolut gar nicht mit dem sound zufrieden war etc. natürlich gibt es auch die andere seite die ich hier darstellen will. Ein Toni, den man aufsucht um seine platte aufzunehmen, er hat weder lust, noch kennt er sich richtig mit den geräten aus und so weiter. solche leute als tontechniker zu bezeichnen wäre fast frevel.
dazu hab ich auch nochma ne konkrete frage an dich: unsere letzte platte zerrt. es klingt wie als wäre der limiter übersteuert oder sowas ähnliches. im studio hatte sie das nicht getan. auf manchen anlagen zerrt es nicht, aber auf den meisten schon. und ich denke das ich vom studio verlangen kann, dass es auf allen normalen hifi anlagen läuft oder etwa nicht? weist du ob ein unterschied zw dat und cd player/cd player in bezug auf den headroom besteht... oder an was könnt das sonst hängen. es zerrt auch auf meinem studio zeugs (da hört man es sogar extrem deutlich).
"""Bitte schön: "Ich habe solche Täuschungen bei Musikern definitiv schon erlebt wo einer einen Unterschied zu hören glaubte obwohl physikalisch unmöglich einer sein konnte, weil überhaupt nichts verändert wurde." Das mag richtig sein. Solchen Täuschungen unterliegen aber auch alle anderen Menschen, inklusive Tontechniker. Das sagt Rainer auch etwas weiter unten selbst, warum also hier die Musiker so negativ hervorheben? """ weil sie es eben öfter falsch machen als die tontechniker, sonst wären die ja die tonis und uns bräuchte es nicht zu geben!!!
Hallo dB, vermutlich hast du dieses Posting nicht gelesen. http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/29427.htm Alle Masterer wissen, dass man bis 0dBFS nur sauber auf Studigeräten hören kann. Alle üblichen Heim-CD-Player fangen bei hohem Pegel in der Nähe von 0 dBFS an zu krächzen, weil die DA-Wandler so grottenschlecht sind. Jörg
Ich kann dazu nur sagen: Wenn das Studio digitale Aussteuerungsmesser benutzt, dann sollte man so etwa bis -0,5 dB aussteuern damit man auf der sicheren Seite ist. Werden analoge Aussteuerungsmesser benutzt, sollten diese unbedingt auf die schnelle Zeitkonstante von 1 oder gar 0,1 ms umschaltbar sein und auch darauf umgeschaltet werden, denn der DIN--Aussteuerungsmesser nach IRT 3/6 hat da zu lange Integrationszeiten. Ansonsten würde ich mir keine großen Gedanken machen, ob es auf allen Hifi-Anlagen sauber klingt, denn welche HiFi-Anlagen soll der Studiotechniker als Maßstab nehmen?. HiFi-Anlagen halten sich weder an irgendwelche Studionormen noch sind die Wandler in der Regel so hochwertig daß man für unverzerrte Wiedergabe garantieren könnte. Das ist geauso wie bei machen Fernsehern: Manche zeigen ein sauberes Bild, mache haben Farbverfälschungen. Auch hier kann man das Film- oder Videostudio nicht für diese Fehler verantwortlich machen. Was den Headroom betrifft, gilt für DAT und CD das selbe. Denn DAT arbeitet ja auch wie die CD mit 16 Bit.