Moin zusammen, hat hier jemand mal zufällig die Qualität von den gesampelten Impulsantworten eines Halls mit dem Originalhall verglichen? Es gibt ja im Netz diverse Downloadmöglichkeiten von Impulsantworten verschiedener Hallgerätehersteller, z.B. auf der Samplitude-Support-Page die vom TCM3000 oder unter echochamber.ch, noisevault.com etc. Mich würde mal interessieren, ob jemand einen A-B-Vergleich zwischen dem Gerät und dem, was z.B. Samplitude aus den Impulsantworten errechnet, gemacht hat. Ist es tatsächlich möglich, ein großes Lexicon mit den Samples zu simulieren, oder entsteht nur ein Hall, der ähnlich wie das Original klingt? Leider besitze ich keines der teuren Geräte, um dies selber vergleichen zu können, so dass ich mich über Erfahrungsberichte sehr freuen würde. Grüßle aus Freiburg Sebastian
Hallo, man muss sich vom Gedanken lösen, dass Hallgeräte umso besser klingen, je genauer der Nachhall dem Origialhall eines berühmten Konzertsaals nachgebildet ist. An den Nachhall-Prozessor Sony DER-S 777 (Digital Sampling Reverb) hatte man hohe Erwartungen gestellt, die klangmäßig nicht erfüllt werden, trotz massiver Werbung. Verschiedene große echte Konzertsäle sind als Impusantworten auf einer CD-ROM zum Einladen gespeichert. Die Idee trocken aufzunehmen und dann die "Akustik" vom Goldenen Saal des Wiener Musikvereins darüberzugießen ist total falsch, wird aber gerne geglaubt. Welcher Musiker lässt sich dazu zum Spielen in einen schalltoten Raum bewegen? Das gleiche unlösbare Problem gibt es bei Aufnahmen zur Wellenfelsynthese WFS. Gerne wird das verschwiegen. Darum sei es hier mal gesagt. Der Vergleich von Impulsantworten von Hallgeräten mit Originalhall bringt gar nichts. Ich erinnere zum Beispiel an die zunehmende Nachhallzeit bei tiefen Frequenzen, die in Konzertsälen wirklich gut klingt. Wehe, wenn man dieses auch bei Aufnahmen in den Hallgeräten so einstellt. Eine nicht zunehmende Nachhallzeit klingt bei tiefen Frequenzen immer durchsichtiger und besser in Stereoaufnhmen. Das ist eben Theorie und Praxis. Juri
Theoretisch und praktisch ist es bei Raumsimulatoren so, dass exakt das Setting gesampled und wiedergegeben wird, auf das die Quelle eingestellt war. Da ist auch der Bass-Multiply mit drin. Nicht drin sind Modualtionseffekte wie chorus ansonsten entspricht ein gefaltetes Signal genau dem selben, wie Du es im Hallgerät nutzt / bei gleichen Einstellungen. In Samplitude lässt sich dann noch der Frequenzganz, das Pre-delay und die Länge (kürzer) beeinflussen, sowie die Hallfahne und die frühen refelxionen getrennt dämpfen. Tonmaus
Theoretisch und praktisch ist es bei Raumsimulatoren so, dass exakt das Setting gesampled und wiedergegeben wird, auf das die Quelle eingestellt war. Da ist auch der Bass-Multiply mit drin.
Der exakt gesampelte Nachhall von Raumsimulatoren ist nicht das, was in der Tonaufnahme als optimal angesehen wird. Wir brauchen da schon etwas anderes. Wie ein Poster schon sagte: Löst euch von dem falschen Gedanken, dass der Nachhall umso besser klingt, je genauer der Nachhall einem Original nachgebildet ist.
Impulsantworten eines Halls mit dem Originalhall verglichen?
Es gibt hier zwei Dinge zu beachten. Einmal einen gesampelten FX-Hall, der dann allerdings nicht in den Parametern veränderbar ist (ws IMHO das wichtigste ist). Dazu zählt auch der gesampelte Originalhall eines Raumes mit Schallquelle an einer bestimmten Stelle und Mikropostion an einer anderen. Das sollte gehen. Was nicht geht, ist _mehrere_ Instrumente durch so _eine_ Impulsantwort virtuell in den Originalraum zu verlagern. Also z.B. ein Orchester furztrocken aufnehmen und dann in den Konzertraum stellen. Jedes Instrument ist dort an eine anderen Postition und produziert eine andere Impulsantwort im Raum. Genaugenommen braucht man keine einzelne Impulsantwort, sondern ein dreidimensionales Impulsantwort-Feld.
Hallo Kollegen, warum liest sich hier eigentlich keiner die Frage genau durch? Es geht hier nicht um gesampelte Konzerthallen sondern um gesampelte andere künstliche Hallgeräte. Und da ist der Vergleich zwischen Original und Impulsantwort ja durchaus machbar und interessant. Leider konnte ich noch keine solchen Vergleich durchführen. Ein Vorteil der Originalgeräte sind allerdings auf jeden Fall die veränderbaren Parameter, die ein IR-Hall nicht bietet, obwohl das neue Prosoniq-Plugin wohl etwas in diese Richtung bietet (habe ich gelesen). Gruß Christian
Ich kenne diesen "Hallsampler" nicht. Welcher Ausgangsimpuls wird benutzt? Ein einzelner Sinusimpuls dürfte nämlich nicht reichen. Es müssten m.E. schon mehrere Frequenzen (einzeln?) durchlaufen werden... Ich werd´s mal ausprobieren.
Es geht um gesampelte andere künstliche Hallgeräte. Was ist denn das? Das verstehe ich nicht. Wieso ist ein Vergleich zwischen Quasi-Original und Impulsantwort interessant? Was ist denn das "Original"? Das Lexicon 480? Seltsam. Natürlicher Nachhall ist bei mir etwas anderes. Murkel
Die Impulsantwort ist die Antwort eines Systems auf einen Signalimpuls. Dirac-Impuls. Unendlich kurz, Energie = 1. Ein Dirac-Impuls enthält alle Frequenzen von 0 bis unendlich gleichmässig. Ein Knacken kann diesen Impuls annähern. Praktisch nimmt man aber zum Messe eher sog. Maximalfolgen. Das sind digitale Signal die keine Korrealtion mit sich selbst haben und damit kann man aus deren Antwort die eigl. Impulsantwort errechnen.
Ja, es gibt massig Impulsantworten von Hallgeräten. Z.B. beim Spacedesigner sind massig Impulsantworten von TC M5000 M3000 Lexicon PCM 80 90 480 960 dabei. Und ich glaube auf soetwas bezieht sich die Frage. Also ob z.B. Spacedesigner Preset "480er Small Hall 1,2 sec" genauso klingt wie ein echtes Lexcion 480 "Small Hall 1,2 sec". Wofür das wichtig ist. Klar klingt ein 480 nicht wie ein richtiger Raum, Kirche usw. Aber vielleicht hat dieser Anwender einfach mal nicht an Klassik gedacht, denn in einem Popsong kann ein "künstlicher" Hall vielleicht wirklich Vorteile haben. Nicht umsonst hat ja Lexcion solch einen Ruf, wobei sie ja selber darlegen, dass ihr Hall nicht immer ganz genau der Natur entspricht. Und wieso eine gute IA von nem 480 gut is, is ja auch klar. 480 = 10000?, Spacedesginer umsonst bei Logic dabei. Aber nun zur Qualität: Habe leider keinen direkten Vergleich machen können. Hab leider keiner 480 oder 960 selber im Studio, sondern kenne ihn nur vom Arbeiten. Aber aus Erinnerung kann ich nur sagen, das der Spacedesigner sehr gut klingt und seine berechtigung hat, nur kann man ihn leider nicht editieren. Aber ein wirklichen 1 zu 1 Vergleich fänd ich auch sehr interessant.
Dann empfehle ich mal bei einer Stereo(!)-Mischung den Hörvergleich zu machen. Bass-Multiply 3 gegen Bass-Multiply 1 mit einer hohen Frequenz 500 Hz. Die längere Nachhallzeit bei tiefen Frequenzen macht sich in einem natürlichen Raum beim natürlichen Hören recht gut, weil die Reflexionen von allen Seiten kommen. Bei einer Stereoaufnahme dagegen, kommen der Direktschall und der Nachhall mit den Reflexionen aus einer Richtung, eben aus den Lautsprechern nur von vorne. Da mulmt diese längere Nachhallzeit bei tiefen Frequenzen und ist somit unbrauchbar.
sicher gibt es Effekte, die in einer Live-Anwendung besser funktionieren, als im Studio. Ich empfehle zwischen Hallzeit und Multiply zu untescheiden. Und außerdem empfehle ich grundsätzlich, auch Hall-Signale sorgfältig zu filtern. Schöne Grüße Opi
Ich empfehle zwischen Hallzeit und Multiply zu unterscheiden.
Hallzeit und Bass-Multiply sind nun einmal verbunden. Darum empfehle ich trotz voreingestelltem Multiply-Wert 1.5 besser auf 1 zurückzustellen. Das klingt bei einer Stereoabmischung immer klarer. Natürlich ist das EQing nicht zu vergessen.
Also mal ganz abgesehen vom philosophischen Teil: Der (hochinteressante!) Test vom Lexicon zum gesampelten Hall steht bei mir zwar auch noch aus, aber ich habe das Vergnügen gehabt, mich mal ausgiebig mit dem SREV von Yamaha zu befassen, der ja Echtzeitfaltung macht, und die Qualität war wirklich verblüffend. Zum Originalhall waren wirklich nur minimale Unterschiede vorhanden. Allerdings arbeitet das SREV im Gegensatz zu z.B. Samplitude mit echter zeitdiskreter Faltung, (das Samplitude mit Fourier-Transformation), also auch wieder kein wirklicher Vergleich... Alles in allem hat sich mir aber sehr stark der Eindruck vermittelt, dass das mit der Faltung wirklich superb geht. Also klingt so ein gesampeltes Lexicon bestimmt auch noch super. Schöne Grüße Rolf