Klavierabmischung an Literatur orientieren ?

Erstellt 2 Antworten3 Beiträge
Startbeitrag#1
Ein Frage an die Abmischexperten: Ich habe mir die Mühe gemacht, verschiedene Klavieraufnahmen unterschiedlicher Epochen zu vergleichen. Dabei stellte ich fest, daß diese ganz unterschiedlich klingen. Manche sind sehr deutlich, andere eher nebelig, bei einigen springt einem das Instrument förmlich ins Gesicht während die meisten eher entfernt klingen.
Eine andere Sache ist auch der oft sehr helle und stechende Saitenklang, der sich durchsetzt (oder auch nicht). Manchmal passt der Klang zufällig zum Werk, manchmal aber auch nicht.
Erste Frage: Wie muss man abmischen, damit ein Klavier ganz klar klingt? Und wie, daß es holzig klingt? ("Extramikro am Boden" hat mir jemand empfohlen)
Zweite Frage: Macht es Sinn, für z.B. Werke, die auf Cembalo geschrieben sind, einen eher nadeligen Klang zu benutzen? Wie kriege ich das am Besten hin?
Herzlichen Dank


JUMU
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Antwort#2
Hi,
Frage 1> Der aufgenommene Klavierklang ist abhängig von (in der Reihenfolge der Wichtigkeit)
a) dem Instrument
b) dem Spieler (touché etc.)
c) dem Saal
d) der Mikrofonaufstellung
e) der Qualität der Aufnahmekette
Eine ernsthafte Klavieraufnahme sollte nicht ohne guten Stimmer durchgeführt werden.
Frage 2> Der Klang des Klaviers wird meistens nicht nur die Musik, sondern auch die Auffassung des jeweiligen Künstlers wiederspiegeln. Bei diesem sollte man auch den Effekt der originalen Aufführungspraxis zurückfinden (Artikulation, Phrasierung etc.), eine gute Mikrofonaufstellung kann dies nur unterstützen.
Gruss,
Dirk
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Antwort#3
"Wie muss man abmischen, damit ein Klavier ganz klar klingt?"
Ich würde die Frage umformulieren in: "Wie muss man Aufnehmen, daß es so klingt wie gewollt?". Deutlich klingt es dann, wenn die Mikros den Saiten nahe sind und anteilsmässig wenig sonstiger Schall (Raumreflexionen z.B.) aufgenommen wird. Abmischen wird wichtig, wenn mehrere Mikrofonsysteme überlagert werden. Vereinfacht dargestellt benutzt man ein Stereosystem für die Saiten/Nähe und eines für den Gesamtklang/Raum in einiger Entfernung.
Einen vernünftigen Eindruck über die Wirkung von Mikropostion (Abstand, Höhe und Richtung), dem Zumischpegel und dem Einsatz von EQs für einzelne Mikros bekommt man aber nur durchs Ausprobieren. Am Besten einfach mal die Aufstellungen von ebs (sengpielaudio) nachbauen und austesten.
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