Hallo, ich wollte gerne mal wissen wie eure Erfahrung mit Gesang doppeln ist? Habe in anderen Foren von bis zu 20x Doppeln gelesen, um die Stimme im Mix nach vorn zu bringen? Gruß, Kiro
"bis zu 20x Doppeln", um die Stimme im Mix nach vorn zu bringen Ich sehe nicht, daß dadruch die Stimme "nach vorn" kommt. Zudem sind 20 Stimmen ja schon Chorgröße und wie schlimm muss sich das anhören, wenn es immer dieselbe war. Wenn die Stimme deutlicher und durchsetzungsfähiger werden soll, kann man mit einem Exciter nachgeholfen werden. Dazu eine Mischung im Solomodus (100% wet)erzeugen, und die Höhen wegnehmen, damit das "s" nicht zu extrem und der Gesamtklang nicht zu spitz wird. Diesen Anteil trocken hinzumischen - gfs mit geringem Laufzeitvorteil von einigen ms gegenüber dem Rest. Wirkung ausprobieren. Ansonsten kann man die Frequenzanteile, welche die Deutlichkeit bestimmen (1kHz-4kHz nehmen, und diese leicht zeitversetzt nach extrem links und rechts gepanned, hinzumischen. Diese beiden neuen Spuren müssen gegeneinander und gegenüber dem Ursprung zeitversetzt sein. Gibt man ihnen einen Zeitvorteil, so genügt eine geringe Lautstärke. Um mehr Leben reinzubringen, könnte diese Doppelspur noch leicht komprimiert werden. Dann sind die leisen Stimmpassagen leicht überbetont klar, was deren Unterdrückung durch andere Spuren verhindert.
Im Gegensatz zur elektronischen Doppelung der Stimme, die statisch und periodisch wirkt, ist die echt gedoppelte neue Aufnahme weit besser. Auch wenn Abweichungen erwünscht sind, fallen sie doch auf, wenn am Ende der Phrase ein Konsonant (t, k, p usw.) gesungen wird. Da die Konsonanten für den Schwebungseffekt überhaupt keine Rolle spielen, gelangt man zum besten Ergebnis, wenn der Sänger bei der zweiten Aufnahme die Konsonanten einfach weglässt. Statt "Beam me up" wird beim zweiten Mal "Beam me ah" gesungen.
Jo, aber Ich ging schon davon aus, daß ein Neueinsingen gemeint war. Ansonsten ist das viel zu statisch, sowoweit also klar. Aber ... (ich beziehe mich jetzt mal auf meine Erfahrungen mit Sängern und Chören:) Einmal ist es so, daß es mir bereits bei Freizeitkaraokesängern passiert ist, daß diese superexakt im Tempo und der Tonhöhe sitzen, was bei einem einmaligen Verdoppeln der Stimme bereits zu flanging führte (kein Scherz, die Passagen waren in der Tat ZU ähnlich) und zum anderen wird ein zu häufiges Verdoppeln (nennen wir es Vervierfachen) in jedem Fall zu einem sterilen Sound führen und an anderen Stellen zu massiven Schwebungen. Dein Tipp mit dem Weglassen bestimmter Laute (ich denke, Du meinst mit "Konsonanten" die Explosivlaute) ist gut und wird z.B. bei Chören oft auch gezielt gemacht: Besonders bei Laienchören empfielt es sich, dem Chorleiter diesen Tipp zu geben, wenn einem statt eines satten "t" einige Duzende entgegenflattern. Beim Einspielvorgang des Fragestellers und den Doppelversuchen könnte man den Tipp geben, die Explo-Laute kurzerhand wegzuschneiden. Wenn die Stimme einfach fetter gemacht werden soll, könnte man auch zwei doppelt eingesungene Stimme mit unterschiedlichen EQs belegen, bzw durch Phasenverschiebung gegeneinder verdrehen. Eine bekommt einen Laufzeitvorteil nach links, die andere nach Rechts. (Einige Samples reichen) In dem (umgekehrten) Sonderfall, in dem die Stimme nicht fetter gemacht werden soll, sondern eine echte zweite Stimme aus einer Spur entwickelt werden muss, kann man die Stimme durch Zeitdehnung ein paar Cent runterdrehen und durch Entfernen von Pausenanteilen die Passagen hinjustieren. Je nach Lust und Laune schneidet,man dann den Einsatz der "Zweitstimme" etwas früher oder später und zwar so, daß die Stimmen in der Phase niemals zusammenlaufen und den Punkt der maximalen Koheränz erreichen. (Ein paar Millisekunden reichen meist)
Im Sinne von mal probieren: Relativ oft führt folgendes zum Ziel. Die eine Stimme wesentlich stärker komprimieren. Compress to fuck oder so. Und anders aber mindestens stärker verhallen. Beide Stimmen eventuell leicht gegeneinander pannen. Kommt aber immer drauf an. Mehr als zwei gleiche Stimmen macht meist nichts fetter. Dann lieber noch jemanden anders singen lassen und dezent dazumischen (höhen weg, so dass nur der Druck der Stimme aber nicht mehr die Arktikulation). Früher[tm] als alles besser war[tm] konnte man auch den selben Sänger 3mal Singen lassen und beim aufnehmen das Band um +100 oder -100 cent pitchen. (ADAT) Bei analog beliebig. Das klang noch fetter.
Nein, du verstehst nicht. Also ich spiele Playback normal ab. Der Sänger singt normal drauf, lassen wir es ein E sein. Dann spiele ich das Playback 100cents schneller ab. Alles ist jetzt einen Halbton höher, der Sänger singt logischerweise ein F. Beim nächsten Durchgang das selbe, nur singt der Sänger jetzt passend zum tiefergepitcheten Playback ein Eb. Zusammen hat man drei verschiedene Stimmen, wie von drei verschiedenen Sängern die unisono singen. Aber präziser und gleicher da nur von einem Sänger. Durch die Pitcherei werden nicht nur die Töne gepitcht sondern auch die Formanten der Stimme also die Klangfarbe. Da wo er zum schnelleren Playback höher gesungen hat ist die Stimme wieder normal (d.h. runter aufs E) gepitched beim Abspielen und klingt kräftiger. So als ob ein Sänger mit sonst tieferer Stimme dasselbe E singen würde. Alles klar?
Doch, doch - ich hab das schon verstanden. Ich spiele z.B. Playback dann hoher zurück, wenn der Sänger dazu neigt, unter dem Ton zu liegen. Ich meinte auch, das im vorvorherigen Beitrag auch vorgeschlagen zu haben- hab ich aber nicht sondern nur den Weg aus einer Stimme durh künstliches Tonabsenken selbiges zu ereichen ist aber egal: Ungeachtet dessen , wie ma es erreicht: Du erhälts jedenfalls nach Deiner Beschreibung de facto 2 oder mehr Spuren mit jeweils einem kompletten Halbton "daneben". Ich sage: das ist oberfett !!! ;-)
Nein eben nicht! Wenn der Sänger exakt zum Playback singt, dann geht das. Er darf nur nicht einfach so ohne auf das Playback zu hören sein E singen egal wie hoch das Playback ist. Ich erreiche _nicht_ drei Stimmen die jeweile um einen Halbton auseinander sind. Sonder drei unterscheidliche Stimmen die den selben musikalischen Ton singen aber mit einem anderen "Sound". P.S. Auch wenn "fett" von der HipHop-Generation mit "gut" gleichgesetzt wird ("Ey, fetter Sound Alder") - ich meine mit "fett" immer "druckvoll" und "dicht".
Also drehst Du beim Playback DOCH Tonhöhe und Speed hoch und setzt später das Eingesungene in beiden Parametern wieder herunter, sodaß Länge unn Tonhöhe des Grundtones stimmen nur eben die Formaten nicht.
Das bekommt man aber mit dem Formanten-Shifter von Steinberg auch hin :-) Ich habe sowas auch in der VA-76 drin fällt mir gerade ein (Variophase)-kommt ganz gut mit den gelieferten Sounds. Mit eigenen habe ich es aber noch nicht probiert. Werde ich mal angehen .. Übrigens lohnt es, so einen Formantenshif mal bei der Sängerin Michele durchzuführen. Im einfachsten Fall durch langsameres Abspielen. Dreht man die Stimme 1-2 Tonhöhen runter hört die sich plötzlich richtig natürlich an!!! Ich fürchte jetzt nur das der Fragende immer noch nicht weiss, wie er eine Stimme "nach vorn kriegt".
Ja, da könntest Du durchaus Recht haben, denn vieles von dem was ihr austauscht ist für einen Anfänger nicht nachvollziehbar. Also ich habe mich jetzt als Anfänger denke ich ganz gut in die Materie eingearbeitet, aber der Gesang will einfach nicht so recht klingen... Was mir helfen würde wäre mal eine kurze, detaillierte Beschreibung wie man GRUNDSÄTZLICH Gesang aufnimmt. D.h. wieviele Stimmen, welche Effekte, Plugins, wie eingestellt...um einfach mal eine Grundlage zu arbeiten, die schon ganz manierlich klingt, und auf der man seinen eigenen Stil aufbauen kann. Ich weiß, Kochrezepte gibts keine... Kiro
detaillierte Beschreibung wie man GRUNDSÄTZLICH Gesang Ich weiß, Kochrezepte gibts keine...
Was erwartest du dann? Zum guten Gesang gehört erstmal ein guter Sänger(!), ein gutes Arragement. Und ein einigermassen guter Raum. Aufnehmen ohne alle Effekte. Mischen halt das übliche EQ (oft hohe Mitten etwas rein), Compressor(je anchdem 3:1 bis 8:1) und Halleffekt. Auch hier gibts die ganze Pallete von nur leicht verhallen damit es nicht zu trocken klingt bis hin zum absoluten Hall.
Tja Kiro, wie ThomasT sagt, man kann da keine Rezepte geben. Alles hängt davon ab, was du erreichen willst und wie es klingen soll. Hart formuliert ist in der poppigen Abmischung alles möglich. Allgemein Gültiges lässt sich nur für den Fall benennen, in dem as auf höchste Natürlichkeit ankommt: Beim klassischen Gesang ist der wichtigste Punkt die Mikrodistanz, um alles Stimmanteile aufzunehmen und den Raum passend zuzumischen. Da wird nichts gedoppelt oder so und ich würde auch im Popbereich davor warnen, sich dem Glauben hinzugeben, man könne Stimmen alleine durch Abmischung hindrehen: Alles, was Du an EQS und Excitern reinmischts, durch Verdopplung erzielst, oder ein hochwertiges Röhrenmikro mit Sonderklang erzeugt, gilt immer pauschal für alle Passagen, Worte und Buchstaben in Deinem Gesang. Du kannst also Klänge nur global manipulieren. Worauf es aber beim guten Gesang ankommt, ist die perfekte Artikulation eines jeden einzelnen Klanges, Wortes, Phrase. Und wenn beim Mischen etwas korrieigert werden osll, muss erstmal ein Verstämdnis her, woraus Stimmanteile bestehen, wie sie zu klingen haben und wieman sie beeinflusst. Wie will man das in einem Text beschreiben ?
Es wird so gemacht, wie ich, oder es der Säager haben will. Es ist jedoch zu beachten, daß bei extremem pannen, viel Hall keinen Sinn mehr mnacht, da die Stimmen doch wieder nach hinten geschoben werden und dies auch nur dann ok klingt, wenn die Stimmen sehr synchron sind.
Leute, mir war doch klar, dass es keine Rezepte gibt... (Hab´ich das nicht in meinem Posting geschrieben?!?) Dass letzendlich der Sänger entscheidend ist, ist mir auch klar und alle diesbezüglichen Ansätze sind mir aus dem Gesangsunterricht auch bekannt, darum geht es mir nicht. Ich dachte nur, dass es ja z.B. wie beim Aufnehmen von Gitarren ein paar grundlegende Tipps gibt. So ist es bei Gitarren für jeden Komplettanfänger schon was völlig neues Gitarren zu doppeln und rechts/links zu legen, macht aber am Sound schon enorm viel aus. Naja, nichts für ungut, dann heißt es wohl probieren, probieren, probieren... Eine Frage hätte ich allerdings noch: Welches Mikro würdet ihr denn für Gesangaufnahmen empfehlen, welches auch für einen Hobbyuser erschwinglich und geeignet wäre?