Hallo, ich möchte gerne unser Chorkonzert aufnehmen. Es handelt sich dabei um "a cappella", mit Klavierbegleitung (E-Piano) und Halbplayback-Stücke. Es kommen vier Chormikros zum Einsatz. Als Lautsprecher wird ein Monocluster auf Traverse vor/über dem Chor eingesetzt. Reicht der Mitschnitt des "Lautsprechersignals" oder doch lieber zusätzliche Mikros im Publikumsbereich?
Ich weiß nicht ob das PA-Signal für dich "reicht" - kommt auf deine Ansprüche an. Wenn du noch ausreichend Kanäle auf dem Pult frei hast, dann versehe doch die Chormikros (und die Kanäle von E-Piano und Playback) mit jeweils einem Y-Split, lege sie dir auf unbenutzte Kanäle die du nicht auf die PA schickst und mach dir damit per Kopfhörer vorher ne separate Mischung für die Aufnahme, die du dann über Subgruppen oder AUXe deinem Recorder zuführst. Der Vorteil dieser an sich "günstigen" Lösung liegt auf der Hand: Du hast für Aufnahme und PA unabhängiges EQing und Pegelverhältnisse. Du kannst noch mit einem Päärchen Mikros im Publikum experimentieren, da wird aber vermutlich auch sehr viel vom Playback ankommen, so daß es sie wohl nur leise zugemischt werden können, um dem Ganzen etwas mehr Breite zu geben. Hier mußt du aber die Laufzeiten evtl. ausgleichen, was die ganze Sache wieder nicht ganz so einfach macht. Nimm dir auf jeden Fall viel Zeit und hoffe das der Chor das Ausprobieren vor der Aufführung mitmacht. ;-) Wenn du's aufwendig machen willst, dann empfehle ich dir die Lektüre des vorzüglichen Artikels von Rainer zu diesem Thema. Janko
Hallo AndreasH, ein "a cappella" Chor ist ein Chor wirklich ohne jegliche Begleitung, also reiner Chor. Wenn etwas dabei die Tonhöhe des Chores festhält, wie ein E-Piano, dann kann das nicht mehr "a cappella" sein. Wenn ein Chor singt, dann möchte ich niemals den Lautsprecherklang in einer Tonaufnahme haben, sondern nur den Chor ohne Lautsprecherklang. Also stelle deine Mikrofone recht günstig zum Chor auf (auch im Chor) damit recht wenig Lautsprecherklang aufgenommen wird. Ein großes Problem ist es immer, wenn die Mikrofone zur Tonaufnahme und gleichzeitig zur Lautsprecherverstärkung verwendet werden sollen. Das ist leider ein unmögliches Ansinnen. Wenn man das tut, dann muss man eben mit dem nicht erbaulichen Klangergebnis leben. Ein eingespieltes Playback mit dazusingendem Chor darf auf der Tonaufnahme auch nicht so klingen wie eben "eingespieltes Playback". Da ist tontechnisches Können gefragt. Es gibt gute Aufnahmen dieser Art und nicht nur von den Fischer-Chören.
Ich würde im Publikum überhaupt keine Mikrofone hinstellen, weil Du sonst zu viele Geräusche einfängst (Huster, räkeln und sonstige Geräusche). Ich nehme an, daß über die Lautsprecher eine Einspielung gemacht wird und der Chor dann synchron live dazu singt. Versuche doch mal, das Wiedergabegerät für das Playbach direkt an Dein Mischpult anzuschließen und direkt einzumischen während der Chor singt. Im anderen Fall hast Du immer den typsichen "Lautsprecherklang" mit dabei.
Mikros im Publikum sind sinnvoll, wenn man den Applaus einfangen will. Deren Pegel kann man während des Stückes im Nachhinein zurücknehmen. Da man mit nur nahen Mikros, die bei Livebeschallung ja unumgänglich sind, keine geschlossene Szene hinbekommt, können die nur wie Stützmikros fungieren. Ausserdem hat man immer die Lautsprecher akustisch mit drin. Einen cleanen Mix bekomt man so nicht mehr hin. Ich mache solche Aufnahme so, daß ich ein Stereosystem als Hauptsystem für den Chor stelle, welches den Raumklang und auch die Lautsprecher mitaufnimmt. Hinzu kommen die Einzelsignale der Mikros aus dem Pult, die sozusagen als Stützen dienen. Ich zapfe dazu diese Kanäle per AUX-Send oder direct out aus dem ersten Pult, das den Saalmix macht, ab und leite sie dem Aufnahmepult hinzu. Dort kommt künstlicher Raumklang hinzu und das eingangs erwänhte Hauptsystem.
Jupp, der angegebene Artikel ist amüsant, aber warum steht bei den Skripten von ebs teilweise etwas total anderes? (graue Hochschultheorie vs. Praktiker??) verwirrt.... ein Kabelaffe vom Ton
... warum steht bei den Skripten von ebs teilweise etwas total anderes? (graue Hochschultheorie vs. Praktiker??) verwirrt.... Jetzt wird es interessant, aber wo ist denn der spannende Link mit der grauen Theorie? Schade!
In Rainers Artikel könnte man noch ergänzen: Bei Beschreibung des 2-kanal ORTFs IMHO den Aspket over head, bei mehrreihen Chören. Mikro pointed auf die letzte Reihen, die Höhe lässt sich Ausprobieren, sodas die hinteren Sänger nur minimal leiser sind. Daraus resultiert dann die Aufstellung des Chores entlang der Linie gleicher Lautstärke (siehe auch Sengpiel-Blätter) "Mit dem Abstand zum Chor muß man probieren, je nach Halligkeit des Raumes zwischen 2 -5 Meter" Vosricht! 2 Meter sind oft zu dicht. Dann sind Explosivlaute zu hart und zu deutlich. Ich würde die Position eher daran festmachen und die Halligkeit gfs hinnehmen. Abhilfe schaft gfs die Überhöhung der Mikros, sodaß die Sänger drunterweg singen , allerdings wird es dadruch auch etwas halliger / räumlicher. Bei Minichören in halligen Kirchen darauf achten, daß der Chor schön dicht steht und die Mikros eher tief: Das reduziert den Raumklang von vorne oft ergeblich. Tipp: In Räumen mit wenig Nachall statt ORTF ein AB stellen. So ist der Raumklang noch erträglich niedrig, der Chor aber schön unscharf. Das reduziert die Möglichkeit bei Laienchören, Einzelstimmen zu erkennen.
Nenne doch mal konkret wo sich mein Artikel von den Ausführungen von Eberhard Sengpiel gravierend unterscheidet, dann kann man darüber diskutieren. Ebs kennt übrigens mein Artikel auch und hat dagegen nichts einzuwenden.