Wie erreicht man welche Wahrnehmung? (z.B. Wärme, Kälte, Distanz, Nähe, ...)

Erstellt 9 Antworten10 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich habe mir in der letzten Zeit häufiger Gedanken darüber gemacht, welche Mittel mir eigentlich zur Verfügung stehen, bestimmte Wahrnehmungen zu erwirken. Konkret: Was könnte ich alles tun, um folgende Dinge zu erreichen:
etwas nach vorne ziehen (z.B. 1 Sänger, 1 Instrument akustisch vor dem Rest abbilden)
etwas nach hinten drücken (z.B. 1 Sänger, 1 Instrument hinter dem Rest abbilden)
etwas präsenter machen
etwas fetter machen
etwas druckvoller machen
etwas leichter, luftiger machen
etwas brillanter machen
etwas natürlicher machen (auch wenn´s schwierig ist zu definieren, was natürlich ist)
etwas wärmer machen
etwas kälter machen
etwas schriller, schärfer machen

Was fällt Euch dazu ein? Wie kann man soetwas erreichen?
Viele Grüße
Wolfgang
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Antwort#2
ich habe mir in der letzten Zeit häufiger Gedanken darüber gemacht, welche >Mittel mir eigentlich zur Verfügung stehen, bestimmte Wahrnehmungen zu >erwirken.
Konkret: Was könnte ich alles tun, um folgende Dinge zu erreichen:
etwas nach vorne ziehen (z.B. 1 Sänger, 1 Instrument akustisch vor dem Rest >abbilden)
etwas nach hinten drücken (z.B. 1 Sänger, 1 Instrument hinter dem Rest abbilden)
etwas präsenter machen
etwas fetter machen
etwas druckvoller machen
etwas leichter, luftiger machen
etwas brillanter machen
etwas natürlicher machen (auch wenn´s schwierig ist zu definieren, was natürlich ist)
etwas wärmer machen
etwas kälter machen
etwas schriller, schärfer machen
Und, auf welche Möglichkeiten bist DU gestoßen? Dazu gibt es auch schon vierl Literatur anderer Hörer und Schreiber.
(prinipiell: überleg Dir, oder lies nach, was normalerweise passiert wenn sich irgendein Schall auf den Weg zu Deinen Ohren macht. Von dem Moment an, da unsere Ohren funktionieren, lernen wir aus den Druckschwankungen Informationen heraus zu hören. Da gibts recht lustige Experimente: Augen zu und in einen Raum gehen den man nicht kennt (also besser führen lassen :) )und überlegen was das für ein Raum ist...dann nachschauen..und stimmts?).
ich schreib mal was mir normalerweise in den Kopf schießt, wenn ich mir sowas denke...
lass einen Freund reden entferne Dich von ihm - was ändert sich?
nimm Dich selbst auf, mal nah dann weiter weg und schreib Dir alles auf was sich unterscheidet, Frequenzgang, Dynamik, Raum,
ich würde eine hohe Dynamik lassen?!, die höchsten Frequenzen lassen bzw. anheben (bei den sss-Lauten stören meist nur einzelne schmalbandige Frequenzbereiche) ?!, kein bzw. wenig Raum?!, späte Erstreflexionen,....dann müsste sich das schon hervorheben, vor allem wenn Du beim Rest leicht das gegenteiliges anwendest.

umgekehrt: Raum?!, kleinere Dynamik?!, weniger hervortretende Frequenzbereiche?!, im Verhältnis zum Nachhall frühere E.R.(erste Reflexionen)?!, höchste Frequenzen weg?!

was ist präsent? eigentlich nah...siehe Pkt eins, heutzutage meinen die Leute lediglich "laut" also keine Dynamikspitzen und dafür aufdrehen was geht.
viel Fett, viel Kohlenhydrate, viel Kortison...ist aber ungesund, also aufpassen!!
über dises Wort ist in "Audio-Kreisen" schon viel geredet worden. Ich hab glaube ich nicht ganz durchgeblickt. "Fetter Beat"...ich glaub das heißt lediglich, dass er gut ist, denn ich hab schon so manchen fetten beat ohne druckvolle Bassdrum gehört. "fette Gitarrenwand" ...gedoppelt, oder gelich x-fach eingespielt, verschiedene Panstellungen, leichte Tonhöhenunterschiede (Centbereich), Chorus und ähnliche Effekte...

knackigen subwoofer kaufen, stehende Wellen im Raum besiegen und lautere Musik hören
Druck kommt, so finde ich zumindest, großteils von der "QuellBand" oder aber nicht. Natürlich kann man zB bei der Bassdrum Freuquenzen anheben die tief genug sind um spürbar zu sein und doch hoch genug sind um von der durchschnitts Bassbox noch wiedergegeben werden zu können, jedoch finde ich so Späße wie "exakt" gleichzeitig erklingender Bass und Bassdrum wichtiger. Häufiger Fehler: "he...mehr Bass".."ok"..."cool nur jetzt hör ich die Bassdrum nimma"..."wart mal mach ich lauter"..."neee, das drückt nicht"..usw. -> darauf achten, dass möglichst unterschiedliche Frequenzbereiche getroffen werden!
uhh...jetzt wirds gefährlich im Forum. Mit solchen Wörtern muss man aufpassen, bei Leuten die Hifi-Magazine jederzeit einem Witzebuch vorziehen würden um Belustigung zu erreichen.
Du hast die Möglichkeit zwischen zu entscheiden auf wessen Seite Du Dich stellst. Wählst Du die Hifi-Gilde dann leg ein Taschentuch auf den Hochtöner, glaubst Du den, hoffentlich wissenschaftlicher denkenden, Technikern, verwende das Taschentuch um die die Tränen aus den Augen zu wischen, wenn Du über die Hifi-Magazine lachst.
Immer wenn es um Klangfarben geht wird es schwer - weil subjektiv. Sowas denk ich mir beim Mischen nicht, somit hab ich da keine Erfahrung.

alles oben einfach weglassen

Man nehme einen Oszillator und gebe eine 22kHz Welle wieder. Immer lauter werden, bis man sie hört. Entweder die Sicherung(en) oder der/die Hochtöner wird dann um einiges wärmer, aufpassen dass das Taschentuch nicht mitverbrennt sonst hat der lauthals lachende Tontechniker nichts um sich die Tränen aus den Augen zu wischen. (*)
?
?Wärme? wird gerne mit dem klassischen Röhrensound verbunden. Je nach Pegel den man einer Röhre zumutet, entsteht ein höherer Klirrfaktor. Teiltöne sind überhaupt stark ?schuld? an Klangfarbenphänomenen wie ?schärfe?, ?wärme?, etc. Allerdings sollte man hier vielleicht irgendwo skeptisch sein. Die Wissenschaft beschäftigt sich sehr wohl mit diesen Klangeigenschaften, sie existieren und haben durchaus erklärbare und ernstzunehmende Benennungen Mit einem gewissen Hintergrundwissen wirkt aber die übertriebene Anwendung dieser Wörter in ?pseudowissenschaftlichen? und ?-technischen? Beschreibungen innerhalb der Hifi-Szene bald sehr belustigend. Deshalb meine ?Ermahnung? mit solchen Wörtern hier vorsichtig umzugehen.
Lies mal nach unter ?Helmholtz? (der nur Teiltöne als Grund für Klangfarben angab), oder ?Carl Stumpf? (der auch schon Ein-, Ausschwingvorgänge und auch Nebengeräusche mit einbezog).
[Quasi: Klangfarbe = Klang ? Tonhöhe ? Lautheit]
Skeptisch sollte man, wie immer, aber auch bei namhaften Wissenschaftlern bleiben. Ich weiß nicht mehr wer es war, aber es gab auch schon so krasse Vergleiche (klangfarbentechnisch) wie zwischen Querflöte und Contrabass (dabei spielen natürlich beide Instrumente nicht in Ihrem Stammfrequenzbereich). Also einfach mal nachlesen.

also davon hab ich auch im nördlichsten Hifimagazin noch nichts gelesen.

Je höher die Energiemaxima der Obertöne liegen, desto schärfer wird der Klang wohl werden, also hohe ?aua-Frequenzen? anheben, zum Thema Scharf gibt es sicher viel zu lesen. Selbst Orgelregister tragen diese Bezeichnung.
Ojojojoje?das ist lang geworden. Na ja, wen?s interessiert
Grüße Andi

(*) Ich übernehme keine Haftung für etwaige entstehende Schäden. Jeder der meine Tipps befolgt trägt selbst die Konsequenzen. Eltern haften für Ihre Kinder.
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Antwort#3
unter "nach hinten drücken" muss es natürlich heißen: "im Verhältnis zum Direktschall frühere E.R.(erste Reflexionen)?!, der kommt ja selbst später der Direktschall, da er einen längeren Weg hat, auch wenn der direkt kommt, der Dirketschall der, der gute,...
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Antwort#4
Übrigens unter "fett" verstehe ich das was fast alle die Nicht-HipHopper sind darunter verstehen. Nämlich fett im Sinne von druckvoll, voller Frequenzbereich, relativ viel Bass aber nicht dumpf. Eine Gitarrenwand ist fett, eine einsame Acousticklampfe kann sehr gut klingen aber niemals wirklich fett.
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Antwort#5
Sehr gut, genau die zwei Punkte hab ich genannt(HipHop,Gitarrenwand). Scheinen die wichtigsten zu sein :)
Die Akustikgitarrensache klingt plausibel. Bei dem Wort "niemals" hab ich aber immer diesen Drang es mir doch vorzustellen und jetzt hab ich so einen irren Flamencogitarristen vor Augen der über eine Anlage mit riesigen Line-Arrays die Flamenco-Weltmeisterschaft gewinnt. Ich kann mir gut vorstellen das mir dabei im Publikum oder am FOH ein "feeett" über die Lippen rutschen könnte.
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Antwort#6
unter "nach hinten drücken" muss es natürlich heißen: "im Verhältnis zum
Direktschall frühere E.R.(erste Reflexionen)?!, der kommt ja selbst später
der Direktschall, da er einen längeren Weg hat, auch wenn der direkt kommt,
der Dirketschall der, der gute,...
Vonwegen - der kommt später. Nein, der hat keinen längeren Weg. Niemals!
Der Direktschall kommt immer (!) zuerst. Reflexionen können nie den Direktschall zeitlich überholen.
Reflexionen, die man recht kurz auf den Direktschall mit hoher Dichte und hohem Pegel folgen lässt, drücken das Direktsignal nach hinten.
Dazu ist zum Beispiel das Programm "Ambience" im Lexicon-Hall bekannt.
"Random Ambience" erzeugt hauptsächlich starke frühe Reflexionen, die in den ersten 80 Millisekunden des Nachhallprozesses ablaufen. Diese frühen Reflexionen begründen den Grundhöreffekt und erzeugen den Eindruck eines umgebenden Raumes, während die Musik spielt.
Um jede mögliche Färbung durch den starren Kammfiltereffekt beim Hinzufügen der starken Reflexionen zu vermeiden, sind die dichten Reflexionsdelays und die hohen Reflexionspegel als Zufallsfunktionen ausgebildet.




Dichte frühe Reflexionen = Ambience
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Antwort#7
Wie Dur richtig bemerkst sind es die Kurzreflexionen, die den Raum wesentlich bestimmen. Damit es echt wirkt, müssen Zeitpunkt, Lautstärke und Frequenzgang stimmen. Andererseits besteht genau darin der Trick: Wenn man den KR einen helleren Frequenzgang gibt,als dem Original oder zwei Räume mit unterschiedlich klingenden KR überlagert. Sowas muss man dann meist per Hand herstellen
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Antwort#8
hehe, ups, da wurde ich wohl falsch verstanden. Danke Namensbruder. Meine Schuld - jetzt wo ich es nochmal gelesen habe.
Das "frühere" in "im Verhältnis zum Direkts. frühere Refl." meint natürlich _früher_ als die E.R. bei nahen Schallquellen ankommen nicht früher als der Direktschall. Falls das noch wer so verstanden hat und es ihm nicht gleich komisch vor kam: ganz klar, der Schall der den geraden Weg nimmt braucht natürlich die geringste Zeit. Alle Schallstrahlen die Umwege über Wände nehmen haben natürlich eine längere Laufzeit. War sehr undeutlich geschrieben.
Grüße Andi
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Antwort#9
Hallo studio96,
was passiert, wenn man den "Early Reflections" einen helleren Frequenzgang gibt, als dem Original, bzw. unterschiedlich klingende kurze Reflektionen überlagert?
Viele Grüße
Wolfgang
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Antwort#10
Hallo Wolfgang,
ich bin zwar nicht Studio 96, meine aber, dass die Zugabe von dichten und starken hellen "Early Reflections" ein zu deutlich zu lokalisierendes Signal verbreitert und nach hinten schiebt.
Damit kann man scharf zu lokalisierende enge Monosignale mehr in das Stereobild einpassen.
Sicher werden die frühen Reflexionen dazu breit in Pseudo-Stereo hinzugegeben.
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