Der Klanggestalter denkt gezielt an den Frequenzbereich der störend ist und der darum weggenommen werden muss oder an den Bereich der klanglich mehr Druck bringt, wo es fehlt und darum eben mehr sein muss.
Also ist da ein Tubabereich von 250 Herz (das "U") und dieser fehlt sicher dem Tenorhorn (!), das als Bass-Ersatz bei den Oberkrainern fungiert; darum muss dort bei den Tiefen mit einem Präsenzfilter (Gain, Fo und Q) etwas "Tuba" hineingedreht werden.
Oder da ist eine unangenehme penetrante Schärfe in einer Stimme bei vielleicht 3500 Hz (das "I"), da muss mit einem Absenzfilter (Gain Fo und Q) bei der hohen Frequenz gezielt etwas herausgedreht werden.
Da brummt die Klimaanlage oder der Verkehrslärm stört, da nimmt man bei einer Geigenstütze mal schnell die Tiefen unter 100 Hz raus. So denkt man gezielt an die Stör-Frequenzen unter 100 Hz, die dort problemlos weggenommen werden können, weil eine Geige diese tiefen Frequenzen nicht abstrahlt. Wenn jetzt ein "Unpraktiker" kommt und dabei von "Hoch"-Pass redet, dann ist das überkreuz, verwirrend und unpraktisch - also weg mit diesem Gedanken.
Bei einem Sänger stören möglicherweise die Atemgeräusche sehr oder das "S" pfeift, da kann man gleich mal bei 10 kHz die Höhen kappen. In diese hohe Frequenzgegend denkt man jetzt sicherlich. Wenn jetzt ein "Unpraktiker" kommt und dabei von "Tief"-Pass faselt, dann ist das Querdenken, verwirrend und unpraktisch - schnell weg mit diesem Gedanken.
Es interessiert nur die Crossoverfilter bei Lautsprecherweichen, dass Hochpassfilter die Hochton-Tweeter bedienen und die Tiefpassfilter die Tiefton-Woofer bedienen. Hier geht hoch auf hoch und tief auf tief bei passender Denkungsweise.
Bei Filtereinstellungen dagegen wird es auf diese Weise gedanklich nur unklar und überkreuz und häufig geht das eben auch in die Hose, wie man immer wieder feststellen kann.
Mache es jeder, wie er es mag. Es ist doch nur ein Hinweis auf die Möglichkeit, wie man in der Klanggestaltung auch ohne die beiden etwas unpassenden Worte "Hochpass und Tiefpass" auskommen kann, um dann klarer zu denken. Wer immer krumm dachte, der wird weiter so denken. Das ist eben jahrelang so eingefahren und ist nicht mehr zu ändern - und das geht auch.
Fazit: Wenn es oben in den Höhen zischt, nimmt man zur Abwehr keinen Tiefpassfilter und wenn es unten in den Tiefen brummt nimmt man als Gegenmittel keinen Hochpassfilter. Dieses Überkreuzdenken sollte hierbei bei Praktikern nicht sein.
Ein Wort zum Sonntag. :-)
Viele Grüße
ebs
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