Wir sind eine kleine Bläsergruppe, die zu Weinachten in einer Kirche in Rhein-Main ein Konzert geistlicher Musik geben wird. Wir möchten das auch gerne aufnehmen, wissen aber nicht wie. Wir haben zwar zu Kontrollzwecken im Übungsraum die üblichen Heimgerätschaften, aber die Mikrofone SM57 taugen nicht für richtig gute Aufnahmen. Wir verwenden sie nur als Direktabnahmemmikrofon, um Fehler zu finden und mischen das günstigenfalls selber etwas zusammen. Wir möchten das nun gerne in echter Stereotechnik machen (lassen ?) für ein CD und haben uns umgesehen. Doch die bisherigen Klangbeispiele haben uns nicht überzeugt. Meistens ist alles viel zu hallig und klingt zu weit entfernt. (s.u. das Beispiel) Dies passiert auch, wenn wir mit dem MD-Mikrofon selbst aufnehmen. An der Entfernung ist nichts zu rütteln, denn wenn wir näher rangehen ist das Klangbild zerpflückt und es treten auch Übersteuerungen auf. Die Frage ist, ob man nicht ein gutes Stereomikrofon kaufen kann, das auch in Zukunft benutzt wird, was sich ja dann wieder lohnt. Welches wäre zu empfehlen? Daß man auch noch ganz nah aufgestellte Mikrofone (oder nur etwa diese ?) braucht, ist uns inzwischen bewusst geworden. Eine Kombination aus MD + 3 SM57 brachte aber kein befriedigendes Ergebnis. Welche wären für Bläser besonders geeignet? Ein auf Chroaufnahmen spezialisierter Tontechniker empfiehlt identische Mikrofone (z.B. KM184, über die man hier auch viel Gutes liest), während ein anderer jeweils spezielle vorschlägt- nach Instrumenten getrennt. (u.A. auch Grossmembrantypen, wobei die Marken offenblieben, das sei das Geheimnis des Tontechnikers). Letzteres wäre mir auch plausibel, da jedes Instrument anders klingt. Aus den uns voliegenden Klangbeispielen der einzelnen Anbieter geht nicht eindeutig hervor, ob Zusatzmikrofone verwendet werden und welche, jedenfalls klingen bei den allermeisten die Trompeten nicht nach Trompeten und die Posaunen nicht nach Posaunen. Wie gesagt, soll es echter klingen, man muss die Instrumente erkennen können, es soll auch breiter und nicht so hallig sein. Für Hinweise wären wir dankbar.
Hallo Trom-Peter, ich habe leider keine Soundanbindung auf meiner Internetkiste, kann mir aber vorstellen, welche Problematik von dir gemeint ist. Ihr solltet euch folgende Dinge vorab überlegen: 1. Macht es für euch Sinn ca. 2.000.- bis 8.000.- Euro für einigermaßen brauchbares Aufnahmeequipment auszugeben? 2. Wenn ihr zu allererst Musiker seid, wer betreut dann eure Aufnahmen? 3. Habt ihr genug "Wissen" um die Problematik der Mikrofonierung und Aufnahmetechnik? Wenn ihr bei einer dieser Fragen zögert ein klares "Ja" auszusprechen, würde ich euch eher raten, die Aufnahmen von einem Techniker mit der entsprechenden Ausrüstung machen zu lassen. Die Preise sind oftmals viel niedriger als ihr denkt. Als Grundausstattung für eine Aufnahme sehe mindestens folgende Ausstattung an: - 16-, besser 24-Bit Digitalrecorder auf PC-Basis oder als HD-Rekorder / Tape-Rekorder. - Je nach Größe der Bläsertruppe 2 bis 8 Mikrofone, den Typ lasse ich einmal offen, aber sicherlich nicht SM 57, sondern Kondensatormikros. - Falls erforderlich, Kleinmischpult, rauscharm, sowie Abhörlautsprecher oder Kopfhörer (je nach Abhörsituation) Auf keinen Fall MD-Recorder mit eingebautem Mikro..... Gruß M. Hein
Hi, ich denke, es macht für einen Musiker kein Sinn, viel Geld für Aufnahmeequipment auszugeben, sonders es bei Kontrolltechnik zu belassen und sich nach einem Tontechniker umzuschauen. Sind die klangbeispiele nicht befriedigend, gibt es nur eine Abhilfe: weitersuchen, bis man den Partner gefunden hat, mit den man sich versteht. Ich bin der Meinung, dass ist letzendlich effektiver und ökonomischer. Klar, es ist natürlich auch Werbung für uns Tonleute. Wie shon der Kollege Hein im seinem Posting sagte, müssen die Aufnahmen auch betreut werden. Es macht keinen Sinn, aufnehmen und gleichzeitig spielen. Wenn interesse besteht, können wir sehr gerne in Kontakt treten, jedoch sei bereits angemerkt, dass ich aus Hamburg komme. Viele Grüße und viel Erfolg ! Dipl. Ing. Holger Jansen VDT
Wie schon die anderen Kollegen geschrieben haben, eignen sich dynamische Mikrofone nicht gut für Aufnahmen von Bläsergruppen. Blechblasinstrumente sind sehr obertonreich und für solche Anwendungen sind Kondensatormikrofone ganz klar die besser Wahl. Ich habe vorige Woche ein Aufnahme gemacht von einem Blechbläserensemble des Leipziger Gewandhauses. Habe dazu das Neumann SM 69fet verwendet in M/S-Anordnung und zwar das M-Mikrofon auf "breite Niere" gestellt. Höhe etwa 3 Meter und Abstand von der Mitte des Ensebles (sie standen etwa im Halbkreis) ebenfalls ca. 3 Meter. Das Klangbild ist sehr klar und differenziert, die Instrumente sind gut gegeneinader abgegrenzt und auch in ihren Eigenheiten zu erkennen. Wenn Du keine M/S machen kannst, schlage ich als Alternative eine ORTF-Anordnung vor. Verwenden kann man hier sowohl groß- als auch kleinmembranige Mikrofone, da bei Blechbläseren die großmembrantypischen Verfärbungen nicht so auffällig sind. Versuche es ebenfalls mal mit den gen. Höhen- und Abstandsangebe, aber sieh das nicht als "Evangelium" an! Du wirst nicht umhinkommen zu probieren. Auf jeden Fall sollte eine erfahrene Person die Aufnahme betreuen die nicht mitspielt. Ansonsten: Ich komme aus Oberhessen (Raum Alsfeld) und kann die Aufnahme auch machen wenn gewünscht.
"sie standen etwa im Halbkreis) ebenfalls ca. 3 Meter. " War das eine Liveaufnahme? Wieviele ? Einreihig, mehreihig ? (Vermute mal zweireihig, wegen der Höhe)
Hallo, ich bin zwar kein tTontechniker*g*, aber die anderen haben schon recht. ohne richtiges equipment kann man auch nicht richtig aufnehmen. und ohne person die eine solche anlage betreut auch nicht. und wenn sie schreiben, sie wollen nicht dass es hallig klingt sondern, dass alle einzelnen instrumente klar voneinenader getrennt sind können sie nur mit tonabnehmer für jedes einzlene instrument aufnehmen. und wenn sie schon ne cd produzieren wollen und so einen aufwand betreiben wollen würd ich an ihrer stelle in ein tonstudio gehen. dort erzielen sie das beste ergebnis. wenn ihnen das zu teuer kommt würde ich an ihrer stelle 2 oder 3 kondensator mikrophone anschaffen, sie in einer höhe von 3 metern und einem größeren abstand voneinander vorne aufstellen, besser ist es noch wenn sie die mikrophone an die decke hängen, 2 vorne und eins in die mitte. ein mischpult kaufen und einen hd recorder. damit erzielen sie bestimmt ein gutes ergebnis. am besten ist aber wenn sie es von einem erfahrenen tontechniker aufnehmen lassen. da sparen sie sich die viele arbeit und den ärger und das geld für die anschaffung;===))). Gruß Alex
"aber die Mikrofone SM57 taugen nicht für richtig gute Aufnahmen." Wieder ein Zitat für meine Sammlung - vielen Dank! Viele Praktiker empfehlen ja dieses Klassikermikro für Liveübertragungen (also mit Beschallung). Für Aufnahmen aus der Distanz ist es aber nicht so optimal, wie aber bereits geschrieben wurde. Es ist schwer Tipps zu geben. Um Fragen zu beantworten, müsste man wissen, wie der Raum klingt- Kirche ist auch nicht gleich Kirche! Davon ist es abhängig wo man welches System aufstellt. Ich mache das auch nicht immer gleich. Was man pauschal sagen kann, ist- dass ein typisches Stereomikro mit fester Charakteristik als Kaufempfehlung nicht unbedingt sinnvoll ist, da zu unflexibel. Da tendiere ich eber zum Kauf von zwei Nieren mit denen man das ORTF stellen kann, das von Rainer vorgeschlagen wurde. KM184 sind so falsch nicht, zur billigen Selbstaufnahme tun es auch zwei MXL6xx im Stereokoffer zu ?270. Das ist schon wesentlich besser als ein MD-Mikro. Diese sind meist in MS-Technik, wo man kreisförmig stehen muss, um eine korrekte Abbildung zu erzielen (ebenfalls in Rainers Beitrag angeführt). Da man aber in Liveaufnahmen eher flacher steht, würde ich eher zur ORTF greifen, da man in Kirchen so noch wenig genug Hall abbekommt. Ausserdem hält man sich so die Zuschauer vom Hals. (bzw. vom Ohr) Ein MS-Mkro würde in einer solchen Situation eher als Raummikro fungieren, dem weitere Mikros beigeschaltet werden müssen. Wenn man Glück hat, reicht dagegen eine ORTF-Anordnung aus. Anders herum aber können weitere einzelne Mikros (von mir aus auch GM) vor der Truppe helfen, den Klang massivst zu verbessern. Aber wie gesagt, das alles ist Fischen im Trüben. Man muss hinfahren, ansehen ein wenig messen und proben, und dann entscheiden, was das Beste ist. So braucht man halt einiges an Mikros, um gerüstet zu sein. Ob man sich selber so etwas zulegen sollte- muss jeder für sich beantworten. Um welche Kirche im Rhein-Main-Gebiet handelt es sich? Ich mache ja ganz rein zufällig auch Aufnahmen :-)
"aber die Mikrofone SM57 taugen nicht für richtig gute Aufnahmen."
Wenn mit "Aufnehmen" das Postionieren in etwas Anstand gemeint ist und nicht "closed miking" dann stimmt das 100%ig. Ansonsten ist der _Sound_ (d.h. alles andere als Klangeneutral) des SM57 oft gut bis gar sehr gut.
Hallo, vorweg, ich bin kein Tontechniker, habe aber einige Jahre Tenorhorn gespielt und kann vielleicht nachvollziehen, was für ein Klangbild ihr anstrebt. Ich würde in eurem Falle empfehlen, über einen anderen Aufnahmeraum als eine Kirche nachzudenken. In trockenerer Akustik wirkt der Klang deutlich präsenter, auch wenn die Mikrofone nicht dicht vor dem Ensemble stehen. Stehen die Mikros zu dicht vor dem Ensemble, kommt der Diffusfeld-Frequenzgang der Instrumente unzureichend zum Tragen. Wenn euere Ensemble ausgewogen ist, kann man es durchaus mit einem Hauptmikrofon versuchen, wobei ORTF o.ä. wohl am ehesten anfängergeeignet sein dürften (u.a. weil der Aufnahmewinkel intuitiv erfahrbar ist). Wenn das Ensemble nicht ausgewogen ist und Stützen zugemischt werden müssen, laßt besser einen Tontechniker ran, was eigentlich grundsätzlich empfehlenswert ist. Fazit: Wichtig ist meiner Ansicht nach die Gestaltung des Klanges vor der Mikrofonmembrane. Hier kann man mit einem geeigneten Raum und geschickter Aufstellung des Ensembles viel erreichen. Sucht euch vielleicht einen großen Raum mit eher kurzer Nachhallzeit, z.B. einen großen Bibliotheks-Saal. Positioniert manche Stimmen entfernter zu den Mikrofonen, als andere, um z.B. Melodie- und Begleitstimmen zu differenzenzieren usw. usf. Gruß Andreas
nochwas: Falls ihr Konzert und Aufnahmesitzung partout nicht trennen könnt, darf man auch versuchen, die Kirche akustisch etwas zu verbessern, indem man Absorber und dergleichen aufstellt. Die Frage ist natürlich, ob das optisch akzeptabel ist (vermutlich eher nicht?). Ich würde aber eher dazu raten, Konzert und Aufnahme zu trennen und einen geeigneten Raum für die Aufnahme zu suchen, in dem man das gewünschte "nähere" Klangbild erzeugen kann. Eine Scheune anstelle der Kirche könnte euren Wünschen ebenfalls nahekommen und läßt sich vielleicht mit vertretbarem Aufwand (und Kosten) organisieren. Gruß Andreas
Nein, das geht leider nicht. Es handelt sich eben um eine Lvieaufführung. Die Kirche steht inzwischen nicht mehr fest, aber auch wenn wir frühzeitig wissen, wo es sein wird können wir sicher keine Veränderungen vornehmen. Es ist aber ein wichtiges Konzert, daher die Frage nach Aufnahme. Wahrscheinlich haben wir selber keine Zeit um eine Aufstellung zu proben. Peter
Ja, die SM57 benutzen wir auch, aber es klingt bei Aufnahmen nicht so, wie gewüsncht. Die Mikrofone sind auch rasch übersteuert. Stehen sie weiter weg, hört man zuviele Störungen.