Hallo Hermann,
da du über den "Stapidius" Lärm-Schutzreflex etwas wissen möchtest, kommt hier Information:
Die Messung des Stapediusreflexes, der reflexartigen Kontraktion eines Mittelohrmuskels bei lauter (!) Beschallung zählt zu den objektiven audiologischen Methoden zum Nachweis von Hörstörungen. Auf Grund von Abweichungen von der normalen Reaktion des Stapediusreflexes ist es möglich, gewisse Hörstörungen und neurale Krankheiten zu diagnostizieren. Die Kontraktion des Stapediusmuskels ist nicht nur durch laute Schallreize bei Hörenden sondern auch durch entsprechend starke elektrische Stimulation des Hörnerven bei Gehörlosen über ein Cochlea Implantat auszulösen.
Die Stapediusreflexmessung gibt Auskunft über die Reaktionsschwelle des Muskels, der am Steigbügelknochen des Mittelohres ansetzt. Bei einem akustischen Reiz zieht sich der Stapediusmuskel des gesunden Hörorgans reflexartig zusammen. Es wird gemessen, ob eine Reaktion, d.h. ein Reflex, vorliegt oder ausbleibt. Der Stapediusreflextest kann ipsilateral, d.h. mit der Sonde am Meßohr, oder mit einem zusätzlichen Hörer (Sonderausstattung) contralateral auf dem Gegenohr
durchgeführt werden.
Während bei der Tympanometrie die Änderung der Compliance (Nachgiebigkeit) bei Änderung des Luftdrucks im äußeren Gehörgang gemessen wird, verändert sich die Compliance bei der Stapediusreflexmessung durch Kontraktion des Stapedius- Muskels im Mittelohr. Die Kontraktion - der Stapediusreflex - bewirkt eine Verringerung der Compliance und wird unter anderem durch laute akustische Reize hervorgerufen. Unabhängig davon, ob der Schallreiz links, rechts oder beidseitig vorhanden ist, tritt der Stapediusreflex stets binaural, d.h. in beiden Ohren gleichzeitig auf. Der Stapediusreflex wird bei normalhörenden Erwachsenen durch Sinustöne mit Schalldruckpegeln zwischen 90 und 115 dB ausgelöst.
Bei der Reflexmessung wird an einem Ohr, dem "Sondenohr", kontinuierlich die Compliance, bei dem Druck, bei dem vorher ihr größter Wert ermittelt wurde, gemessen. Simultan wird auf dem "Reizohr" der Ton, der die Kontraktion des Stapediusmuskels bewirkt, als akustischer Reiz zugeführt.
Bei der ipsilateralen Reflexmessung sind "Sondenohr" und "Reizohr" identisch. Der Prüfpegel, bei dem der Reflex erkannt wurde, wird als Reflexschwelle bezeichnet und in dB-HV (dB Hörverlust) angegeben.
Gibt es einen Messwert, um wieviel dB man sich selbst je nach Pegel geringer selbst hört? Ist diese menschliche Eigenschaft frequenzselektiv?
Das ist tiefe "Psychoakustik". Wie soll ich wissen, wie laut du dich selbst frequenzabhängig mit deinem Knochenschall hörst? Wie wäre das zu messen?
Gruß
Musch