Was sind "Audio Engines" ?

Erstellt 5 Antworten6 Beiträge
Startbeitrag#1
Weiter unten kam in einem Thread die Frage nach "Audioengines" auf. Es wurde behauptet, dass einige Programme über "bessere" Engines verfügten, als andere. In diesem Zusammenhang war die Rede von "druckvolleren Pulssignalen" und von "mehr Klarheit". Man "höre es" eben, wie sich "Nebelschwaden" lichteten, wenn nur die richtige Engine arbeite. Nun erinnert mich solches Vokabular bei aller gebotenen Unvoreingenommenheit ein wenig an das, was man von HiFi-Enthusiasten zu hören bekommt. Ich bin fast etwas erschrocken darüber, dass ich von der Bedeutsamkeit des Themas "Audio Engines" noch nie gehört habe. Habe ich hier eine eklatante Bildungslücke ?
Daher meine Frage: Was sind Audio Engines und wie funktionieren sie ? Woran erkennt man eine gute Engine ? Und: Wenn sie einen so starken Einfluss auf das Klangergebnis haben, müsste es doch relevante Standards und Pflichtenhefte von seiten der üblichen Verdächtigen geben (AES, VDT...)
MfG, Christoph
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Antwort#2
Was sind Audio Engines und wie funktionieren sie ?
Das ist eigl. nur ein hochtrabender Begriff für die digitale Audiomischung.
Also eilg. der Kern des Programms.
Soviel wie ich aus den Diskussionen mitbekommen habe wird für deren Qualität nur das Mischen bzw. der Klang des digitalen Mischpultes verstanden.
Also weder EQs, noch andere Effekte.
Wenn man also vergleichen will müssen diese ganzen Effekte, nebst den Pegel _identisch_ sein. Vermutlich gelingt das nie, so das die Vergleiche hinken.
Was passiert bei Mischen? Eigl. nicht viel.
Die einzelen Samples (Zahlen) werden mit einem Faktor multipliziert und dann addiert. Hierbei treten jenachdem wie das gemacht wird Rundungsfehler auf.
Man hat also ein Quantisierungsrauschen. Dieses dürfte nicht weiter auffallen und schon gar nicht den Klang merklich ändern solange die Einzelsignale einigermassen voll ausgesteuert werden.
Eine andere Vermutung ist Jitter.
Hier muss ich raten. Bei den Creamwarekarten gibt es eine Option die genaue "Phasenlage" ermöglicht und mehr Rechenpower verbraucht. D.h. es gibt u.U. ein Delay zwischen den Samples.
Wir hatten das auch mal für Cubase diskutiert, dass exportiertes nicht unbedingt gleich klingt.
Vermutlich kommen/kamen die Rechner nicht immer hinterher und so wurden Samples verschluckt, verzögert, verdoppelt, was weiss ich.
Würde alles glatt laufen, müssten sie gleich klingen.
Eine etwas andere Idee ist, dass manche Cubase/Logic etc. als Master laufen lassen. Und dann hängt es von Rechner und dessen Auslastung ab, ob und wie es Jitter gibt. D.h. wenn man vergleicht, sollte man das digital summierte Signal auf der gleichen Anlage beurteilen. Nicht Logic laufen lassen und Cubase laufen lassen.
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Antwort#3
Hallo,
Pflichtenhefte gibt es für DAWs nicht. Der Kollege unten mit seinem Jitter ist denke ich auch auf dem Holzweg. Aber die Auflösung und die Frage ob die Auflösung durchgängig ist (DAWs mit DSPs verfügen meist nicht über einen Bus, der die selbe Auflösung wie der DSP hat z.B.) könnte eine Rolle spielen.
Grüße von der Tonmaus
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Antwort#4
Hallo.
Audio-Engines sind Algorithmen, die für die Verarbeitung (und Mischung) der Audio-Signale
verantwortlich sind. Klangentscheidend ist hierbei primär wahrscheinlich
die Bit-Tiefe mit der editiert/gerechnet wird, weil sonst schnell nach einigen Verarbeitungschritten Klangverluste stattfinden (Stichwort: Rundungsfehler?). Daher klingen Programme mit 24 Bit-Tiefe vermutlich schlechter - siehe ProToys, Programme mit 32 Bit Verarbeitung (wie Nuendö oder SX) sind da wohl im Vorteil.
Dasselbe gilt auch für (Hardware-) Effektprozessoren; das ganze hat natürlich nichts mit dem Bit-Format der Dateien oder Schnittstellen zu tun, ebensowenig
mit Dither. Gebe es die Unterschiede der Engines nicht, würden wohl alle digitale Workstations und Mixer mit selber I/O-Struktur gleichklingen.
Eine andere Frage ist noch die der Rechen-Effiziens einer solchen Engine;
Stichwort Prozessorbelastung.
Gruß,
Christopher
PS. Warum bekomme ich immer Brechreiz beim Wort "Pflichtenheft"??



http://www.hafibeat.de
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Antwort#5
"Pflichtenhefte" - hier denkt man als erstes an die Pflichtenhefte des IRT, der Post, und was es noch alles gibt.
"Pflichtenhefte" sollen nur Regelwerke sein, die festlegen welche physikalischen Paramter einzuhalten sind, damit eine störungsfreie und artefaktefreie Übertragung möglich ist. Ferner enthalten sie Vorschriften über die technische Ausführung von Geräten. Dies ist wichtig um eine maximale Betriebssicherheit und Arbeitssicherheit zur Verhütung von Unfällen zu gewährleisten, ferner soll ein Gerät auch servicefreundlich gestaltet sein und nich Schrauben an Stellen enthalten, wo man nur dann mit dem Schraubenzieher hinkommt, wenn man das halbe Gerät demontiert hat. Ferner ist auch die Verwendung von Bauteilequalitäten und ihre Beschaffbarkeit geregelt.
Bei "Audio-Engines" oder bei Effektgeräten die zur Soundgestaltung benutzt werden, kann man nur die obigen Kriterien zwingend vorschreiben. Den Effekt selbst, kann man nicht in irgendwelche Vorschriften pressen, weil es künstlerische Aspekte sind, die hier vorherrschen. Wie ein bestimmter Effekt letztlich klingen soll, ist einzig und allein Geschmackssache des Entwicklers und des Anwenders.
Man kann festlegen welche Qualtitätsparamter ein Verstärker einzuhalten hat damit er nur "verstärkt" und nich selbst klingt. Aber man kann keine Festlegungen treffen wie z.B. ein Hallalgorithmus gestaltet sein muß. Hier kommt es auf den Geschmack des Entwicklers an.

Grüße
Rainer
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Antwort#6
hatte in der aktuellen XOUND-zeitschrift einen vergleichsbericht gelesen zwischen nuendo,protools, und logic in verbindung mit analogpult und ohne pult.
etwas mager aber beruhigend...

www.xound.com
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