Ich suche einen Kompressor, um hauptsächlich BD und Snare schon bei der Aufnahme etwas zu komprimieren (mangels Spuren muss ich das Drumset als Stereosumme zur Aufzeichnung bringen). Was käme in Frage? Ein High End Gerät kommt leider aus monetären Gründen nicht in Betracht. Gibt es brauchbare Alternativen (dbx etc.)?
Ich werde den Verdacht nicht los, dass die Leute von den ganzen "Overeasy" "supersoft" und "auto-opti" Kompressoren ala dbx nur deswegen so beeindruckt sind, weil sie keine Lust haben, sich mit den Parametern "Attack" "Knee" und "Release" auseinanderzusetzen. Ich für meinen Teil bevorzuge es gerade bei percussivem Schlagzeugmeterial, diese Parameter selbst einzustellen und ziehe selbst einen composter jedem 166er vor. Da werden meine Einstellungen dann auch nicht von einem vorlauten Compressor "optimiert". Selbst ein 404 kann mich mit seinem immer etwas gestopften Sound nicht mehr begeistern. Grüße Opi
...daher sagte ich ja auch, "versuche es doch mal". Es gibt selbstverständlich nicht DAS Gerät, mit dem jedermann uneingeschränkt zufrieden ist. Aber grade den SPL kriegt man auch wieder zum ordentlichen Preis los bzw. man nutzt die Kulanz seines Fachhändlers, wenn es denn tatsächlich sooo schrecklich ist, damit zu arbeiten. Janko, der tatsächlich auch noch nen alten Composter im Rack hat der ihm immer treu war.
Mindprint T-Comp. Alles Einstellbar. Jede Einstellung klingt gut, im Gegensatz z.B. zu B* Compostern die zum Pumpen neigen bei weniger Ratio. Und als Gimmick gibts noch ne Röhrenverzerrung für den "analogen Sound". Ich benutze ihn übrigens mit digital Modul auch als AD-Wandler.
Aus der Billigfraktion: Behringer MDX2200 Alesis 3630, falls es den noch gibt (kann auch peak-detection) nervt aber mit externen Netzteilen. teurer: Drawmer DL261 ein Gerät, dass so unauffällig ist, dass es fast schon langweilig ist. Auch von La gibts, glaub ich, was mit einstellbaren Zeiten. was ist mit dem Transientendesigner? (war mir zu teuer zum ausprobieren, am Ende gefällt er mir und ich muss ihn kaufen...) naja, so gehts weiter... bss 402 und so. Ich nehme auf billigeren liveBühnen tatsächlich immer zwei mdx2200 mit, weil mir die überall angebotenen neuen 166 einfach nicht mehr gefallen. So mache ich mir über das Thema keine Gedanken mehr. Gruß Opi
Hallo Ton_Opa, was um alles in der Welt ist ein "Composter"? Der etwas irritierte aber ansonsten auch lieber alles selbst einstellende Wolfgang ps: Nur was ich selbst einstellen kann, habe ich auch verstanden. Und kann ich es nicht einstellen, weiß ich nicht, was es macht, und dann gilt: weniger ist mehr.
Habe selber einen. Grade für Perkussive Signale ein mächtiges Werkzeug, allerdings denke ich mal daß er für den eingangs avisierten Zweck (Vorkomprimieren zur Aufnahme) nicht ganz das Richtige ist. Im Mix sicherlich viel mehr als nur einen Versuch wert. Janko
Hallo Opi, selten das ich mal nicht einer Meinung mit Dir bin, aber Ausnahmen bestätigen die Regel ;-) Zweifelsohne solltest Du Dir den Dynamaxx mal genau anhören. Auch wenn es hier kaum Parameter gibt, die manuell zu kontrolieren wären: Man vermißt sie nicht. Dieses Gerät ist wirklich genial - zu dem Preis. Und das sage ich nicht ohne mit 95% der Konkurenz schon gearbeitet zu haben, incl. Drawner,BSS, Klark, Focusrite, TL-Audio, Symetrix oder was weiß ich. Dabei ist doch eins ganz klar: Es gibt nicht ein Gerät für alles. Und wenn überhaupt, dann ist es der Dynamaxx, weil seine Auto-Funktionen wirklich überzeugen. Dein Vergleich Composter - DBX 166- Serie ist mir zu arg oberflächlich. Der Ur-Composer (MDX2000) hatte noch DBX-VCAs und war ein sehr 166-ähnlicher Compressor. Der gefiel mir sogar besser als das Original. In der Tat hat Behringer vor der China-Zeit (Geräte ohne "Pro") sehr interessante Geräte gebaut, darunter auch das Autoquad, Intelligate (gibt es noch), den Mastercom und den Geheimtip Combinator (mit 24VCAs!). Die neuen Dinger (MDX2200 - ist übrigens auch ein Soft-Knee-Gerät!!) würde ich aber niemals einem aktuellem 166XL (der ist vollparametrisch!)vorziehen, denn die Allgemeinqualität ist für mich irgendwie nicht akzeptabel. Ich hatte einen Tube-Composer, der war ganz nett. Aber beim letzten Behringer Versuch habe ich mich auf die Nase gelegt: Einen Ultragraph DEQ2496 bestellt, das ist das Top op the Line-Produkt (jedenfalls vom Ulli..), und auch nur weil es nichts vergleichbares von anderen Firmen gibt (im Unterschied zum Composer...) und siehe da: Das Gerät kam defekt aus dem Karton! Soweit zum Thema "ISO" : Es findet offensichtlich überhaupt keine Endkontrolle statt, oder wie soll man das erkären?? Mein Fazit: Neu-Behringer nur im "Norfall". Soundlich gibt es sowieso weitaus besseres - wer könnte das ernsthaft bestreiten?? Gruß, Christopher PS: Ich arbeite da wo es geht grundsätzlich nicht mit dem Auto-Mode von Kompressoren...
Soweit zum Thema "ISO" : Es findet offensichtlich überhaupt keine Endkontrolle statt, oder wie soll man das erkären??
Da wir Deutschen das englische Wort "quality" als "Qualität" statt als "Beschaffenheit" übersetzen und "Qualität" immer mit "guter Qualität" assozieren, fallen viel auf die Nase, wenn sie unter "quality management" eine Massnahme zum Erreichen eines hohen Qualitätsstandarts vermuten. Dabei ist Ziel der ISO9000 einen _gleichbleibende_ und _vorhersehbare_ Qualität zu erreichen. Das geht u.U. soweit, dass Kunden lieber maschinell gefertigtes mit minderer Qualität aber geringerer Streuung bestellen als gleichteures handefertigtes mit hoher bis sehr hoher Qualität. (bericht aus dem Inet)
Und insofern entspricht ein defektes Gerät voll den Erwartungen: es ist unbrauchbar...und du musstest das nciht erst durch langwierige Tests rausbekommen...
Hallo Uwe, Samson S-Com Plus, 2 kanal Stereo Gerät. Da ist alles dran was man an Reglern so braucht. Klang ist dem Preis angemessen, Qualität aus meiner Sicht gut bis sehr gut. Für Bdr und Sn solltest du eventuell zusätzlich über Noise-Gates nachdenken, auch hier bietet Samson ein schönes Teil, heißt glaube ich S-Gate 4. Gruß M. Hein
Ich wollte keine Lanze für Uli brechen, sondern mal mitteilen, dass es auch andere Kriterien als "Hauptsache BSS" gibt Das softe Knie beim 2200 kann man abschalten, ebenso wie den fehlkonstruierten Limiter. Ich bin deiner Meinung, es ist eine Notlösung. Wenn ich an 166 denke, schwebt mir eben immer noch eine schwarze Kiste vor...was weiß ich, was die youngster da noch A´s Xe und L´s rankrickeln. Das ist mir alles zu bunt. Ich habe irgendwann keine Lust mehr gehabt, mich über diesen oder jenen Nachfolger zu ärgern und aufgehört, vor Ort an den Dingern vergeblich rumzuspielen. Ein Fehler, ganz klar. Aber es ist auch beruhigend, festzustellen, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, vernünftigen Sound zu machen. Es geht bestimmt auch mit "weichen Knieen". Ich habe zu oft vor den Einknopf-Kompressen gestanden, und meine Arbeitsweise ändern müssen, weil diese Teile einfach nicht das machten, was ich wollte. ...und ich kann dir auch jetzt nicht richtig glauben, dass der Dynamaxx bei tiefen Frequenzen seine Regelzeiten so extrem verlängert, wie ich das tue. Bei manchen Bässen wieder, versuche ich tatsächlich den Kompressor mit viel zu schnellen Regelzeiten in die Verzerrung zu zwingen... Und das alles hat SPL in den Dynamaxx programmiert? Aber mein ganzes Gesabbel ist tatsächlich etwas OT, weil sich das alles aufs Soundmachen bezieht, und nicht aufs Aufnehmen. Beim Aufnehmen reicht mir tatsächlich meistens ein Knopf, und der heißt "Bypass" :-) ...aber, jeder, wie er will..... schöne Grüße Opi
Die Kompressoren der Firma Behringer tragen seit mehreren Serien-Generationen das Wort "Composer" in der Typen-Bezeichnung. Im Volks(Beschaller)mund hat sich "Komposter" als Synonym für Behringer Kompressoren eingebürgert. ..... hinterher ist alles ein matschiger Haufen .... Gruß Opi
Hallo Opa, meine Ausführungen bezogen sich ebenfalls auf den Beschallungbereich weil dies meine Haupt-Domaine ist. Im Studio benutze ich zur Aufnahme i.d.R. auch keine Kompressoren, später benutze ich Plugins. Ob SPL den Dynamxx so programmiert hat das er Dir gefällt weiß ich nicht so recht, zur Frage der Zeitparameter im Bassbereich fällt mir nur ein, daß ich bei E-Bässen eine mittlere Attack, aber eine sehr schnelle Release-Zeit vorziehe. Der Dynamaxx bietet aber zunächst vier unterschiedliche Betriebsmodi, darunter "Effekt-Comp" u. "Soft-Limit" (eine Art FET-Limiter ala Urei). Wie gesagt, teste den wirklich mal an. Zum Thema bunte Neuerscheinungen: Naja, das nervt schon mal. Aber im professionellen Bereich in dem wir arbeiten tangiert das doch weniger. Und der einzig "professionelle" neue 166er ist nach dem 166a nunmehr der "166XL". Und dies ist der einzige mit Zeitparametrik. Noch eine Frage: Wo Du doch so gerne an den Knöpfen drehst, was hast Du für Erfahrungen mit dem BSS DPR901? Gruß, Christopher
Kaum welche. Hatte den ein paar mal mit, hab ihn aber kaum benutzt. Bei dynamischen Filtern hab ich von der Philosophie eher auf digitale Geräte gesetzt. Musste aber feststellen, dass solcher Schnickschnack meine Mixe eher langweilig macht. Habe drei Tage mit den neuen dynamischen in der EQ-Station rumgefummelt. Und auch ausgiebigst den Finalizer insertiert. Machts irgendwie nicht spannender. Im Schlagzeug nicht, noch nicht mal als hochpotenter deesser konnte mich das begeistern? Scheint für mich nur zu Pegelmaximierung im Studio zu taugen. Wenn das Schlagzeug ab und zu peng statt bumm macht, dann gehört das auch so. Ich hab ne ganze Zeit sehr viel den Deess-Knopf vom 404 benutzt. Bin ich inzwischen völlig von ab. Man fährt halt irgendwann doch einen ganz anderen Stiefel. Normale Kompression nutze ich dagegen gern und reichlich. Vielleicht ist das auch einfach altmodisch? Grüße Opi Na gut, ich besorg mir mal den dynamaxx
Hallö! Ich weiß nicht ob das altmodisch ist. Die PA-Sippe ist eh recht konservativ. Soll sogar Leute geben, die gar nicht komprimieren - meist geht das in die Hose. Ich lasse dafür schon mal die Gates komplett weg -klingt meistens viel besser. Den Deeser vom 404 benutze ich schon, aber nicht jede Stimme braucht einen. Beim 901 und TC TripleC sind die Möglichkeiten ja fast unbegrenzt - gerade die Möglichkeit Frequenzspezifisch zu arbeiten finde ich schon sehr interessant. Der BSS 901 scheint Standart für die Stimmkomprimierung vieler großer Acts - also keine Summenkomprimierung. Den Finalizer habe ich auch öfters für die Summe genommen. Der Deeser ist sehr gut und da passiert gewiß eine Menge mehr als Pegelmaximierung! Man muß schon genau wissen wo man hinwill. Das ist dann schon eher progressiv... "Wenn das Schlagzeug ab und zu peng statt bumm macht, dann gehört das auch so." Richtig - aber kein Kompressor macht aus einem peng ein bumm, es sei denn irgendwas ist nicht richtig eingestellt...
Warum digital focussiert ausgerechnet bei Dynamischen EQs/Multiband Dynamiks? Außer den TC-Sachen gibs doch da nicht viel. Analoge Kompressoren finde ich ohnehin besser - da bin ich mal altmodisch ;-) Apropos: Was taugt die EQ-Station denn so in der Praxis? Ich hörte da was von Abstürzen...? Gruß, Christopher
Soll sogar Leute geben, die gar nicht komprimieren - meist geht das in die Hose.
Ich nutze das Ohr als "natural compressor". Ein Rockkonzert fährt man ja nicht mit 85dB. Kompressor benutze ich meist nur auf Gesang und eventuell Bass. Drums meistens nicht. Und trotzdem drückt es ordentlich.
Lieber Thomas, das Ohr als "natural Compressor" zu benutzen ist schon etwas neben der Spur. Dies ist eine Schutzeinrichtung des Körpers, kein Spielzeug für Tonleute. Natürlich fährt man ein Rockkonzert nicht wiklich mit 85db/A, allerdings wäre es vielleicht besser? Ich versuche mich jedenfalls bei max. 100db/A einzupendeln. Gesundheitsschädlich ist schon weit weniger. Wer also "Druck" mit Lautstärke verwechselt tut dies auf Kosten der Zuhörer und sich selbst. Leider gibt es in unserer Branche nicht wenige taube Tonleute - das ist ein Teufelskreis. Ein gekonnter Umgang mit Kompressoren sollte eigentlich Pflicht für jeden FOH-Techniker sein. (Zu) Laut klingt zudem scheisse, weil keine Details mehr zu hören sind und die meisten Systeme nur noch würgen. Soweit die Fakten. Gruß, Christopher