Hallo, wenn ein Sinfonieorchester vor mir plaziert ist, dann würde ich vermuten das die Orchesterbreite, die ich ja zwecks Berechnung meiner A/B Mikrobasis brauche, durch die am weitesten voneinander entfernten Instrumente definiert ist. Ist das richtig? Mit Dank für Antwort Gruß Jörg
Hallo Jörg, die Orchesterbreite oder die Klangkörperbreite ist das Maß in Meter für die Front-Größe des Orchesters quasi etwa an der Bühnenkante gemessen. Vermutlich suchst du den Ausdehnungsbereich des Klangkörpers in Grad vom Mikrofonsystem aus gesehen, der auch Orchesterbereich genannt wird. Diesen Winkel kann man als Tangens aus dem Abstand des Orts des Mikrofononsystems vor dem Orchester und der halben Orchesterbreite ausrechnen. Siehe dazu das Blatt von ebs unten im Link "Ausdehnungsbereich des Klangkörpers und Aufnahmebereich". Während der Ausdehnungsbereich des Klangkörpers (Orchesterbereich) allein vom Ort des Mikrofons abhängt, ist der Aufnahmebereich vom Mikrofonsystem selber abhängig - also der Richtcharakteristik der Mikrofone, dem Achsenwinkel (Öffnungswinkel) und der Mikrofonbasis (Abstand zwischen den Mikrofonen). Der Ausdehnungsbereich (des Orchesters) und Aufnahmebereich (des Mikrofonsystems) sind unbedingt strikt auseinander zu halten. Man erkennt den Unkundigen, wenn er falsch erklärt, er könne mit dem Mikrofonsystem weiter vom Orchester weggehen, um den Aufnahmebereich zu ändern. Der Aufnahmebereich des Mikrofonsystems bleibt dadurch unverändert. Was sich dadurch ändert ist nämlich allein der Orchesterbereich. Hierzu ist eine Gedankenhilfe folgende URL: http://www.sengpielaudio.com/TaschenlampeUndAufnahmebereich.pdf Gruß Florian
Ausdehnungsbereich des Klangkörpers und Aufnahmebereich
Hallo Jörg, es ist wichtig zu wissen, wie man die Abbildungsbreite eines Klangkörpers zwischen zwei Lautsprechern mit 3m Abstand regeln kann. Das andere Posting erklärt Dir das gut und gibt Info-möglichkeiten. Es gibt aber zu viele Faktoren die nicht berücksichtigt werden, wenn man sich nur auf dieses richtet und ausser Betracht lässt, WAS man aufnimmt und WO. Ich persönlich - so wie viele meiner Kollegen - nehme nahezu nie auf mit einem berechneten Hauptmikrofonsystem. Die errechneten Daten sollten eine Stütze sein im Prozess des Entwurfs einer Aufstellung, mehr aber auch nicht. Grüsse, Dirk
Die Frage, die auch zu beantworten ist, lautet, ob man das gesamte Orchester in die volle Stereobreite nimmt, oder es enger abbilden möchte. Seitliche Reflexionen von der Wand haben dann die größte Breite. Stellt man sich ein Orchester vor, daß klanglich sehr nahe und breit steht (da nahe aufgenommen) dann klingen die hinteren Musiker doch recht deutlich weiter weg, als die nah sitzenden. So extrem will man das nicht- ergo geht man weiter weg, um das Verhältnis zu mindern. Damit schrumft das Orchester zusammen, wenn man nicht den Mikroabstand ändert. Dies kommt auch in einem EBS-Artikel zum Ausdruck wo auf die oft fixierte 17,5cm Stereoschiene für AB-aufnahmen hingewiesen wird, die nur bei Aufstellung direkt vor derOrchestergrenze eine komplette Stereoabbildung liefert und für entfernte Aufstellung sozusagen zu kurz ist.
Jürgen (studio 96) weist darauf hin, dass der Aufnahmebereich bei einer AB-Anordnung nur in einer überschlägigigen Rechnung ein fester Winkel ist, wenn man vereinfacht allein die Laufzeitdifferenzen betrachtet. Schaut man genauer hin, dann kommen immer auch Pegeldiffenerenzen zur Wirkung. Das kann man in der Link-Abbildung "Aufnahmebereich bei AB-System ist kleiner als berechnet" erkennen. Die hintere Bühnenbreite wird in Stereo schmaler abgebildet; da kann leicht durch weiter nach außen gepannte Stützmikrofone gegengesteuert werden. Wie schon Dirk F hierzu anmerkte: Diese Berechnungen sollen eine Hilfe im Prozess des Entwurfs einer Mikrofonaufstellung sein, mehr aber auch nicht. Klangeinstellungen von Aufnahmen lassen sich nicht berechnen. Viele Grüße ebs Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik http://www.sengpielaudio.com
Vorne hat ein Orchester meistens mehr mehr Breite. Wäre es sinnvoll, das Orchester hinten breiter zu stellen, so dies möglich ist?
Jedenfalls würde ich die Stützmikrofone der hinteren bei der Lautsprecherwiedergabe zur Mitte (Center) hin treibenden Instrumente etwas nach außen ziehen. Bei Aufnahmen werden häufig die Holzbläser recht eingeengt nach halblinks und halbrechts gepannt. Da wir auf einer CD im Gegensatz zu einem Konzertbesuch die Musiker nicht sehen, ist bei der Tonaufnahme etwas Übertreibung im gestaltenden Sinne immer angebracht.
HAllo, war ein denletzten zwei Tagen mit aufnehmen ("wischen" :-) ) beschäftigt und konnte nicht antworten. Was in euren Schilderungen beschrieben wird, habe ich in der Praxis nachvollziehen können. Habe dabei selbst festgestellt, dass das mit den Berechnungen nicht genau hinhaut und deshalb auch diese Frage gepostet, da ich mir nicht sicher war ob ich den theoretischen Hintergrund, nach ebs, richtig verstanden hab. In meinem Fall viel mir auf das eine ganz hinten, ganz links aufgestellte Harfe über das AB System nicht ganz links abgebildet wurde. Habe dann während der Proben den Abstand des AB Systemes zum Orchester verändert, aber da ist dann irgendwann Schluß, da das Signal zu direkt oder zu diffus wird. Also optimum herausgehört, dann nach ebs den Winkel des Ausdehnungsbereiches berechnet und die Mikrobasis exact eingestellt. Ergebnis : die HArfe war immer noch nicht ganz links. HAbe dann noch mit der Basis etwas experimentieren können, aber das Problem blieb mehr oder weniger. Letztendlich habe ich die HArfe über das Stützmikro dann ganz nach außen gezogen. Nun, ich werd die Berechnung als Anhalt nehmen und dann den Rest über die "Ohren" korrigieren. Nochmals Danke, das ist ein klasse Forum! Gruß Jörg
Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der in meinem Posting angegebene Link mit "Aufnahmebereich bei AB-System ist kleiner als berechnet" nicht dort vorhanden ist. Das liefere ich hiermit nach. Geschrieben von ebs am 17. November 2004 23:46:23: Als Antwort auf: Re: Fragen zu Orchesterausdehnungsbereich und Orchesterbreite geschrieben von studio96 am 17. November 2004 21:41:39: Jürgen (studio 96) weist darauf hin, dass der Aufnahmebereich bei einer AB-Anordnung nur in einer überschlägigigen Rechnung ein fester Winkel ist, wenn man vereinfacht allein die Laufzeitdifferenzen betrachtet. Schaut man genauer hin, dann kommen immer auch Pegeldiffenerenzen zur Wirkung. Das kann man in der Link-Abbildung "Aufnahmebereich bei AB-System ist kleiner als berechnet" erkennen. Die hintere Bühnenbreite wird in Stereo schmaler abgebildet; da kann leicht durch weiter nach außen gepannte Stützmikrofone gegengesteuert werden. Wie schon Dirk F hierzu anmerkte: Diese Berechnungen sollen eine Hilfe im Prozess des Entwurfs einer Mikrofonaufstellung sein, mehr aber auch nicht. Klangeinstellungen von Aufnahmen lassen sich nicht berechnen. Viele Grüße ebs Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik http://www.sengpielaudio.com
Aufnahmebereich bei AB-System ist kleiner als berechnet