Hallo, ich glaube, ich fange noch mal von vorne an. Wir (die Band, in der ich spiele) haben vor, unsere nächste CD in Eigenregie zu produzieren und suchen daher ein brauchbares Mikro für den Gesang. Gemäß meiner Unwissenheit dache ich, ein Großmembran-Mikro sei obligatorisch. Dass dies offensichtlich nicht der Fall sein muss, weiß ich jetzt. Gebt mir doch mal ein paar Tipps für bezahlbare Mikos. Danke soch einmal im Voraus! MfG, Thomas
Hi, ich weiß nicht genau, wie ich "bezahlbar" definieren soll. Wir machen halt Alternative Rock, und für die Gitarren stehen uns 2 Mikros zur Verfügung: 1. ein SM-57 2. dieses AKG Bassdrum-Ei Außerdem besitzen wir noch 2 Rode NT-3. Des Weiteren überlegen wir gerade, uns noch ein Mikro-Klemm-Set von Sennheiser zu kaufen. Irgendwie werden wir damit hinkommen, denke ich. Meine Frage ist, wie viel Geld wir ausgeben müssen, um ein Gesangsmikro zu haben, mit dem man arbeiten kann. Knappe Kassen, wohin man sieht. Aber gibt es denn kein Teil, von dem man sagen kann: "Damit bekommt man vernünftige Aufnahmen hin" etc... ohne direkt mehrere hundert Euro ausgeben zu müssen? MfG, Thomas
Mal umgekehrt gefragt: Wieviel kannst/willst Du maximal ausgeben? Und nochmals: Wenn Du etwas planerisch vorgehen willst und vielleicht die Absicht hast, später mal das Mikrofon nicht nur für einen bestimmten Zweck zu verwenden, sondern universell, dann kaufe Dir ein Kleinmembranmikrofon und laß die Großmembraner weg und glaube nicht die Mythologie die um die Großmembraer gemacht wird. Je klangneutraler ein Mikrofon ist, desto universeller ist es verwendbar. Sound erzeugen - dazu gibt es massenweise Effektgeräte auf dem Markt.
Rainer, lies doch den Beitrag mal genauer. Da steht doch, dass er schon zwei Rode NT-3 besitzt. Noch ein KM-Mikro braucht er wohl für den den Gesang nicht zu kaufen. Denn vermutlich werden zumindest die (endgültigen) Vocal-Spuren nicht gleichzeitig mit den Drums aufgenommen. @t1mas: Mit den Rodes als Overheads, dem D112 an der Bassdrum, dem SM57 an der Snare und ein paar Tommikros seit ihr für das Schlagwerk ganz gut bedient. Für Bass bietet sich einerseits die Direktabnahme per DI-Box bzw. Line-Out am Amp an. Wenn der Bass für den endgültigen Take nicht zusammen mit den Drums spielen muss, zusätzlich noch das Sm57 nah vor den Amp. Für die Gitarre macht ihr mit dem 57er am Amp auch nichts falsch, zusätzlich kann man in etwas Abstand noch ein Kondensatormikro stellen, um eine Spur mit mehr Raumanteil zu haben. Die richtige Mischung dieser beiden Mikros macht oft auch schon ohne viel EQ-Arbeit einen schönen, satten Sound, wenn der Amp richtig eingestellt ist und die Position des nahen Mikros stimmt. Beim Gesang kann man, bevor man unnötig Geld ausgibt, tatsächlich erstmal sehen, wie weit ihr mit einem der Rodes kommt. Und wenn dann (auch wenn Rainer das nicht schmecken wird) doch der Wunsch nach einem GM-Mikro da ist, weil etwas "Wärme" dem Gesang vielleicht besser steht als eine hochlineare 1:1-Abbildung, dann kann ich für den Amateurbereich bedenkenlos das Studio-Projects B-1 empfehlen. Kostet rund 120 Euro und ist zwar keinesfalls mit Neumännern o.ä. zu vergleichen, hat aber ein IMHO unübertroffenes Preis-Leistungsverhältnis. Um aus einem teureren Mikro entsprechend besseren Sound rauszuholen, muss erstmal mehr Erfahrung und Know-How da sein - für eine erste(?) Aufnahme in Eigenregie ist das schon ein passendes Teil. Und wie gesagt: nicht verrückt machen lassen. Hier sind Leute, die einige Ligen höher spielen als wir beide und die anderes Material gewohnt sind. Michael Schumacher wird in einem Golf keinen F1-GrandPrix gewinnen, trotzdem kann man den als Alltagswagen wohl empfehlen. Jens
Hallo nochmal, ich kann mich Jens' Empfehlungen nur anschließen. Ferner kann ich berichten, daß das NT3 ein wirklich gutes (KM-) Mikro speziell auch für Gesang ist. Ich habe damit selbst eine Zeit gearbeitet und war sehr zufrieden. Ich würde erstmal keine weiteren Mikros kaufen. Denn *richtig* besser wurde der Gesangssound erst mit einem C414, das kostet aber rund 1000.- Für Schlagzeugaufnahmen, die ja wohl eher selten gemacht werden würde ich mir ein paar Tom-Mikros zusammenleihen, entweder SM57, MD421/441 oder Clipmiros (sowas hat jeder PA-Verleiher) oder einfach ein paar olle Gesangsmikros dafür verwenden - das geht mit ein bißchen EQ (der immer im Spiel ist) sehr gut. Gruß, Christopher
Hallo, leider ist Deine Frage nicht so leicht zu beantworten. Das beste Studiomikro nütz dir leider nichts, wenn die Kette dahinter nicht genau so gut ist. Ihr wollt bestimmt im Rechner /Harddikrecording Aufnehmen. Dann ist der Weg vom Mikro in den Rechner schon Teurer als das Mikro Selber. Ich habe ein C414 (ca. 1000,- Euro) für die Vocals aber ein passender Preamp wie mein SPL "Channel one" kostet noch mal das gleiche. Dan müßt Ihr eine Gute Soundkarte z.Bsp eine Creamware oder eine RME Hammerfall haben um das ankommende Signal auch mit mindestens 24 bit / 44,1 Khz (oder48Khz ist mir aber auf Dauer zu Kompliziert)/ Bei Cubase 32-bitflow einstellen. Das Ist schon mal die Mindestanforderung für solch ein Mikro. Dann das allerwichtigste, für ein geilen Vocal sound abgenommen mit einem guten Mikro brauch Ihr getrennte Abhör und Aufnahnmeraum. Ich weis das ist nicht das was u jetzt hören willst; aber jetz mein Tip !! Nimm die Vocals ruig erst mal mit deinem SM 58 auf, wenn Du die möglichkeit hast stell die Rode ca 20 (cm 5cm seitlich versetz) hinter das SM58. Wenn man die Kapseln wechseln/umstellen kann von Niere auf Kugel nimm auf die andere Seite das andere Rode mit anderer Kapsel und nimm alles mal paralel auf um zu hören wie es kling. Villeicht auch ein mono SM58 mix mit zwei Rode im Panorama. Achtung mit der kleinmembran unbedingt einen Popschutz davor und hören wie man es am besten ausrichtet um S und Popplaute zu reduzieren. Einfach mal ausprobieren und rumspielen. Du glaubst nicht wieviel Vocalaufnahmen von ein im Abhörraun rumtanzender Sänger mit SM58 schon auf Tonträger gepresst wurden (z.Bsp ein Song der letzen Grönemayer LP). Das Micro kann halt nichts und ist deshlb so leicht zu bedienen. Ich finde die Großmembran Fame Micros vom Music Store ganz gut, ebenso überascht war ich vom Behringer B-2 7 und der B-5 Kleinmembran und ich weis wie andere Hochwertige Mikros klingen (z.Bsp. Schöps / Neumann /Geffel und andere Geldfressssser. Noch ein Tip Musik die machbar ist zuhause Aufnehmen, und die Vocals und das Mastering im Studio machen. Ich hoff es hilft Dir ein wenig weiter. Gruß Stefan
Willst du das D112 (das Ei) für Gitarre nehmen? Es kann gehen, aber diese speziellen Bassdrummikros haben alle eine spezielle Eigenschaft. Sie sind nicht gross, wegen der grossen Bassdrum oder damit mehr Bässe übertragen werden (wie beim lautsprecher). Das ist nämlich Quatsch. Sie sind nur gross um zu beeindrucken. Aber sie haben einen extrem verbogenen Frequenzgang. Das Beta52 etwas anders als das D112, das Audix D4 wieder etwas anders. Viel Bass, viel hohe Mitten um 3-6kHz weniger Mitten. Beim Bass klingt es z.B. sehr gut wenn man einen "V-Kurven"-Sound will. Gitarre , ich weiss nicht. Desweiteren schreibts du nicht, welche Qualität die Aufnahmen haben sollen. Zwischen Proberaummitschnitt und CD liegen Welten.
hab ich am Anfang immer wieder falsch gemacht: schon VOR der Aufnahme möglichst nah dem Klandideal hinarbeiten (konsequent!) und jegl. Störgeräusche im Vorfeld beseitigen. Das schont die Nerven beim Abmischen! Wenn alles irgendwie dumpf und basslastig klingt denk auch an den Nahbesprechungseffekt der Mikros. Also nicht Höhen anheben oder Bässe absenken, sondern Mikros ein bisschen weiter von der Schallquelle weg (wenn möglich, zb. Git-Amp). Viel Glück, Michi
Hallo Lob01, Dein Beitrag ist zum Teil richtig, anderes finde ich eher fragwürdig und gibt mir Generelles zu denken. Ein C414 ist auch dann ein gutes Mikro, wenn ich es nicht über einen 1000.- Voice-Channel schicke. Da reicht ein ordentliches Pult oder Mic-Pre. Was sollen die ganzen Funktionen des Channel 1 wenn ich das alles nachträglich in der DAW haben kann? Klar ist das anders, aber nicht besser. Es klingt auch nicht besser getrennte Regie und Aufnahmeräume zu haben - die Raumakustik wäre das Thema. Ob die Samplingrate 44,1 khz ist oder auf irgendeiner Frequenz darüber liegt ist in der Praxis ohne Bedeutung. Gute Wandler "klingen" auch bei 44,1khz. Ähnliches gilt für die Bittiefe, zumindest bei Rockmusik. 32 Bit float ist gut&schön, aber nicht Pflicht. Ein gutes Mikrofon alleine ist zwar nicht alles, aber letztendlich sind die meisten anderen Parameter nicht mehr so entscheidend - außer natürlich das können und die Phantasie der damit Arbeitenden. Es gibt keine Preisschwellen für "amtliches" Equipment oder Pflicht-Geräte die sein müßten. Man fragt sich, wie denn vor 15 Jahren überhaupt Musik aufgenommen werden konnte, noch z.T. Analog, oder mit "lächerlichen" 16Bit/44khz. Und heute soll besseres Homerecording schon High-End-Bedingungen erfüllen müssen? Das ist doch absurd! Wir stellen unseren Audio-Luxus gar nicht mehr in Frage, er wird einfach vorrausgesetzt. Doch mancher arme Musiker bringt Zuhause mehr zustande als gestandene "Produzenten" mit unbegrenztem Budget: Einige haben Ohren, andere eher nicht. Und "Sound" ist auch nicht alles in der Musik. Sondern Musik. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema. Der enorme Zuwachs der technischen Möglichkeiten hat nämlich eines ganz sicher nicht gebracht: Mehr bessere Musik. Sondern viel mehr und vor allem viel viel mehr schlechte Musik. Gruß, Christopher
Bezahlbare Mikrofone: Hast Du schon mal mit der Sennheiser-MKE-Serie (K6-Serie) geliebäugelt? Solltest Du mal ausprobieren. Die sind einigermaßen billig.
Probier doch einfach mal die Rode NT3 aus. Geh mal auf www.rodemic.com und dann auf den Link "The Rode Microphones Audio Demo on the Web" und dann "Music". Es öffnet sich eine Tabelle, ganz unten findest Du ein Demo "Blues", bei dem der Vocal-Solist ein NT3 benutzt. Vielleicht ist damit ja Dein Problem gelöst. Viele Grüße Michael