Hallo Kollegen,
von Holger Jansen bekam ich gestern eine E-mail mit folgender Anfrage, die ich hier veröffentliche, da sie von allgemeinem Interesse sein kann.
Die Einwilligung zur Veröffentlichung liegt mir von Holger vor.
Hier die Frage von Holger:
""Hallo Rainer,
ich hatte folgendes Erlebnis:
Bei einer Aufnahme, in Sichtweite des Senders NDR Mittelwelle Hamburg,
974 kHz, eine Jazzaufnahme gemacht. In allen Mikrofonwegen war auch
ruhe. dann wollte ich das Gesangsmikrofon, Shure SM 58 passiv splitten
(Palmer-Splittbox), ( Die Probelmatik des sehr niederohmigen
Abschlusses ist mir voll bewusst), und ich hatte in dem Weg die
NDR-Mittelwelle drin.
Danach habe ich mir einen Aux-Out von deren Gesangsanlage genommen, mit
einer passiven DI-Box, daort hatte ich auch das Problem. Mirkofone
hatte ich auch Quergetauscht. Das Mischpult ist ein MAckie 1604 VLZ,
elektronisch symmetriert. Die Lösung an dem Abend: Ich habe dann ein
Kleinmembranmirko mit Kreppband und Windschutz an das Shure angeklebt.
Es war zwar eine unprofessionelle "Gesangswaffel", aber ich hatte keine
HF-Probleme. Ich habe auch Gesangsanlage und Aufnahmeregie an eine
gemeinsame Phase gelegt, war schon besser, aber nicht störungsfrei.
Grund Lift / Grounded hat auch nicht geholfen.
Was ich nun überlege, mir eine Box mit z.B.2-4 1:1Übertragern von Haufe
oder anderen Lieferanten zu bauen, die dem IRT 3/5 entsprechen. Dieses
wäre eine Box für "schwieruge" Fälle. Wie sind dort Deine Erfahrungen?
oder gibts noch andere Lösungsansätze?""
Meine Antwort darauf:
"die Lösung mit dem Übertrager von Haufe ist durchaus sinnvoll, aber noch nicht hinreichend. Ich gehe mal davon aus, daß der Haufe-ÜT eine Schirmwicklung zwischen Primär- und Sekundärwicklung hat. Diese muß auf jeden Fall auf die Verstärkermasse gehen. Dann solltest Du unbedingt ein HF-Filter vor den ÜT schalten und ggf. auch vor die Verstärkereingänge, denn diese elektronisch symmetrierten Eingänge kranken oftmals nicht nur an mangelnder Unsymmetriedämpfung, sondern auch noch an mangelnder HF-Dichtigkeit.
Das Filter besteht aus 2 HF-Drosseln mit anschließenden Kondensatoren die von beiden Adern an Masse gehen. Ich habe allerdings nicht die Werte im Kopf, müßte man in den Unterlagen von Lawo und von Dr. Corinth nachsehen, was da für Werte verwendet werden.
Ggf. müßten auch die Mikrofonverstärker oberhalb 20 kHz bandbegrenzt werden und zwar schon in der Eingangsstufe, denn wenn die HF erst mal im Verstärker drin ist, wird sie irgendwo an einer gekrümmten Eingangskennlinie eines Transistors demoduliert und tritt dann störend in Erscheinung.
Meine Erfahrungen mit den HF-Einstreuungen stammen noch aus der "Tonbandamateurzeit" (erste Hälfte der 70-er Jahre), da hatte ich unsymmetrische Mikrofoneingänge. Habe da HF-Drosseln vorgeschaltet, die ich von der Fa. UHER hatte.
Heute benutze ich generell (da ich meine Aufnahmen entweder vom Auto aus mache oder ich sitze weit ab von Aufnahmeraum) 10-paarige Multicorekabel mit 120 Meter Länge mit Einzelpaar-Schirm und Gesamtschirm, die die HF schon wirkungsvoll dämpfen. HF-Probleme hatte ich nur in den letzten Jahren bei dem Neumann-Mikrofon "QM 69 (Quadromikrofon). Diese lagen aber - wie ich später feststellte - an einer fehlerhaften Erdung des Mikrofonverlängerungskabels. Nachdem ich die Erdung korrigiert hatte, waren die HF-Einstreuungen verschwunden."
Wer andere Erfahrungen mit HF-Einstreuungen gemacht hat, möge diese bitte hier posten.
MfG
Rainer
von Holger Jansen bekam ich gestern eine E-mail mit folgender Anfrage, die ich hier veröffentliche, da sie von allgemeinem Interesse sein kann.
Die Einwilligung zur Veröffentlichung liegt mir von Holger vor.
Hier die Frage von Holger:
""Hallo Rainer,
ich hatte folgendes Erlebnis:
Bei einer Aufnahme, in Sichtweite des Senders NDR Mittelwelle Hamburg,
974 kHz, eine Jazzaufnahme gemacht. In allen Mikrofonwegen war auch
ruhe. dann wollte ich das Gesangsmikrofon, Shure SM 58 passiv splitten
(Palmer-Splittbox), ( Die Probelmatik des sehr niederohmigen
Abschlusses ist mir voll bewusst), und ich hatte in dem Weg die
NDR-Mittelwelle drin.
Danach habe ich mir einen Aux-Out von deren Gesangsanlage genommen, mit
einer passiven DI-Box, daort hatte ich auch das Problem. Mirkofone
hatte ich auch Quergetauscht. Das Mischpult ist ein MAckie 1604 VLZ,
elektronisch symmetriert. Die Lösung an dem Abend: Ich habe dann ein
Kleinmembranmirko mit Kreppband und Windschutz an das Shure angeklebt.
Es war zwar eine unprofessionelle "Gesangswaffel", aber ich hatte keine
HF-Probleme. Ich habe auch Gesangsanlage und Aufnahmeregie an eine
gemeinsame Phase gelegt, war schon besser, aber nicht störungsfrei.
Grund Lift / Grounded hat auch nicht geholfen.
Was ich nun überlege, mir eine Box mit z.B.2-4 1:1Übertragern von Haufe
oder anderen Lieferanten zu bauen, die dem IRT 3/5 entsprechen. Dieses
wäre eine Box für "schwieruge" Fälle. Wie sind dort Deine Erfahrungen?
oder gibts noch andere Lösungsansätze?""
Meine Antwort darauf:
"die Lösung mit dem Übertrager von Haufe ist durchaus sinnvoll, aber noch nicht hinreichend. Ich gehe mal davon aus, daß der Haufe-ÜT eine Schirmwicklung zwischen Primär- und Sekundärwicklung hat. Diese muß auf jeden Fall auf die Verstärkermasse gehen. Dann solltest Du unbedingt ein HF-Filter vor den ÜT schalten und ggf. auch vor die Verstärkereingänge, denn diese elektronisch symmetrierten Eingänge kranken oftmals nicht nur an mangelnder Unsymmetriedämpfung, sondern auch noch an mangelnder HF-Dichtigkeit.
Das Filter besteht aus 2 HF-Drosseln mit anschließenden Kondensatoren die von beiden Adern an Masse gehen. Ich habe allerdings nicht die Werte im Kopf, müßte man in den Unterlagen von Lawo und von Dr. Corinth nachsehen, was da für Werte verwendet werden.
Ggf. müßten auch die Mikrofonverstärker oberhalb 20 kHz bandbegrenzt werden und zwar schon in der Eingangsstufe, denn wenn die HF erst mal im Verstärker drin ist, wird sie irgendwo an einer gekrümmten Eingangskennlinie eines Transistors demoduliert und tritt dann störend in Erscheinung.
Meine Erfahrungen mit den HF-Einstreuungen stammen noch aus der "Tonbandamateurzeit" (erste Hälfte der 70-er Jahre), da hatte ich unsymmetrische Mikrofoneingänge. Habe da HF-Drosseln vorgeschaltet, die ich von der Fa. UHER hatte.
Heute benutze ich generell (da ich meine Aufnahmen entweder vom Auto aus mache oder ich sitze weit ab von Aufnahmeraum) 10-paarige Multicorekabel mit 120 Meter Länge mit Einzelpaar-Schirm und Gesamtschirm, die die HF schon wirkungsvoll dämpfen. HF-Probleme hatte ich nur in den letzten Jahren bei dem Neumann-Mikrofon "QM 69 (Quadromikrofon). Diese lagen aber - wie ich später feststellte - an einer fehlerhaften Erdung des Mikrofonverlängerungskabels. Nachdem ich die Erdung korrigiert hatte, waren die HF-Einstreuungen verschwunden."
Wer andere Erfahrungen mit HF-Einstreuungen gemacht hat, möge diese bitte hier posten.
MfG
Rainer
