Infos übers Tontechnikerleben

Erstellt 62 Antworten63 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo liebe Tontechniker!
ich bin 16 jahre und mitten in der 11 klasse eines gymnasiums und habe mich schon fest entschlossen ein studiengang in richtung Tontechnik anzutreten,..ich wollte aber um nähere informationen bitten,....könnt ihr mir vielleicht etwas zu dem Beruf und dem Aufgabenfeld erzählen?
Gruss Peter
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Antwort#2
Hallo Peter,
schaue dir doch mal in Wikipedia den Begriff Tontechniker an.
http://de.wikipedia.org/wiki/Tontechniker
Weiterhin gehe in die Suchmaschine unseres Tontechniker-Forums und gib ein:
Tontechniker Ausbildung.
Du wirst genügend Hinweise zu deiner Frage finden.


Wikipedia: Der Tontechniker
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Antwort#4
In der eben genannten Berufs-Einstiegshilfe:
http://www.jobpilot.de/content/journal/studium/beruf/toningenieur.html
ist ein dicker Fehler drin. Hier steht:
Der heute 32 Jahre alte Grögler hat den Kombinationsstudiengang im Jahr 2000 abgeschlossen und darf seitdem ganz offiziell den Titel Diplom-Toningenieur tragen. Das darf übrigens jeder andere auch, denn der Begriff ist als Beruf nicht geschützt. "Deshalb tummeln sich viele in unserer Branche, die sich mit dem Titel schmücken, aber keine Toningenieure sind", so Gröger.
Der Titel Diplom-Toningenieur ist sehr wohl geschützt, den darf kein Nichtstudierter ohne qualifizierten Abschluss tragen. Wenn er sich trotzdem Dipl.-Toningenieur nennt, kriegt er von mir einen Anzeige.
Unbegreiflich, wie so etwas Falsches in "www.jobpilot.de" stehen kann.
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Antwort#5
""Wenn er sich trotzdem Dipl.-Toningenieur nennt, kriegt er von mir einen Anzeige.""
Und sonst hast Du nichts zu tun?
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Antwort#6
"Wenn er sich trotzdem Dipl.-Toningenieur nennt, kriegt er von mir eine Anzeige."
Und sonst hast Du nichts zu tun?
Bist du etwa der Meinung, dass so eine Falsch-Meldung in der Berufs-Einstiegshilfe: www.jobpilot stehen darf?
Diplom-Toningenieur war und bleibt immer geschützt.
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Antwort#7
...also erstmal vielen Dank für eure Beiträge,...klar hab ich mich schon über die suchmaschinen und wikipedia informiert,..so ganz unerfahren bin ich ja nicht in den dingen,..nur wollte ich mal gerne miteuch über (davon kann ich nur ausgehen) eure berufserfahrung reden,...ich meine es kann ja viel auf den seiten stehen,..wie auch in den beiträgen davor wo misstverständnisse auftreten.(Hierbei wollte ich keinesfalls einen kleinen streit auslösen)
mir ging es lediglich nur um ein paar informationen im berufsgeschehen selber,..praktisch Insider,..wie sieht es mit dem beruf im praktischen blickfeld aus?
Peter
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Antwort#8
"Wenn er sich trotzdem Dipl.-Toningenieur nennt, kriegt er von mir eine Anzeige."
Ist das nun ein Zitat aus dem Artikel oder von Dir? Oft genügt bereits eine email an den Mann mit Einforderung des Titelnachweises :-) Andererseits darf man das nicht zu eng sehen: Wenn ich mir die vielen Ärzte mit im Ausland erworbenen Doktorttiteln- , die Heilparktiker und plastischen Chirurgen ansehe- die treiben wirklich schlimmen Unfug.
Leider nennen die sich immer gerade so, daß sie nicht oder schlecht belangt werden können. Offenbar haben wir in Deutschland ein Titel- und Berufsdeklarationsproblem!
Inhaltlich hätte ich dazu eine Frage:
Wenn sich einer Dipl.-Ing. und ist es nicht, dann begeht er IMHO Urkundenfälschung und fälschliches Führen eines akademischen Grades.
Nennt er sich nur Ingenieur, täsucht er jedoch auch einen Beruf vor, den er nicht ausübt, oder? Ist das nicht irgendwie zu unterbinden ?
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Antwort#9
Tja, da komme ich nicht dran vorbei, folgenden Tatsachenbericht einen Tontechnikers beizusteuern :D


Aus dem Leben eines Tontechnikers
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Antwort#10
Ich nenne mich... sagen wir mal
Dipl.-Ing., Electroacoustic Designer
Tontechniker klingt übrigens so nach 'Mikrofonaufsteller' und 'Kabelverleger' und so würd ich mich nie bezeichnen, auch mit Diplom nicht :)
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Antwort#11
Tontechniker klingt übrigens so nach 'Mikrofonaufsteller'
und 'Kabelverleger' und so würde ich mich nie bezeichnen,
auch mit Diplom nicht.
Ich habe noch nie von einem Diplom-Tontechniker gehört.
So würde ich mich auch nicht nennen.
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Antwort#12
Ich habe noch nie von einem Diplom-Tontechniker gehört.
Sind das etwa die Tontechniker, die gegen gute Gebühr das von der SAE bekommen?
Recht unglaubwürdig.
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Antwort#13
wie schaut das praktische Berufsleben aus....hier mein heutiger Tag:
Tagwache, 6 Uhr, Teambriefing mit den Assistenten um 7, abfahrt in den Konzertsaal um 1/2 8. Vollausbau (20 Mikrofone hängen + stellen, große Aufzeichnung für TV + DVD sowie radio livesendung). Nach betreten der Tonregie um 8 Uhr feststellen dass das Mischpult nicht funktioniert. Messdienst anrufen, messdienst hat keine Zeit um rechtzeitig vor der Generalprobe um 10, die mit aufgenommen werden soll, anzutanzen. Also pack ich als alter Tonmeister der auf fast alles vorbereitet ist mein kleines tragbares Oszi und meinen heiligen Lötkolben aus. Fehlersuche in Faderbay 1 und 2, wieso grammelts da nur und kommt kein Signal durch? Ahhhh.....Kabelbruch. nur wo ein Ersatzflachbandkabel hernehmen? Keines in Sicht. Sind nur 18 pole, also wird kurzerhand ein Mikrokabel aufgetrennt und die a/b adern eingelötet. Das hält zumindest bis der Messdienst in der Mittagspause kommt. Ich brauche diese Faderbay!
Geschafft. Mikrofone hängen, schnell noch das Aufnahmesystem angeschlossen (man produziert ja in High definition, also HDrecorder). Doch leider scheint die Festplatte nicht ganz so zu wollen. Gott sei dank hat man vorsichtshalber 3 Stück mitgenommen obwohl eine mehr als genügend Kapazität hätte. Ausprobiert, eine gefunden die doch funtktioniert, Freude.
Zeit für einen kaffee? Nein! Denn jetzt kommen die ersten Musiker und jammern über die Mikrofone die im Weg stehen (einiges lässt sich einfach nicht hängend mikrofonieren). Die Entscheidung des Tages - ist man stur oder gibt man nach? Ein Blick auf die Uhr zeigt dass man noch 10 minuten bis zur GP hat, also erhält man den Hausfrieden und stellt um.
Man soll es kaum glauben - dann läuft doch tatsächlich die Aufnahme!
3 Stunden "Erholung" während der Generalprobe.
Nach der Probe treffen mit dem Messtechniker und akzeptiereren dessen Kopfschütteln "also bei dem alten Pult reparier ich nix mehr. da kommt ihn 2 monaten sowieso ein digitales hin". DANKE!!! also muss ich hoffen dass mein Flickenwerk den Abend übersteht.
am freien Nachmittag zurück ins Funkhaus, es ist der einzig freie Termin mit dem Cutter und der Aufnahmeleiterin [einer anderen Prodkution] vor der Deadline. Die ersten 50 Schnitte gehen, dann stürzt ProT***s in die tiefen des Computernirvanas, resp. der HostPC hat den Geist aufgegeben. Anscheinend der Tag der toten festplatten.
Also unerwartet 2 stunden Freizeit. schnell mittag gegessen (inzwischen ist es 16 uhr), mit der Ehefrau telefoniert und gefragt wies dem kranken Sohnemann geht.
um 18 Uhr retour in den Konzertsaal, flehentliches hoffen dass der Tisch noch spielt.... ja!
19.30 Konzertbeginn wie geplannt, alles surrt, zwitschert, läuft, schnurrt. Bloss das Orchester spielt einen stuss zusammen dass einem die Ohren abfallen. Jeder Einsatz der Bläser falsch. Schulterzucken, wenigstens nicht meine Schuld.
15 minuten nach Konzertbeginn meint der ISDN Codec, der unsere Musik von uns in dien Ausspielleitung im Rundfunkzentrum überträgt, er müsse die Leitung kappen. Freuede der Digitaltechnik! Auch nach mehrmaligem Verbindungsversuch weigert er sich standhaft, wieder mit seinem Gegenüber zu kommunizieren, also kurzer Anruf in der Sendeleitung (wer braucht schon den 2. und 3. Satz einer Symphonie hören....) und die alte analogleitung wird hochgeschaltet. Rauscht zwar mehr, aber dafür spielt sie!
Da dieser Tag so mit Glücksfällen gesegnet war, kann mich nichts mehr erschüttern. Aber es scheint zu laufen. vorläufig, wie sich herausstellen sollte.
Nach der Pause, man gab ein Violin Solokonzert, klingelte das Telefon in der Regie, ein zorniger Abwicklungsleiter brüllte "du Schlafmütze hast du nicht mitbekommen dass Du seit 2 minuten nur noch auf dem linken Kanal was daherschickst". Tatsächlich? Aus dem Mischpult kommt noch beides Raus, und die Signalanzeigen nach de Aufschaltung auf die Postleitung sind leider schon seit längerem defekt. Braucht doch keiner mehr, wir machen doch alles mit ISDN! Wozu also reparieren....
Ich nehms heiter, erinnere mich an die alten Zeiten, trete einmal kräftig gegen den Kasten und schon klingelt das Telefon "na also, wieso denn nicht gleich"....
Nach dem Konzert, das ohne weitere Zwischenfälle verläuft, wird man vom Dirigenten gefragt ob es einem denn eh gefallen hat, und natürlich antwortet man wie toll das Konzert doch war und man sich schon auf den Schnitt (oder das Puzzlespiel) freut. Dann bekommt man noch zu hören, was man doch für einen tollen Beruf hätte, man könnte immer entspannt musik hören....
Toller Beruf - ja auf jeden Fall!
Entspannt? Nie.
Musik hören? Nur noch beruflich....
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Antwort#14
WOW..also ich bin wirklich üpberrascht wie freundlich ihr mir entgegen kommt. Nochmal ein ganz dickes Dankeschön!
ich fühl mich hier sehr verstanden,...
ich habe im Januar ein Praktikum im Stadttheater Hagen als Tontechniker,..da werd ich wohl einen kleinen einblick in die beruflichenseiten bekommen.ich freu mich schon tierisch dadrauf.
aufjedenfall klingt das was ich bis her gehört hab abwechslungsreich und nicht langweilig;)
also nochmals vielen dank
Peter
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Antwort#15
Also nach dem langen text stell ich mir nun die frage in wiefern der text dem realen wiederspiegelt?
verdient ein tontechniker so schlecht , dass er sich mit nebenjpbs geld verdienen muss?
könnt ihr mir auch wenns sehr unpassend ist im forum darüber zu sprechen, sagen wie viel man als Toningenieur verdient? es müssen keine zahlen her nur ein kleines statemant reicht,...lässt es sich davon gut leben>? hat der beruf eine stark gesicherte zukunft, finanziell gesehen?
Gruss Peter
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Antwort#16
Hallo Peter, du bist 16 Jahre alt und mitten in der 11 Klasse eines Gymnasiums.
Deine ständige Kleinschreibung kommt hier nicht gut an, auch wenn du das für 'cool' hältst.
Es ist echt gut, dass du gleich fragst: Wie viel verdient denn so als Toningenieur? Denn dann kannst du dich ganz schnell mal nach einem lukrativeren Job umsehen.
Die meisten hier im Forum bekommen nicht, was sie verdienen und es ist sogar üblich, dass man Tontechnik im Nebenberuf betreiben muss, weil es hauptberuflich nicht genug abwirft.
Deinen Gehaltswunsch musst du aushandeln und dann wirst du sehen, ab man dich nimmt. Wenn du mit dieser Frage einsteigen willst, dann sehe ich schwarz für dich. Häuser- oder Börsenmakler wäre sicher der lukrativere Job.
Bei den meisten von uns hängt in den Musikaufnahmen "Herzblut" drin und das wird durch geringe Bezahlung ausgenutzt.
Lies mal hier:
http://www.vdi-nachrichten.com/vdi_nachrichten/aktuelle_ausgabe/akt_ausg_detail.asp?source=rubrik&cat=6&id=16015
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Antwort#17
Wenn er sich trotzdem Dipl.-Toningenieur nennt, kriegt er von mir einen Anzeige.
tsss....
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Antwort#18
Geld allein macht nicht glücklich! Ein Pionier der professionellen Audiobranche - es war Georg Neumann - hat mal gesagt: "Eine Arbeit muß Spaß machen, sonst sollte man sie sein lassen!" Und da ist was wahres dran! Es ist wie überall: Erst muß man mal die "Dreckarbeit" machen, auch als Ingenieur, bevor man mit dem Gehaltfordern auftrumpfen kann.
Ein guter Rat von mir: Mache eine LEHRE in einem Elektroberuf und dann studiere Nachrichtentechnik und versuche dann in die Tonbranche zu kommen. Das ist oftmals die bessere Lösung. Vor allem hast Du wenn alle Stricke reißen und das Studium schief geht immer noch einen qualifizierten Beruf in dem Du weiterkommen kannst, sonst nämlich stehst Du auf der Straße und mußt mit "Harz 4" und Co Vorlieb nehmen, was sicherlich die unbefriedigendste Lösung ist.

MfG
Rainer
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Antwort#19
Okay,..dann möchte ich mich hiermit bei allen Entschuldigen, die sich mit meiner Kleinschreiberei belästigt gefühlt haben.
Dann nochmals danke für die Tips...wenn ihr erlaubt schildere ich euch meinen Weg, den ich einzuschlagen versuche.
Ich habe erstmal vor mein Abi zu machen. Dann hatte ich vor auf einer Hochschule Medientechnik bzw. Bild- und Tontechnik zu studieren.
Eigentlich habe ich vor in einem Tonstudio zu Arbeiten.
Muss ich da was besonderes beachten, oder was könnt ihr mir Vorschlagen?
Gruss Peter
PS: Ich habe nicht klein geschreiben, weil es "cool" ist , sondern weil es praktischer für mich war, da ich nicht viel Zeit morgens habe!
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Antwort#20
Die Shift-Taste kostet aber nicht mehr Zeit beim Tippen, da sie gleichzeitig mit der anderen Taste gedrückt wird...
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