Moin, mal eine Frage an unsere 'Übertragerspezialisten'. Ich will in meinem DM-24 die Mikrofonkanäle mit Übertragern 1:2 'aufrüsten'. Sollte auch laut Eingangsschaltung problemlos möglich sein. Allerdings kann ich aufgrund der Baugrösse keine 'dicken Brummer' dort reinhängen sondern eher Miniaturübertrager. Welche Nachteile handele ich mir aufgrund der Baugrösse ein? Es laufen nur die Mikrofoneingänge, nicht aber die Line-In's darüber, so daß eine Aufsättigung durch grosse Line Level Signale ausgeschlossen ist. Danke GerhardS
Kleine Übertrager vertragen entweder keine großen Pegel, oder wenn sie große Pegel vertragen, dann haben sie keine sehr tiefe untere Grenzfrequenz. Für große Pegel UND tiefe unter Grenzfrequenz muß genügend "L" da sein und auch genügend großer Kernquerschnitt, damit keine magnetische Sättigung eintritt.
Hallo Rainer, vielen Dank für deine Anmerkungen. Wenn ich also nur Mikrofonsignale über den ÜT schicke, sollte ich also keine Probleme erwarten. Wie weit kann ich mit der Eingangsimpedanz (jetzt 2,2 kOhm) nach unten gehen? In meinen Berechnungen bin ich von 1,2 KOhm ausgegangen und brauche damit keine Bauteile zu ändern sondern lediglich zwei Koppelkondensatoren durch den ÜT zu ersetzen. Macht das Ganze schön einfach. Ich kann dadurch mit dem Übersetzungsverhältnis auf bis zu 1:3 gehen d.h. fast 10dB mehr Gain, besseres CMMR usw.... Ich muss also lediglich das Grosssignalverhalten im Auge behalten ? mfg GerhardS
Du mußt bei Übertragern noch einen Punkt beachten: Ein Übertrager darf nicht unterhalb einer bestimmten Lastimpedanz betrieben werden, wenn er optimal arbeiten soll. Wenn Du also einen Mikrofoneingang hast, dann soll das Mikrofon mindestens die 5-fache Impedanz "sehen" als es selbst hat. Und dann muß der Übertrager mit mindestens dem 5*Z*ü² belastet werden. Die 2,2 kOhm reichen daher nicht, denn der Trafo muß in Deinem Fall mit mindestens 2,2 kOhm * 3², also 10,8 kOhm belastet werden.
Lieber Gerhard, trotz der grundlegenden Hinweise von Rainer wird dein Versuch nicht ganz ohne Probleme bleiben, da die Eingangsempfindlichkeit des DM-24 innerhalb eines einzigen Bereiches um 54 dB geändert werden kann. Dies ist namentlich mit den heute üblichen Mikrofonverstärkersschaltungen nur möglich, wenn man eine nicht unerhebliche Änderung der Eingangsimpedanz in Kauf nimmt. Deren niedrigster Wert (also bei maximaler Verstärkung) soll nach Datenblatt Tascam-DM-24 bei 2k2 liegen, die mit fallender Verstärkung also nur größer werden können. Gedrängt gebaute Übertrager reagieren darauf -wie Rainer schon ausführte- in der Regel (da gibt es herstellerabhängig gewisse Unterschiede) mit deutlichen Veränderungen der Betriebseigenschaften in Klirrfaktor und Frequenzgang. Probiere also in praxi aus, wie sich der Typ, den du im Auge hast, dabei verhält. Hans-Joachim
Hallo Hans-Joachim, ich habe noch keinen speziellen Typ im Auge, da Hersteller wie Haufe oder Pikatron nicht Standardtypen ab Lager, sondern kundenspezifisch fertigen und liefern. Daher sind die Freiheitsgrade zwar größer, aber man muss vorher doch wesentlich mehr Aufwand treiben. Der Mikrofonvorverstärker des DM-24 ist vom Design her ein OP-Amp, aber diskret aufgebaut mit 2SA1084E und einem Komlementärtypen in Darlingtonschaltung als Eingangstransistor. Der sehr hohe Eingangswiderstand wird durch einen Widerstand von 3,3k massiv nach unten gezogen und ergibt dann mit den restlichen Komponenten die 2,2k Eingangsimpedanz. Die Gain wird durch negative Feedback innerhalb des Verstärkers eingestellt. Deshalb sollte meiner Meinung nach der Spielraum für Änderungen der Eingangsimpedanz des Vorverstärkers ausreichend gross sein ohne die Noisewerte zu beeinflussen. Was mich mehr beschäftigt, ist die Frage wie die 'ideale' Eingangsimpedanz aus Sicht des Mikrofons aussieht. 'Ideal' bedeutet hier aber auch, dass unterschiedliche Mikrofone verwendet werden müssen (One size fits all). Momentan tendiere ich zu einem Übertrager 1:2 mit einer Eingangsimpedanz von 2k. Vielen Dank für deine Anmerkungen. Viel Grüsse GerhardS
zu dem ÜT mit 1:2: Dann muß der Übertrager mit mindestens 8 kOhm abgeschlossen werden, damit die Eingangsimpedanz 2 kOhm beträgt. UND es muß die Primärinduktivität bei der tiefsten noch zu übertragenden Frequenz (sagen wir mal 30 Hz) mindestens ebenfalls 2 kOhm betragen, da sonst das L zu sehr die Eingangsimpedanz reduziert. d.h.: bei 30 Hz muß dann die Leerlaufinduktivität mindestens 10 H betragen! In diesem Fall verringert sich dann die effektive Eingangsimpedanz auf 1,4 kOhm.
Hallo GerhardS, ich arbeite auch mit dem DM 24 und habe ebenfalls vor die Mikrofoneingangsstufe zu modifizieren. Woher hast du die Schaltungsunterlagen bezogen? Kannst du mir die Quelle nennen oder vielleicht die Eingangsschaltung per FAx oder Mail zukommen lassen? Prinzipiell würde ich auch sehr gern den Kanälen 1-16 Eingangsübertrager spendieren.Habe aber aus Platzgründen, es geht da ziemlich enge zu, diesen Gedanken vorerst wieder "in die Schublade" gesteckt. Desweiteren stört mich, trotz der schon von Tascam eingebauten Modifikation, die Log. Charakteristik der Potis. Gut, mit dem Gewinn durch den Üt liegt man mehr im "linearen" Bereich. Vielleicht reicht das schon aus, um das Einstellen der Verstärkung besser vornehmen zu können. Mir fehlt außerdem noch ein schaltbares Trittschallfilter. Gruß Jörg