tonader vs. p48

Erstellt 6 Antworten7 Beiträge
Startbeitrag#1
vielleicht kann mir hierzu mal jemand was sagen...
ich kenne es nur als gerücht und konnte es bislang noch nicht selbst beurteilen: stimmt es und wie wäre es technisch zu begründen, dass die tonaderspeisung für kondensatormikrofone klangliche vorteile gegenüber der phantomspeisung hat?
aufschlussreich über eigenschaften, vor- und nachteile der verschiedenen speisungen sind ja die aufsätze von herrn wuttke (s. url), jedoch konnte ich bislang noch nicht nachvollziehen, dass gerade im bereich film die tonmenschen auf ihre sennheiser mkh416-T schwören und nichts von der p48 version wissen wollen. oder hängt das mit sennheiser's hf-schaltung zusammen?
any ideas?
:)
http://schoeps.de/D-2004/PDFs/Mikrofonbuch_Kap12.pdf
http://schoeps.de/D-2004/PDFs/Mikrofonbuch_Kap13.pdf
ZitierenPost melden
Antwort#2
"Ich kenne es nur als Gerücht und konnte es bislang noch nicht selbst beurteilen: stimmt es und wie wäre es technisch zu begründen, dass die Tonaderspeisung für Kondensatormikrofone klangliche Vorteile gegenüber der Phantomspeisung hat?"
Das Gerücht ist nur ein solches. Die Tonaderspeisung verursacht ein höheres Rauschen der Mikrofonquelle. Außerdem ist der Grenzschalldruck geringer. Darum ist die P12 Tonaderspeisung (12 Volt)ja auch ausgestorben.
Der Klang hat damit direkt nichts zu tun.
Einige Filmleute hängen da nur weiter dran, weil sie mal so angefangen haben.
Darum schreibt ja auch Schoeps: Der CMC 4 arbeitet nur an 12 Volt- Tonaderspeisung, die inzwischen sehr selten anzutreffen ist.
ZitierenPost melden
Antwort#3
Hallo Stefan,

daß die T-Speisung "klangliche" Vorteile haben soll, stammt mit Sicherheit aus der Ecke der Esoteriker und audio-Baalspriester - es entbehrt jeder physikalischen Grundlage.
Was nicht abgestritten werden kann ist die Tatsache, daß eine auf der T-Speisespannung vorhandene Brumm- oder sonstige Störspannung VOLL zur Nutzmodulation hinzuaddiert und genauso wie die Nutzspannung verstärkt wird.
Die T-Speisespannung kann daher also nicht sauber genug sein. Auch rauscharm muß sie sein und dies ist nur mit großem Aufwand zu realisieren.
Außerdem sind dynamische Mikrofon in höchster "Lebensgefahr" wenn sie an einen solchen Anschluß angeschlossen werden und die T-Speisespannung wird vergessen abzuschalten. Bei P-Speisung kann dagegen kein Schaden entstehen.

mfG
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#4
ja, so in der art lässt sich das ja auch aus herrn wuttke's script entnehmen.
und jetzt kombiniere ich mal: das gerücht habe ich aus der filmton-ecke gehört und in den schoeps-seiten steht ja auch deutlich geschrieben, dass sich nachlässig designte p48 sehr wohl klanglich negativ auswirkt und viele preamp- oder mischpulthersteller noch nicht mal wissen, dass die p48 genormt ist.
...und wenn man den filmtonleuten jetzt mal keine esoterik-macke unterstellt, folgere ich daraus, dass es vielleicht nicht selten location mixer gab oder gibt oder sonstiges filmtonequipment, das eben solche p48 probleme hat.
naja, vielleicht ist diese schlussfolgerung auch etwas weit hergeholt :)
ZitierenPost melden
Antwort#5
... ich habe mehr 'problematsche' T12-Speisungen in der Hand gehabt als
'problematsche' P48...
Gruss
Micha
---
ZitierenPost melden
Antwort#6
...und wenn man den filmtonleuten jetzt mal keine esoterik-macke unterstellt,
folgere ich daraus, dass es vielleicht nicht selten location mixer gab oder
gibt oder sonstiges filmtonequipment, das eben solche p48 probleme hat.
Wohl das Problem, daß bei portablen Filmmischern oder ENG-Recordern 12 V direkt der Batterie entnommen werden konnten, 48 V aber erst erzeugt werden müßten.
T12 ist wohl ein wenig älter als P24 oder P12 ...
ZitierenPost melden
Antwort#7
Hallo Stefan,
nachlässig designte Schaltungstechnik wird sich immer negativ auf die Qualitätsparameter einer Übertragung auswirken. Wenn z.B. bei der Phantomspeisung die Speisewiderstände nicht sauber gepaarte Werte aufweisen, wird dies a) zu einer Verschlechterung der Unsymmetriedämpfung führen und b) zu erhöhter Störeinkoppelung über die Phantomspannung. Hat dann die Phantomspannung keine einwandfreie Siebung der Brummspannung, wird auch noch Brummüberlagerung hörbar sein.
An solchen Fällen darf man sich kein Beispiel nehmen. Wer sich an die Normen und Pflichtenheftvorgaben hält, kann auch gewiß sein, daß sich keine Qualitätsverschlechterung einstellen wird. Dafür sind Normen und Pflichtenhefte ja da.

Grüße
Rainer
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.