Tonader versus P48

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Startbeitrag#1
Wo liegen die Nachteile einer Tonaderspeisung? Das dynamische Mikros einen Kurzschluß verursachen weiß ich schon, aber gibt es Klangeinbußen? Die Spannung läuft doch im Audiosignal mit oder?
Ich habe mir selbst eine Tonaderspeisung gebastelt und will mal grundsätzlich wissen wie das läuft, habe leider im Netz nichts gefunden außer dem schoeps-mikrobuch und da steht sehr wenig drin.
meine speisung macht nämlich sehr üble geräusche sobald ich ein mikrofon anschließe. Hochfrequentes zischeln und quietschen. ich betreibe sie mit einem 9V block.
hat jemand da ahnung? ich bin sehr sehr sehr sehr semi-professionell unterwegs...
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Antwort#2
hat jemand da ahnung?
im Netz nichts gefunden außer dem schoeps-mikrobuch und da steht sehr wenig drin.
ich betreibe sie mit einem 9V block.
Wo liegen die Nachteile einer Tonaderspeisung?
Nicht wirklich, denn Du gibst zu wenig Information.
Da steht eigentlich alles wichtige zur Tonaderspeisung drin - außer dem Schaltplan für eine solide 12V-Spannungsversorgung.
Tonaderspeisung ist auf 12 V genormt - Vielleicht ist das das Problem?
Zwei Blöcke, um auf 18 V zu kommen, und eine Spannungsregelung mit IC könnten zu Verbesserungen führen. Allerdings ist der Entwurf einer störarmen Spannungsversorgung nicht trivial.
Alle Störungen, die von der Spannungsversorgung kommen, gehen 1:1 in das Nutzsignal ein. Dies könnte auch eine Ursache für die von Dir beschriebenen Störungen sein.
Die Widerstände, über die die Spannung eingespeist werden, sind relativ niederohmig. Bei Niederohmigen Eingangsimpendanzen des Mikrofonvorverstärkers kann die Belastung des Mikrofons schon zu hoch werden, die maximale Aussteuerbarkeit (max. Lautstärkepegel des aufzunehmenden Schallereignisses) nimmt ab. Ansonsten auch alles in den Mikrofonaufsätzen von Schoeps beschrieben.
Mit ein wenig Rechenaufwand könnte man auch einen 48 -> T12-Wandler bauen, der ohne weiteres in einen XLR-Stecker paßt.
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Antwort#3
Was hast Du denn für Mikrofone die noch T-Speisung benutzen?
Der grundsätzliche Nachteil der T-Speisung liegt daran, daß die Speisespannung absolut frei sein muß von Brumm- UND Rauschanteilen, WEIL sie ja dem Tonsignal direkt überlagert ist. Auch eine Batteriespannung ist nicht völlig rauschfrei.
Bei der P-Speisung dagegen werden jegliche Störspannungen mit dem Faktor der Unsymmetriedämpfung unterdrückt und es besteht keine Potentialdifferenz zwischen den Tonaderen, sodaß C- und Dyn.Mikrofone wechselweise betrieben werden können.
Es gibt heute keinen Grund mehr, T-Speisung zu benutzen - sie ist technisch überholt. Außerdem ist die Trennung der Gleichspannung von der Tonspannung immer ein Problem: Man muß dicke Entkoppelkondensatoren benutzen. Eine Einspeisung über 2 Halbwicklungen eines Eingangsübertragers (wie es bei Telefonanlangen gemacht wurde) scheidet ebenfalls aus, weil dadurch der Übertrager vormagnetisiert wird. Die T-Spannungsquelle wirkt für die Tonspannung als zusätliche Last, was das Tonsignal ggf. entsprechend abschwächt.

MfG
Rainer
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Antwort#4
Danke soweit!
Weiß zufällig auch jemand was der FET im Elektretmikro macht?
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Antwort#5
Hallo Rainer,
in der Tat ist Tonadernspeisung (T12) fuer Neuentwicklungen und -geraete eine Option, die technisch unterlegen und daher nicht sinnvoll ist.
Allerdings gibt es einige Situationen, in denen man nicht umhin kommt, sie zu benutzen:
(1) Benutzung alter Mikrophone, die nicht ohne Weiteres und zu sinnvollen Kosten umruestbar sind.
(2) Benutzung alter Aufzeichnungsgeraete, die nicht ohne Weiteres und zu sinnvollen Kosten umruestbar sind.
Ich habe beides im Fundus:
- einige Sennheiser MKHs (106T, 110T, 406T, 805T), die an sich sehr gute Mikrofone sind, aber von Sennheiser nicht mehr umgeruestet werden.
- eine Nagra 4.2 Mono-Vollspur, welche ich noch haeufig fuer Gespraechs- und Aussenaufnahmen benutze.
Ich setze die Mikros haeufig mit der Nagra ein - wenn ich sie mal an einem Geraet mit P48-Eingang betreiben moechte, habe ich einen Satz Adapter (eingebaut in Stecker, in SMD-Technik), die von P48 auf T12 umsetzen - man benoetigt vier Widerstaende, drei Kondensatoren, eine Zenerdiode und optional eine LED. Mit sauberen P48-Versorgungen ist das Ganze brumm- und stoerfrei.
Gruss
Micha
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Antwort#6
Der FET in jedem Kondensatormikrofon macht die Impedanzwandlung von der hochohmigen ca. 1 Giga-Ohm-Quelle (Membran und Gegenelektrode) zum etwa 50 Ohm Ausgangswiderstand, der auch Innenwiderstand heißt.
Wenn man diese Impedanzwandlung nicht macht, würde durch die Last des nachgeschalteten Verstärkers die hochohmige Membran-Spannung gleich zusammenbrechen.
Im Mikrofon findet keine Spannungsverstärkung statt, auch wenn immer gesagt wird, im Mikorofon sei ein "Verstärker". Schnell vergessen! (1:1-Verstärker)
Das Elektret sorgt für ständige Ladung auf der Kondensatormembran, während bei Nicht-Elektret-Mikrofonen über einen hochohmigen Widerstand die Ladespannung zugeführt werden muss.
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Antwort#7
HAllo Micha,
mir ist die Schaltung zur Umsetzung bekannt. Haben das ganze aber in herkömmlicher Bauweise angefertigt und bekomme es nicht in den Stecker sondern habe die Platine in ein Gehäuse für 2 Mic's gebaut was aber nervt. Ist die Umsetzung in SMD Bestückung im Stecker irgendwo zu beziehen?
ICh brauche sie für 2 MKH 406T.
Gruß
Jörg
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Antwort#8
Manche alte Mikrofone (z.B. die MKHs, die wirklich nicht schlecht sein müssen, wenn sie gut erhalten sind), werden bei e-bay oft billig aus folgendem Grund angeboten: 1. ist die Anschlusstechnik (Tuchel&Co) nicht mehr up-to date und 2. arbeiten die Mikrofone mit Tonaderspeisung.
Ich persönlich würde mir die Arbeit nicht mehr machen, aber im Internet gibt es genügend Links, für Leute, die gerne basteln. Wer wissen will, wie man P48 auf Tonader 12V convertiert - so gehts:
http://www.uneeda-audio.com/#phantom


48V Speisung und T-Converter
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Antwort#9
... ich habe meine SMD-Ausfuehrung von einen Techniker in der Elektronikwerkstatt meines Arbeitgebers basteln lassen, Basis 'Gefallen gegen Gefallen'...
Bis auf die blaue LED zwischen Sternpunkt der 4,7kOhm-Widerstaende und Sternpunkt Zenerdiode/Siebkondensator/180Ohm-Widerstaende entspricht meine Schaltung der von Rick Chinn (als Bild geposted).
Ob es das irgendwo kommerziell zu kaufen gibt - ich denke sicher, dass ja, aber wo???
Gruss
Micha
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Antwort#10
Hallo Micha,
ist die Nagra 4.2 nicht zwischen P- und T-Speisung umschaltbar? von der Nagra 4S weiß ich daß die auch P-Speisung anbietet.
Wie klappt den das mit der Strombelastung bei den T-Speisungen aus einem P/T-Umwandler? M.W. ziehen doch die MKH xxx T bis zu 10 mA Strom, während das Phantom ja nur max. 14 mA im Kurzschluß liefen kann, bzw. bei Leistungsanpassung dann nur 7 mA ?

Grüße
Rainer
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Antwort#11
Ja, sowas wird kommerziell angeboten. So ein Adapter (in einem Röhrchen zwischen 2 XLR F/M) wird oft über e-bay (USA) angeboten und kostet - wie ich mich erinnere -so um die 40$.
...oder einfach mal danach googeln.
Aber ich weiss sicher, dass die Firma Ambient in München den 'PTM' (Phantomizer) im Programm hat. Anschrift/Telefon. s. URL



Ambient Recording
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Antwort#12
Ich finde die Teile für ihren Inhalt verdammt teuer - jeder kann sich ausrechnen,
daß die paar Widerstände und Elkos nebst Zenerdiode nicht mehr als 3 ? kosten.
Wenn ich mal Zeit habe, werde ich mal ein Platinenlayout versuchen, das in eine
XLR-Buchse paßt. Allenfalls die Elkos könnten wegen der Größe problematisch
werden, und ob es SMD-Ausführungen mit 63 V gibt, müßte ich erst nachschauen.
Sollten einige tonadergespeisten Mikrofone wirklich 10 mA benötigen, wird die
Geschichte jedoch ziemlich wackelig.
Will man nicht die Gleichtaktunterdrückung verschlechtern, sollte man Widerstände
gleicher Werte entweder ausmessen und als Pärchen selektieren oder solche mit
0,1% Toleranz benutzen.
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Antwort#13
Hallo Rainer!
ist die Nagra 4.2 nicht zwischen P- und T-Speisung umschaltbar?
Wie klappt den das mit der Strombelastung bei den T-Speisungen aus einem
P/T-Umwandler? M.W. ziehen doch die MKH xxx T bis zu 10 mA
Strom, während das Phantom ja nur max. 14 mA im Kurzschluß liefen kann, bzw.
bei Leistungsanpassung dann nur 7 mA ?
Das kommt auf die Ausstattung bzw. die Vorverstaerkermodule an - manche haben nur Hochpegeleingaenge, andere Mikrofoneingaenge mit abschaltbarer T9 bzw T12-Speisung oder mit Umschaltmoeglichkeit T9/T12/P48.
Meine hat zwei Eingaenge, eine mit P48-Umschaltmoeglichkeit und eine mit T12 - der Vorbesitzer hatte einen Eingang umruesten lassen. Viele Maschinen haben das nicht, und eine Anfrage bei Nagra bezueglich Umruestung war preislich unbefriedigend - kostet mehr als zwei dieser Maschinen in gut gebrauchtem Zustand.
Ich habe dann meist ein 'headset' am P48-Eingang und ein T-gespeistes MKH am anderen Eingang...
Keines meiner MKHxxxT zieht mehr als 5,6 mA - laut Dokumentation und laut praktischer Messung.
Mit dem gezeigten Adapter ist der vom P48-Eingang abgenommene Strom ca. 6,2 mA - da bleibt die Zenerdiode kalt, und die Last ist ertraeglich fuer ordentlich (normgerecht) ausgefuehrte P48-Speisungen....
Gruss
Micha
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PS: 10mA bringt auch T12 nur mit Rueckenwind - ueblicherweise ist die Verschaltung bei T12 Minuspol Quelle - 180 Ohm - Minuspol Mikro - Pluspol Mikro - 180 Ohm - Pluspol Quelle - und am Mikro fallen ca. 9,8..11 V ab...
...
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