Gestern auf Radio Österreich 1 in den Nachrichten: AKG meldet hundert (oder waren es hunderte, weiß nicht mehr genau) Kündigungen beim Arbeitsmarktservice an. Die Produktion, oder ein Teil davon - weiß nicht mehr genau, wird lt. dieser Meldung nach Ungarn umgelagert. Gratulation. Wahrscheinlich geht es nicht mehr anders. Habe gerade noch einen Link dazu gefunden
"Wahrscheinlich geht es nicht mehr anders." Dafuer muesste man die Betriebs-Kennzahlen kennen. Ich vermute, dass mit ein Grund ist, dass das Unternehmen einem groesseren amerikanischen gegenueber (naemlich dem Mutterkonzern) zu betriebswirtschaftlicher Leistung verpflichtet ist, die bei den verantwortlichen Managern wesentlich staerker gewichtet wird, als die Tradition eines Standorts mitten in einem der Welt-Zentren fuer (klassische) Musik.
Ohne die Situation bei AKG oder HARMAN zu kennen, werfe ich aus meiner langjährigen Erfahrung trotzdem mal blind ein, daß sich die Amis nach dem Ankauf von europäischen Firmen praktisch ausschließlich um die Zahlen kümmern- von sinnvollen Unternehmenskonzepten ist man das stets weit weg. Da gibt es großartige, von überbezahlten Amimanagern ausgearbeitete Gummisanierungspläne, die man den deutschen oder hier österreichischen Geschäftsleitungen auf den Tisch knallt so nach dem Motto: Nun macht mal bitteschön Umsätze! Ich habe da selten Durchdachtes gesehen und woher sollte es auch kommen? Die amerikanische ECO ist im Vergleich zu der uunseren nicht minder belastet und nicht selten ist so ein Kauf einfach ein aufgeputschter Deal, der irgendwo einen Manager, der das eingefädelt hat, noch weiter voranbringt, und durch erhöhte Umsätze schlagartig Bonuszahlungen in die private Kasse spült. Oft genug ist der Kauf garnicht sinnvoll, sondern dient nur der Marktanteilssteigerung. Ob es dem angekauften Unternehmen dann auch soäter gut gehen wird, ist denen schnurz und den Amis speziell sind die Firmen "des alten Europa" sowieo gleichmal grundegal. Das Spielchen ist dann immer daselbe und läuft daruaf hinaus, daß sich die Tochter keine für sie selbst wirtschaftlichen Entscheidungen erlauben kann, die der Mutter nicht passen, was die Handlungsfreiheit einschränkt. Gleichsam wird der Markt enger und die Renditeanforderungen höher- das kann niergendwo gutgehen. Am Ende schneidet sich HARMAN die Sahnestücke raus und stösst den Rest ab oder schließt ihn. Dazu hätte es allerdings keine Amis gebraucht, sowas schaffen die Firmen i.d.R, auch selber, wenn sie denn wollen und nicht ihren Traditionen folgen oder sich ihrer Sozialverantwortung bewusst sind und auch mal einen weniger rentablen Bereich weiterbetreiben. Das soll natürlich nicht heissen, daß es nicht auch Gründe in der AKG gibt, und oft sind große und vor allem alten Firmen besonders in den Managmentköpfen seeehr alt. Ichhabe kürzlich selbst übergangsweise für eine Firma gearbeitet, die noch vor Jahren am Tropf der Siemens hing, dann aber an AMis verkauft wurde. Die wollen nun Umsatzrenditen um 15% sehen, die die Firma nie konnte und niemals können wird. Ergo haben die GL hierzulande ein schönes Druckmittel, Produktion ins Ausland zu verlagern. Ahc ja, war es nicht bei Opel genauso ?
Hallo, als ich dieses Forum kennenlernte, las ich auf der Titelzeile von Jörg "Viele beklagen sich über mangelnde Kollegialität in der "Branche". Hier ist (m)ein kleiner Beitrag zur Abhilfe." Inzwischen habe ich viele Kollegen kennengelernt und kann nur von Hilfsbereitschaft und menschlicher Freundlichkeit berichten. Ich finde das gut!!! Wolfgang
""Ohne die Situation bei AKG oder HARMAN zu kennen, werfe ich aus meiner langjährigen Erfahrung trotzdem mal blind ein, daß sich die Amis nach dem Ankauf von europäischen Firmen praktisch ausschließlich um die Zahlen kümmern"" Mir hat mal ein seriösen Händler für Hifi-Geräte gesagt: "Die Firma Harmann sammelt Firmen". Ich sehe das genauso. Und dann macht sie ganze Bereiche dicht. Siehe Beispiel "Studer"!: Die ganze Domäne "Tonbandmaschinen" (sowohl analog als auch digital) ist vom Markt verschwunden.
naja, tonbandmaschinen (a oder d) ist auf dem markt ja auch kein thema mehr. prinzipiell kann ja für die datenaufzeichnnung auch jeder ipod herhalten. mit broadcast-automation macht man viel mehr umsatz. und als vorzeige forschungsfeld darf studer dem staunenden publikum überall ihr wfs-system vorführen :)
Tja, und diese Firmensammelinstitutionen blühen überall. Dagobert-Duck-Technik "Kaufen-Verkaufen" und von kurzfristigen Übernahmeeffekten povitieren. Erter Punkt: Abschreibungen! Finanziell schwach vorbelastete Firmen mit hoher Abschreibungsrate lassen sich steuerlich perfekt in ein profitables Modell überführen - besonders in Deutschland. Vodaphone muss ich hier wohl nicht erwähnen! Zweiter Punkt: Rationalisierung. Kauft man eine Firma (mögliochst eine insolvente) so lassen sich perfekt Mitarbeiter ohne Betriebsrat rausschmeissen, d.h. all das, was die Altfirma an "Altlasten" noch mitgeschleppt hat, kann man rasch und effizient loswerden. Der Aufbau oder Umbau der eignen Struktur im Mutterkonzern wäre nicht so einfach: Man schließt daher lieber eine BU und kauft eine andere auf. So kann man sich ganz simpl um eigene Fehelr herumdrücken oder sich im vorfeld vor den Konsequenzen solcher Fehler shcützen: Es muss nämlich klar gesagt werden, dass diese Altlasten in angekauften Firmen oft genug in Entwicklungs- und Produktionsabteilungen bestehen, die infolge von Managementfehlern der alten GL falsch strukturiert / unwirtschaftlich aufgebaut worden sind. Sowas wird man durch Verkauf ganz elegant los- daher sind GL oft einer Übernahme auch sehr positiv eingestellt. (Warum denke ich hier schon wieder an Mannesmann / Vodaphone ?)
Das WFS system musste von Studer auf Geheiss der Konzernleitung Harmann eingestellt werden. und darf auch nicht mehr vorgezeigt werden. Das einzige was die noch bauen sind Mischpulte und ein bissl Radiosoftware.
und wieviel stellen sind bei studer flöten gegangen? vielleicht werden die radiomixer ja auch in china zusammengebaut. (war vor 2 jahren mal in regensdorf bei denen im haus - wie gesagt, wegen einer wfs demo... sehr strange die atmosphäre da, wir sind kaum leuten begegnet in diesem grossen gebäude und in einer kaffeeecke standen sofas, die vom sperrmüll hätten kommen können, echt wahr :)
neinein, digimedia ist schon von studer selbergestrickt....allerdings zielt es denke ich doch eher auf den privatradio / small entity-markt ab soweit ich weiss werden die pulte schon noch in der schweiz zusammengebaut