Hallo! Mich interessiert mal, wie Ihr da bei einer Popproduktion vorgeht. Üblicherweise ist da ja ein sehr komprimierter "lauter" Sound erwünscht. Mir hat mal ein "Fachmann" gesagt, der Mix sollte schon mit allem (das dürfte Dynamikbearbeitung mit einschließen) so ausgelegt sein, als wäre er bereits das Endprodukt. Jetzt bin ich eher der Learning-by-doing-Typ. Und beim Ausprobieren komme ich eigentlich immer besser klar, wenn ich die einzelnen Spuren dezent bis gar nicht komprimiere und dann eher in der Mastersection mehr gebe. Gerade unerwünschte Nebeneffekte, wie Pumpen etc. treten da wesentlich weniger auf. Wie sind da eure Erfahrungen? Und auch wenn ich eigentlich schon ganz gute Ergebnisse hinkriege interessiert mich trotzdem: Wie geht man eigentlich "amtlich" vor? Gruß und Danke im Vorraus für die Antworten
Deinen Erfahrungen kann ich nicht wirklich folgen. Bereits komprimierte Spuren (aus Sounddesign-Gründen) lassen den Mix schon ohne Masterdynamiks lauter erscheinen - das ist wohl logisch. Dadurch muß dann weniger oder gar nicht komprimiert werden. Ich bevorzuge dann einen Multibandkompressor/Limiter oder sparsam Urei 1176 um näher an die Clipping-Grenze (bei mir stets -0,3db) zu kommen. Eine Erhöhung der Lautheit (mit Tools wie dem L1/2 und ähnlichen Soundtötern bei Falschanwendung...) sollte besser noch nicht beim Mix stattfinden, sondern selektiv beim Premastern - und zwar von jemandem, der genau weiß, was er tut. Im Zweifel gilt bei mir immer: Eher "besser" als "lauter". Beim "Loudness-Race" können ja die Doofen mitmachen. Gruß, Christopher
"Gerade unerwünschte Nebeneffekte, wie Pumpen etc. treten da wesentlich weniger auf." Das ist falsch! Stelle Dirt eine sehr unkleichmässige Gesangsspur vor, die der Kompression bedarf. Ist sie bereits mit anderen Spuren zusammengemischt , beeinflusst sie GENAU DANN beim Kompriieren die anderen Spuren. Auf der anderen Seite muss generell ein Ausgleich geschaffen werden zwischen Passagen mit viel Instrumentation oder wenige Instrumentation (es erklingt wenig zu gelichen Zahl). Eine Vorgehensweise, erst alles isoliert- von einander auf Lautstärke zu bringen und dann zu addieren, ist auch nicht das Wahre. Ein gewisses gegenseitige Zurücknehmen der Stimmen ist durchaus sinnig und daher eine Masterkompression, bei der dies ja indirekt passiert, absolut angezeigt. Im Wesentlichen sollten die Stimmen aber vorher, einzeln im Pegel Stimmen. Entweder dadruch, daß die Musiker untereinander gut abgestimmt spielen oder in Deinem Falle, daß Du die Spuren individuell hindrehts. Am Ende ist es ein Kombination aus beiden Arbeitstechniken.
Hallo! Danke für die Antworten. Also wenn wirklich ungleichmäßige Spuren vorhanden waren habe ich natürlich schon in den Spuren komprimiert. Auch Z.B. Nylonstringgitarren bekommt man wegen viel Attac und wenig Sustain in einem dichten Mix ja kaum zu hören, wenn man nicht vorher den Kompressor anlegt. Aber sowas wie Powerchordgitarren hat ja von natur aus schon wenig Dynamik (bzw kompression durch die Verzerrung) und da lies ich dann bisher eher die Finger vom Kompressor. Aber ich werde nach euren Kommentaren jedenfalls nochmal darauf achten, ob ich mich nicht doch ein wenig von dem "kleineren" Effekt in die Irre führen lasse, den ein Masterkompressor bei einem bereits sehr dichten Mix noch bewirken kann. Nochmals Danke und Gruß vom Tonbastler
Ich kann mich den beiden Antworten von Studio96 und hafi69 nur anschließen. Ich bin mit der Summenkompression immer vorsichtig. Das sollte man wirklich den Jungs vom Mastering überlassen. Außer du suchst gezielt den Pump effekt der ja gerade bei dancigen sachen oft gefragt ist. uch versuche aber immer die transienten des mixes zu behalten, und komprimiere in der summe mit ner weichen kompression (lange attack und release zeiten) lg, tom