ADAM P11A

Erstellt 13 Antworten14 Beiträge
Startbeitrag#1
Moin zusammen,
ich stehe gerade kurz davor, die ADAMs P11A für ein kleines Tonstudio als Abhöre zu kaufen.
Gibt es jemanden unter Euch, der mir davon eher abraten würde, oder sind die wirklich so gut, wie ich allerorts höre?
Meine Produktionen drehen sich hauptsächlich um Sprachaufnahmen (Voiceovers) für's Fernsehen: Offsprecher für verschiedene Sende-Formate, Werbung, Trailer und Teaser. Gemixt wird die Stimme dann mit Music & Effects und einigen Soundcollagen.
Ich hatte bisher leider noch nicht die Möglichkeit, die Monitore mal ordentlich zu testen, deswegen wäre es toll, ein paar Vorab-Infos zu bekommen.
Vielen Dank für Eure Antworten im Voraus,
Steffen
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Antwort#3
"du liegst mit dem ADAM-Nearfield Monitor für deinen Fall schon ganz richtig..." ...wenn Du näselnde Lautsprecher mit schlechter Detailauflösung und einem unausgewogenen Klangbild zu überhöhten Preisen kaufen willst. Ermüdungsfreies Arbeiten ist meiner Meinung nach auf diesen LS nicht möglich.
Schau Dir lieber die Dynaudio Serien an....das sind wenigstens ehrliche LS. Oder K&H oder MEG....
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Antwort#4
Hör sie Dir an! Lautsprecher sind eine sehr persönliche Geschichte. Es gibt LS, auf die fast alle meiner bekannten Tonmeister schwören, mit denen ich selbst aber niemals arbeiten möchte.
Ich persönlich bevorzuge für Sprache auf jeden Fall Klein+Hummel.
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Antwort#5
Letztlich ist es doch meisten so, das jeder nur auf die Monitore "schwört" die er selbst im Studio hat. Ich arbeit seit einigen Jahren mit den ADAMS und kann meinem Vorredner in keinem Punkt zustimmen: Wunderschöne "Detailauflösung", keine Ansatz von "näseln".

Es ist und bleibt halt immer Geschamckssache.
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Antwort#6
Hallo Lars,
es schwört jeder auf seine Monitore. Aber das alles geht nur solange wie man nicht bereit ist, sich mal Alternativen anzuhören, ggf. auch mal im Blindtest. Dann kommt man oftmals zu einem anderen Ergebnis. In diesem Zusammenhang sei an das Problem mit den Großmembranmikrofonen erinnert: Jene Sängerin die immer auf "Ihr" Großmikrofon geschworen hat, hat im Blindtest das Kleinmikrofon als das bessere bezeichnet und war ernüchtert als man "den Vohang aufzog"!

MfG
Rainer
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Antwort#7
Bei der persönlichen Präferenz von Mikrofonen spielt die Psychologie der Musiker keine unbedeutende Rolle:
Wenn z.B. eine Sängerin ihre 'grosse' Stimme mit der Grösse eines Grossmembranmics assoziiert, bin ich davon überzeugt, dass sie beim Anblick eines solchen zu einer besseren Performance in der Lage ist, als wenn nur eine Kleinmembran auf ihren Mund gerichtet ist.
...und wenn diese Sängerin mit 'ihrem' GM-Mic besser singt, dann ist das grosse auf jeden Fall das bessere/geeignetere, auch wenn es ihre Stimme färbt.
=:)
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Antwort#8
Aufgestellte, aber nicht angeschlossene (oder im Regler zugezogene) Mikrofone sind besser, als keine Mikrofone. Dieses man erleben, wenn man mal bei den Blechbläsern allein den Trompeten ein Stützmikrofon hinstellt, aber den lauten Posaunen nicht. Mit einem Dummy-Mikrofon spielen halt die Posaunen besser.
So ist das auch mit der optischen Mikrofongröße: Große Sänger oder Sängerinnen wollen immer ihnen gemäße Mikrofone haben. Wenn man sie ihnen nur ein klein aussehendes Mikrofon gibt, dann sind sie wie beleidigte Kinder. Dagegen hilft leider kein Kraut und keine Vernunft.
Ich verstehe Rainers Mission nur zu gut.
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Antwort#9
Hallo Schorsch,

Das mit den großen Mikrofonen und "großen Sängern" beobachte ich aber nur bei Sängern aus der Unterhaltungsmusik, namentlich bei Pop-Star. Bei Sängern/-innen im klassischen Bereich ist es diesen weitestgehend egal, welche Mikrofongröße vor ihnen steht. Sie neigen eher dazu, möglichst wenig von Mikrofonen zu sehen, weil sie sich oft daran sogar stören.
Psychologisch handeln diese Künstler sogar ganz entgegengesetz wie die Pop-Sänger: Sie fühlen sich eher beleidigt, wenn ein Mikrofon vor ihnen steht, weil sie das so verstehen, daß ihre Stimme nicht durchdringend genug ist. Vor allem dann, wenn es nicht nur eine Aufnahme ist, sondern eine Beschallung. Da kommt es hin und wieder vor, daß einer oder eine sagt: "brauche kein Mikrofon, meine Stimme ist kräftig genug". Habe ich alles schon erlebt.

Grüße
Rainer
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Antwort#10
Ich habe bei meiner letzten Aufnahme (Tenor + großes Orchester) erlebt, dass nach dem Konzert eine ältere Dame zu mir gekommen ist, und gemeint hat "na den Sänger hätten Sie aber nicht so laut aufdrehen müssen"...
Einziges Problem dabei: Es gab keine Beschallung und die Schoeps-Stütze diente lediglich zur Aufnahme....


Tonzauber - einfach klassisch.
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Antwort#11
Reiner schrieb:
"Aber das alles geht nur solange wie man nicht bereit ist,
sich mal Alternativen anzuhören, ggf. auch mal im Blindtest."
Mit welchen Aufnahmen als "Referenz"? Die Mikrofonierung Deiner alten Aufnahmen wurden mitunter so durchgeführt, wie sie auf den dabei benutzten Lautsprechern am ehesten Deiner Vorstellung entsprach.
Andere Lautsprecher hätten sicherlich zu anderen Mikrofonierungen und Abmischungen geführt?
Lautsprecherauswahl halte ich nicht nur für ein problematisches und subjektives Problem. Man sollte mit "seinem" Lautsprecher auch in der Lage sein, Aufnahmen zu machen, die beim Konsumenten auf allem gut klingen - von "high end" bis "Brüllwürfel".
Mir ist nur aufgefallen, daß ich auf den meisten "teueren" HiFi-Lautsprechern gerne mehr Diffushall gehabt hätte als ich aufgenommen habe. Bei Billigbrüllern hingegen führt schon die gewählte Klangbalance zu "Matsch". Guter Rat ist teuer!
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Antwort#12
Bei Billigbrüllern hingegen führt schon die gewählte Klangbalance zu "Matsch".
Das ist richtig, allerdings ist davon auszugehen, dass ein Konsument, der staendig und ausschliesslich auf "Billigbruellern" hoert, nichts anderes gewohnt ist und ihm die Lokalisationschaerfe und Aufloesung ziemlich egal sein duerften. Guck Dir doch an, wie die "Billigbrueller" meistens aufgestellt sind - mit Stereo-Abhoere hat das wenig bis gar nichts zu tun.
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Antwort#13
Hallo,
statt eines Hörtests besorge Dir unabhängige Messungen des Systems. Das System ADAM S2A wurde z.B. in der Production Partner gemessen und schnitt dabei nicht gut ab. Weder war der Freifeld-Frequenzgang hinreichend gut, noch die nichtlinearen Verzerrungen gering, noch die Richtcharakteristik stetig, noch die Paargleichheit ausreichend, um als Regielautsprecher dienen zu können.
Die Dinger sind derzeit anscheinend in Mode, aber gut? - naja. Das schließt Begeisterung beim "Hörtest" nicht aus, wie ich sogar bei einem Rundfunktonmeister feststellen mußte. Erst messen, dann hören.
Und nur was bei der Messung halbwegs okay ist, überhaupt anhören. Das Studium wissenschaftlicher Hörtests (z.B. vom IRT) kann ebenfalls hilfreich sein, allerdings ist die subjektive Evaluation der Qualität von Lautsprechern ein grundsätzliches Problem, so daß auch hier Vorsicht geboten ist.
Gruß
Andreas
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Antwort#14
Ich habe mir vor etwa einem Jahr zwei P11A gekauft, die ich für Homerecording (Klassik) aber auch zum sonstigen Musikhören benutze.
Letztendlich habe ich mich nach zwei intensiven Hörtests (zusammen mit einem Freund, der zwar von klassischer Musik aber keineswegs von LS-Technik Ahnung hat)für diese LS entschieden. Zum Vergleich standen Genelec 1030A, Dynaudio BM6 sowie die größeren ADAM P22A, als Hörmaterial dienten nicht nur etliche Klassik-CDs mit den verschiedensten Besetzungen, sondern auch diverse POP- Jazz- und EM-Platten. Die Genelecs schieden sofort aus, die Dynaudios überzeugten mit hervorragenden Bässen. Die ADAMs boten hingegen im Hochtonbereich die größte Transparenz und damit auch die beste Lokalisationsschärfe (bei Klassik meiner Meinung nach wichtiger als die Bässe). Interessanterweise schienen uns auch die Bässe der P11A präziser als die der teureren P22A.
ADAMs P11A kann ich also voll empfehlen, Dynaudios BM6 sind sicher auch hervorragend. Am besten selber Probehören. Gute Händler geben einem die LS auch zum Testen im eigenen Studio mit.
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