Zeitaufwand für Schnitt ?

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Startbeitrag#1
Nur mal zum Vergleich die Frage gestellt:
Ihr habt als Ausgangsmaterial für ein 10-Minuten-Stück 60 - 80 Minuten Rohmaterial aufgenommen:
Etwa 8 - 10 Einspielungen, dazu noch diverse Reparaturstellen, die in sich auch noch repariert
werden müssen.
Wenn Ihr fertig seid, kommt Ihr auf ein Mittel von alle 8 Sekunden ein Schnitt.
(Außer Schnitt und ggf. Pegel- bzw. Klangfarbenangleichungen keine weiteren Masteringarbeiten.)
Wie lange sitzt Ihr an solchen Arbeiten?
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Antwort#2
Hallo Juppy,
ich möchte dich nicht deprimieren, aber findest du es in Ordnung daß du den Job der Musiker machst?
Wenn die Kapelle nicht einmal so gut spielt, daß 10s gutes Material im Stück herauskommt, solltest du die Aufnahme verweigern und deine Zeit sinnvolleren Dingen widmen.
Ich habe Probleme mir vorzustellen, wie eine Musik, die alle 8 Sekunden irgendeine Bearbeitung erfordert, klingen soll?
Gruß
M. Hein
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Antwort#3
Hallo Juppy,
M.Heins Gedanken kann ich mich anschließen. Aber vielleicht hast du ja die Musiker, die neulich zitiert wurden, indem sie sagten: Nehmt euch mal zusammen, wir machen jetzt eine Aufnahme. Proben können wir dann später.
So etwas darf man nicht unterstützen.
Gruß
Emu
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Antwort#4
Hi,
ich hoffe, jetzt seid Ihr nicht deprimiert. Aber viele Klassikaufnahmen haben mehr als alle 8 sek. einen Schnitt. Über 1000 Schnitte für eine volle CD sind nicht unüblich. Dabei reden wir natürlich über äusserst fähige Musiker.
Dirk
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Antwort#5
400 - 500 Schnitte in einem 20' Werk sind bei Aufnahmen mit dem bekannten Wiener Orcheser mit Weltruf durchaus üblich....
Aber ob das gute Musiker sind, nur weil sie ihren Beamtengehalt an der Geige verdienen, das sei dahingestellt
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Antwort#6
achja, ein geübter Cutter und ein guter Aufnahmeleiter schaffen zusammen sicherlich zumindest 25 Schnitte in der Stunde...
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Antwort#7
Ach ja, ein geübter Cutter und ein guter Aufnahmeleiter schaffen zusammen
sicherlich zumindestens 25 Schnitte in der Stunde...

Zusammen sicher nicht, aber alleine schon.
Wo schneiden denn ein Aunahmeleiter und ein Cutter-Sklave noch zusammen.
Das habe ich lange nicht gehört.
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Antwort#8
achja, ein geübter Cutter und ein guter Aufnahmeleiter schaffen
zusammen sicherlich zumindest 25 Schnitte in der Stunde...
MOMENT
Ich vergaß zu erwähnen, daß ich die Takes für den Schnitt auch noch selber auswählen muß.
Wenn die ausgewählten Takes in sortierter Abfolge vorliegen, könnten zwanzig Schnitte machbar
sein. (Glaube ich aber nicht so recht.)
Ist hier aber nicht, ich habe mich für eine Grundfassung entschieden und korrigiere alle
Unzulänglichkeiten. Eine Vorauswahl zu treffen ist ganz nett, aber die an einander zu fügenden
Takes müssen auch noch im Zusammenhang auf musikalische Plausibilität überprüft werden.
Und dann fallen einem noch diverse Kleinigkeiten auf, für die man das eigentlich schon
verworfene Material wegen einzelner Töne nochmals durcharbeitet.
In diesem Zusammenhang frage ich mich, wofür ich in den Aufnahmen Protokolle des eingespielten
Materials mache - es wird eh später alles noch einmal durchgearbeitet. Die Mitschriften bieten
nur die Sicherheit, daß nicht irgendwo etwas fehlt.
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Antwort#9
für nochmaliges Durcharbeiten fehlt prinzipiell die Zeit, und die verschiedenen "fitzel" die geschnitten werden sind auch nicht vorsortiert. Der Cutter hat eine Take-Liste, anhand derer er sich orientiert. DEr Aufnahmeleiter sagt an, wo er was liegen haben will. Wichtig ist dass man einen erfahrenen Cutter hat,der nicht 5 minuten braucht um einen Schnitt einzustellen oder ewig die Stelle sucht. Ein Schnitt muss - wie in analogen Zeiten - auf anhieb sitzen. Alles andere ist spielen, aber kein Arbeiten und nicht finanzierbar.

Wo wird noch mit AL und C gearbeitet? Ich bin eigentlich überrascht dass angeblich nicht mehr so gearbeitet wird - schliesslich ist das die einzige effiziente Arbeitsweise meines Erachtens.
Die Aufnahme entsteht vom Tonmeister mit Hilfe des Aufnahmeleiters - der TM macht die Mischung & das Takeprotokoll, der AL das Musik-Protokoll. Wenn TM und AL eine Person sind, ist das Musikprotokoll meist unbrauchbar, was ewig langes Nachhören und -protokollieren bedeutet.
Beim Schnitt ist es ebenso - der Cutter (in manchen Fällen ist das víelleicht auch der Aufnahmetonmeister) und der AL sitzen zusammen - der C hat die Takeliste, der AL das Musikprotokoll - während der C noch den Schnitt setzt, kann der AL bereits über die nächste zu bearbeitende Stelle nachdenken. Das ist schneller als wenns einer alleine macht, funktioniert aber nur mit einem guten Protokoll.
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Antwort#10
Diese Arbeitsweise ist mir durchaus bekannt.
Allerdings merken inzwischen auch viele gute wie etablierte Musiker, daß die Plattenfirmen
das Geld für Produktionen mit Künstlern unterhalb der Top Ten nicht mehr so verteilen.
Wo früher die Firmen die Produktionen (vor)finanzierten, laufen heute Bandübernahmeverträge.
Die teueren Studiobetriebe dürften die Entwicklung auch schon mitbekommen. Ein Künstler,
der vorfinanzieren muß, wird seine Produktiionskosten ebenfalls gering halten wollen.
Da ist kein Etat mehr für einen Tonmeister und einen Aufnahmeleiter. Ich würde liebend gerne
mit einem Tonmeister - oder wenigstens einem erfahrenen Kammermusiker, der diese Funktion
erfüllen kann - zusammen arbeiten. Nur kann ich einen zweiten Mann nicht bezahlen.
Die von Dir angesprochene Problematik der Mitschriften bei AL und TM in Personalunion sind
mir aus der eigenen Arbeit nur allzu bekannt.
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Antwort#11
Ich habe Probleme mir vorzustellen, wie eine Musik, die alle 8 Sekunden
irgendeine Bearbeitung erfordert, klingen soll?
Da kann ich Dich beruhigen:
Mit guten Schnitten und manch einfachen Manipulationen kann man eine ganze Menge für das
aufgenommene Werk tun. Man kann - selbst wenn verschiedenen Einspielungen eines Stückes
von der Anlage her sehr ähnlich sind, kann man durch den Schnitt durchaus sehr unterschiedliche
Interpretationen erreichen. Die Kunst liegt darin, die richtige Interpretattion zu schneiden.
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