zum Thema 'virtuelles Mikrofon' fällt mir Schoepsen's Polarflex ein. Ich denke mal, dass es in Zukunft in diese Richtung geht: Bildung der Polarpatterns via DSP. Da sollte mal mehr Praxisarbeit laufen. Sowas reizt mich mehr, als irgend ein Mic mit einem digitalen Output.
Das System ist leider auch für "hart gesottene Schoeps-Anwender" teuer. Als miniaturisiertes System zu geringeren Preisen kann es sicherlich seine Berechtigung und Anwendung auch in der täglichen Praxis haben. Derzeit ist allein der mechanische Aufwand zu groß, die Schallwandler müßten in einem Mikrofongehäuse (wie bei Stereomikrofonen) unter gebracht sein. Mir gefallen auch die Prozessor- und Verstärkergehäuse von SCHOEPS nicht. Ich halte diese Kistchen nicht für alltagstauglich, 19"-Gehäuse in einem Rack wäre die robustere Lösung. Allerdings - dies habe ich bereits beschrieben - läßt sich dieses System recht einfach nachbauen: Stichwort Straus-Paket. Ich hatte hierzu bereits einiges in letzter Zeit geschrieben.
tja, die Kosten... das ist wohl wahr! Ich würde mir ja zu gern bei einem geeigneten Projekt* so ein Teil mal anmieten, um ein Gespür dafür zu kriegen, was der DSP mit dem Signal so alles anstellt. Leider erlaubt der Job so gut, wie keine Experimente dieser Art, aber die müssen auch mal sein, denn sonst tritt man mit seinem Wissen auf der Stelle. Das wär wirklich mal klasse, den DSP-4P austesten zu können... *geeignetes Projekt -> geht nur mit Musikerfreunden, die Zeit und Geduld mitbringen =:)
Hallo Erdie, PHYSIKALISCH gesehen haben Großmembranmikrophone gegnüber Kleinmembranmikrophonen einige Nachteile - die werden ja hier auch ausführlich besprochen. ABER: einfach zuhören. Und auch einmal Großmembranmikros als Hauptsystem einsetzen (einfach mal ein Paar ausleihen). Oder einmal eine ganze Orchesteraufnahme NUR mit Großmembranmikros machen. Dann zuhören. Dann entscheiden. Merke: Eigenklang ist nicht unbedingt mit Weltuntergang gleichzusetzen... @Rainer: Schön, daß die "ernsthafte Musik" einen so wichtigen Gesamtbeitrag zur Musikindustrie leistet. Umso notwendiger ist es selbstredend, sich und sein Tun so ernst als möglich zu nehmen... Und so ganz am Rande: wer immer noch glaubt, MTV sei ein Musik(clip-)sender, zeigt auch auf diesem Gebiet seine Kompetenz... Gruß aus Wien, Heinrich
ich kenne das Soundfield-System sehr gut. Ich hatte es sogar vor einigen Jahren mal einige Wochen zur Probe da gehabt. Das lag daran, daß die Firma in der ich damals gearbeitet habe, eine geraume Zeit die Vertretung von Calrec hatte. Sehr zufrieden war ich damit nicht, weil es vom Rauschen her mit keinem Neumann, Schoeps, Sennheiser u.a. konkurrieren konnte. Außerdem war es nach englischem Soundgeschmack "gesoundet". Die Idee die dahinter steckt ist sehr gut, denn die Möglichkeiten die man damit sind einmalig.
""Noch ein Filmteam mit im Aufnahmeraum, Phasenanschnitt-Dimmer auf dem schönen Studiostrom für die Ausleuchtung usw. - nää."""
Jens - also bitte! Für wie schlecht hältst Du den die Studiotechnik, daß Phasenanschnittsteuerungen die Tonleitungen stören! Glaubst Du, daß z.B. beim Rundfunk, Film, Fernsehen wo wirklich hochprofessionelle Technik steht, auch nur ein Prüfingenieur der die Anlage abnimmt sowas durchgehen lassen würde? Ich habe Abnahmen von Studioanlagen mitgemacht und kenne die Pingeligkeit der Prüfer - egal ob RBT, Post, Bundeswehr, Bahn oder sonst wer. Ich kann mich an eine Situation erinneren wo uns ein Prüfer eine Geräteserie zurückgewiesen hat, nur weil der Datumsstempel auf der falschen Seite war... (man kann es gewiß auch übertreiben. Aber eine in Tonleitungen einstreuende Phasenanschnittsteuerung läßt kein Prüfer durchgehen!
Dann frag mal Filmtonmeister/-techniker, was passiert, wenn ein Mikrofonkabel an der Versorgungsleitung eines HMI-Tageslichtscheinwerfers zwischen Vorschaltgerät und Lampe in unmittelbarer Nähe parallel verläuft. Die Praxis zeigt: bloss weit, weit weg mit allen Tonsignalkabeln von diesem Zeugs! 'Perfekte Symmetrie' - das wär jetzt aber ein ganz anderes Thema...
Moin... ich habe lange genug auf großen "Rock'n'Roll-Baustellen" gejobbt, um zu wissen, dass auch hochwertiges Equipment (angewendet von Profis) einen nicht vor unliebsamen Überraschungen schützt. Ferner wird auf diesen Baustellen, so es sich irgend machen lässt (und das geht meistens), eine Drehstrom"phase" für den Ton reserviert, auf den anderen beiden können sich Licht, Rigging und Bierwagen austoben. Und das macht man aus gutem Grund so. Mit Sicherheit auch beim Rundfunk. Es mag sein, dass man das dort, wo grundsätzlich(!) Licht und Ton aus einer Hand kommen (wie eben beim Fernsehen z.B.), bzw. wo die Standards auf genau diese Situation hin auslegt sind, besser im Griff haben kann - aber sicher ist man vor so etwas nie. Es ist im übrigen völlig egal, ob in dem Beispiel die Elektrik "sauber" bleibt oder nicht: In einem Aufnahmeraum, in dem ein fünfköpfiges (Videoclip-)Filmteam agiert, macht dieses auch akustisch schon genug Geräusch, um eine Vocalaufnahme wirksam zu verhindern ;) Jens
Ich würde ja gerne Kugeln nehmen, doch da befürchte ich , dass man i. d. R. etwas unflexibler ist, weil ich erwartungsgemäß öfters in überhallten Räumen aufnehme. Wenn die Akustik gut ist, sind die Kugeln vermutlich besser. Insofert denke ich an die KM184 als Matched pair ..
Als matched Pair braucht man die nicht zu kaufen. Die Firma Neumann garantiert für so enge Toleranzen, daß man ohne weiteres zwei wild aus der Fertigung genommene Mikrofone auch als Stereopaar einsetzen kann. Auch bei Schoeps wird für entsprechend enge Fertigungstoleranzen garantiert.
Der Hersteller garantiert, aber ich messe lieber nach, als dass ich glaube: So haben bei mir zum Beispiel zwei Schoeps MK4 Kapseln zwar unter normalen Betriebsbedingungen absolut deckungsgleiche Frequenzgänge, jedoch driften sie bei erhöhter Luftfeuchtigkeit in der Empfindlichkeit leicht auseinander. Beides würde vermutlich innerhalb der Herstellertoleranzen liegen und stellt meines Erachtens kein ernsthaftes Qualitätsproblem dar, aber aus diesem Grund ist man auf der sicheren Seite, wenn Stereopaare aus dem selben Batch stammen.
Das dürfte allerdings nicht vorkommen. Wenn die bei erhöhter Feuchtigkeit auseinander triften, dann sollte die Kapsel mal eingeschickt werden zur Überprüfung, dann stimmt etwas mit der Kapsel nicht. Normalerweise werden die auch bei einer Luftfeuchtigkeit getestet wo schon das Wasser den Wänden herunter läuft und selbt da müssen die noch einwandfrei funktionieren. Bei der von Dir beschriebenen Kapsel dürfte es sich wohl um einen Ausreißer handeln.
moin! ... Ich möchte Klavier und Gesang mit je einem Mikrofonpaar aufnehmen und dannach das ganze übereinandermischen. Dannach deshalb, weil ich mich selbst aufnehme und leider kann ich nicht gleichzeitig singen und aufnehmen. ... wenn du sowiso nacheinander aufnimmst drängt sich mir die frage auf warum du nicht einfach das mikrofonpaar des klavieres zum singen verwendest. das ist billiger. spielst du das klavier auch? möchtest du ein weiteres stereopaar um klavier und gesang gleizeitig in stereo aufzunehmen? das könnte problematisch werden da du ja direckt vor dem klavier stitzt und im gesangssignal viel klavier enthalten sein wird. bei der mischung von klavier und gesangmic dürftest du dir dann einen ganzen sack kammfilter einhandeln. stichwort laufzeit. du kannst versuchen mit dem stereomic weiter weg zu gehen und das klavier und gesang gleichzeitig aufzunehmen. das birgt natürlich die gefahr das du zu viel raumanteil erhälst und das der gesang zu leise ist. sollte ersteres nicht der fall sein gönntest du versuchen die stimme mit deinem GM zu stützen. dein GM ist ja ein mic mit nieren charakteristik. stellst du dieses nun so auf das du 1. das klavier so gut wie möglich ausblendest und 2. das teil pop mässig fast in deinem hals steckt, könntest du die mischung recht kammfilterlos hinbekommen. wie gestagt "könnte"!muss nicht. das ist was zum experimentieren. viel spass dabei. ansonsten leg das GM in den schrank (am besten in den von deinem händler) und nutze dein stereopaar das du hast nacheinander für klavier und gesang. grüße
moin! ...Ich z.B. nehme ("U-Musik"-)Vocals meistens nicht mit KM auf, sondern mit einem C414 ULS... ich auch. wie schon gesagt wurde haben die meisten GM ihre größten probleme bei seitlichem schalleinfall. den habe ich aber nur bedingt bei "u-musik-zwei-hand-breit-vor-der-membran" mikrofonierung. daher kann ich auch ein psyschologisch günstigeres mikrofon verwenden. grüße
... Ich möchte Klavier und Gesang mit je einem Mikrofonpaar aufnehmen und dannach das ganze übereinandermischen. Dannach deshalb, weil ich mich selbst aufnehme und leider kann ich nicht gleichzeitig singen und aufnehmen. ...
Wenn durch "Nacheinander-"Aufnehmen" schon die "Kunst" raus ist, dann fange deine Aufnahme gleich mit einer "Klickspur" an. Bei Unterhaltungsmusik ist das allgemein so üblich. Maini
Das war ein Missverständnis, selbstverständlich nehmen wir live auf. Ich kann mit nur, während ich singe, nicht auf die Abhöre bzw. um den Mix kümmern. Deshalb zeiche ich auf 4 Spuren auf und mische das hinterher in Ruhe zusammen. Winterreise und nacheinander aufnehmen wäre Dilletantismus pur ;-)