Chormittschnitt live - welches Mikrofon

Erstellt 15 Antworten16 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo
wir sind ein Vokalensemble mit 16 Sängern gemischt, wir stehen einreihig SATB, machen vrowiegend alte Musik 16Jhdt und Spirituals und Gospels, meistens in Kirchen mit halliger aber hervorragender Akkustik, .
Da wir immer wiede Konzerte haben suchen wir eine Möglichkeit, diese in passabler Qualität recht einfach mtzuschneiden:
Wir haben: Laptop, Mischpult,Mdrecorder
Nun sind wir auf der Suche nach Stereo Mikro oder StereoSet
Was gebt ihr da für tips und empfehlungen
fg und danke vali
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Antwort#2
Wurde hier schon ausführlich erläutert
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Antwort#3
Hallo vali
Ich verwende zwei AKG C 1000, dazu ein kleines Behringer Mischpult (als Mikroverstärker und Phantom-Speisung), angeschlossen an ein DAT-Gerät. Achtung: Wenn Du AKG C 1000 Mikros gebraucht kaufst, musst Du bedenken, dass es sich um einen Evergreen handelt, von dem ältere Versionen mit den jüngeren nicht unbedingt identisch klingen und daher für Stereo-Aufnahmen nicht geeignet sind (ich hab's selber erlebt).
Die Micros haben eine enorme Auflösung (gewisse Stimmen hört man einzeln aus einem 50-köpfigen Chor heraus). Die Violinen gefallen mir nicht immer, ist vielleicht ein Positionierungs- oder ein spieltechnisches Problem, denn ich habe eine Aufnahme mit Solo-Geige, die sehr schön klingt. Insgesamt komme ich mit dieser Lösung recht nahe an das heran, was allgemein so an professionellen CDs kreucht und fleucht (gehört an meinen aktivierten Linn Kaber), ausser dass ich halt bloss Laien aufnehme und keine Profis. Es klingt prinzip-bedingt etwas eng (halt kein Vinyl). Ich erlaubte mir den Spass, mir die CDs an andern Anlagen in High-End Shops und an einer High-End Ausstellung anzuhören. Ich würde sagen: Test bestanden (oder stinkt Eigenlob?).
Ich mache hauptsächlich Aufnahmen in Kirchen. Auf Emporen ist der Platz meist gering (und die Decke sehr weit oben). Zu diesem Zweck fabrizierte ich Bretter, in die ich Löcher für die Mikrostativs (den oberen Teil ohne Ständer) borte. Die Löcher kann ich mit Strauben zusammenzwingen (dank Schlitz im Brett-Ende). Die Bretter befestige ich an der Brüstung mit handelsüblichen Schraubklemmen. Mit dieser Vorrichtung erhalte eine zusätzliche Distanz zum Chor von gut 2 Meter. Die Mikros sind rund 2 m weit auseinander. Ich mische jeweils einen Teil vom rechten Mikro zum linken Kanal (und umgekehrt) hinzu (lässt sich teilweise auch noch nachträglich am Computer machen).
Die AKG C 1000 schloss ich erfolgreich schon an einen Tascam US-122 meines Freundes via USB an einen Apple-Computer an. Qualitätseinbussen konnte ich keine feststellen, dies aber vor allem, weil die Raumakustik völlig unterschiedlich war und somit Vergleiche zum vornherein ausgeschlossen waren.
Gruss Christian


http://springtree.net/tascam/tascam_audio/us122.html
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Antwort#5
Da sprach der Fachmann.
"Es klingt prinzip-bedingt etwas eng (halt kein Vinyl)"
klar....eine VInylscheibe ist größer als die aus Polykarbonat und muss deswegen breiter klingen....eindeutig nachvollziehbare Logik.
"andern Anlagen in High-End Shops und an einer High-End Ausstellung anzuhören. Ich würde sagen: Test bestanden (oder stinkt Eigenlob?"
Wer braucht High End? Überteuertes Zeugs für Leute die an den Nikolaus glauben und den Unterschied in Kabellaufrichtungen hören....
High End Hifi bedeutet nicht gleich Beurteilbarkeit, Neutralität, Klangtreue. High End bedeutet zu oft schönfärbend, indifferneziert und vollkommen nichtlinear.
"allgemein so an professionellen CDs kreucht und fleucht (gehört an meinen aktivierten Linn Kaber) "
siehe oben.
"Die Micros haben eine enorme Auflösung (gewisse Stimmen hört man einzeln aus einem 50-köpfigen Chor heraus)"
Das liegt nicht am Wunderding AKG c1000 (einen Kommentar über dieses Ding erspar ich mir lieber - es wäre zu beRauschend) - das liegt an einemn unausgewogenen Chor und einer schlechten Micposition.
"Die Violinen gefallen mir nicht immer, ist vielleicht ein Positionierungs- oder ein spieltechnisches Problem"
Das könnte aber auch am Frequenzgang des C1000 liegen...
"Mit dieser Vorrichtung erhalte eine zusätzliche Distanz zum Chor von gut 2 Meter. Die Mikros sind rund 2 m weit auseinander. "
jaaaaaaaaaaaaaaaaaa. meeeeeeeeeeeeeeeehr. und dann wundert sich jemand wieso unsere Branche einen schlechten Ruf hat.
Ernsthaft: Mir ist klar, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Jeder lernt, jeder macht fehler.
Aber wenn ich keine Ahnung habe wovon ich rede, dann sollte ich bitte auch niemandem Tips geben....
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Antwort#6
USB als Schnittstelle im professionellen Einsatz halte ich für sehr problematisch.
Anbei ein Link zum Thema von einem Hardwarehersteller:
http://www.swyx.de/support/ssdb.html?kbid=kb2620
Diese Kompatibilitätsprobeleme habe ich selber in Verbindung externe USB-HD an Computer
festgestellt, wo schon nach kurzer Zeit der Rechner meckert, die Platte sei defekt.
Dies kann zwar nicht verallgemeinert werden; so läuft dieselbe Platte an einem anderen
Rechner ohne bemerkenswerte Probleme.
Besonders bedenklich finde ich den Hinweis, daß vor allem die neuen Windows Betriebssysteme
diese Probleme mit der USB-Schnittstelle haben, da eine Menge aktueller Software
eben
diese Betriebssysteme voraussetzen.
Im Homestudio mag das angehen, wenn Aufnahmen sofort kontrolliert und neu eingespielt
werden können.
Zu einer Produktion rauszufahren würde ich mich mit solchem Equipment nicht trauen.
(Daß Tascam solche Geräte in großer Auswahl anbietet, bestätigt meine Meinung, daß dieser
Hersteller nicht zu der Gruppe Anbieter "professioneller Geräte" zählt. Doch in der Klasse
von AKG C1000 ist das völlig in Ordnung.)


USB - Probleme
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Antwort#7
Hallo ORFler
"Mit dieser Vorrichtung erhalte eine zusätzliche Distanz
zum Chor von gut 2 Meter. Die Mikros sind rund 2 m weit
auseinander. "
jaaaaaaaaaaaaaaaaaa. meeeeeeeeeeeeeeeehr. und dann wundert
sich jemand wieso unsere Branche einen schlechten Ruf hat.
Wer braucht High End? Überteuertes Zeugs für Leute die an
den Nikolaus glauben
High End bedeutet zu oft schönfärbend, indifferneziert und
vollkommen nichtlinear.
Aber wenn ich keine Ahnung habe wovon ich rede, dann
sollte ich bitte auch niemandem Tips geben....
___
Ich wusste nichts vom schlechten Ruf.
Es gibt eine Aufnahme von "Una Stravaganza Dei Medici" mit Andrew Parrott (ich glaub bei EMI, aber nicht die von 2004). Der Tontechniker platzierte drei fix installierte Mikros, verhältnismässig weit weg und weit auseinander. Der Verzicht auf mehrere Mikros erklärt er im Beiheft damit, er wolle das, was auf der Bühne abläuft, naturgetreu abbilden.
Ich habe es schon weiter auseinander und näher zueinander probiert (beides führte zu einer schlechten räumlichen Tiefenstaffelung) und näher beim Chor (Verlust der Homogenität des Chors mit den Solisten und Instrumenten).
Oh ja, ich kenne das: Die Selbsttäuschung. Vieles ist auch blosser Etiketten-Glauben.
Ja, stimmt. Die Raumakustik macht's dann noch unlinearer.
Aber: Kommt man denn um eine gute Anlage herum?
Vali suchte nach einem " Stereo Mikro oder StereoSet", um Konzerte "in passabler Qualität recht einfach mitzuschneiden". Was würdest denn Du empfehlen?
Gruss Christian
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Antwort#8
Hallo Christian,
Zitat: ""Der Verzicht auf mehrere Mikros erklärt er im Beiheft damit, er wolle das, was auf der Bühne abläuft, naturgetreu abbilden. ""
Sowas ist und bleibt Nonsens. Eine "naturgetreue" Aufnahme ist nicht möglich und wenn dies versucht wird, wird das Ergebnis grauenhaft. Solche Aufnahmen sind zwar beim ersten Hinhören scheinbar beeindruckend, aber hört man sie sich mehrmals an, dann merkt man sehr schnell wo die Schwächen sind. SO jedenfalls klingt es nicht im Konzertsaal und auch nicht an der Stelle wo die Mikrofone standen. Der Kollege hat anscheinend nicht begriffen, daß Mikrofone anders hören als das menschliche Gehör.
""Ich habe es schon weiter auseinander und näher zueinander probiert (beides führte zu einer schlechten räumlichen Tiefenstaffelung) und näher beim Chor (Verlust der Homogenität des Chors mit den Solisten und Instrumenten). ""
Was hast Du denn für Mikrofone benutzt? Waren es Nieren oder Kugeln? Wobei ich bei Kugeln echte Druckempfänger (also Einmemranige) meine. Verwende mal solche, dann klappt das auch mit der Tiefenstaffelung besser.

MfG
Rainer
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Antwort#9
Aufnahme von "Una Stravaganza Dei Medici" mit Andrew Parrott

Hier der Text aus dem Booklet (leider ohne Foto von der Anordnung):
"Wegen der strukturellen Komplexität dieser Musik mit ihren kontrastierenden Gruppen von Stimmen und Instrumenten haben wir uns entschlossen, für unsere Aufnahme eine sehr einfache Mikrophonierung zu verwenden. Nur drei Mikrophone (Sanken CU41s) wurden benutzt. Sie waren auf ein eigens entworfenes Gestell montiert und wurden am optimalen Punkt über und wenig hinter dem Dirigenten aufgehängt. Die Ausführenden wurden auf verschiedenen Ebenen eines zu diesem Zweck errichteten Amphitheaters mit Sitzreihen postiert. Die verschiedenen von der Inszenierung verlangten Perspektiven erzielten wir, indem wir eher die Aufstellung der Musiker zueinander änderten als die Mikrophone zu bewegen. So wurde auf Stützmikrophone verzichtet, und die Balance lag stets in den Händen des Dirigenten."
Aufgenommen wurde die CD im Juli 1986, Studio Nr. 1, Abbey Road, London, von Mike Clements
Dirigent - wie gesagt - Andrew Parrott
Taverner Consort, Taverner Coir, Taverner Players
Herausgekommen bei EMI, 1988, CDC 7 47998 2
Die Solisten waren Tessa Bonner, Emma Kirkby, Emily van Evera, Nigel Rogers
Mein Eindruck:
Musikalisch eine "gültige" Interpretation. Vom audiphilen Eindruck her: Kurzhallig, gewöhnungsbedürftige Dynamik (zeitweise "walzen" die Bläser crescendomässig zu, obwohl sie erst Forte spielen), der Gesamtklang war offensichtlich wichtiger als das Hervorholen von Einzelstimmen/Instrumenten. Die CD vermittelt den Eindruck von etwas livemässig Unperfektem (als sässe man im Rittersaal eines Schlosses).
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Antwort#10
jetzt war ich mal neugierig und habe nach diesem Sanken-Mikro gegoogelt.
Sehr denkwürdige Konstruktion: 2 Wege, also 2 Membranen teilen sich den Frequenzbereich & Cardioid fix. Vorteile könnten die 2 Wege vielleicht im Hinblick für eine frequenzunabhängigere Richtcharakteristik haben, sonst hätte ich dazu keine Idee.


Sanken CU41
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Antwort#11
ich sehe in den Daten und Diagrammen keinen Grund, den doppelten Preis von einem SCHOEPS
oder auch Neumann zu zahlen.
in dem Mikrofon wird eine Großmembran mit einer Kleinmembran kombiniert. Der Hersteller
argumentiert, daß eine Großmembran rauschärmer ist, die Kleinmembran dafür jedoch in
ihrer Richtcharakteristisk frequenzunabhängiger. Eine Übergangsfrequenz habe ich beim
Querlesen des Datenblattes nicht gefunden.
Das Argument in Bezug auf die geringere Störspannung bei Großmembranen ist zwar richtig,
findet im Datenblatt aber keinen Niederschlag ...


Sanken Homepage
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Antwort#12
Hi,
Sanken ist eine ernstzunehmende, gar nicht unbekannte Marke aus Japan. Sie machen schon geraume Zeit Mikrofone, die zwei Kapseln verwenden - eine jeweils für den Tieftonbereich und den Hochtonbereich.
Sanken hat sich hierauf spezialisiert und meint, damit eine mehr uniforme Richtcharakteristik und ein besseres Frequenzspektrum erzielen zu können, als mit herkömmlichen "einkapseligen" Mikrofonen.
Die Idee ist übrigens nicht neu, Sanken ist auch schon einige Zeit im Geschäft. AKG hat ja auch z.B. das D222 gemacht, das ähnlich funktioniert.
Selbst habe ich noch keine Sanken verwendet, Kollegen, die auch welche besitzen, aber meinen, dass es äusserst gute Mikrofone seien. Der Preis ist auch dementsprechend...
Gr.
Dirk
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Antwort#13
Also wenn ich sowas lese:
"Normal Impedance: 600 ohm or higher

Equivalent Noise Level A weighted rms (IEC 179): 15dB or less (0dB = 2 X 10-5Pa)

Maximum SPL for
0.5% THD at 1kHz: 134dB

1.0% THD at 1kHz: 140dB


Sensitivity to Magnetic Field (10 Oe): 40dB ""
Da frage ich, in welcher Zeit leben die denn?
"600 Ohm -Technik" : hallo 40-er Jahre wo seid Ihr?
Magnetic Field "Oe" (Oerstedt): Wer kennt diese Bezeichnung und weiß die Definition von "1 Oe" ?
Die Steinzeit läßt grüßen!

MfG
Rainer
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Antwort#14
Das aendert doch nichts daran, dass es gut einseztbare und klingende Mikrofone sein koennen.
Dirk
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Antwort#15
Moin Rainer...
Magnetic Field "Oe" (Oerstedt): Wer kennt diese Bezeichnung und weiß die
Definition von "1 Oe" ?
Wenn die Frage ernstgemeint ist: Oersted ist die Einheit der mag. Feldstärke im cgs-System. 1Oe = (1000/4pi)A/m, wenn du es gerne in SI umrechnen möchtest.
Im cgs-System ist weiterhin 1Oe = 1G (Gauss, Einheit für den mag. Fluss), daher ist die Umrechnung in Tesla (SI-Einheit für den mag. Fluss) sehr einfach: 1Oe entspricht im Vakuum 0,1mT...
Mit der Steinzeit hast du allerdings recht - wenngleich hier neben mir noch ein "Oerstedmeter" steht. Zwar Baujahr irgendwas in den 50ern, tut aber immer noch hervorragend seinen Dienst. Deutsche Wertarbeit...
Jens


http://www.chemie.fu-berlin.de/chemistry/general/si.html
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Antwort#16
Hallo Jens,

die Frage war durchaus ernst gemeint. Ich kenne mich zwar mit den magnetischen Größen aus, aber die Definition des "Oerstedt" habe ich mir nie behalten können. Ist auch heute nicht mehr gebräuchlich.
Berechnungen des magnetischen Kreises habe ich im Studium immer gerne gemacht - kommt daher, daß ich vorher in einer Firma gelernt habe, die Trafos und magnetische Schaltelemente baut.

MfG
Rainer
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