Abstand: Mikrofon - Decke

Erstellt 9 Antworten10 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
bin neu hier und habe folgendes Problem:
wenn ich ein Stereopärchen an der Decke anbringen will, wie gross muss der Abstand zur Decke sein, damit es nicht zu Phasenproblemen kommt? Wenn Scheinwerfer in der Nähe sind, kann es zu Einstreuungen oder sonstigen Problemen kommen?
Für schnelle Hilfe wäre ich sehr dankbar!
Grüsse
Maurice
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Antwort#2
IMHO je mehr Abstand, desto besser. Entscheidend ist sich auch noch, ob es sich um Mikrofone mit Richtcharakteristik handelt und etc.
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Antwort#3
Hallo Maurice,
Phasenprobleme gibt es immer. Schon zwei Mikrofone an verschiedenen Orten ergeben Phasenprobleme. In jedem Raum wo sich unserere zwei Ohren befinden, gibt es Phasenprobleme. Phasenprobleme gehören zu unserer Umwelt, in der wir leben. Ständig sind wir umgeben von diesen Phasenproblemen.
Es gibt akustische Phasenprobleme, die natürlich sind und elektrische Phasenprobleme, die wir bewusst oder unbewusst den elektrisch gewandelten Schallsignalen noch hinzufügen.
Ob die Phasenprobleme hörmäßig auffällig sind, hängt von unterschiedlichen Parametern ab, unter anderem von der Diffusität der Signale durch die mehr oder weniger reflektierende Decke. Auch wesentlich ist der Abstand deiner Mikrofone zueinander (wie du schon erkannt hast) und ob du diese voll links und rechts mit den Panpots einstellst oder auf halblinks und halbrechts oder beide auf das Center. Dann hängt es von der Musik ab. Kurzes perkussives Schlagwerk kann unerkannt durchgehen. Ein Cello-Solo eventuell weniger.
Deine hier erwartete Antwort. "Gehe mit deinen Mikrofonen mehr als 50 Zentimeter von der Decke weg", wirst du nicht bekommen, denn das wirklich Beste für deinen Fal ist sogar: Klebe deine Mikrofone an die Decke. So dicht du kannst, dann gibt es zu den Direktsignalen wenigsens keine störenden Reflexionen von der Decke. Das Prinzip heißt hier Grenzflächenmikrofon. Die "Phaenschweinereien" zwischen den Mikrofonen wirst du nicht verhindern können. Es sei denn du packst die beiden Mikrofone ganz dicht zusammen. Dann hast du nichts, was an Stereo erinnert. Dann wird das Mono. :-;
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Antwort#4
Es gibt auch eine MS-Anordnung als Grenzflächenmikrofon. Die Firma Schoeps propagiert dies, wobei die 8-er Kapsel direkt über dem Grenzflächenmikrofon montiert wird.
Ausprobiert habe ich dies noch nicht, wohl aber die Grenzflächenmikrofone von Schoeps. Sie sind sehr gut!

MfG
Rainer
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Antwort#5
Hallo Rainer,
an einer reflektierenden Wand soll ja der Schalldruck und die Schallschnelle einen Phasenunterschied von 90° haben. Also wenn der Schalldruck an der Wand einen maximalen "Bauch" hat, so muss die "Schallschnelle" dort dann Null sein. Das wird so gelehr und ist so beklannt.
Wie kann bei dem Grenzflächen-M/S-Koinzidenzmikrofon denn M + S = L und M - S = R funtionieren, wenn nur "Inphase-Signale" (delta phi = 0°) diese Rechnung erfüllen können?.
Wunder gibt es immer wieder. :-)
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Antwort#6
Moin...
an einer reflektierenden Wand soll ja der Schalldruck und die Schallschnelle
einen Phasenunterschied von 90° haben. Also wenn der Schalldruck an der Wand
einen maximalen "Bauch" hat, so muss die "Schallschnelle" dort dann Null sein.
Gilt aber nur für die Komponente in Richtung der Wandnormale. Das ist der Trick... M.a.W.: Das "S"-Signal ist von dieser Überlegung überhaupt nicht betroffen.
Jens
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Antwort#7
Hi Rainer,
man kann natuerlich auch jede andere Stereoanordnung als Grenzflaechensystem benutzen.
So gesehen koennte man auch sagen: je naeher an der Decke, desto besser.
Wenn der Abstand schon klein ist zur Grenzflaeche, dann lieber gar keinen.
Dirk
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Antwort#8
Hi,
die Phasenschweinereien zwischen den Mikrofonen sind weniger das Problem, als die Sauereien zwischen Reflektionsflaeche und Mikro.
Dirk
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Antwort#9
Siehe Anwort von .Jens, und selbst wenn die Signale in "Quadratur" (wie es in der Fachsprache für 90°-Signale heißt) liegen, macht das nichts, dann ist L = M+jS und R = M-jS. Es ist auf jeden Fall eine Links-Rechts-Trennung vorhanden, nur sind dann noch in jedem Signal Übersprechkomponenten vorhanden mit 90° Phasenverschiebung. Ich habe das vor langer Zeit mal ausgerechnet.

Grüße
Rainer
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Antwort#10
Hallo Maurice,
ja, es kann zu Problemen mit Brummeinstreuungen durch Scheinwerfer kommen, die meist sehr schwierig zu lösen sind (andere Mikro`s, Abstand, Winkel, andere Netzphase,...).
Zum Deckenabstand:
1. Wenn du wirklich sehr nah an die Decke mußt, sind wie schon von anderen empfohlen Grenzflächen zu wählen. Mit Druckgradientenempfängern solltest du meines Wissens nach vorsichtig sein, weil sich die Richtcharakteristik deutlich ändern kann, wenn du in den Bereich von "Grenzflächenmikrofonie" kommst. Für Selbstbauer ist eher zu empfehlen, zwei Druckempfänger etwa bündig mittels Bohrung in der Deckenplatte zu befestigen. Entkopplung zwischen Bohrung und Mikrofon mittels Fils oder Schaumstoff, fertig ist eine einfache Grenzfläche.
2. Wenn dein Abstand zur Decke etwa 200cm überschreitet, bist du aus dem gehörrelevanten Bereich soweit heraus, daß die Klangverfärbungen sich hauptsächlich unterhalb von etwa 150Hz abspielen.
Gruß
M. Hein
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