Noch eine Variante der Orgelaufnahme gefunden:

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Folgende Beschreibung einer Orgelmikrofonierung gefunden ("audiophile Aufnahme"):

DieAufnahmen wurden ohne Limiter oder Begrenzer direkt ohneFrequenzgangbeeinflussung aufhenommen.
Esist Keine Dynamikkompression vorhanden.
AlsAufnahmemikrofone wuden vier Mikrofone der Schoeps Colette Serie MK41verwendet.
DerMikrofonvorverstörker EQM/4 R. Wulfert arbeitet im Class Abetrieb eisenlos
undwurde speziell für diese Mikrofone entwickelt.
Wegender größe der Orgel arbeiteten jeweils im rechten undlinken Kanal 2 mikrofone im YX -Betrieb um
90°aus der horizontalachse gedreht parallel zusammen. Die zweientstandenen Mikrofongruppen nahmen das
Gesamtsignalin A-B position auf.
DasErgebnis ist eine ungewöhnlich räumlich wirkende abertrotzden tiefengestaffelte Wiedergabe.
Auchder Nachhall kommt nicht wie man es von M-S Sterefonie kommt aus derMitte, sondern natürlich aus dem Raum.
LassenSie sich von der Natürlichkeit und Lebendigkeit der Aufnahmedieser gewaltigen Orgel faszinieren.
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Antwort#2
hmm. Ich finde solche Beschreibungen immer interessant, aber da weiss ich immer noch nichts über den Raum, das instrument und das gespielte Repertoire.
...und dazu fällt mir jetzt folgendes ein:
Je zwei MK41 im 90° Winkel und elektrisch parallel betrieben ist kein XY, sondern eine Mono-andordnung, die sich mit 2 Supercardioiden durch eine veränderte Richtcharakteristik auszeichnet. Und 2 Supercarioiden derart zusammengeschaltet sollten annähernd eine Cardioidcharakteristik haben. Also käme man mit zwei MK4 in A/B zu einem ähnlichen Ergebnis. Oder sehe ich das falsch?
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Antwort#3
Aha! jetzt weiß ich auch was eine "audiophile" Aufnahme ist! :-)))
Aber Juppy: das sind alles olle Kamellen und nichts außergewöhnliches.
Aus der Beschreibung geht ganz klar hervor, daß es sich bei den Mikrofonen um Druckgradientenempfänger handelt.
Eine rein A/B mit 2 Kugeln klingt mindestens genauso gut und genauso räumlich.
Aber wir wissen ja alle, daß die "Audiophilen" zum approx. 123423ten Mal das Rad neu erfunden haben...:-))

Grüße
Rainer
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Antwort#4
Als Aufnahmemikrofone wurden vier Mikrofone der Schoeps Colette Serie MK 41 verwendet.
Der Mikrofonvorverstärker heißt EQM/4 R. Wulfert arbeitet im Class-A-Betrieb eisenlos und wurde speziell für diese Mikrofone entwickelt.
Wegender der Größe der Orgel arbeiteten jeweils im rechten und linken Kanal > zwei Mikrofone im YX-Betrieb,
um 90° aus der Horizontalachse gedreht parallel zusammen.
Die zwei entstandenen Mikrofongruppen nahmen das Gesamtsignalin A-B Position auf.
Schon die Idee ist höchst seltsam, mit 4 Mikrofonen mit Hypernieren-Richtcharakteristik an die Orgel zu gehen. Und dass dazu speziell ein Mikrofonverstärker entwickelt werden musste ist doch nur Schleim, um Dummies zu verblüffen.

Das ist also einmal links 90° XY mit zwei Hypernieren ein Koinzidenzmikrofon und rechts 90° XY mit zwei Hypernieren ein Koinzidenzmikrofon.
Die AB-Mikrofonbasis wurde mit den Maßen nicht angegeben.
Unbegreiflich, sich so etwas überhaupt einfallen zu lasssen.
Jetzt fragt man sich, wohin wurde das gepannt? Offensichtlich ein System L und Center und das andere C und R, weil ja die Orgel so groß war, also Doppelstereo. Uff.
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Antwort#5
Superniere + Superniere ergiebt wieder Superniere.
Wenn man die Signale zweier um 90° gekreuzte Supernieren addiert, ist die resultierende Charakteristik wieder eine Superniere, die - gleiche Pegel vorausgesetzt - in der Mitte der beiden Mikrofone steht, so als wäre es eine einzelne Superniere mit doppelter Empfindlichkeit.
Daß das Resultat daraus besser sein soll, als zwei Einzelnieren (Normalniere) oder gar zweier Kugeln ist einfach undenkbar und zwar aus dem einfachen Grund schon, weil a) der Frequenzgang im Tieftonbereich niemals gerade bis 20 Hz herunter verläuft und b) weil das Bündelungsmaß größer ist als das zweier Kugeln. Folglich wird der Raumeindruck immer kleiner sein als mit zwei Druckempfängern (Kugeln).

MfG
Rainer
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Antwort#6
Nachtrag: Link zur "audiophilen Orgelaufnahme"
Der Verkäufer bietet eine ganze Reihe ähnlich gemachter Orgel-CDs an.
(Als Antwort auf die Anmerkung "Welche Orgel, Kirche, Musik?")


audiophile Orgelaufnahmen
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Antwort#7
aha, dann hab ich das falsch eingeschätzt. Aber wie auch immer, ich wäre nie auf die idee gekommen, sowas zu machen und wenn, dann hätte ich die Mikrofone als Track aufgezeichnet und das Signal gemischt und nicht elektrisch parallelgeschaltet. Ausserdem denke ich bei A/B irgendwie instinktiv an Omnis und von daher kommt mir nichts anderes aufs Stativ :)
Diese CD-reihe scheint wohl ein Eigenverlag dieses Lübecker Organisten zu sein, der sich damit selbstverwirklicht:



Ornament-Records
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Antwort#8
Hallo auch,
als (auch) Organist kann ich kurz was dazu sagen. Ernst Erich Stender reißt jedes Jahr ein Riesen Repertoire an Orgelmusik in St. Marien Lübeck runter. Eines dieser Konzerte habe ich mal selber erlebt und besitze auch zwei CDs von ihm. Marien ist ein "Riesenschuppen" mit zwei ebenso riesigen aber nicht sehr überzeugenden Orgeln. Die große Orgel ist eine Kemper-Orgel mit über 100 Registern auf 5 Manualen mit mechanischer (!) Traktur. Daß dieses Instrument überhaupt spielbar ist, ist ein reines wunder. Klanglich ist es halt eine Neobarock-Orgel, die dann halt auch so klingt.
Herr Stender ist nicht besonders virtuos und er spielt für meinen Geschmack völlig uninspiriert. Angesichts seines Riesenprogrammes vielleicht kein Wunder. Die CDs sind nicht wirklich gut. St. Marien ist sehr groß mit einem entsprechenden Nachhall. Dies ist auf den Aufnhamen überhaupt nicht der Fall. Man hat den Eindruck, daß die Mikros in den Pfeifen stecken. Aber dies ist sicherlich Geschmacksfrage. Wenn dies mit solch abstrusen Kombinationen wie in der hier erwähnten gemacht worden ist, wundert mich da nichts.
Gruß
Markus P.
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Antwort#9
Hallo Markus,

""....einem entsprechenden Nachhall. Dies ist auf den Aufnhamen überhaupt nicht der Fall. Man hat den Eindruck, daß die Mikros in den Pfeifen stecken. Aber dies ist sicherlich Geschmacksfrage. Wenn dies mit solch abstrusen Kombinationen wie in der hier erwähnten gemacht worden ist, wundert mich da nichts""

Genau das habe ich aus der erwähnten Mikrofonanordnung vermutet!
Ich kann einfach nicht verstehen, daß die Leute die das kaufen "schön" und ""audiophil"" finden...! Das ist bestenfalls "audiophob".

MfG
Rainer
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