Audiogramm selbermachen

Erstellt 16 Antworten17 Beiträge
Startbeitrag#1
Grüss euch!
Hat schon mal jemand einen Gehörtest selber gemacht? Mit Sinustönen und Kopfhörer? Was ist die Referenz? Wie ginge man sinnvoll dabei vor?
Grüsse, Michi, zu faul zum HNO zu gehen :-)
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Antwort#2
Ich mach das ständig mit dem Funktionsgenerator. Den Ton immer höher drehen, bis ich ihn nicht mehr höre. Zu Beginn meines Studiums war ich bei so ca 18 - 19 kHz. Heute bin ich wenige Monate vor meinem 40zigsten und ich liege knapp unter 16 kHz *sniff* so ist das Leben. Das Ende naht ..
Erdie
P.S Dem Funktionsgenerator ist inzwischen ein Softwarelösung auf dem PC gewichen.
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Antwort#4
Die Hauptsache wird nie genannt bei so einem Amateurtest. Irgend einer behauptet immer, er höre bis 19 kHz. Was aber nie gesagt wird - typisch amateurhaft - bei welchem Lautstärkepegel. Wenn ich leise 16 kHz über Kopfhörer nicht höre, dann höre ich den Ton sicher, wenn ich kräftig den Pegel aufdrehe. Es sind spätestens die Kopfhörerverzerrungen, die mir den Eindruck hinterlassen, jetzt "höre ich den Ton". Nicht alles glauben, was mit dem Spruch "ich höre noch xx kHz" uns so alles erzählt wird, wenn der Schalldruckpegel am Ohr nicht bekannt ist.
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Antwort#5
den Ton immer höher drehen - das ist kein medizinisches Audiogramm. Wenn Sie mal bitte hier schauen wollen: http://de.wikipedia.org/wiki/Audiogramm
dann brauche ichs nicht abtippen :)
Sich selber seine Hörschwellen zu ermitteln ist sehr schwierig, dabei betrügt man sich automatisch selber. Es gibt noch weitere diagnostische Mittel (Sprachverständlichkeitstest etc.) Also gibt keine Alternative zum HNO-Arzt. Achso, vielleicht noch den HG-Akustiker, die machen ja immer Gratis-Hörtestaktionen. Das hat aber nur den einzigen Zweck, Hörgeräte an die Oma oder den Opa zu bringen (naja, die Kunden werden schon noch immer jünger... :) also Faulheit überwinden und hingehen! - Viel Glück


Audiogramm
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Antwort#6
Danke für Infos, aber wie so ein Audiogramm funktioniert ist mir schon klar.
Ist es eigentlich die Norm dass nur bis 8kHz getestet wird? Mich würde schon stark meine Hörfähigkeit in dem darüberliegendem Frequenzbereich interssieren.
Du hast Recht Stefan dass ein alleinig an sich selber durchgeführter Gehörtest falsche Ergebnisse hervorbringen kann. Aber man kann könnte dass ja mit einem Helfer realisieren.
Ich stelle mir das so vor:
Man generiert einige Sinustöne von 20Hz - 20kHz mit gleichem Pegel in seiner DAW (in meinem Fall Samplitude) mit feinerer Auflösung der hohen Frequenzen. Dann lässt man einen Helfer jeden Ton einzeln abspielen, angefangen von stumm mit ansteigender Lautstärke, der Helfer zieht dabei langsam den virtuellen Fader hoch und ich schrei Stopp sobald ich was über die Kopfhörer höre.
Der dB-Wert des Faders wird notiert (Excel-Tabelle oder so) und anschliessend ausgewertet.
Um den Test für den Hörer nicht voraussehbar zu gestalten werden die Sinustöne bunt durcheinandergewürfelt abgespielt und der Hörer hat keine Sicht auf den Monitor. So müsste das doch funktionieren :-).
Die Frage ist nur, welchen Bezugsfrequenzgang verwende ich um das Ergebnis auswerten zu können? Wird da der "Phon-Frequenzgang" DIN 45630 verwendet?
Und sind die dB`s des virtuellen Mixers überhaupt analog zu dB SPL am Kopfhörer, sprich, minus 3dB am Mixer ist gleich minus 3dbSPL?? Blöde Frage, ich weiss, schlagt mich nicht!
Grüsse, Michi
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Antwort#7
Um den Frequenzgang des eigenen Gehörs zu bestimmen, steht Dir natürlich frei, mit wieviel Frequenzen Du auflöst und wie hoch du gehtst.
In der Audiometrie wird oft nur von 250 Hz bis 8kHz gemessen, weil es in diesem Bereich auf das Sprachverstehen ankommt. Die akustischen Wandler in den Hörgeräten machen bei 8kHz eh Schluss und von daher hören alle Audiogramm-Vordrucke in der Regel bei spätestens bei 10kHz auf.
Ein Problem, das Ganze mit dem eigenen Equipment zu machen, könnte sein, dass es schwierig sein wird, den Messaufbau zu kalibrieren. Wie stellst Du sicher, wenn Du Dir den Kopfhörer aufsetzt, welche Reglerposition den exakt definierten Schalldruckpegel (den du ja dann letztlich für Dich ermitteln willst) am Trommelfell produziert?
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Antwort#8
Ich dachte daran einen tieferen Sinuston dafür als Referenz zu nehmen, sowas um die 500Hz. Bei diesem Ton kann ich davon ausgehen, dass ihn mein Gehör noch "gesund" hört.
Wenn nun meine Hörschwelle bei diesem Ton am Fader eine Einstellung von sagen wir -70dB ergibt und ich weiss dass die genormte Hörschwelle bei 500Hz 5dB SPL ist, kann ich das ja für die weiteren Messwerte umrechnen. Oder liegt da irgendwo ein Denkfehler?
Grüsse, Michi
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Antwort#9
wenn Du keinen absoluten Wert, sondern alles nur relativ messen willst, geht das schon. Deine Referenz ist dann natürlich nur irgendwas vorher angenommenes, von dem du nicht weisst, wie gross der Pegel wirklich ist. Eigentlich müsste der Kopfhörer auch noch entzerrt sein, denn der Wandler da drin arbeitet - wie jeder Lautsprecher auch - über den Frequenzbereich nicht linear, so dass du damit noch eine zusätzliche Fehlerquelle hast.
Aber, mach mal - würd mich schon noch interessieren, was dabei rauskommt :))
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Antwort#10
Mich auch :-)
Und dann der Vergleich zu einem vom Arzt erstellten Audiogramm. Mal schaun wann ich dazu komm...
Weiss eigentlich jemand zufällig ob in Österreich ein beim HNO rein aus Interesse gemachtes Audiogramm die Krankenkasse zahlt, oder muss man da selber hinblättern?
Grüsse, Michi
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Antwort#11
Ja dem Kopfhörerfrequenzgang traue ich auch nicht ganz...
Wie wird der Frequenzgang eines Kopfhörers eigentlich gemessen, mit Kunstkopf? Testpersonen?
Grüsse, Michi
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Antwort#12
Normales Audiogramm wird von der Krankenkassa bezahlt und eigentlich auch bei jedem HNO Besuch gemacht, nur Spezialuntersuchungen (z.B. für Tauchsport) sind von einem selbst zu berappen.
lg armin
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Antwort#13
...mit einem B&K HATS (http://www.bksv.com/default.asp?ID=1650) und einem Messmikrofon im IEC711 Kuppler - zu teuer, sowas misst man nicht zuhause :)
Wenn der Fequenzgang des Kopfhörers gemessen ist, invertiert man die Kurve und addiert sie zum Gerneratorsignal dazu. Somit ist sein Frequenzbereich linealglatt. So macht man es auch mit Lautsprechern, die man als Schallquelle für Mikrofonmessungen verwendet.
Aber HNO-Ärzte haben ein fix&fertig kalibriertes Audiometer von der Stange, Superpräzision ist da vermutlich Fehl am Platz, denn die Reaktonszeit der Patienten wird da wohl die Hauptunsicherheit bei der Erstellung des Audiogramms sein.
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Antwort#14
Du kannst in zwei Richtungen messen. Von Regler zu ganz leise in Richtung: "Wann fange ich an, den Ton gerade so zu hören?"
und umgekehrt Regler mit Ton gut hörbar zurückregeln: "Wann ist der Ton gerade nicht mehr hörbar?"
Das müsste einen Toleranzschlauch geben, in dessen Mitte man die Kurve gemittelt legen kann.
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Antwort#15
Das ist mir auch klar, dass das kein richtiges Audiogramm ist. Aber die Hörschwelle selbst herausfinden - das geht wenn man sich nicht selbst betrügen will. Ich habe das auch schon mit fremder Hilfe gegengetestet und das Ergebnis war fast identisch.
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Antwort#16
Das ist aber nicht die Hörschwelle, von der Du sprichst. Die Hörschwelle ist IMHO der Punkt, an dem nicht nichts mehr höre - weitgehend pegelunabhängig. Wenn ich den FG hochdrehe, hört die Wahrnehmung genau an einem Punkt plötzlich auf. Und das sogar bei unterschiedlichen Pegeln immer gleich. Dieser Punkt liegt bei mir momentan bei ca. 15800 Hz. Und um mich nochmal zu wiederholen: Das sollte keine richtiges Audiogramm sein, warum muß man immer alles so verbissen sehen..
Bis 19 kHz habe ich nie gehört, außer im Babyalter, aber da konnte ich noch keine Funktionsgegerator bedienen. Der letzte Test liegt, wie gesagt, ca 20 Jahre zurück und ich kann mich an Werte um 18,4 kHz erinnern.
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Antwort#17
Hallo,
ich kann nur jedem Musiker, Tontechniker etc. dringend empfehlen regelmäßig beim HNO-Arzt vorbeizugehen. Vor allem weil dort auch objektive Untersuchungen der Hörnerven mit Test durchgeführt werden. Beim normalen Hörtest ist das halt mit dem Grenzen erkennen nicht so ganz objektiv...
Hatte vor kurzem eine Hörnerventzündung bei der auch ein Teil der Hörnerven abgestorben sind. Ich war zeitweise auf einem Ohr fast taub und die Situation werde ich nicht so schnell vergessen...
War übrigens ne stinknormale Halsentzündung die dann ins Ohr gezogen ist, innerhalb von 2 Stunden war ich im Krankenhaus...
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