Stromnetz im Ü-Wagen

Erstellt 6 Antworten7 Beiträge
Startbeitrag#1
Vielleicht kann mir hier jemand (Rainer?) helfen:
Ich baue gerade mit einem Kollegen einen kleinen Ü-Wagen (VW-Bus) für Bild und Ton eines lokalen Senders neu auf. In die Bordnetzinstallation möchte ich einen Trenntrafo (vorhanden) einbringen. Wie läuft das mit der Erdung ab (FI vor dem Trafo und/oder nach dem Trafo, wie verschaltet man am besten die einzelnen Massen)? Gibt es irgendwo eine Beispielschaltung zu finden (ARD- Norm ?), die mir vielleicht jemand verlinken kann???
Tausend Dank!
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Antwort#2
IRT-Pflichtenheft 3/1-8/2 (ist 1 Heft) steht das drin.
Die Massen werden auf ein "Erd-W" gelegt. Das ist eine W-förmige Anordnung von Erdbolzen, die dann mit Brücken verbunden werden. Darauf kommen:
0-Volt der Gleichstromversorgungen,
Gehäusemassen,
Fahrzeugchassis,
Sämtliche Schutzleiter der Steckdosen,
Erdspieß

Der FI muß auf der Sekundärseite des (Drehstrom)trafos liegen. Vor dem Trafo nur Hauptsicherungen.

Grüße
Rainer
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Antwort#3
Vielen Dank Rainer! Also lag ich ja gar nicht so falsch. Können / dürfen die (bzw. bestimmte) Brücken an dem Erd- "W" unter bestimmten Voraussetzungen geöffnet werden? Derzeit ist vor dem Trenntrafo eine zweipolige Sicherung C16 gefolgt von einer Einschaltverzögerung. Um Ausgangsseitig einen FI- Schutzschalter anzubringen, muß ich doch einen Ausgang des Trafos vor dem FI mit dem Masse- Potential verbinden, oder? Darüber fand ich nur widersprüchliche Informationen. Darf der verwendete Trenntrafo überhaupt als Ringkerntrafo ausgelegt werden (wegen der möglicherweise schlechteren Primär/Sekundär- Isolation trotz geerdeter "Schirmwicklung") oder gibt es sonstige Schutzmaßnahmen, die in einem so getrennten Bordnetz beachtet werden müssen?
Fragen über Fragen... aber es soll ja sicher sein!
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Antwort#4
Hallo Janek,
die Brücken am Erd-W sollten nur zu Meßzwecken geöffnet werden - aus Sicherheitsgründen.
Zum Trafo: Maßgebend ist, daß der Trafo den VDE-Vorschriften entspricht. Es gibt m.W. keine Vorschrift welche Kernform der Trafo haben muß.
Warum unbedingt ein Ringkerntrafo? Ein UI-Schnitt tut es ebenso. Und wenn Du Dich für einen Drehstromtrafo entscheidest, ist sowieso nur die Bauform "EI" möglich, es sei denn man nimmt 3 Einzeltrafos.
FI-Schalter: Es muß auf jeden Fall der Schutzleiter am FI-Sch. vorbeigeführt werden. Bei Verwendung eines Drehstromtrafos muß dann der Schutzleiter mit dem sekundärseitigen Sternpunkt verbunden werden und zwar direkt am Trafo. Der Nulleiter geht ebenfalls vom Sternpunkt aus, wird aber dann ganz normal weitergeführt und muß über den FI laufen.
Leider habe ich die Standardschaltung nicht im www gefunden. Steht aber in den einschlägigen Tabellenwerken und Schaltungsbüchern über Starkstromtechnik.

MfG
Rainer
P.S.: Guck mal in den untenstehenden Link. Diese Firma, die an meinem Wohnort sitzt, ist sehr kompetent für solche Fragen wenn es um Überwachungen geht. Die bauen auch FI-Überwachungen.


Woka-Elektronik
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Antwort#5
Ein Rinkerntrafo deshalb weil er "schon da war". Das Teil ist hochwertig, "kann" 3,5 kVA und ist Schutzisoliert sowie mit einer Schirmwicklung versehen, die primärseitig mit dem ankommenden Schutzleiter verbunden war/ist. Drehstrom brauchen wir nicht (2 kW sind dicke ausreichend).
Trotzdem, um den Schutzleiter "am FI vorbeizuführen" sollte man doch einen Pol der Sekundärseite mit auf den Sternpunkt klemmen (quasi als N-PE Verbindung) - oder würde der FI trotzdem ordnungsgemäß funktionieren (wegen dem Massebezug). Gibt es Händler, die solch ein "Erd-W" anbieten (wir konnten solche Teile wie auch große Erdungsschrauben bisher in keinem Standardkatalog (Unielektro und Konsorten) finden).
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Antwort#6
Ich würde den N und den Schutzleiter nur auf dem Erd-W zusammenklemmen. Der FI wirkt dann nach wie vor korrekt.
Zu dem Erd-W: die werden von den Einrichterfirmen der Ü-Wagen selbst gebaut. Eine dicke Pertinaxplatte und darauf Messingbolzen montieren und dann die Brücken aus Flach-Cu oder Flach-Messing selbt bauen. Messingbolzen bekommt man im Schraubenhandel. Kann man auch als Meterware kaufen und dann auf der Drehbank sauber abdrehen.

Grüße
Rainer
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Antwort#7
Ja, selbst bauen kommt dann sicher in Frage. Aber es hätte ja sein können, das es sowas schon fertig gibt, dann bräuchte man sich nicht die Mühe zu machen. Auf jeden Fall vielen Dank für die hilfreichen Informationen !
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