Ich arbeite gerade an einer Neukonzeption meiner Kontrollmonitore. Vorhanden sind zur Zeit 5 Passiv-Monitore. Diese werden über ein Fireface 800 (5xanalog Out bzw. S/PDIF) und einen Kenwood KRF-V8030D (5x100W, 6 Ch-analog IN bzw. S/PIF) angesteuert. Bei der Neukonzeption stellt sich die Frage: was ist besser, aktiv oder passiv? Wie es aussieht werden Aktivmonitore bevorzugt. Der Trend scheint auch hier zum Digitaleingang zu gehen. Und nun mein eigentliches Problem: wie verteile ich das Digitalsignal auf die 5 Aktivboxen. Brauche ich 5 Digitalausgänge oder bei Stereo 2? Ich würde mich auch über Empfehlungen für Nahfeldmonitore (ca. 1000 EUR/Paar) freuen. Gruss McNoise
Hi Wieso 5 Monitore machst du Surround Mixes oder wofür brauchst du die? Dann bringt dir das gar nichts wenn du das SPDIF Signal aus dem Fireface800 nur splittest und auf alles Boxen gibst. Also ich sehe nicht umbedingt den riesen Vorteil in Aktivboxen mit Digitaleingang und hab selbst auch keine. Soweit ich weiß gibt es die auch nur von Roland und die sind meiner Meinung nach nicht ihr Geld wert. Alls großen Hersteller (Geithain, KRK, K&H, Genelec) setzten nach wie vor auf analoge Eingänge. Wenn du ein Surroundsetup suchst würde ich einfach die 5 Surroundbusoutputs (L,R,C,RL,RR) auf die analogen Ausgänge 1-5 des Firefaces routen und dann mir ein Pegelsteller (zB von SPL) und 5 Boxen kaufen. Welche Boxen hängt wohl vom Budget ab, ohne eine genauere Angabe kann man da nichts sagen. Mit SPDIF ist mir keine Möglichkeit bekannt wie das funktionieren sollte. Du müsstest dafür im Computer die 5 einzel Spuren mit einem encoder zu einem Dolby Digital codieren dieses über die SPDIF Schnittstelle ausspielen und dann auf einen externen DolbyDigital decoder geben, der für 5 SPDIF Ausgänge (für die einzelnen Signale) hat und dann auf die Boxen gehen. Solch ein Decoder ist mir nicht bekannt und das Setup wär super aufwändig und Schwachsinnig. Geh doch einfach den analogen Weg. Mfg David
OT: "Alls großen Hersteller (Geithain, KRK, K&H, Genelec) setzten nach wie vor auf analoge Eingänge." Ich sag nur "KS Digital" - sind vielleicht noch keine "Großen", aber dafür verdammt gut. Und wie der Name schon sagt, haben deren Monitore ... ;-)
Ich sag nur "KS Digital" - sind vielleicht noch keine "Großen", aber dafür verdammt gut.
Das ist halt eine subjektive Meinung. Hände weg von "digitalen" Monitoren, wenn du nicht Beta-Tester sein möchtest. Es ist noch etwas zu früh. Alle bekannten Hersteller bleiben weiter bei analogen Eingängen. Und das nicht ohne Grund.
Hallo, man sollte zunächst trennen zwischen digitalen Filtern (Frequenzweiche und Systementzerrung) in der Box und einem einfachen Digitaleingang. Es sind alle Kombinationen möglich: Digitaleingang und analoge Filter Digitaleingang und digitale Filter Analogeingang und digitale Filter Analogeingang und analoge Filter Manche Lautsprecherkonzepte gewinnen konstruktiven Freiraum durch die Möglichkeiten von digitalen Filtern. Digitalcontroller ermöglichen z.B. die linearphasige Entzerrung von Hoch- und Tiefpässen. Somit sind sehr hohe Filterordnungen (> 100dB/8ve) bei gleichzeitiger Linearphasigkeit möglich. Unter dem technischen Aspekt ist Linearphasigkeit sicher wünschenswert, die Hörbarkeit steht aber auf einem anderen Blatt. Alle nicht-koaxial aufgebauten Systeme profitieren von diesen hohen Filterordnungen, da destruktive Interferenzen zwischen zwei Strahlern mit einem gegen die halbe Wellenlänge des Frequenzüberganges großen Abstand nur in einem engen Bereich auftreten. Dies tritt typischerweise zwischen Mitteltöner und Hochtöner auf. Der Frequenzübergang zwischen Tieftöner und Mitteltöner profitiert dagegen kaum, da Interferenzen aufgrund des geringen Strahlerabstandes in Relation zur Wellenlänge beim Frequenzübergang nicht auftreten. Hier kann man "ganz normal" z.B. mit nur 24dB/8ve filtern, was Laufzeitverzerrungen unterhalb der Hörschwelle bedeutet, wenn der Frequenzübergang oberhalb ca. 300Hz erfolgt. Ein weiterer Vorteil von FIR-Filtern ist die linearphasige Entzerrung des akustischen Hochpasses des Tiefton-Lautsprechers. Hier sind Phasenverzerrungen bzw. Gruppenlaufzeitverzerrungen besonders deutlich hörbar. Leider fallen bei der Entzerrung Latenzzeiten an. Allerdings läßt sich Linearphasigkeit im Tieftonbereich auch durch eine extrem tiefe untere Grenzfrequenz (z.B. 5Hz) erreichen, also z.B. mit einem elektrisch entzerrten Tiefton-Lautsprecher im geschlossenen Gehäuse. Ein weiterer Vorteil digitaler Filter ist eine Verringerung linearer Verzerrungen (Freifeld-Amplitudenfrequenzgang) durch sehr feine Entzerrung. Das hat allerdings nur Sinn, wenn der Amplitudenfrequenzgang des LS über einen größeren Raumwinkel gleichmäßig gehalten werden kann, sonst optimiert man den Frequenzgang in einer Richtung und verschlechtert ihn in einer anderen. Fazit: - Ein Digitaleingang bringt gar nichts, außer Komfort. - Digitale Filter im Lautsprecher können Vorteile bringen, die aber vor allem vom Gesamtkonzept abhängen. - Aktivboxen sind passiven gegenüber zu bevorzugen (besonders bei mehr als zwei Wegen), da die Übertragungsfunktion der Passivweiche von den Betriebsbedingungen abhängt (Schwingspule ist Bestandteil der Frequenzweiche, aber ihre Impedanz , Induktivität usw. sind bei Musikwiedergabe nicht konstant). Die aktive Weiche verhält sich dagegen immer wie berechnet.
Ich habe seit längerem ein Paar Genelec 2029A an einem Laptop-Arbeitsplatz. Die haben neben dem Analogeingang noch S/PDIF (1 Wandler in rechter Box, das L-Signal wird dann auf analogem Weg zur linken Box durchgeschleift). Über Sinn und Unsinn kann man da streiten, mir erspart dieses Feature jedenfalls eine Umschaltbox. Aktive Monitore, die einen S/PDIF-Eingang aufweisen würd ich aber da noch längst nicht als 'digital' bezeichnen. Was da drin abgeht ist analog, wie eh und je...
Ich sage das jetzt aus Überzeugung, nicht weil ich irgendwie davon profitieren könnte: Wenn Du die Monitore o.g. Firma schonmal gehört hättest, würdest Du bestimmt nicht mehr "Hände weg" sagen, da bin ich mir ziemlich sicher. :-)
Ich möchte Andreas für diese ausführlichen Erläuterungen danken. Die sind für mich sehr wertvoll. Mein Fazit ist, dass ich mir wahrscheinlich einen Monitor hinstellen würde, dessen Top-Eigenschaften durch die Störgrössen beim Abhören garnicht zum tragen kommen. Wie es aussieht ist ein Vergleich zwischen Analog-Monitor und Digital-Monitor ähnlich zu sehen wie die Diskussion um Samplingfrequenz 96 kHz oder 192 kHz....
Ein Digitaleingang macht schon Sinn, wenn man mobil unterwegs ist und keinen guten DA-Wandler / Amp dabei hat. Da die DA-Wandler in den Monitoren aber von endlicher Qualität isdn, sollte man mit einem guten externen Gerät besser liegen. Bliebe noch die Frage nach einem Studioamp. Das ist für mich der Grund, mobil immer aktive Monis dabei zu haben.