Rein interessehalber: Was haltet ihr von Einzelmikrofonierung für Becken plus zwei gute Raummikros? Gute Sache oder völliger Schwachsinn?
Oft sind die sogenannten Overhead-Mikrofone in Wirklichkeit eher "nur" Beckenmikrofone. Dann braucht man sicher keine extra Beckenmikrofone als "Stützen". Außerdem, so gut eine Snear ganz nah aufgenommen nach der EQ-Filterung klingen kann, so schlecht und unnatürlich klingen ganz nah aufgenommene Becken.
Die Kritik: "Zu leise Becken", habe ich noch nicht gehört. Das Umgekehrte schon. Warum dann Becken stützen? Oft braucht der Drummer die gesunde Empfehlung: "Nicht seinen Klang durch ständiges Beckenschlagen" zu zerstören". Becken sind Akzente, die geschmackvoll wenig einzusetzen sind. Dauerbeckschlag klingt nach "Klospülung". Stark Beliebt waren einmal diese "Nietenbecken", wo die Niete im Becken ständig "klingelten". Schrecklich für die Ohren.
"Stark Beliebt waren einmal diese "Nietenbecken", wo die Niete im Becken ständig "klingelten". Schrecklich für die Ohren."
... das ist jetzt hoffentlich ironisch gemeint, oder? Im Jazz sind solche Sizzle-Becken Standard, und jeder gute Jazzdrummer weiss trefflich damit umzugehen. Bitte mal Aufnahmen von den Leadern Engelbert Wrobel (dr: Oliver Mewes), Scott Hamilton, Jake Hanna etc. anhören. Nix für ungut. Gruß Uwe
Pauschale Antworten hierzu *kann* es eigentlich nicht geben, wobei anzumerken bleibt, das Beckenstützen nur in Ausnahmefällen sinnvoll ist, der Bekannteste: Hihat. Auch werden manchmal Ride oder Splashbecken "gestützt" (vor allem Live), besser wäre aber der Drummer kann sein SET so spielen das alles von alleine richtig klingt! Vorher wird es höchstens "passabel", nie wirklich gut. Dann ist auch kein Hihat-Mikro mehr erforderlich, im allerbesten Ausnahmefall GAR KEINE Stütze (außer Bassdrum), dies wird am ehesten im Jazz praktiziert aber auch anderswo. Schlauer ist es, die OH-Becken mit Raummikros zu ergänzen, ein "hörenswerter" Raum vorrausgesetzt - also keine Betonbunkerbesenkammern ;-) Und ganz allgemein: Wirklich gute Becken sind das A&O bei fast jeder Musik. ("Becken" lassen sich durch das Wort "Instrumente" bei Bedarf austauschen). Gruß, Christopher
""Becken sind Akzente, die geschmackvoll wenig einzusetzen sind."" So ist es. Hat sich aber noch nicht so rumgesprochen... ""Stark Beliebt waren einmal diese "Nietenbecken", wo die Niete im Becken ständig "klingelten". Schrecklich für die Ohren."" Drummer die nicht spielen können sind ganz allgemein "schrecklich für die Ohren"! Das liegt nicht an den Nieten *IM* Becken.... ;-)
Oft sind die sogenannten Overhead-Mikrofone in Wirklichkeit eher "nur" >Beckenmikrofone. Dann braucht man sicher keine extra Beckenmikrofone als >"Stützen".
Aber gerade in dem Fall könnte es passieren, dass man noch ein zusätzliches Mikro braucht. Also z.B. 3 Overheads, vorallem bei stark unsymetrischen Schlagzeug. Und Becken sind meiner Meinung nach nicht nur wenig einzusetzende Akzente sondern wichtig. Zumindest im Metal-Genre. Krachen muss es...
Ein ganze Stück mit dem Nietenbecken "Tack ta-ta Tack ta-ta Tack" zu hören, ist schon sehr nervend und lästig. Wie klar der Schlagzeugklang sein kann, wenn man das Becken vermeidet, konnte ich dem verblüfften Drummer einmal vorführen. Das hat gewirkt. Schlechte Drummer glauben, hinter dieser Schallwand andere Ungenauigkeiten verstecken zu können und es scheint auch auch nach viel Arbeit zu klingen.
ist nicht unbedingt sinnvoll, denn erstens wird das close mike eh der hauptmikrofonierung zugemischt und nicht umgekehrt und zweitens sind die becken so laut, daß es für das stereopäärchen mehr als genug ist. beim hihat könnte man nochmal überlegen. ich habe bisher keine close mikes an den becken gebraucht, auch bei der sampling aktion nicht. gruß
Hallo - ich möchte nur mal anmerken, man sollte hier doch nach Genre differenzieren. Wir haben in meiner 3-Mann-Rockcombo nen guten Drummer, der auch in diversen Jazzbesetzungen spielt; der kann auch filigran spielen, oder die Becken nur streicheln. Wir spielen aber viel Hendrix, Cream, WHO usw. - da ist permanentes Beckenrauschen schon angesagt (will meinem Drummer auch mal n Nietenbecken ans Herz legen). Allerdings - er hat n gutklingendes Set und gute Becken. Unsere Demoaufnahmen haben wir bisher mit sehr gutem Erfolg sparsam mikrofoniert, d.h. zwei oder gar nur ein OH (für den Gesamtklang, d.h. kein Hochpaß für OH), 1 x BD-Mikro und bischen Snare/HH-Stütze (oder auch nicht). Michael