Schön, daß Sie direkt auf die Quelle und den Stein des Anstoßes verweisen.Zitat daraus:
Ich wollte mal in Erfahrung bringen, wie die Herren Tonspezialisten
"Gehen Sie bitte meine ursprüngliche Frage an, und zeigen Sie mir auf, ..."
Der Tonfall erinnert mich an ein Gespräch in einem HiFi-Geschäft:
"Was haben Sie denn anzubieten? Ich habe mich auf Backes&Müller eingeschossen."
Ein Tonfall, der bei mir nur den Eindruck bornierter Arroganz hinterläßt.
Auch diese Mail wirk auf mich mit der Einleitung
nicht gerade ein höflich bittender oder fragender "Ton", sondern fordernd. Die Krönung ist das Signet "Dr. Horst Fischer" als Abschlußformel. Sollen wir jetzt vor Respekt und Hochachtung vergehen? - Sorry ... kann ich nicht. Die "Herren Tonspezialisten" haben auf ihrem Gebiet mit Sicherheit eine Ihnen abgehende Kompetenz - manche sowohl technisch wie auch musikalisch - die ebenfalls Hochachtung erfordert und damit einen anderen "Ton". Insofern ist Ihr Verweis auf ein anderes Diskussionsthema nicht ganz so abwegig.
Der Vorwurf der Agressivität ist nirgendwo gemacht worden.
Zu Ihrer Ursprungsfrage zurück:
Es ist eine Reihe von Mikrofonen genannt worden, die bedingt untereinander austauschbar sind.
Gemeinsam ist diesen Mikrofonen, daß sie alle Kleinmembranmikrofne und weitgehend neutral sind. Der Einfluß der Position des Mikrofons ist signifikanter als die Auswahl des Mikrofons aus Reihe vergleichbarer Typen (s.u.). Das ideale Mikrofon wäre kleinstmöglich, gäbe es nicht physikalisch bedingte Eigenschaften, die einer beliebigen Verkleinerung entgegen stehen.
Unterschiede zwischen den genannten Mikrofonen bestehen jedoch in ihrer Richtcharakteristik. Da gibt es Nierenmikrofone, die den Schall vorwiegend von vorne aufnehmen, wie Kugelmikrofone, die nach dem theoretischen Ideal aus allen Richtungen freqeunzunabhängig gleich empfindlich aufnehmen.
Aus der jeweiligen Situation und dem Einsatz heraus ergibt sich die Wahl des "richtigen" Mikrofons.
Soll eine Geige aus einem Klangkörper einzeln aufgenommen (gestützt) werden, muß zwangsläufig ein Mikrofon mit ausgeprägter Richtcharakteristik eingesetzt werden, um andere Insrumente auszublenden - hier wählt man üblicherweise eine Niere oder sogar eine Hyperniere.
Wird die Geige als Solo-Instrument oder im Ensemble aufgenommen (nicht gestützt), ist man in der Wahl der Richtcharakteristik freier. Hier gelten als Kriterien der Auswahl das Aufnahmeverfahren (XY, AB, MS, ORTF, ...) sowie die Klangeigenschaften des Raumes, der gewünschten Balance zwischen Direktschall und Raumklang, sowie auch dem Abstand der Mikrofone zur Schallquelle.
Dies sind aber prinzipielle Fragen der Aufnahmetechnik und gelten für alle Instrumente, nicht nur für die Geige.
Einem neutralem Mikrofon ist es egal, welches Instrument vor ihm steht. Sogar eine gute Bratsche wird damit gut klingen, eine schlechte aber nicht. Bei Geigen und Gitarren und Klavieren und Orgeln ist das nicht anders.
Ein Mikrofon, das in einem guten Raum m.E. hervorragend zu einer (Geigen-)Aufnahme geeignet sein kann, bisher jedoch noch nicht erwähnt wurde, ist mein geliebtes SCHOEPS KFM6 Kugelflächenmikrofon. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.