in dem Thread über die A/B-Schiene fiel das Stichwort "Nextellackierung". Die Schoeps-Mikrofone bekommt man ja entweder in Satin-Nickel oder in Nextel. Der Zweck dieses Lackes besteht ja darin, daß er keine Lichtreflexe erzeugt, was vor allem für Fernseh- und Videoanwendungen von Vorteil ist. Wie aber sieht es mit der Langzeitstabiliät dieses Lackes aus? Wie sieht es aus, wenn die Dinger mal so 15...20 und mehr Jahre im Betrieb sind? Der Nextel-Lack war mal eine Zeitlang eine Marotte von Revox und auch bei den K+H-Lautsprechern der früheren Generation wurde dieser Lack verwendet. Die Geräte der Revox B7xx-Serie hatten alle diesen Lack. Bei meinen Revox-Geräten aus dieser Zeit fängt der Lack an und wird schmierig und "verspeckt". Revox ist auch schon lange wieder von diesem Lack abgekommen. Kann jemand sagen wie es bei den Schoeps-Mikrofonen aussieht nach langjähriger Benutzung. Ich persönlich bin von dem Nextel-Lack nicht sonderlich angetan.
Ich habe eine ältere MK3 Kapsel von Schoeps, deren Beschichtung etwas weich geworden ist. Es ist allerdings noch nicht so schlimm wie bei meiner Revox B77. Bei der Kapsel ist es schade, aber kein Problem, für einen Impedanzwandler CMC aber untragbar, weil beim Aufstecken auf einen Mikrofonhalter die Beschichtung einfach abgeschabt würde. Hermann
Auch andere Oberflächen und nicht nur Nextel (da fällt es wohl am ehesten auf) werden durch Anfassen im Laufe der Zeit schmuddelig. Das betrifft vor allem auch Knöpfe und Schalter. Meine ältesten Nextel-Colettes (Bj. 1995) unterscheiden sich äusserlich von den neuesten (Bj.2005) nur dadurch, dass das Gold der Gravierung matt geworden ist. Beim Einstecken in die Klammer schabt nichts von der Beschichtung ab... Ich muss aber sagen, dass ich es vermeide, bei der Montage/Demontage die Teile mit verschwitzten Händen anzufassen. Ein kleines Mikrofaser Brillenputztuch leistet da gute Dienste. Auch wenn es nur eine Äusserlichkeit ist, da bin ich pingelig :)
mein ältestes CMC5 zeigt schon eine deutliche "Auflösung" des Lackes und wirkt stark verschmutzt und schmuddelig. Mit Reinigen lässt sich da leider nicht viel machen, aber wenigstens schabt sich der Lack (noch) nicht beim Ein- und Ausstecken in die Halterungen ab. Das genaue Alter kann ich nicht sagen, ich habe es vor 2 jahren übertragen von unserem Rundfunk übernommen.
Aha. Wusste gar nicht, dass das Nextellackierung heißt. Nun gut. Also ich habe ein gebrauchtes CMC5 aus Rundfunkbeständen, das ca. 20 Jahre auf dem Buckel hat. Zugegeben, es sieht sehr, sehr mitgenommen aus, und das schöne Gefühl beim Anfassen gibts auch nicht mehr. Schön ist es nicht, dafür sind Klang und Eigenrauschen nach wie vor hervorragend.
Der Klang dürfte bei Mikrofonen aus Rundfunkbeständen nur dann noch hervorragend sein, wenn sie regelmässig im Werk gewartet werden. Wenn man nämlich mal gesehen hat, wie das bei Rundfunk's so abgeht, wundert mich der Zustand einiger Geräte nicht mehr: öffentliches Konzert - Abbau: irgend ein Assistent kommt auf die Bühne (Kippe im Mund), fährt Stative halb ein, löst die Kabel, zieht sie zum Aufwickeln durch den Dreck, steckt dann eine handvoll Schoeps/DPAs von der Klammer, steckt diese in die Gesässtasche seiner Jeans, um dann die Stative ganz zusammenlegen und mit dem Krempel (und den Mikros in der Hosentasche) anschliessend zum Wagen zu gehen... Wenn das sein eigenes Equipment wäre, würde er die Mikros wenigstens an Ort und Stelle in die Kiste packen. Scheussliche Oberflächen sind also meiner Meinung nach eine Sache sorgfältiger Handhabung. Und jetzt soll mir keiner kommen und sagen: 'aber wenns doch schnell gehen muss...'
ich hab mal was von Wäschekörben gehört, in welchen die Schoepsen reingetragen werden - und nach dem Konzert schnell in den Korb geschmissen und ab in den Truck damit...entsprechnd abgeblättert sähen die dann auch aus. Selbst gesehen habe ich das aber noch nicht.