Freifeld-Diffusfeld

Erstellt 23 Antworten24 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo Forum,
gibt es eine Regel, ab wann man von einem Diffusfeld spricht?
Gruß
Daniel
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Antwort#2
sobald mehr Diffusschall als Direktschall vorhanden ist....
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Antwort#3
Und wann ist das denn wirklich so?
Dirk
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Antwort#4
z.b. wenn der Pfarrer in einer gothischen Basilika etwas spricht und du 30m entfernt stehst....
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Antwort#5
... oder wenn man im Gemeindezentrum in Seligenstadt eine Sopranstimme aufnimmt und die Mikros mehr als 3m entfernt stehen. Das war der absolute Wahnsinn: Die Reflexionen dieses recht kleinen und mit Fenstern rundum geschnückten Saales mit Spitzdach waren derart intensiv, daß man sich schon beim normalen Sprechen kaum noch verstand, wenn man einige Meter wegging. Dies ist Hundertmal schlimmer als Kirchenhall, der ja etwas Zeit braucht, um sich aufzubauen.
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Antwort#6
soll das heißen, du hast diesen barockgesangskurs aufgenommen? liege ich richtig?
lg matthias
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Antwort#7
Ich hab mich nun intensiv damit beschäftigt, und stelle Fest, daß die Grenze zw. Diffusfeld und Freifeld der Hallradius genannt wird. Dort entsteht eine Anhebung von 3 dB.
Eine Formel rh=0,057(Wurzel)V/T
Ist das richtig?
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Antwort#8
was nutzt Dir diese Formel? Stellst Du Dich am Aufnahmeort hin und beginnst zu messen und zu rechnen?
Du hast doch Ohren....lerne sie zu benützen, dann klappt das schon!
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Antwort#9
Okay, das ist klar. Ich rechne da nicht rum. Doch warum gibt es dann solche Formeln?
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Antwort#10
für die Wissenschaftler... Akustiker.... die die eben nicht hören, sondern nur Zahlen sehen...
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Antwort#11
Okay, ich verstehe. Ich werde mal versuchen das herauszuhören.
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Antwort#12
Formeln sind dazu da, um Zusammenhänge zu begreifen und sind somit nicht nur Leuten vorbehalten, die ein akademisches Interesse an der Materie haben.
Versuch mal Raumvolumen und Nachhallzeit abzuschätzen und rH mit deinem ohrmässig ermittelten Wert zu vergleichen, aber wie ich die Leute hier kenne, nimmt sich wohl keiner Zeit für solche Experimente...
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Antwort#13
es ist weniger die Zeit als die Sinnhaftigkeit solcher Experimente.
Denn wenn Du mir so aus dem Stehgreif das Volumen eines Domes ausrechnen kannst (oder sei es auch nur das Volumen eines Konzertsaales in Amphitheater-Bauweise), dann Hut ab.
Wenn es bei dem Volumen aber bei der Schätzung bleibt und man mit den falschen Zahlen zu rechnen beginnt, ist es vergebene Liebesmüh. Das ist meine Meinung.
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Antwort#14
Moin...
"Wenn es bei dem Volumen aber bei der Schätzung bleibt und man mit den falschen Zahlen zu rechnen beginnt, ist es vergebene Liebesmüh. Das ist meine Meinung. "
Dass man da keine exakten Ergebnisse erwarten kann, ist klar.
Aber unterschätze nicht das Schätzen. Ein guter Schätzwert kann einem zumindest einen guten Anhaltspunkt geben, ob man das, was man "ohrmäßig" ermittelt, so ungefähr hinkommen kann, oder ob man vielleicht einem akustischen Phänomen aufsitzt, was man nicht bedacht hat...
Das Volumen eines Konzertsaales abzuschätzen, ist so schwer nicht. Viele kann man als grob Quaderförmig annehmen, und zumidnest Länge und Breite liessen sich bei Bedarf durch Abschreiten leicht ermitteln. Die Höhe kann man aus der Entfernung auch ganz gut im Vergleich zur Größe eines Menschen abschätzen. Man macht bei solchen Spielchen mit etwas Übung Fehler von meist deutlich unter 10%, weil man sich selten mehrmals in die gleiche "Richtung" vertut.
Eine Schätzung und daraus resultierende überschlägige Rechnung finde ich zumindest als Plausibilitätsprüfung sehr nützlich. Und das kostet auch nicht viel Zeit..
Jens
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Antwort#15
Ich würde nicht behaupten, dass Studenten in ihren Übungen und Praktika immer nur Sinnfreies machen.
Mir ging es hier aber eigentlich nur um das Begreifen, in wie weit physikalische Grössen miteinander in Wechselwirkung stehen, damit eine Hörerfahrung nicht 'einfach so' aus der Luft gegriffen ist.
Das ist meine Meinung.
:)
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Antwort#16
Jens' Haltung spricht mir aus der Seele. Probleme kann man nur systematisch angehen, wenn man sie ebendort abholt, wo sie sich wirklich auftun. Dafür ist eine solide wissenschafliche Basis ein probates Handwerkszeug. Anderfalls landen wir in den Problemdebatten der High-Ender, die die Ursachen ihrer Beobachtungen oftmals dort wittern, wo sie genau nicht liegen.
Zur soliden wissenschaftlichen Basis gehört naturgegeben auch die Kenntnis der Grenzen o.g. Faustformeln, die ebendies und keinesfalls mehr sind. Mit aber derart geschärften Einsichten erfüllen die sehr wohl ihren Zweck, sofern der Nutzer Anforderungen formulieren kann. (Da hapert es nämlich auch manchmal.)
Nur: Mit der Stange allein im Nebel zu rühren, zu probieren, bis ich schwarz bin, dafür ist mir meine Zeit zu schade. Eine 'sukzessive Approximation' an ein relatives Ideal hat nicht nur für 'Maschinen' etwas für sich.
Hans-Joachim
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Antwort#17
Die Grenze zwischen Diffusfeld und Freifeld wird Hallradius genannt wird.
Eine Formel rh=0,057(Wurzel)V/T. Ist das richtig?
Daniel, das ist richtig. Bleibe dran:
http://www.ton.hdk-berlin.de/tutorium/html/node36.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Hallradius
http://www.sengpielaudio.com/RelativerAbstandsfaktor.pdf
Formeln der Akustik haben meistens als Überschlagsrechnung ihren Sinn.
Die Aussage ein Hauptmikrofon sollte am Hallradius rH oder innerhalb davon stehen ist schon richtig.
Nur kann man diesen Ort nicht sehen, sondern nur errechnen und erhören. Man bekommt schon mit der Zeit ein Gefühl dafür.
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Antwort#18
Ist das denn überhaupt so, daß es vom Volumen abhängt und die Geometrie derart vernachlässigt werden kann? Wie soll man eine Kirche mit offenem Seitenschiff veranschlagen? Ausserdem kann ich mir nicht vorstellen, daß ein eher kubischer Aufbau dasselbe Hallergebnis liefert, wie ein flacher, Quaderbau gleichen Volumens
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Antwort#19
"daß ein eher kubischer Aufbau dasselbe Hallergebnis liefert, wie ein flacher, Quaderbau gleichen Volumens "
doch, was die Nachhallzeit betrifft schon. Nur die Reflexionsmuster der Frühschallreflexionen werden verschieden sein.
Du siehst ja auch in der Sabine'schen Nachhallgleichung, daß für die Nachhallzeit nur das Volumen verantwortlich ist, nicht aber die Form des Raumes.

MfG
Rainer
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Antwort#20
Wobei das ein deutbarer Begriff ist! Einmal ist der HR für verschiedene Frequenzen unterschiedlich- wie bekannt. Grundsätzlich hängt es aber von den Mikros ab: Was nutzt mir eine Definition, die sich auf ein objektiv vorhandenes Schallverhältnis am Ort X bezieht? Entscheidend ist, was die Mikros abkriegen und da liegt bei entsprechend ausgerichteten Nieren im Vergleich zu Kugeln erst in einem viel größeren Abstand zur Quelle ein ausgewogenes Verhältnis vor.
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