Beschallung von großen Räumen

Erstellt 5 Antworten6 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo Forum,
ich hab da mal eine Frag zur BEschallung von großen Räumen wie Bahnhöfe oder Kirchen. Ich hatte eine Unterhaltung mit einem Bekannten, und der meinte, daß es besser sei eine Liveband in solch einer Umgebung nur von der Bühne aus zu beschallen. Weil es da nur eine Schallquelle gäbe, und das insgesamt Vorteilhaft für den Gesamtsound wäre.
Ich entgegnete Ihm, daß ich das ganz anders machen würde. Ich würde mehrere Lautsprecher im ganzen Raum verteilen, und das ganze Netzwerk Mono fahren, weil ich denke, daß im Mono weniger Probleme macht (nur ein Signal, statt bei Stereo zwei). Und wenn bedarf bestünde dann noch die Lautsprecher, die weiterweg sind mit einem Delay ansteuern.
Er meinte, daß das Quatschwäre, weil dann soviele Schallquellen da wären, die den Sound zumatschen.
Ich glaube das nicht, denn das beste Beispiel ist ja grad ein Bahnhof, bei dem viele kleine Lautsprecher installiert sind. Wenn ich dagegen unser altes Eisstadion anschaue (oder besser höre) - da waren die Lautsprecher Mittig an der Decke - da verstand man fast garnix.
Wer hat nun Recht?
Gruß
Daniel
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Antwort#2
DU hast recht - dezentrale Beschallung ist für akustisch problematische
Räume die adäquate Lösung. Hohe Lautstärken, die zentral irgendwo "hingeblasen"
werden gilt es zu vermeiden, denn dadurch wird der Raum mehr angeregt als durch
kleinere Boxen, die da stehen wo es auch die Zuhörer tun.
Zufällig habe ich erst gestern noch eine "Gosplenight" in einer größeren Kirche betreut, mit einem geflogenem Frontsystem plus zwei Delaylines. Keinerlei Problem - wenn der Bühnensound (hier meist reine Chöre) stimmt.
Gruß,
Christopher
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Antwort#3
Danke Dir,
ich habs mir schon fast gedacht. Der Hintergrund liegt also in der anregung des Raumes? Hab ich das richtig verstanden? Soll das heißen, daß durch eine höhere Leistung auf einem zentralem System der Raum mehr Schwinung erfährt?
Würd mich einfach interessieren, warum das so ist.
Gruß
Daniel
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Antwort#4
Hallo Daniel,
gehe mal in eine Kirche und erzeuge ein Geräusch...
Der Nachhall und die Refexionen sind das Problem.
Wenn viele Leute darin leise tuscheln geht das noch,
wenn jemand das Portal zuknallt, dann nicht.
War das einigermaßen anschaulich? ;-)
Aber: In großen "trockenen" Räumen, z.B. Konzerthallen mit vielen
Vorhängen, tritt dieser Effekt weniger bis gar nicht auf, d.h.
auch eine konventionelle, zentrale Beschallung wird funktionieren.
Ab gewissen Entfernungen (Freiluft-Situationen, sehr große Hallen)
sind aber dennoch "Delays" notwendig, denn keine Box schafft Reichweiten
über 50-100m noch ohne Abstriche. Abgesehen davon kann Wind ein weiteres
großes Problem sein - auch und speziell bei den sog. "Line-Array"-Systemen,
die große Mode geworden sind, aber eben dezentrale Beschallung nicht wirklich ersetzen können.
Gruß,
Christopher
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Antwort#5
Hallo,
die übliche Beschallungstechnik ist meines Erachtens:
a) über die Bühnen-PA leichtes Stereo, bei breiten Bühnen geflogenes Near-Fill in der Bühnenmitte.
b) wenn die Lautstärke aufgrund der Raumtiefe zu sehr abnimmt, Delay-Lines in Mono über die Raumlänge verteilen.
Die Probleme mit dem Sound-Matsch umgeht man durch Einsatz gerichteter Lautsprechersysteme. Das gilt nicht nur für die PA wg. Rückkopplungen, sondern auch für die Delay-Lines, damit die Hauptschallrichtung entsprechend gestützt wird. Je halliger der Raum, um so gerichteter sollten die Lautsprecher sein. IN der Köln-Arena gibts z.B. oben eine Galerie mit viel Glas. Keine Chance, ohne exakt bündelnde Lautspecher.
Übrigens hat es sich als besonders gut herausgestellt, die Delay-Lines nicht am Rand sondern geflogen über den Zuschauern möglichst hoch aufzubauen.
Weitere Info´s: www.pa-forum.de


PA-Forum
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Antwort#6
Was hälts Du von L+C+R? Also jeweils mittig aufgestellte Monoquellen aber zusätzlichen Stereoinformationen L+R (hinten auch über Delay?
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