Hallo, ich bin mir nicht sicher ob ich den Zusammenhang zwischen Eigenrauschen und Empfindlichkeit eines Kondensatormikrofons richtig verstanden habe, deshalb meine Frage: Welches Mikrofon wird bei einer Aufnahme mit an das jeweilige Mikrofon angepasster Aussteuerung des Vorverstärkers weniger rauschen - eines mit einer Empfindlichkeit von 20mV/Pa und 18dB(A) Eigenrauschen oder eines mit 10mV/Pa und 16dB(A)? Meine Vermutung ist, dass das Mikrofon mit der höheren Empfindlichkeit um 1dB weniger Rauschen verursacht, weil die doppelte Ausgangsspannung einer Erhöhung der Lautstärke um 3dB entspricht. Stimmt das so oder hab ich mich verrechnet? Dass eine Differenz von 1dB beim Rauschen in der Praxis kaum einen Unterschied macht ist mir klar, aber es geht mir bei meiner Frage eher ums theoretische Verständnis. Grüße Andi
Hallo Andi, angenommen du hast einen sehr guten Mikrofonvorvstärker, der wenig an Rauschen bei Verstärkung hinzufügt, dann hat die Empfindlichkeit (der Feldübertragungsfaktor) des Mikrofons keine Bedeutung für das störende Mikrofonrauschen (Eigenrauschen). Die 18dBA und 16 dBA Ersatzgeräuschpegel sagen aus, dass das Mikrofon mit den 16 dBA weniger rauscht. Das zum theoretischen Verständnis. Grüße Johnny
Wieso bringst Du den nachgeschalteten MVV ins Spiel? Der hat mit dem Mikrofonrauschen doch nichts zu tun, genauso wie andere VV in der Signalkette. Oder meinst Du was anderes ? Zur Frage: Die Empfindlichkeit des Mikros ist bei der Angabe des Ersatzgeräsuchpegels ja bereits "eingearbeitet", da das empfindlichere Mikro bereits bei einem geringeren Lautstärkepegel DIE Spannung erreicht, welche dem Rauschen des VV entspricht. Daß ein Miko mit höherer Empfindlichkeit einen höheren EGP haben, deutet aber auf einen nicht so tollen MVV.
Der Ersatzgeräuschpegel ist DER Pegel (in db SPL) der eine Spannung in Großenordnung des Rauschens erzeugt, welches vom internen VV stammt. Dabei muss ein equivalentes Geräuschsspektrum unterstellt werden, um zu einem einzigen Wert in dB zu gelangen, da ja auch das Rauschspektrum zu einem effektiven Spannungswert führt. Angegeben wird dieser Ersatzpegel nach CCIR oder nach der A-Bewertung, wodurch unterstellt wird, daß Rauschanteile, die in der A-Hörkurve nicht so stark wirken, auch beim Rauschen weniger bewertet werden dürfen, was aber nur bedingt sinnvoll ist. Da der gemessene Pegel nun irgendwie auf den gemessenen Spannungswert umgerechnet werden muss, taucht auch hier die Empfindlichkeit auf. Zunächst ist dies die Empfindlichkeit des Messmikros, aber beozgen wird der Wert logischwerweise auf die Kapsel des individuellen Mikros. Kombiniert man eine Kapsel mit höherer Empfindlichkeit mit einem internen Vorverstärker, so bekommt man einen geringeren Ersatzgeräuschpegel, als bei Kapseln mit geringerer Empfindlichkeit. Auch generell hat man einen besseren Rauschabstand, da JEDER Pegel zu einer im Vergleich höheren Ausgangsspannung führt, während das Grundrauschen späterer Stufen gleich bleibt. Bleibt die Fage, wie man den Ersatzgeräsuchpegel bei dynamischen Mikros messen oder angeben kann.
Hast du einen üblichen berauschenden Behringer Vorverstärker, dann bist du froh, diesen Verstärkungsregler nicht zu betätigen, weil es dann immer mehr rauscht. Ein Mikrofon mit wenig Empfindlichkeit muss dann rauschend hochgezogen werden. Dabei bestimmt der schlechte Vorverstärker das hörbare Rauschen und nicht der Ersatzgeräuschpegel des Mikrofons. So sollte es aber in der Studiotechnik nicht sein. Ich habe ein gutes Studio-Studer-Mischpult 960 mit nicht rauschenden Vorverstärkern, da kann ich auch Mikrofone mit geringer Empfindlichkeit hochziehen. Hierbei bestimmt mehr der Ersatzgeräuschpegel des Mikrofons das hörbare Rauschen.
Das Gesagte ist im Prinzip korrekt - eben unter der Voraussetzung, dass der nachfolgende Vorverstaerker in Rauschanpassung betrieben wird - sprich sein Eigenrauschen deutlich kleiner ist als das der Mikrophone. Ist das nicht der Fall, spielt die Empfindlichkeit der Mikrophone eine Rolle, und in unguenstigen Faellen dominiert das Eigenrauschen des VV, und begrenzt damit den nutzbaren Stoerabstand. Andererseits - jeder ordentliche Mikrophonverstaerker moderner Bauart sollte das Kriterium erfuellen koennen - ich nehme mal IRT3/6 als Messlatte... Gruss Micha ---